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Verfasst: 29.05.2007, 21:01
von Sebastian
IoannesProselytos hat geschrieben:Lieber Sebastian!

Wenn ohnehin alle errettet werden, einfach so, ob gut, schlecht oder weiß der Kuckuck was, ob Christ, Buddhist, Moslem oder Heide, dann erübrigt sich auch jegliche Fürbitte.
Lieber Ioannes!

Habe ich oben stehendes so behauptet? Im Gegenteil; Gerade bei Bewusstwerdung der bereits erwähnten Worte Christe, welche einen sehr absoluten, klaren Charakter besitzen, sollte unsere Fürbitte für "den Nächsten " einsetzen. Darüberhinaus soll unser christlich sanftmütiger Lebenswandel / Weg (auch Orthopraxie genannt) ein Zeugniss der Welt ablegen.

Als Orthodoxe stehen wir im Bewusstsein der Worte "Ohne mich könnt ihr nichts tun" (-Jesus Christus) und "Betet ohne Unterlass" (-Ap. Paulus). Unter diese unaufhörlichen Gebete fallen für mich auch Fürbitten. Nur Christus lässt an der Erlösung teilhaben oder nicht. Der hier angesprochenen Allaussöhnung stehe ich persönlich skeptisch gegenüber. Nicht etwa aufgrund von Zweifeln an Gottes Gnade, sondern weil es für mich wie etwas von Menschen Erdachtes sich anhört. Einer "poltisch korrekten" Denke entspringend um - auf Kosten der Wahrheit des Evangeliums - bloß keinen Anstoß zu erregen, eine "Friede - Freude - Eierkuchenstimmung herzustellen und jedem und alles zu bestätigen "Is' schon o.k. " ... :roll:

Grüße
Sebastian

Verfasst: 29.05.2007, 21:10
von erbreich
IoannesProselytos hat geschrieben: Wenn ohnehin alle errettet werden, einfach so, ob gut, schlecht oder weiß der Kuckuck was, ob Christ, Buddhist, Moslem oder Heide, dann erübrigt sich auch jegliche Fürbitte. Außerdem wäre es ohnehin ganz egal, was jeder aufführt ... gerade deswegen schrieb' ich, es wäre Wahnsinn!
Sorry, aber eine solche Ansicht habe ich keineswegs vertreten! Die Allaussöhnung geschieht nicht ohne freiwillige Mithilfe des Menschen! Niemals! Aber die Güte Gottes vermag jeden Menschen zu überführen. Seine Güte, nicht die Höllendrohungen, gar noch mit Unendlichkeitsvorstellungen! Und auch die Fürbitte ist keineswegs vergeblich, sie vermag ja Gott zur Ausgiessung seiner Güte und Gnade über einen Menschen zu bewegen, so dass dieser von seinen falschen Wegen umkehren kann.

Leider habe ich immer noch keine Antwort auf meine Frage, ob Kallistos Ware Euch ein Begriff ist oder nicht?

Wisst Ihr, ich beginne mich so ein wenig im orthodoxen Umfeld umzusehen, und wenn ich da nur auf hartgesottene Dogmatiker und Gesetzeshüter treffe, dann frage ich mich schon ein wenig, wo denn der Unterschied zu andern Kirchen liegen soll.

Danke Sebastian für Deine milderen Worte.

Gruss, erbreich

Verfasst: 29.05.2007, 21:52
von IoannesProselytos
Lieber Sebastian!

Du warst nicht wirklich gemeint damit, das war allgemein gesprochen.

