Neues aus dem Moskauer Patriarchat

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Martina
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Martina »

Na ja, ich habe ja auch die extrem negativen Seiten der "neuen" Konfession kennengelernt und wollte vor Wut zurückkonvertieren, und was ich dann dort vorfand war, nach meiner orthodoxen Taufe noch schlimmer als damals, als ich noch auf der Suche war. Es war ein Nichts. Ich blieb dann in der Orthodoxie - und zum Glück habe ich endlich auch einen Geistlichen gefunden, der sich da hineinfühlen kann. Es war aber bei mir die extreme Enttäuschung bei Menschen und nicht beim Glauben. Da war die extreme Enttäuschung der katholischen Kirche, der zerstörten Liturgie und dem fehlenden richtigen Geist zuzuordnen.
Das hätte ich bei Dr. Kreier eigentlich auch erwartet, dass er nicht ins NICHTS zurückkehrt sondern lieber einige unmöglichen Leute in Kauf nimmt oder innerhalb der Orthodoxie wechselt.

P.S: Lazzaro: Die Probleme in der kath. Kirche sind doch die Probleme, wegen denen man konvertierten muss, weil die alte Konfessions nichts mehr taugt. Jedenfalls bin ich deswegen konvertiert und es war elend schwer, all die Leute, die mir lieb waren, in der katholischen Kirche zurückzulassen, und mir dann gefallen lassen zu müssen, dass irgendwelche Leute in der Orthodoxie ihre Vorurteile und völlig flachen Vorstellungen auf mich projizieren. Aber vielleicht hat man Vr. Makarius mit sowas rausgemobbt. Ich bin ja auch beinahe verekelt worden.
Marian
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Marian »

Moin, moin,
mehr oder weniger unbeeinflusst von all den Dingen die drum herum so Christentum genannt werden, ist die Orthodoxie der Ort das alles zu vergessen. Wer das nicht möchte oder kann und immer weiter nach der "besseren" Gemeinde sucht, missachtet zu viel Zurechtweisung der hl. Apostel mit dem Ergebnis, dass der Frieden und die Liebe, der eigentlich im Herz jedes Gläubigen sein soll, ein frommer Wunsch bleiben und nicht einmal bei anderen erfühlt werden kann.
Verfehlungen von Bischöfen, Priestern oder Gläubigen werden ganz klar sichtbar, wenn man die Skala "Ich will...." bis "... Dein Wille geschehe" anlegt. Orthodox ist aber nur der, der Verfehlungen anderer nicht verurteilt.
Dazu der heutige Apostel: 1. Kor. 5, 9-13
Ich habe euch in dem Brief geschrieben, nicht mit Unzüchtigen Umgang zu haben; nicht überhaupt mit den Unzüchtigen dieser Welt oder den Habsüchtigen und Räubern oder Götzendienern, sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen. Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Unzüchtiger ist oder ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit einem solchen nicht einmal zu essen. Denn was habe ich zu richten, die draußen sind? Richtet ihr nicht, die drinnen sind? Die aber draußen sind, richtet Gott. Tut den Bösen von euch selbst hinaus!
Marian
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Marian »

Ja! Tatsächlich Orthodox ist aber nur der, der Verfehlungen anderer nicht verurteilt.
Dazu die heutige Lesung des hl. Apostel Paulus 1. Kor. 5, 9-13
>> Ich habe euch in dem Brief geschrieben, nicht mit Unzüchtigen Umgang zu haben; nicht überhaupt mit den Unzüchtigen dieser Welt oder den Habsüchtigen und Räubern oder Götzendienern, sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen. Nun aber habe ich euch geschrieben, keinen Umgang zu haben, wenn jemand, der Bruder genannt wird, ein Unzüchtiger ist oder ein Habsüchtiger oder ein Götzendiener oder ein Lästerer oder ein Trunkenbold oder ein Räuber; mit einem solchen nicht einmal zu essen. Denn was habe ich zu richten, die draußen sind? Richtet ihr nicht, die drinnen sind? Die aber draußen sind, richtet Gott. Tut den Bösen von euch selbst hinaus! <<

Scheint doch einleuchtend und auch recht passend hier. Und noch dazu mit Nichten von mir, sondern von der Orthodoxen Kirche für den heutigen Tag empfohlene Lesung, mit dem Ziel, dass sich jeder Gläubige seiner Frömmigkeit entsprechend Lehrsames für sich entnimmt.

