Wird Gott mir verzeihen?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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sarah.m
Beiträge: 16
Registriert: 02.04.2023, 18:56
Religionszugehörigkeit: katechumen

Wird Gott mir verzeihen?

Beitrag von sarah.m »

Hallo,

ich war lange gläubig, aber irgendwann hatte ich eine "rebellische" phase und wollte einfach mein leben leben. ich habe mich auf einen mann eingelassen der sehr narzisstischst ist und mich überzeugt hat mit ihm gewisse sünden zu begehen. Ich habe ihn so geliebt, aber er hat mich nur manipuliert. Ich habe s*xuell mit ihm geschrieben (zum glück nicht mit ihm vor der ehe geschlafen), noch schlimmer ist dass ich zu gott gesagt habe: ich brauche dich nicht mehr, ich habe jetzt einen mann der mich liebt und mir zeigt dass er mich liebt und ich liebe ihn mehr als dich und mir ist es egal dass ich damit eine sünde begehe" ich bereue es sehr, dass ich das gesagt habe. ich habe gott gesagt dass ich ihn hasse und all diese dinge. durch diesen mann habe ich mich leider sehr zum schlechten verleiten lassen. ich bin bereit schluss zu machen und ich werde es heute tun (es ist sehr sehr sehr schwer, da er sehr manipulativ ist und ich es nie schaffe zu gehen) wird gott mir für meine worte verzeihen? ich bereue es und ich schäme mich dafür, aber wird er mir solch schlimme wörter verzeihen können? ich habe angst, ich bereue es und ich vermisse gott so sehr. ich denke nur, dass diese sünde nie vergeben werden kann:(
manden
Beiträge: 76
Registriert: 21.10.2024, 18:45
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Re: Wird Gott mir verzeihen?

Beitrag von manden »

Liebe Sarah,

der wirkliche GOTT kennt uns Menschen natürlich.

Er möchte von uns, dass wir hier lernen, wirklich harmonisch mit ihm und seiner Schöpfung zusammenzuleben.

Trenne dich von dem schlechten Mann, und versuch das zu tun.

Ich denke, dann wird der wirkliche GOTT Dir verzeihen.


LG Manfred
CalvinStein
Beiträge: 156
Registriert: 04.07.2022, 06:14
Religionszugehörigkeit: Orthodox

Re: Wird Gott mir verzeihen?

Beitrag von CalvinStein »

Es gibt keine Sünde, die in der Kirche nicht vergeben werden kann, wenn man sie bereut.
Marian
Beiträge: 330
Registriert: 11.05.2016, 11:28
Religionszugehörigkeit: russisch orthodox

Re: Wird Gott mir verzeihen?

Beitrag von Marian »

Grüß Gott beisammen. Was den Mann betrifft, kann ich nichts sagen, nur Gott allein hält für dich "den Richtigen" bereit. Nur nicht nervös werden.
Schwerwiegender für dich scheint zu sein, dass du dir selbst nicht verzeihst und denkst Gott wäre genau so. Oder so etwa in der Art?
Vielleicht kann ich dazu einen Leitfaden liefern. Gerade vor einigen Tagen las ich Homilie41 des "Kommentars zum Evangelium des Matthäus" vom Hl. Joh. Chrysostomus:
》... . Denn auch die Juden waren ja gegen ihn und zerstreuten das wieder, was er gesammelt hatte. Denn dass er wirklich auch sie im Auge hatte, gibt er mit den Worten zu verstehen:

V.31: "Deshalb sage ich euch, jede Sünde und jede Gotteslästerung wird den Menschen nachgelassen werden."

Nachdem sich der Herr verteidigt, den Einwand widerlegt und gezeigt hatte, dass die Pharisäer ihn ohne Grund beschimpft hatten, da flößt er ihnen zuletzt auch noch Furcht ein. Auch das trägt ja nicht wenig bei zur Belehrung und Besserung, dass man nicht nur auf Einwände antwortet und zu überzeugen sucht, sondern dass man auch Drohungen vorbringt. So macht es der Herr überall, wo er Vorschriften und Ratschläge gibt. Allerdings scheint dieser Ausspruch des Herrn sehr unklar zu sein; wenn wir aber genau hinsehen, findet sich leicht eine Erklärung. Zunächst empfiehlt es sich, auf den Wortlaut selbst zu achten. "Jede Sünde und Gotteslästerung", heißt es, "wird den Menschen nachgelassen werden, die Lästerung des Heiligen Geistes dagegen wird ihnen nicht nachgelassen werden.

V.32: Und wer immer wider den Menschensohn redet, es wird ihm verziehen werden; wer aber wider den Heiligen Geist redet, dem wird nicht verziehen werden, weder in dieser Welt noch in der künftigen."