---

Bei erbreich entschuldige ich mich insofern, als dass mein Ton wohl etwas zu aggressiv war. Nur leider wird mir bei solchen Lehren, die die Hölle abschaffen wollen, obwohl das keinerlei Grundlage hat etc. immer ganz anders. Es ist ja auch nicht so, dass man sich nicht wünschen würde, dass jeder die Glückseligkeit erlangt, das ist nur allzumenschlich, die Frage ist aber, ob es auch göttlich ist und ob es mit Seiner Gerechtigkeit auch vereinbar ist; es ist mir einfach zu unausgewogen, auf diese Art und ich denke, dabei geht es nicht nur mir so, sondern das kann man auch leicht bei den verschiedenen Vätern nachlesen, dass es das eben nicht ist.
Sorry, aber eine solche Ansicht habe ich keineswegs vertreten!
Das machte aber so den Eindruck.
Die Allaussöhnung geschieht nicht ohne freiwillige Mithilfe des Menschen!
Na ja, was heißt das? Was ist eben, wenn jemand nicht möchte?
Seine Güte, nicht die Höllendrohungen, gar noch mit Unendlichkeitsvorstellungen!
Weißt du, es geht nicht um Höllendrohungen oder das Gott ohne Milde wäre, das stimmt ja nicht und ist nichts. Die Drohungen sind eben das, was von der Röm.-Kath. Kirche sehr lange (jetzt zwar auch nimmer) praktiziert wurde und was ich auch ablehne, aber ich bin durchaus für Warnungen - es wäre fahrlässig die Menschen nicht zu warnen und einfach zu sagen: "Och, sündigst Du halt, macht doch eh nichts, kommst trotzdem in dem Himmel, Gott ist ja gütig."
So funktioniert das eben auch nicht.
... und wenn ich da nur auf hartgesottene Dogmatiker und Gesetzeshüter treffe ...
Man muss bei der offenbarten und verbindlich festgelegten Wahrheit bleiben, die eben nur eine einzige ist (und nicht allgemein jeder einfach so "hat"), darum geht's mir.

Verfasst: 29.05.2007, 22:32
von Sebastian
Wisst Ihr, ich beginne mich so ein wenig im orthodoxen Umfeld umzusehen, und wenn ich da nur auf hartgesottene Dogmatiker und Gesetzeshüter treffe, dann frage ich mich schon ein wenig, wo denn der Unterschied zu andern Kirchen liegen soll.
Lieber Erbreich!

Die Frage, "was ist Kirche?" , was verstehen wir (Orthodoxe) darunter ist sicherlich nicht mit einemal erfaßbar.
Ich meine bei Ihnen eine gewisse Abneigung gegenüber der Dogmatik herrauszulesen. Aber versuchen Sie es sich einmal so vorzustellen ( ich hoffe ich wirke jetzt nicht ober - belehrend :roll: ):

Die Kirche als gottmenschlicher Organismus* unterliegt gewissen Maßstäben, die wir als Ordnungen bezeichnen. So wie der menschliche Körper physischen, wie psychischen Ordnungen unterliegt. Diese göttlichen Ordnungen, die Dogmen, die den Leib Christi zusammenhalten sind für uns heilsnotwendig, da ohne sie kein Leben in Christus existiert. Bei Zuwiderhandlungen gegen diese Dogmen/Gebote leidet der Leib. Ich kann glauben, dass Christus, als einziges Haupt (!) dieses Leibes, sehr betrübt über unsere Verfehlungen (Lügen, Anmaßungen, Häresien etc) ist. Stehen die Sünden schleißlich im Widerspruch göttlicher Gesetze (Gebote)/ Ordnungen. Zur Nachtwache (ich weis leider nicht genau die Stelle) wird gesungen (erbeten): "... unterweise mich DEinen (GÖTTLICHEN) Ordnungen ... lehre mich DEine Ordnungen

In der Hoffnung Ihnen etwas helfen zu können und mit christlichen Grüßen.

Sebastian

*Diesen Begriff habe nicht ich erfunden, sondern wurde von vielen seligen Kirchenväter (- besonders hervorzuheben Justin Popovic) geprägt.