Gott sei Dank
Martina
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Martina »

So, ich lasse jetzt mein Account löschen, da Marian, trotz meiner mehrfachen Aufforderungen nicht aufhört, sich ununterbrochen auf meine Beiträge draufzuhängen. Woanders würde er eibne Warnung bekommen. Aber wenn das nicht erfolgt, dann gehe ich. Also Tschüss alle.
Marian
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Marian »

Grüß Gott,
der hl. Johannes vom Sinai beschreibt in seiner "Himmelsleiter" die Entsagung von der Welt zu einem Leben in Kirche Christi so:
Wer seine Entsagung aus Angst begann, gleicht verbrennenden Räucherwerk. Es beginnt mit einem angehmen Duft und endet im Rauch.
Wer dagegen seine Entsagung mit Hoffnung auf Lohn machte, gerät zu einem sich ewig auf der Stelle drehenden Mühlstein.
Wer aber angetrieben von der Liebe zu Gott aufbrach, erhält gleich zu Beginn die Flamme, die, wenn sie ins Holz geworfen wird, das Feuer nur noch heftiger aufflammen lässt.
Marian
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Marian »

Liebe Martina,
bitte verzeih mir meine wie du sagst dümmlichen Anmerkungen zu aktuell diskutieren Themen. Gleich deswegen alles hinzuschmeißen, scheint mir nicht notwendig. Ich bitte dich mit dem Versprechen mich zu bessern, deinen Schritt nochmal zu überdenken.
Dass meine Beiträge ignorant und arrogant klingen, ist von mir nicht beabsichtigt und ich bitte dich das zu entschuldigen.

Aber warum schreibe ich überhaupt was?
Weil wir genau den Fall hier haben. Eine junge Frau, die konvertieren möchte. Ihre Eltern sind sogar sehr aktive Gläubige in der RKK. Aber nein, sie besucht die russ. Gemeinde nun schon lange, hatte auch ihre sehr gläubige Mutter schon mitgebracht. Nun möchte sie getauft werden.
Aber alle Priester sind sehr zurückhaltend. Sie wissen, dass manchen Suchenden das Suchen selbst gefällt, aber nicht das Finden und Bleiben. Und weil sie noch so jung ist und vieles noch passieren kann, haben wir versucht ihr ihren Wunsch zu versauern. So vieles wurde gesagt, die aufwendige Vorbereitung zur Kommunion, das ständige Beichten, die harten Fastengebote, die Verpflichtung zur kirchlichen Hochzeit, die endlose Gebetsregel, die Notwendigkeit der Taufe und sogar im Kloster waren wir, wo sie früh 3.30Uhr mit einer Bimmel nahezu Tote aufwecken und zum Gottesdienst rufen. Nichts konnte sie abschrecken, im Gegenteil ich denke der Entschluss wurde noch gestärkt. Sie wird in den kommenden Wochen getauft.
Doch ist heute eben heute. Es kann noch alles passieren z.B. könnte sie krank werden und wir wissen, dass Gott niemanden ohne Prüfung lässt. Niemand kennt die Zukunft nur Gott. Alles was wir haben ist die Vergangenheit, angefangen mit Pfingsten, die heiligen Apostel, die Märtyrer, die Kirchenväter und alle Heiligen. Und dafür mache ich überall Reklame, weil sie uns alles zeigen, das entkommen aus Versuchungen, die Heilung von Krankheiten, Bewahren der Glaubenswahrheiten, Chancen und Risiken von Konversion und der richtige Umgang mit Kinderlosigkeit, wie in meinem Fall. Mit einem Wort den Willen, die Allmacht und die Liebe Gottes.
In der Hoffnung mit dem Beitrag niemand zu verletzen.
Marian
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Igor
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Offener Brief von Erzbischof Tichon an Dr. Felix Schwenke, Oberbürgermeister von Offenbach, im Zusammenhang mit einer do

Beitrag von Igor »

