Kurze Fragen - kurze Antworten!

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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CalvinStein
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von CalvinStein »

Guten Tag :D

Wozu zündet man Kerzen an? Zum Beispiel vor eine Ikone? Was bedeutet das?

Liebe Grüße.
CalvinStein
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von CalvinStein »

CalvinStein hat geschrieben: 29.09.2022, 11:25 Guten Tag :D

Wozu zündet man Kerzen an? Zum Beispiel vor eine Ikone? Was bedeutet das?

Liebe Grüße.
Ich habe mich im Forum umgesehen und die Antworten darauf bekommen. Hat sich also erledigt. :)
CalvinStein
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von CalvinStein »

Hallo :)

Die russische Synodal-Übersetzung der Bibel hat den masoretischen Text als altes Testament. Wir als Orthodoxe Christen glauben aber an die Septuaginta.

Wieso benutzen russisch-sprachige Menschen dann die russische Synodal-Übersetzung? Es fehlen doch Bücher im masoretischen Text und dazu wurde auch noch so manches darin verändert. Ich weiß nicht wie es mit den Übersetzungen der Bibel auf russisch aussieht. Doch es gibt doch sicher eine russische Übersetzung der Septuaginta.

Liebe Grüße :D
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Igor
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!

Kleine Korrektur: Wir glauben nicht an die Septuaginta, sondern wir benutzen diese Fassung der Bibel als Quelle des Glaubens. Sie ist damit ein wesentlicher Bestandteil der Überlieferung von Gottes Wort bzw. der göttlichen Offenbarung.

In der russischen orthodoxen Kirche wird der kirchenslawische Text als Grundlage benutzt und der ist von der Septuaginta abgeleitet.

Zur russischen Synodalübersetzung: "Die Übersetzung der kanonischen Bücher erfolgte auf der Grundlage des masoretischen Textes, enthielt jedoch (in Klammern) Fragmente, die nur in der Septuaginta enthalten sind. Alle nicht-kanonischen Bücher wurden aus dem griechischen Text übersetzt, mit Ausnahme von Esra 3, das aus dem Lateinischen übersetzt wurde." (Quelle: russ. Wikipedia, Artikel "Синодальный перевод").

Damit bleibt auch in dieser Übersetzung der alttestamentarische Kanon gem. Septuaginta erhalten.

In Christo
Igor
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
CalvinStein
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von CalvinStein »

Hallo :D

Ich habe mich in Vergangenheit mit dem Thema "Myronsalbung in der Bibel" beschäftigt. So habe ich gelernt das die Apostel zuerst durch Handauflegung die Gabe des Heiligen Geistes spendeten, später aber durch Salbung.

Später jedoch lernte ich aus einer anderen Quelle das "Handauflegung" vielleicht nur ein Wort sei wie zum Beispiel die Taufe auch "Bad" genannt wurde. Und durch Handauflegung logischerweise gerade die Salbung gemeint ist.

Nun stelle ich mir die Frage wie das nun aussieht. Bezüglich der Salbung und Handauflegung gibt es viele Bibelstellen. Aber was ist nun richtig? Spendeten die Apostel das Mysterium der Myronsalbung in der Bibel? Oder war es tatsächlich nur das Handauflegen?
_______________________________________________
Ich habe diese Aussage gefunden und verstehe sie nicht. Kann mir bitte jemand das in anderen Worten erklären?

Die Apostel erwähnen die Salbung
Zum Schutz der Gläubigen vor denen, die sie verführen wollten, also vor den damaligen Sektanten und Häretikern, schrieb der Apostel Johannes: “Doch ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und habt alle das Wissen”. “Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt nicht nötig, daß euch jemand lehrt; sondern, wie euch Seine Salbung alles lehrt, so ist’s wahr und ist keine Lüge, und wie sie euch gelehrt hat, so bleibt in ihm”. (1. Joh. 2, 20; 27).
Auch der Apostel Paulus erwähnt die Salbung in Verbindung mit dem Empfang der Gabe des Heiligen Geistes, wenn er an die Korinther schreibt: “Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsere Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat” (2. Kor. 1, 21-22).
Es ist völlig einleuchtend, daß die Apostel das Wort “Salbung” hier im Sinne der inneren unsichtbaren Wirkung des Heiligen Geistes auf die Seele des Gesalbten benutzen. Doch ist es natürlich, die Frage zu stellen, warum sie diese geistliche Wirkung als Salbung bezeichnen. Beinhaltet dieser Ausdruck vielleicht auch eine äußere Handlung, die als sichtbares Zeichen der Salbung durch den Geist dient, wie man die Taufe als “Bad” bezeichnete wegen des äußeren Zeichens dieses Mysteriums, d.h. wegen des Untertauchens im Wasser? Dieser Gedanke ist völlig logisch und wahrscheinlich, und daraus kann man schließen, daß die Apostel auf die Neugetauften nicht nur “die Hände auflegten”, sondern daß sie sie salbten oder daß sie diese Art des Vollzugs des Mysteriums den Bischöfen und Priestern überließen, vorausgesetzt, natürlich, daß zuvor bestimmte Gebete gelesen wurden, wie das die Apostel auch selbst taten (Apg. 8, 15).