Verfasst: 30.05.2007, 10:01
von erbreich
Hallo Ioannes
IoannesProselytos hat geschrieben: Bei erbreich entschuldige ich mich insofern, als dass mein Ton wohl etwas zu aggressiv war.
Entschuldigung angenommen, danke.
Nur leider wird mir bei solchen Lehren, die die Hölle abschaffen wollen,
Das sind schwierige themen, deshalb mischt sich auch leicht Missverständnis ein - vor allem zwischen Menschen, die sich persönlich gar nicht kennen.

Die Gerichte werden keinewegs 'abgeschafft', sie sind schliesslich biblisch klar belegt. Mit dem deutschen Ausdruck 'Hölle' ist das schon etwas schwieriger. Manchmal wurde 'Gehenna' mit 'Hölle' übersetzt, manchmal 'sheol' und 'hades'. Es stellt sich doch die Frage, was denn zur Zeit Jesu damit gemeint war. Und für mich sind die Untersuchungen und Erklärungen der konkordanten bibelübersetzer durchaus nachvollziehbar und zumindest der aufrichtigen Prüfung wert. Lies mal hier: http://www.konkordant.de/VerglWort.html#Hoelle

Aber das gesamte Thema der Allaussöhnung in Christus (Apokatastasis) ist sehr komplex, und eigentlich hab' ich hier in diesem Thread auf Fragen zum Buddhismus antworten wollen. Vielleicht wäre ein eigener Thread zu diesem Thema wertvoll.
das kann man auch leicht bei den verschiedenen Vätern nachlesen
Isaak der Syrer schreibt, dass
"...der weise Schöpfer ein uns verborgenes Geheimnis besitzt, was die Strafen und die Verurteilung zur Gehenna angeht. Wegen der Bosheit unserer Taten und unseres Willens benützt er sie als Ausgangspunkt, um seinen Heilsplan zu verwirklichen. Darin sind eine weise machende Lehre und unsagbarer Nutzen verborgen... solange die Gehenna bestand hat."

Ist doch interessant. Isaak der Syrer geht also davon aus, dass die Gehenna (oft mit 'Hölle' übersetzt) nicht ewig Bestand hat. Weiter schreibt er:

"Würden wir sagen oder denken, dass diese Angelegenheit (die gehenna) nicht voller Liebe sei und mit Erbarmen vermischt, so wäre das eine völlig blasphemische Meinung, die Gott, unseren Herrn, beleidigen würde. Wenn wir annähmen, dass er uns nur um der Leiden, der Qual und aller möglichen Übel willen dem Feuer überantwortet, so würden wir der göttlichen Natur Feindseligkeit unterstellen gegen die Vernunftwesen, die sie doch selbst in ihrer Güte geschaffen hat; ebenso, wenn wir annähmen, dass er aus Groll und Vergeltungssucht heraus handle oder denke, so als würde er an sich selbst Rache üben. Unter all seinen handlungen ist nicht eine einzige, die nicht durch und durch von Erbarmen, Liebe und gnade geprägt wäre. Darin besteht der Anfang und das Ende seines Weges mit uns."

Soweit also Isaak der Syrer (aus dem Büchlein "Die Weisheit Isaaks des Syrers - Eine Auswahl aus seinem Werk"; Verlag 'Der christliche Osten')

Auch die konkordanten Bibelübersetzer A.E. Knoch (KNT - Konkordantes Neues Testament) und F.H. Baader (DaBhaR-Übersetzung der 'Geschriebenen des Alten und des Neuen Bundes') postulieren die Gehenna nicht als unendliche sinnlose Quälerei, sondern als auf den Äon begrenzten Ort des Gerichts. Das Ziel ist nicht nie endende Qual sondern Gericht, 'Richtigung', wie Baader übersetzt, also letztlich die Verwirklichung des gesamten göttlichen Heilsplans.
Na ja, was heißt das? Was ist eben, wenn jemand nicht möchte?
Was tust Du als Vater, wenn Dein Sohn etwas nicht will? Wie bringst Du ihn dazu, es als sinnvoll und richtig einzusehen und es selber zu wollen?
es wäre fahrlässig die Menschen nicht zu warnen und einfach zu sagen: "Och, sündigst Du halt, macht doch eh nichts, kommst trotzdem in dem Himmel, Gott ist ja gütig."
So funktioniert das eben auch nicht.
Da bin ich absolut einverstanden mit Dir.