10 Dezember 2021 - Offener Brief von Erzbischof Tichon an Dr. Felix Schwenke, Oberbürgermeister von Offenbach, im Zusammenhang mit einer dortigen gotteslästerlichen Ausstellung

Herrn Dr. Felix Schwenke, Oberbürgermeister der Stadt Offenbach

Sehr geehrter Herr Dr. Schwenke,

mit großer Empörung und Besorgnis haben wir von der Eröffnung einer Ausstellung in Offenbach mit dem provokanten Titel „Pornografische Serie“ erfahren. Die Ausstellung zeigt orthodoxe Ikonen, auf die in sakrilegischer Weise Darstellungen sexuellen und pornografischen Charakters aufgebracht worden sind. Die Ausstellung hat bereits negative Reaktionen hervorgerufen, nicht nur von Gläubigen orthodoxen Bekenntnisses vor Ort, sondern auch von Christen anderer Konfessionen – sowohl in Deutschland wie im Ausland.

Die Proteste der orthodoxen Gläubigen Offenbachs, deren Interessen Sie als Leiter der Stadtverwaltung auch zu vertreten haben, stießen von Ihrer Seite auf Unverständnis. Im Gegensatz zu deren Beunruhigung beriefen Sie sich auf die Freiheit der Kunst, die nach Ihren Worten auch Kritik an kirchlichen Einrichtungen und Religionen einschließe.

Die Russische Orthodoxe Kirche begrüßt die Freiheit des kreativen Ausdrucks des Einzelnen. Ohne sie wäre es der Welt unmöglich, sowohl weltliche als auch kirchliche Kunst zu entwickeln. Kreativitätsfreiheit bedeutet jedoch nicht Freizügigkeit und bedeutet nicht, andere Menschen und ihre religiösen Gefühle zu beleidigen. Kritik, insbesondere konstruktive Kritik, ist sicher zulässig. Es ist aber inakzeptabel, etwas zu verspotten, das Millionen von Gläubigen heilig und teuer ist.

Für orthodoxe Christen ist eine Ikone nicht einfach nur ein Gemälde. Es ist ein heiliges Bild, ein Gegenstand der Verehrung und Ehrfurcht. Auf Ikonen sind Menschen mit einem heiligen Leben dargestellt. Sie lebten in verschiedenen Epochen und Kulturen, taten Gutes und setzten sich für das Gemeinwohl ein. Unanständige Darstellungen auf Ikonen sind eine Beleidigung ihres Andenken, stellen eine direkte Verhöhnung derer dar, deren Namen im Gedächtnis der Kirche hochgehalten werden.

Es muss auch gesagt werden, dass die Initiatorin der Ausstellung ausgerechnet die am wenigsten einflussreiche christliche Konfession in Deutschland gewählt hat, um ihre „künstlerische Freiheit“ auszudrücken.

Die Diözese von Berlin und Deutschland der Russisch-Orthodoxen Kirche drückt den orthodoxen Gläubigen in Offenbach ihre Sympathie und Unterstützung aus. Wir sind empört über diese Ausstellung und fordern, dass bei der Organisation solcher „kreativen“ Experimente in Zukunft die Interessen und die Stellung der orthodoxen Bürger Deutschlands berücksichtigt werden.

+ Tichon, Erzbischof Tichon von Rusa
Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland

Quelle: https://rokmp.de/de/deutsch-offener-bri ... sstellung/
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LukasH
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von LukasH »

Dazu hier (https://www.op-online.de/offenbach/offe ... 51898.html) noch der Artikel aus der Lokalpresse. Erstaunlich gut recherchiert und differenziert geschrieben, wie ich finde.
Ambrosius
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Ambrosius »

Ja, ja die Freiheit der Kunst.
Jedenfalls ein brauchbarer Zeitungsartikel und auch eine gute Stellungnahme des Bischofs.

Eigentlich ist es erbärmlich das sich Künstler/innen immer an christlichen Bildern abarbeiten müssen um Ihren Mut oder die Freiheit der Kunst zu beweisen. Wären sie wirklich so mutig, warum dann nicht so etwas mit Mohammed, dem Koran o.ä. (nicht das ich das gut fände!)
DAS wäre heute noch eine Provokation (von den durchschnittlichen Kulturchristen ist doch kein Aufregen mehr zu erwarten).
Die zu befürchtenden Konsequenzen führen bei den meisten Künstler/innen aber dazu sich selbst zu zensieren und auf eine solche Freiheit der Kunst zu verzichten. Armselige Feiglinge.
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Igor
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!