Welches ist also der Sinn dieser Worte? Ihr habt viel wider mich geredet und gesagt, ich sei ein Betrüger und ein Feind Gottes. Das verzeihe ich euch, wenn ihr es bereut, und will euch nicht dafür bestrafen. Die Lästerung des Geistes dagegen wird nicht verziehen, auch denen nicht, die sie bereuen. Wie hätte das einen Sinn? Auch diese Sünde wurde ja den Reuigen nachgelassen. Denn viele von denen, die also lästerten, haben nachher geglaubt und alles ward ihnen verziehen. Welches ist also der Sinn dieser Worte? Der, dass diese Sünde ganz besonders unverzeihlich ist. Und warum? Weil sie von ihm selber nicht wußten, wer er sei; über den Heiligen Geist aber hatten sie hinlängliche Kenntnis erlangt. Durch ihn hatten ja die Propheten ihre Weissagung verkündet und im Alten Testament kannten ihn alle sehr gut. Der Sinn seiner Worte ist also der: Nun gut, an mir stoßt ihr euch, weil ich im Fleische erschienen bin; könnt ihr aber auch vom Heiligen Geist sagen: Wir kennen ihn nicht? Gerade deshalb werdet ihr für eure Lästerungen keine Verzeihung finden und in dieser wie in der anderen Welt bestraft werden. Viele wurden nur in dieser Welt bestraft, wie derjenige, der Unzucht getrieben, wie jene Korinther, die unwürdig an den heiligen Geheimnissen teilgenommen hatten; ihr hingegen werdet hier und dort bestraft werden. Alles, was ihr also gegen mich gelästert habt vor meinem Kreuzestod, verzeihe ich euch, auch die Sünde der Kreuzigung selbst; nur über euren Unglauben werdet ihr gerichtet werden.[^1168] Was ihr aber über den Heiligen Geist gesagt habt, das wird euch nicht verziehen werden. Denn, eben weil er von dem sprach, was sie vor seinem Kreuzestod wider ihn redeten, fügte er hinzu: "Wer immer etwas redet gegen den Menschensohn, wird Verzeihung erlangen, nicht aber, wer gegen den Heiligen Geist redet". Warum? Weil ihr diesen kennt und weil ihr dadurch gegen die erkannte Wahrheit sündigt. Denn wenn ihr auch mich nicht zu kennen vorgebt, das wißt ihr wenigstens ganz gut, dass man nur im Heiligen Geist Dämonen auszutreiben und Kranke zu heilen vermag. Ihr verlästert also nicht bloß mich, sondern auch den Heiligen Geist. Darum wird auch eure Strafe hier wie dort unerbittlich sein.

Einige Menschen werden nämlich in dieser und in der anderen Welt gestraft; andere nur hienieden, andere nur drüben, andere wieder weder hier noch dort. In dieser und in der anderen Welt z.B. werden eben diese bestraft[^1169] ; auf dieser Welt wurden sie nämlich bestraft, als jene unsäglichen Leiden bei der Eroberung der Stadt[^1170] über sie kamen; und die größte Strafe erfahren sie erst in der anderen Welt; ebenso ging es auch den Einwohnern von Sodoma und vielen anderen. Nur in der anderen Welt z.B. der reiche Prasser, der in den Feuerqualen schmachtete und nicht einmal einen Tropfen Wasser hatte. Bloß in dieser Welt ward der unzüchtige Korinther bestraft. Weder hier noch dort die Apostel, die Propheten, der selige Job; denn ihre Leiden waren ja keine Strafen, sondern nur eine Übung und Prüfung.

[^1166]: Lk 9,50
[^1167]: Mt 7,22
[^1168]: Es hatten ja auch nicht einmal die, welche vor seinem Kreuzestod an ihm glaubten, einen vollkommenen Glauben. Überdies mahnte der Herr überall, es sollte ihn niemand offenbaren vor seinem Leiden, und noch am Kreuze sagte er, es solle jenen ihre Sünde verziehen werden.
[^1169]: die wider den Heiligen Geist reden
[^1170]: Jerusalem