Gruss, erbreich

Gehenna - Trennung von Gott

Verfasst: 30.05.2007, 10:28
von talitaNeu
Hallo liebe Freunde,

ein Freund von mir sagte mal, dass die Hölle oder Gehenna einfach die Trennung von Gott ist, wenn man tot ist und die nicht-Aufnahme in den Himmelreich.

Wenn ich darf würde ich aber von Anfang anfangen:
so steht es in der Bibel, wer das Wort "Evangelium" nicht zu Lebzeiten gehört hat, wird nach seinem Gewissen gerichtet - nach meiner Meinung hat der Herr Gott nach der Versöhnung durch JEus Christus und Sein Blut das Gewissen und Gebote in unsere Herzen reingeschrieben, die wir unbewusst inne haben - wer aber wählt nach dem Gesetz zu leben - Juden - wird durch das Gesetz bis in seine Einzelheiten gerichtet . Wer aber durch Jesus glaubt, wird nach der Gnade gerichtet.

Ich wollte darauf hinaus: heute gibt es so gut wie keinen Menschen, der nicht das Wort "Der Herr ist Rettung"-Jesus- Das Evangelium" gehört hat, jedoch gibt es oft innere Kämpfe die einen Menschen daran hindern die Hand der Versöhnung und die Liebe Gottes, die ja JEsus ist, anzunehmen.

Also die Menschen hören aber se verhärten ihr Herz, wegen dem inneren Schmerz oder leichterer Methoden- wie z.B ein Bekannter meinte er habe selber jede Mach so oft aufzuerstehen aus dem Tod wie er will und könne ein Leben für die Kariere, das andere für die Liebe usw. nützen - oder der Unfähigkeit aus der Tradition auszubrechen, wenn er die Liebe erkannt hat... oder... oder....

Ich glaube, dass im Tod die Erkenntniss über Gott dann endgültig klar ist und nicht verschleiert wird durch das Leben, so dass ich mir sehr klar vorstellen kann, wie groß der Schmerz der Trennung von Gott, dem Vater sein kann und die Sehnsucht nach Seiner Nähe. Auch kann ich mir vortellem, dass das Schuldgefühl wie Säure brennt und die Sünden begangen an unseren Nächsten wie auch an Gott, da die Zeit nicht durch die altäglichen Problem von dem Kern der Wahrheit ablenkt.

Ob der Herr die lieben Kinder, die unter der Schuld leiden und weinen, nicht doch zu sich holt und ihnen Frieden schenkt, kann ich als Mensch nicht fassen und würde solches Vorgehen auch nicht gegen Gerechtigkeit Gottes aufrechnen, da es auch geschrieben steht, dass kein Mensch ohne die Gnade Gottes das Gericht passieren würde, sondern würde es in Liebe unseren Vaters zu jedem einzelnen betrachten, und hoffe auch selber auf sie. Von daher habe ich kein Recht sie jemand anderem streitig zu machen.

Der Herr ist groß, und seine Wege sind unergründlich und gut, denn nicht ohne Vertrauen könnte man das Gebet sprechen : In deine Hände Herr Jesus Christus, gebe ich meinen Geist, bitte segne mich, erbarme dich meiner und schenke mir das ewige Leben.

Ich weiß nicht wie Glaube anders geht, als das man sich in die schützenden Hände vom Vater fallen lässt.