Einige der "Künstler" scheinen zu vergessen, dass das u.U. einem Tatbestand nach § 166 StGB
gefährlich nahe kommt.
§ 166
Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen

(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.
In Christo
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
Lazzaro
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Lazzaro »

Grüß Gott!
Igor hat recht, es gibt aber dabei das Problem, daß wir orth. Christen nicht die die Manpower haben, den öffentliche Frieden zu stören. (Andere Religionen schon.)

Ich schlage daher ernsthaft vor, eine Anzeige wegen Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener ...
https://de.wikipedia.org/wiki/Verunglim ... rstorbener
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__189.html

...zu schalten. Wer weiß, wie man das juristisch geschickt bewerkstelligen kann? Am besten wäre es, wenn es eine Kirchengemeinde vor Ort machen kann.
Zumindest bei pornographischen Darstellungen auf der Ikone des hl. Nektarius ist eine "Klage über sexuellen Mißbrauch in allen Kirchen" völlig unangebracht, da er bekannterweise von allen Vorwürfen freigesprochen worden ist.
Lazarus
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von Lisa »

Gott zum Gruße,

es ist eine Unverschämtheit, ein Frevel und diese "Kunstwerke" verletzen. Habe mich auch schon auf FB dazu geäußert. Aber leider hat mein Sohn recht, umso mehr wir reagieren, umso mehr Werbung machen wir für diesen Unsinn.

Trotzdem bin ich dem russischen Metropoliten dankbar für die öffentliche Aussage. Auch eine Anzeige fände ich gut.

Aber nichts was andere dazu anspornt sich diese Dinge erst anzusehen. Kunst darf nicht alles!

Alles Liebe
Lisa
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Re: Neues aus dem Moskauer Patriarchat

Beitrag von LukasH »

Ihr Lieben,
ich habe mir ein Interview mit der Bügelperlnerin angesehen und bin mir ziemlich sicher, dass die Dame keine Ahnung hatte, was sie da eigentlich tut, geschweige denn vorher schonmal etwas von Orthodoxie gehört hat. Das Ganze ist eine furchtbar unreife und unreflektierte Aktion, ihre Reaktionen NACH der Welle zeigen, dass sie auch kaum fähig zu einem höheren Reflexionsgrad zu sein scheint. Eine Anzeige würde nicht zu Erfolg führen wie Beispiele aus der Vergangenheit gezeigt haben sondern vermutlich die Dame in eine Opferrolle bringen.
Herzlich,
Kai

…und warum eigentlich Bügelperlen???…
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Igor
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Botschaft des Erzbischofs von Rusa Tichon an die Geistlichen, Mönche und Nonnen der Diözese von Berlin und Deutschland

Beitrag von Igor »

Botschaft des Erzbischofs von Rusa Tichon an die Geistlichen, Mönche und Nonnen der Diözese von Berlin und Deutschland vom 26 Februar 2022

„Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,
auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel.
Denn Er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute
und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte“. (Mt 5, 44-45)

In Christus geliebte Väter, Brüder und Schwestern, Kinder der Heiligen Kirche!

Die Ereignisse, die derzeit in der Welt geschehen, haben schmerzliche Auswirkungen auf die Herzen aller Geistlichen und Gläubigen der Russischen Orthodoxen Kirche, unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit. Als orthodoxe Christen wissen wir: Das Einzige, was in der sich verkomplizierenden Situation wirklich helfen, was Kraft spenden, trösten und Hoffnung geben kann, ist unser Gebet zu Gott: Das Gebet für die Menschen, die sich in Not befinden, wie für diejenigen, die heute Verantwortung tragen für die Zukunft Europas und der ganzen Welt, für die Befriedung der feindlichen Seiten.

Daher beten wir unablässig bei jedem Gottesdienst „um Frieden von oben“, und natürlich beten wir schon seit vielen Jahren für den Frieden in der Ukraine und tun auch alles, was in unseren Kräften steht, um den Bedürftigen zu helfen.