### 5.
Geben wir uns also Mühe, dass wir auf die Seite dieser letzteren zu stehen kommen, und wenn schon nicht auf Seite dieser, so doch wenigstens mit jenen, die schon hienieden ihre Sünden abgebüßt haben. Denn drüben ist das Gericht furchtbar, die Strafe unerbittlich, der Schmerz unerträglich. Willst du aber, dass du auch hier keine Buße zu tun brauchst, so sei dein eigener Richter, verlange von dir selber Rechenschaft. Höre, was der hl. Paulus sagt: „Wenn wir uns selber richteten, so würden wir wohl nicht gerichtet werden“[^1171] . Handelst du so, dann schreite nur auf diesem Wege voran und du wirst die Krone erlangen. Wie sollen wir aber uns selber Buße auferlegen, fragst du? Trauere über dich, seufze bitterlich, demütige dich selbst, füge dir Schmerz zu und denke an jene einzelne deiner Sünden. Das ist keine geringe Prüfung der Seele. Wer jemals wahrhaft zerknirscht war, weiß, dass gerade dadurch die Seele am meisten gepeinigt wird. Wer einmal so recht aller seiner Sünden gedenkt, der kennt den Schmerz, der daraus entsteht. Darum hat der Herr zum Lohn für solche Reue die Rechtfertigung verheißen und gesagt: „Bekenne du zuerst deine Sünden, damit du gerechtfertigt werdest“[^1172] . Und wahrlich, es trägt nicht wenig zu unserer Besserung bei, wenn wir uns alle unsere Sünden vor Augen führen, sie anhaltend und einzeln überlegen und erwägen. Wer dies tut, der wird so zerknirscht werden, dass er sich nicht einmal mehr des Lebens für würdig erachtet. Wer aber diese Gesinnung hegt, der wird weicher als das weichste Wachs. Da nenne mir nicht bloß Sünden der Unzucht, nicht bloß Ehebrüche, nicht bloß jene, die bei allen offen und einmütig als schwere Sünden betrachtet werden, nein, auch die geheimen Absichten, die Verleumdungen, die Ehrabschneidungen, die Regungen des Ehrgeizes, den Neid und alle anderen Sünden zähle auf. Denn auch für diese erwartet dich keine geringe Strafe. So wird ja der Schmähsüchtige in die Hölle gestoßen werden[^1173] , der Trunksüchtige wird keinen Teil am Himmelreich haben[^1174] , und wer den Nächsten nicht liebt, beleidigt Gott dermaßen, dass ihm selbst das Martyrium nichts nützen könnte[^1175] . Ebenso hat derjenige, der für die Seinigen nicht sorgt, den Glauben verleugnet[^1176] , und wer auf die Armen nicht achtet, wird ins Feuer geworfen[^1177] . Halte darum diese Sünden nicht für gering, sondern stelle sie alle zusammen und schreibe sie gleichsam auf in einem Buche. Denn wenn du sie aufschreibst, wird Gott sie auswischen; und wenn du sie nicht aufschreibst, wird Gott sie hineinschreiben und Rechenschaft von dir verlangen. Es ist also doch viel besser, dass unsere Sünden von uns selbst aufgeschrieben und von oben ausgetilgt werden, als dass es umgekehrt gehe; denn wenn wir sie vergessen, wird Gott dieseleben an jenem Tag vor unseren Augen daherbringen.

Damit also das nicht geschehe, wollen wir alles sorgfältig erwägen; dann werden wir finden, dass wir vieler Sünden schuldig sind. Oder wer ist z.B. frei von Habsucht? Da sage mir nicht, du seiest es nur in geringem Maße; denke vielmehr daran, dass wir auch für kleine Fehltritte die gleiche Strafe erhalten werden und bereue sie darum. Wer hat nie einen anderen beleidigt? Dafür wirst du aber in die Hölle geworfen. Wer hat nicht heimlich Böses geredet von seinem Nächsten? Dafür verliest du das Himmelreich. Wer ist nicht hochmütig gewesen? Der Hochmütige ist aber der Unreinste von allen. Wer hat nicht unzüchtige Blicke geworfen? Der ist aber ganz wie ein Ehebrecher[^1178] . Wer hat nicht grundlos seinem Bruder gezürnt? Ein solcher ist des Hohen Rates schuldig[^1179] . Wer hat nicht geschworen? Das ist vom Bösen[^1180] . Und wer hat nicht falsch geschworen? Das ist noch mehr als vom Bösen. Wer hat nicht dem Mammon gedient? Dann hat er den aufrichtigen und wahren Dienst Christi verleugnet[^1181] . Ich könnte noch andere, größere Sünden als diese erwähnen. Es genügen aber auch diese. Auch sie wären schon imstande, jeden zur Zerknirschung zu bringen, der nicht versteinert und unempfindlich geworden ist. Denn wenn schon eine jede von diesen Sünden die Höllenstrafe im Gefolge hat, welche Wirkung werden sie nicht erst haben, wenn sie alle beisammen sind? Wie kann man aber dann noch gerettet werden, fragst du? Indem du für jede Sünde die entgegengesetzte Medizin anwendest, das Almosen, das Gebet, den Reueschmerz, die Bußgesinnung, die Demut, ein zerknirschtes Herz, Verachtung der eitlen Dinge. Gott hat uns tausend Wege zum Heil bereitet, wenn wir nur auf sie achten wollen. Geben wir also darauf acht und suchen wir auf jede Weise unsere Wunden zu heilen, durch Almosengeben, indem wir den Beleidigern verzeihen, Gott für alles danken, nach Kräften fasten, mit Reuegesinnung beten, uns mit dem ungerechten Mammon Freunde machen. Auf diese Weise können wir für unsere Sünden Verzeihung erlangen und der verheißenen Güter teilhaft werden. Möchten wir alle derselben gewürdigt werden durch die Gnade und Liebe unseres Herrn Jesu Christi, der Ruhm und Macht besitzt in alle Ewigkeit. Amen!

[^1171]: 1 Kor 11,31
[^1172]: Jes 43,26
[^1173]: Mt 5,22
[^1174]: 1 Kor 6,10
[^1175]: ebd 13,3
[^1176]: 1 Tim 5,8
[^1177]: Lk 16,22
[^1178]: Mt 5,28
[^1179]: ebd 5,22
[^1180]: ebd 5,37
[^1181]: Mt 6,24 《
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