Liebe Grüße Aleksandra, in der Hoffnung nich zu sehr ausgeschweift zu sein, sondern die Kern-gedanken im persönlichen Glauben wiedergegeben zu haben.
Wünsche euch und mir Gottes Segen, und dass seine unfassbare Gnade über uns steht im Leben und in der Stunde unseres Todes. Möge der Herr Gott mit seinem liebendem Herzen unsere Sünden vergeben -Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes - Amen

Verfasst: 30.05.2007, 10:30
von erbreich
Lieber Sebastian
Sebastian hat geschrieben:
Die Frage, "was ist Kirche?"
Ja, das ist eine wichtige Frage. Jesus hat sie klar beantwortet:

Mt 18,20
Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Wo Jesus ist, da ist Kirche. Zwei oder drei Menschen, die in seinem Namen (das heisst: In seinem Wesen, in der Liebe also) zusammenkommen, genügen bereits. Mehr ist nicht vonnöten.
Die Kirche als gottmenschlicher Organismus* unterliegt gewissen Maßstäben, die wir als Ordnungen bezeichnen.
Einverstanden.
Bei Zuwiderhandlungen gegen diese Dogmen/Gebote leidet der Leib.

Auch einverstanden. Jesus hat ein (dreifaches) Gebot gegeben, wo das eingehalten wird, lebt der Leib in Gnade, Frieden und unter göttlichem Segen:

Mk 12,30-31
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüte und mit aller deiner Kraft!» Dies ist das vornehmste Gebot. Und das andere ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!» Größer als diese ist kein anderes Gebot.

Deutlich: Grösser als diese ist kein anderes Gebot! Kein kirchliches Dogma kommt an dieses Liebesgebot des Herrn heran.

Gruss, erbreich

Was ist Kirche- wir brauchen unsere Priester

Verfasst: 30.05.2007, 10:44
von talitaNeu
Hallo,

na ja hoffe ich rede nicht am Thema genzlich vorbei :-) auch wenn ich die Überzeugung habe,dass Jesus mein Gebet hört um so mehr, wenn ich etwas in Übereinkunft mit anderen etwas Bitte und ich mir der Anwesenheit Jesus mit Demut bewußt bin, kabnn ich dennoch sagen, dass ich großen Respekt vor der Weihe und unseren Priestern habe, den ihnen hat der Herr die Vollmacht gegeben: wem ihr die Sünde vergebt auf Erden, dem sollen sie auch im Himmel vergeben werden und wen ihr zwei auf Erden aneinander bindet, so sollen sie auch im Himmel gebunden sein.
Von daher würde ich nicht so weit gehen und überheblich von mir denken, dass ich die Sakramente in der Kirche zu dritt geben könnte, da braucht es noch mehr nach meiner Meinung. Es ist Richtig, dass wir einander brauchen, die Kirche bzw. die Priester brauchen wir als unsere Hirten und sie gehen auch davon aus, dass sie uns dienen wie der Herr in seinem großen Vorbild den Aposteln die Füße gewaschen hat.

Gruß Aleksandra

Verfasst: 30.05.2007, 11:22
von Rene
Hallo,

einige interessante Zeilen dazu:

"Die Kirche
Jesus Christus versprach dem heiligen Apostel Petrus, ihn zu einem der Steine zu machen, auf denen er seine Kirche bauen wird. Dieses Versprechen erfüllte er, als er seine Apostel mit allen Rechten und Kräften zur Fortsetzung seines großen Werkes versah. [1]

Bereitet waren die Steine des Fundamentes. Am Tage des Pfingstwunders begann der Bau der Kirche zu wachsen. Der Heilige Geist kam nicht nur auf die Apostel hernieder, sondern auf alle, die mit ihnen waren.[2]
Der Herr verlieh den Aposteln die Fülle der Gaben des Heiligen Geistes, und so wurde an ihnen das Sakrament der Priesterweihe vollzogen : Sie wurden zu Bischöfen der zukünftige Kirche.

Am Tage der Pfingstgeschehens erhielt die ganze versammelte Gemeinschaft Gaben des Heiligen Geistes. In der Vielfalt dieser Gaben wuchsen sie zu dem einen Körper der Kirche zusammen.