Die Orthodoxe Kirche ist keine politische Vereinigung. Sie kümmert sich vielmehr um die geistliche Betreuung der Gläubigen. Die Menschen kommen in die Kirche, um an den Sakramenten teilzuhaben, um zu beten, um über ihre geistlichen Probleme zu sprechen, um Trost und Hilfe zu erhalten. Aufgabe der Kirche ist es in dieser Zeit in jeder Hinsicht am Frieden mitzuwirken und am gegenseitigen Verstehen, der Liebe aller Gemeindemitglieder zueinander und einen Raum zu bieten, der frei bleibt von politischen Bekundungen und nationalen Ambitionen jeder Art.

Ich möchte hier auch darauf hinweisen, dass das Moskauer Patriarchat in seiner geistlichen Fürsorge orthodoxe Menschen ganz verschiedener Nationalitäten betreut. Hier in Deutschland umfassen unsere multinationalen Gemeinden nicht nur Russen und Ukrainer, sondern auch Belorussen, Moldawier, Georgier und viele andere, nicht zuletzt auch Deutsche. Es ist für uns völlig inakzeptabel, die Menschen unter nationalen Vorzeichen aufzuteilen. Wir freuen uns über alle, die in unsere Gotteshäuser kommen, gleich welcher Herkunft oder politischen Präferenzen.

Natürlich können sowohl die Geistlichen wie auch die Gläubigen unserer Diözese unterschiedliche Ansichten zu den Geschehnissen haben, aber wir dürfen Konflikte aus der politischen Sphäre nicht in unsere Kirchengemeinden hineinzutragen, indem wir die eine oder andere Position einnehmen. Gerade in einer so schwierigen Situation wie der derzeitigen ist das Wichtigste, den Frieden zu wahren, besonders in unseren Gemeinden. Diejenigen, die mit allen Mitteln versuchen, diesen Frieden zu stören und die Situation zu verschärfen müssen ihr Gewissen prüfen.

Handeln wir in allem als Diener des Friedens, dessen eingedenk, dass man ohne den Frieden und die Liebe Christi kein wahrer Jünger des Herrn sein kann! Ich rufe alle Geistlichen und Laien der Diözese auf, ihre Gebete für den Frieden zu verstärken, sowohl zu den Zeiten der Gottesdienste als auch im ihrem privaten Leben. Möge der Herr, der Fürst des Friedens, uns allen gnädig sein.

Mit der Liebe des Herrn

+ TICHON, Erzbischof von Rusa
Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland

Quelle: https://rokmp.de/de/deutsch-botschaft-d ... utschland/

Mehr dazu: http://www.rok-krefeld.de/de/index.php/ ... bruar-2022
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Igor
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Appell der Hierarchen der Russ. Orth. Kirche in Deutschland zur Hilfeleistung für Flüchtlinge aus der Ukraine

Beitrag von Igor »

03 März 2022 - Appell der Hierarchen an die Pfarrer und Gemeindemitglieder der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland zur Hilfeleistung für Flüchtlinge aus der Ukraine

«Ich war ein Fremder und ihr habt mich aufgenommen» (Mt 25,35)

In Christo geliebte Väter, Brüder und Schwestern!

Der Schmerz, den das ukrainische Volk derzeit erleidet, wird von den Kindern der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland geteilt. Viele der Geistlichen und Gemeindemitglieder in unseren Diözesen sind Ukrainer. Von ihnen erfahren wir von den Nöten, den Leiden und Ängsten, die ihre Angehörigen durchleben. Militäraktionen bringen nicht nur Zerstörung und Tod mit sich, sondern auch eine humanitäre Katastrophe, die die Menschen zwingt, ihre Häuser zu verlassen. Unser aufrichtiger Wunsch und unsere christliche Pflicht sind die Unterstützung derjenigen, die sich in Not befinden.

In diesem Zusammenhang müssen sich alle Gemeinden der Russischen Orthodoxen Kirche in Deutschland bei der Arbeit zur Flüchtlingshilfe und bei der Organisation der humanitärem Hilfe für die Ukraine einbringen.