Ich hoffe dieser Beitrag ist in "kurze" Fragen - kurze Antworten in Ordnung. Denn ich habe immer wieder eine Frage und weiß nicht ob es richtig wäre jedes mal einen neuen Thread zu machen.

Liebe Grüße :)
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Igor
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Igor »

Grüß Gott, CalvinStein!

Vielleicht hilft dir der :arrow: Artikel in der Orthpedia zur Myronsalbung weiter, dort wird das mit etwas anderen Worten erklärt.

Die Myronsalbung nach der Taufe ist erst am Ende des 2. Jhd. sicher bezeugt (s.a. das sehr empfehlenswerte Buch Sergius Heitz: Christus in euch: Hoffnung auf Herrlichkeit) und hat sich anscheinend aus der Handauflegung entwickelt. Heitz weiter:
...es ist aber durchaus möglich, dass er [Anm.: der Ritus] bereits in 1 Joh 2,20-27 und [...] 2 Kor 1,21 vorauszusetzen ist.
[...]
Handauflegung wie Salbung nach der Taufe dienen der Mitteilung des heiligen Geistes, die schon von Paulus als 'Versiegelung' bezeichnet wird.
In Christo
D. Igor

PS Es ist sehr hilfreich, wenn Du die Quelle der von Dir erwähnten Zitate angibst.
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CalvinStein
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von CalvinStein »

Danke für die schnellen Antworten!

Ich habe mir vor einer Weile eine Bibel mit Schreibrand bestellt. In diesen Schreibrand halte ich Predigten, Auslegungen von Heiligen und Gebete fest. Nun kam es jedoch häufiger vor, dass ich mich leider verschrieben habe. Das musste ich irgendwie verbessern und habe Beispielsweise das falsch geschriebe Wort mit einem Kasten umrandet und schwarz angemalt damit es nicht mehr lesbar ist.

Jetzt kam mir der Gedanke, ob nicht die Abschreiber der Bibel Fehler beim Abschreiben machten, die sie bemerkten und verbesserten. Weiß jemand darüber bescheid? Wenn es solche "Verbesserungen" gab, wie sahen sie dann aus?
Oder waren die Abschreiber der Bibel so voller Aufmerksamkeit und behandelten diese Aufgabe in voller Furcht und Konzentration, dass solche Fehler ihnen niemals unterlaufen sind?

Das klingt vermutlich nach einer merkwürdigen Frage, leider kann ich mir nicht erklären wieso diese Frage meinen Kopf nicht verlassen möchte. Darum stelle ich sie hier und hoffe auf Verständnis.

Liebe Grüße. :)
Marian
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Marian »

Moin moin,

diese Frage ist etwas entgleist. Kann sein es gibt gar keinen Orthodoxen, der da eine Antwort weiß.

Doch zur Myronsalbung habe ich folgendes gefunden.
Der hl. Hippolyt von Rom beschreibt sie ca. im Jahre 200 nach Christi Geburt im "19. Canon. Über die Katechumenen, Tauf- und Meßordnung."

>>>
7) Zur Zeit des Hahnenrufes stellen sie sich in die Nähe des Taufbrunnens von reinem, durch Segnung vorbereitetem Wasser auf. Diejenigen, welche anstatt der Kinder bei dem Taufbrunnen antworten, ziehen ihnen die Kleider aus; die aber schon stark genug sind, mögen diese Art Vorbereitung selbst übernehmen. Alle Frauen sollen andere Frauen zu Begleiterinen haben, die ihnen die Kleider ausziehen. Die Frauen sollen allen Schmuck, wie Gold und Anderes, ablegen. Sie sollen die Haarnesteln lösen, damit nicht etwas Fremdes vom fremden Geiste mit ihnen in das Wasser der Wiedergeburt hinabsteige.

8 ) Der Bischof aber bete über das Öl des Exorcismus und übergebe es dem Priester. Dann bete er über das Salböl (Chrisma), welches ist das Öl der Danksagung, und übergebe es einem andern Priester. Der nun, welcher das Öl des Exorcismus in der Hand hält, stehe zur Linken, der aber das Chrisma hält, zur Rechten des Bischofs.

9) Wenn der Katechumen gesalbt wird, wende er das Gesicht nach Osten und spreche also: „Ich entsage dir, o Satan, mit aller deiner Pracht.“ Wenn er Dieses gesagt hat, salbe ihn der Priester mit dem Öl des Exorcismus, nachdem er über ihn gebetet, es möge der böse Geist von ihm weichen. Darauf übergibt er den Täufling dem Priester, der über dem Wasser steht; dieser ergreift seine rechte Hand und wendet sein Angesicht nach Osten.