Die Kirche Christi ist ?Gottes Bau?, dessen einziger Grundstein Christus ist, und dieser Bau wächst weiter ? auf dem Grund der Apostel und der Propheten?, und er ruht auf sieben Säulen, den sieben Sakramenten. Die Kirche ist der Leib Christi, ein mystischer Organismus, dessen Haupt Christus selbst ist. In diesem Organismus ist jedes einzelne Glied wesentlicher Bestandteil des ganzen. An jedem Ort, an dem der rechtmäßig eingesetzte Bischof mit seine Gemeinde die heilige Liturgie feiert, ist die Fülle der Gesamtkirche zugegen.

Die Orthodoxe Kirche versteht sich als die Gesamtkirche durch die Einheit im Glauben und durch die verbindende Gemeinsamkeit in den ökumenischen Konzilien. [3] Daher ist die Grundbedingung des Lebens der wahren Kirche Christi die Einheit in der gemeinsamen Liebe, die wirkliche Gesinnungsgleichheit, die Einheit der Lebensordnung und die Heiligung durch die Gnade der Sakramente aus der gemeinsamen Quelle. [4]

An zwei äußeren Zeichen ist die wahre Kirche Christi zu erkennen:

- Die Kirche ist durch den Herrn gegründet und bleibt bis an das Ende der Zeiten bestehen, sie wird durch ihn selbst und durch den Heiligen Geist gelenkt.

- Die Kirche bleibt in allem dem Herrn treu: In der Lehre, wie sie ihr durch den Herrn gegeben wurde, und in der Kirchenordnung, die sie im Auftrag und in der Vollmacht Christi von den Aposteln erhielt. [5]

Hieraus ist offenkundig: Vom Augenblick der Gründung an, bis zum Jüngsten Tage wird es nur die eine, sich stets gleichbleibende Kirche Christi geben. Während bei den Kirchen der Reformation die Akzentsetzung der Wortkündigung liegt, findet die Orthodoxe Kirche ihr Leben, ihre Darstellung und Verwirklichung in den sieben Sakramenten. Diese Gnade ist vom Herrn selbst in seine Kirche gefügt und wird durch ununterbrochene Aufeinanderfolge im Sakrament der Priesterweihe weitergegeben. [6] "

von: http://home.arcor.de/dvbajin/Die%20Saeule.htm#DieKirche
hinter den Zahlen verbirgt sich dort die biblische Begründung.
L.G. Rene

einige zusätzliche Überlegungen...

Verfasst: 30.05.2007, 11:41
von protopeter
Liebe Diskussionsfreudige !

Die Frage der apokatastasis, wie sie etwa von dem Kirchenschriftsteller Origenes (3. Jahrhundert) und später seitens des Kirchenvaters Gregor von Nyssa (4. Jahrhundert) zur Darstellung gebracht wurde, nimmt genau auf die Tatsache der gottmenschlichen Synergie Bezug: Fraglos ist dem Menschen durch Gott der Eintritt in die ewige Seligkeit und ein Leben in Erlösung gewissermaßen ontologisch beigegeben; allerdings ist auch nicht zu übersehen, daß das menschliche Wesen als (auch vor Gott !) willensautonom gilt.

Wenn sich nun der Mensch in einem Akt der Freiwilligkeit und vollends bewußt vom "Erlösungsangebot" Gottes entfernt und in dieser Haltung ohne Erkenntnis und Bußbereitschaft beharrt, so ereignet sich nach biblisch-kirchenväterlichem Zeugnis diese vollkommene Trennung, der Moment äußerster Gottesferne. Es sind im orthodoxen Verständnis des Begriffes "Hölle" eben nicht die abendländisch-mittelalterlichen Bilder von (vor allem) der physischen Existenz des Menschen zugedachten Foltern entsprechend. Die Begiffe Hades oder Sheol kommen dieser Grundkonzeption durchaus näher - als eine Existenzform der letztendlich erkannten unerfüllten Sehnsucht, in dieser Synergie mit Gott leben zu können.