Hierzu ist notwendig:

dass die Pfarrer und Geistlichen mit den Pfarrgemeinderäten und Ehrenamtlichen in den Gemeinden Versammlungen durchführen, um die Möglichkeiten der Gemeinde zu prüfen und einen Plan für die Hilfeleistung zu erstellen. Es ist ratsam, die Aktionen mit den Gemeindemitgliedern zu koordinieren, die Verwandte und Nahestehende in der Ukraine haben, da sie sowohl mit den Menschen, die im Land verblieben sind, Verbindungen haben, als auch mit denen, die von dort weggegangen sind.

Flüchtlingshilfe.

Die Geistlichen müssen den Ankommenden geistlichen Beistand leisten.
Es gilt, in jedem Bezirk Kontakte zu den staatlichen Behörden (Ausländeramt, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Integrationsrat, Gesundheitsamt) herzustellen; sich über die Stelle und das Verfahren für den Erhalt von Dokumenten für die Neuankömmlinge zu informieren sowie über die Möglichkeiten zu ihrer Unterbringung; seine Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe im Rahmen der Möglichkeiten der Gemeinden anzubieten, als auch ehrenamtliche Hilfe, Partnerschaftsmöglichkeiten zu prüfen und weiter in enger Zusammenarbeit mit der Leitung und den Mitarbeitern der jeweiligen Einrichtungen vorzugehen.
Die Priester der beiden Diözesen desselben Distrikts sollen in Abstimmung miteinander vorgehen und ihre Schritte in Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden koordinieren.
Beim Transport der Flüchtlinge von der ukrainischen Grenze zusammenarbeiten.
Die Neuankömmlinge bei der Bearbeitung von Dokumenten unterstützen.
Hilfe leisten bei der Übersetzung in Deutsche bei den staatlichen Behörden und medizinischen Einrichtungen.
Die Verteilung der Flüchtlinge mit staatlichen und/oder ehrenamtlichen Strukturen koordinieren.
Dort, wo in den Gemeinden entsprechende Räumlichkeiten vorhanden sind, sie für die Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung stellen.
Mit Hilfe von Bekanntmachungen und über die sozialen Netzwerke die Gläubigen aufrufen, Flüchtlinge bei sich zu Hause aufzunehmen.
Die Gemeindemitglieder aufrufen, psychologische und moralische Unterstützung zu leisten.


Humanitäre Hilfeleistung.

In allen Kirchen wird am Vergebungssonntag eine Sommlung von Geldmitteln durchgeführt. Alle Kollekten an diesem Sonntag werden für den Erwerb von humanitären Hilfsgütern verwendet (siehe Ziffer 13) oder an den Hilfsfonds überwiesen. Unter den Gemeindemitgliedern werden die Informationen über den Diözesanfonds mit einem Aufruf zur Hilfe verbreitet:

Kirchenstiftung
HypoVereinsbank Bonn
IBAN: DE20 3802 0090 0003 4461 31
BIC: HYVEDEMM402
Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe
www.rok-stiftung.de

Die Sammlung und Lieferung von humanitärer Hilfe: Lebensmittel (in erster Linie Fertiggerichte), Babynahrung, Windeln, Hygieneartikel, Medikamente usw. sind zu koordinieren.

Wir sind aufgerufen, Werke der Barmherzigkeit zu tun. Im Evangelium ruft uns der Herr dazu auf, Ihn in jedem zu sehen, der leidet. „Durch diejenigen, die uns um Hilfe bitten, prüft der Herr unsere Herzen“, sagt der hl. Nikolaj Velimirović. – „Gott braucht nichts von uns für Sich Selbst; Er braucht nichts. Aber Er fordert von uns Barmherzigkeit, um unsere Herzen zu erweichen und zu veredeln.“ Diese Werke zeigen, inwieweit wir in der Lage sind, Gott in unserem Nächsten zu lieben.

+ Mark, Metropolit von Berlin und Deutschland

+ Tichon, Erzbischof von Rusa, Leiter der Diözese von Berlin und Deutschland

+ Hiob, Bischof von Stuttgart

Quelle: https://rokmp.de/de/appell-der-hierarch ... r-ukraine/
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