Es ist auch zu sagen, daß nach orthodoxer Auffassung das Christusmysterium eben nicht nur auf eine "konfessionell-begrenzte" Ebene gestellt werden darf - die damit verbundenen Heilsereignisse haben allumfassenden Charakter. Der Pantokrator ist somit nicht nur Allherrscher, sondern darüberhinaus auch Allerhalter - Dreh-,und Angelpunkt der durch Ihn erfolgten Erneuerung der gesamten Schöpfung. Konkret bedeutet dies: Jenen, die aus den unterschiedlichsten Gründen von Christus und der durch Ihn bewirkten Erlösung niemals erfahren konnten, sich jedoch auf ihre Weise um ein Leben nach den Grundwahrheiten der Gottes-, und Menschenliebe bemühen, soll die Erlösung nicht vorenthalten sein.

Brüderlich grüßt
Erzpr. Peter

lauer chr. Glaube bzw. Synkretismus

Verfasst: 30.05.2007, 14:43
von Milo
Grüß Gott!

Bezüglich jenen die Meinen ausserhalb Christus gibt es noch Licht unter den Religionen dieser Erde...naja ich spreche es hier bewusst nicht aus, aber die Väter haben es wohl öffter getan, und zu Recht!

Wer meint das nach Christus jemand noch kommt...der redet Märchen und Phantasie. Der HErr sagte selbst, bis Johannes wirkten Propheten im Namen des einzig wahren Gottes! Es gibt keinen Propheten "danach" - nach der Vollendung!? Das ist sogar unlogisch und blasphämisch.

Und Er selbst prophezeite auch das viele falsche Mesias nach Ihm ihr Unfug treiben werden. Darum gehen wir nicht hin...obwohl durch die moderne Ökumene manche hingetrieben werden.

Aber das kann man hier schön alles nachlesen...alles natürlich bitte schön freiwillig.

1Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber. 2Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe. 3Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus. 4Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme. 5Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht. 6Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte. 7Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. 8Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht. 9Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden. 10Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.
11Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe. 12Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht - und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie -, 13denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe. 14Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich, 15wie mich mein Vater kennt, und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe. 16Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muß ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden. 17Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, daß ich's wiedernehme. 18Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wiederzunehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.


bekennender knecht milo

ps. hat Buddha nicht sein Leben gelassen während eines guten fettigen Essens? Vorbildlich?

Verfasst: 30.05.2007, 17:31
von protopeter
Lieber Br. Milo, liebe Mitdiskutanten !

Bezüglich jenen die Meinen ausserhalb Christus gibt es noch Licht unter den Religionen dieser Erde...naja ich spreche es hier bewusst nicht aus, aber die Väter haben es wohl öffter getan, und zu Recht!

Wer meint das nach Christus jemand noch kommt...der redet Märchen und Phantasie
In dieser Aussage reflektiert sich überdeutlich die orthodoxe Haltung zu außerchristlichen geistigen Strömungen: Nach kirchenväterlicher Ansicht - ich weise hier besonders auf Clemens v. Alexandria (+ um 215) hin - erscheint das gottmenschliche Mysterium in den Denkkonzepten, Philosophien und religiös geprägten Bewegungen der verschiedenen Völker und Kulturen auf die eine oder andere Weise vorgeprägt. Der alexandrinische Kirchenvater verweist unter anderem auf einige altgriechische Philosophen und erwähnt sogar auch Buddha; dies alles geschieht mit dem Ziel, die ganze Welt auf Jesus Christus und Sein Erlösungswirken hinzuorientieren.

Es wäre ein vollkommenes Mißverständnis, würde man das Christusmysterium aus umgekehrter Perspektive deuten - daß nämlich die universelle Gegenwart des Gottmenschen allen Religionen und religiös begründeten Philosophien eine Form der "Gleichrangigkeit" gegenüber der gottmenschlichen Synergie verleihen würde. Konsequenterweise erscheint es auch notwendig, nicht von der "christlichen Religion" (im Sinne der Einen unter Vielen), sondern ganz konkret vom christlichen Glauben als absolut-unverrückbares Maß der Offenbarung zu sprechen.

In der Liebe Christi grüßt
Erzpr. Peter

Verfasst: 30.05.2007, 18:44
von Sebastian
erbreich hat geschrieben:Lieber Sebastian
Sebastian hat geschrieben:
Die Frage, "was ist Kirche?"
Ja, das ist eine wichtige Frage. Jesus hat sie klar beantwortet:

Mt 18,20
Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Wo Jesus ist, da ist Kirche. Zwei oder drei Menschen, die in seinem Namen (das heisst: In seinem Wesen, in der Liebe also) zusammenkommen, genügen bereits. Mehr ist nicht vonnöten.
Hallo Erbreich,

d.h. ein Buddist, ein Moslem und ein Hindu könnten sich versammeln und einander sagen: Wir kommen hier im Namen Jesu zusammen.

Ist das schon Kirche? Bedarf es da nicht etwas mehr? Wenn ja was?

Sebastian

Verfasst: 30.05.2007, 19:25
von IoannesProselytos
Xpristos anesti!

Grüße!
Wo Jesus ist, da ist Kirche.
Das ist ganz wichtig: Wo Jesus Christus ist, dort ist Kirche. Wo Jesus durch den Heiligen Geist wirkt und wo seine Lehre unverfälscht weitergegeben wurde und wird und sie auch angewendet wird, dort ist Kirche.

Es ist so eine Sache, ob ein Äon nicht ewig ist und ob die Hölle nicht ewig ist. Sein tut sie auf jeden Fall einmal und das widerspricht gewiss' nicht der Barmherzigkeit Gottes; denn, für einen verstockten Sünder, für jemanden, der ganz in sich verkrümmt ist, wäre es wohl schlimmer, bei Gott zu sein, als in der Hölle - so meint derjenige zumindest. Es ist auch so, wie St. Johannes der Evangelist in 1 Joh 3,14 sagt: "... der nicht Liebende bleibt im Tod. Niemand kann dazu gezwungen werden, zu lieben, auch Gott macht das nicht. St. Johannes Chrysostomos sagt: "Gott zieht niemals mit Macht, mit Gewalt an. Er wünscht das Heil aller, aber er zwingt niemanden." Es gibt keinen wirklichen Anhaltspunkt dafür, dass die Hölle nicht ewig dauern würde, wenn man einmal "in ihr" (wenn einmal der Zustand eingetreten) ist.
Aber das gesamte Thema der Allaussöhnung in Christus (Apokatastasis) ist sehr komplex, und eigentlich hab' ich hier in diesem Thread auf Fragen zum Buddhismus antworten wollen. Vielleicht wäre ein eigener Thread zu diesem Thema wertvoll.
Wenn ich Dir ein Buch empfehlen darf: C. S. Lewis' Die große Scheidung, ich denke, er stellt die Sache auf eine sehr gute Art und Weise dar.

Verfasst: 30.05.2007, 21:23
von erbreich
IoannesProselytos hat geschrieben:Xpristos anesti!
Wenn ich Dir ein Buch empfehlen darf: C. S. Lewis' Die große Scheidung, ich denke, er stellt die Sache auf eine sehr gute Art und Weise dar.
Danke für den Tipp - ich kenne das Buch! Habe fast alles von C.S. Lewis gelesen - finde seine Ausführungen sehr wertvoll. Auch wenn ich nicht alles gleich sehe...

Danke auch für die Beiträge der andern Mitdiskutierer. Eigentlich diskutiere ich vor allem im Forum von www.livenet.ch , und im Grunde genommen rede ich auch lieber von Mensch zu Mensch persönlich als im Internet. Muss immer ein bisschen Disziplin aufbringen, um nur eine gewisse Zeit in Foren zu sein.

Es war nun mal ein Besuch bei Euch, aber ich denke, dass ich mich nun wieder zurückziehen werde.

Gott segne Euch!
erbreich