10) Wie er mit nach Osten gewendetem Gesichte über dem Wasser steht spreche er, bevor er ins Wasser hinabsteigt, nachdem er das Öl des Exorcismus bekommen hat, also: „Ich glaube und verneige mich vor deinem ganzen Heere (der Engel und Heiligen), o Vater und Sohn und heiliger Geist.“

11) Alsdann steige er ins Wasser, der Priester aber lege die Hand auf seinen Kopf und frage ihn mit folgenden Worten: „Glaubst du an Gott, den allmächtigen Vater?“ Und indem der Täufling erwidert: „Ich glaube,“ wird er zum ersten Mal ins Wasser getaucht, während der Priester seine auf den Kopf gelegte Hand zurückzieht.
Zum zweiten Male fragt er ihn mit folgenden Worten: „Glaubst du an Jesus Cbristus, den Sohn Gottes, den die Jungfrau Maria vom heiligen Geiste geboren hat, der gekommen ist, das Menschengeschlecht zu erlösen, der gekreuzigt ist für uns zur Zeit des Pontius Pilatus, der gestorben ist und auferstanden von den Todten am dritten Tage und aufgefahren ist in den Himmel und sitzet zur Rechten des Vaters und kommen wird zu richten die Lebendigen und die Todten?“ Indem er antwortet: „Ich glaube,“ wird er zum zweiten Male in das Wasser getaucht.
Zum dritten Male wird er gefragt: „Glaubst du an den heiligen Geist, den Tröster, der von dem Vater ... ausgeht?“ Indem er antwortet: „Ich glaube,“ wird er zum dritten Mal in das Wasser getaucht. Bei jeder Eintauchung sagt der Taufende: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, der gleich ist (dem Vater und dem Sohne).“

12) Wie er aus dem Wasser steigt, bezeichnet der Priester, der das Öl der Danksagung hält, mit demselben dessen Stirn, Mund und Brust in Kreuzesform und salbt alsdann seinen ganzen Leib, seinen Kopf und sein Antlitz, indem er spricht: „Ich salbe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“ Darauf trocknet er ihn vorsichtig mit einem Tuche ab, kleidet ihn an und führt ihn in die Kirche.

13) Dort lege der Bischof Allen, die getauft sind, seine Hand auf und bete in folgenden Worten: „Wir benedeien dich, allmächtiger Gott, daß du Diese würdig gemacht, wiedergeboren zu werden, und ihnen deinen heiligen Geist mitgetheilt hast, so daß sie jetzt mit dem Leibe der Kirche vereinigt sind und durch keine fremde Bemühungen jemals von ihr getrennt werden können. Gib ihnen, denen du die Verzeihung der Sünde hast angedeihen lassen, nun auch noch die Anwartschaft auf dein Reich durch unsern Herrn Jesus Christus, durch welchen dir mit ihm und dem heiligen Geiste Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ Darauf bezeichnet er ihre Stirn mit dem Zeichen der Liebe, küßt sie und sagt: „Der Herr sei mit euch.“ Die Getauften antworten: „Und mit deinem Geiste.“ Dieses thut er bei jedem der Getauften.

14) Jetzt beten sie mit dem ganzen Volke, welches sie darauf küßt in Freude und Jubel über sie.
<<<

Viel hilfreicher ist es aber bei Tertullian über die Taufe zu lesen. Er macht sehr sehr deutlich, dass der Seelenzustand des Christen vor und nach der Taufe sehr viel ausschlaggebender für die Erlösung ist, als der physische Akt der Taufe selbst.
Viele dieser Schriften wehren sich alle gegen etliche häretische Sekten. Darunter müsste man suchen, ob es vor 1800 Jahren schon welche gab, die glaubten die kirchliche Überlieferungen und die Handlungen wärend der göttlichen Mysterien basieren auf >Abschreibefehlern<.
Ganz klar und unzweideutig darf man folgern, dass kein Bischof solche Zweifler damals zur Taufe/Kommunion zugelassen hätte.

Gott sei Dank für alles

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Marian
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Marian »

Guten Morgen,

wo finde ich denn die mp3-Dateien zu den Morgen- und Abendgebeten von Vater Alexej?
Sie war immer auf Orthpedia.de. Da ist nun alles neu sortiert und ich finde sie nicht mehr.

Vielen Dank im Voraus.
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Marian
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Marian »

Guten Morgen,

wo finde ich denn die mp3-Dateien zu den Morgen- und Abendgebeten von Vater Alexej?
Sie war immer auf Orthpedia.de. Da ist nun alles neu sortiert und ich finde sie nicht mehr.

Vielen Dank im Voraus.
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Igor
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Igor »

Grüß Gott!

Der orthodoxe Medienkanal ist auf Youtube umgezogen. Die Gebete sind hier: https://www.youtube.com/playlist?list=P ... 2bS4op6cll

In Christo
D. Igor

PS Wenn es mp3 sein muss, dann über einen Konverter aus dem Video die Audiospur extrahieren.
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Teo
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Teo »

Ich habe eine Frage an euch.Ich hoffe sie klingt nicht blöd..ich bin ja noch auf dem Weg zur Orthodoxie und etwas unsicher.
Wie betet ihr für andere? Betet ihr frei für das Anliegen z.B Gesundheit oder Lösung der Probleme oder was auch immer zu Gott oder einem Heiligen. Oder betet ihr eher ein "fertiges" Gebet indem ihr die Namen der Personen erwähnt?

Ich bete meist frei für die Anliegen anderer zu Gott oder vor Ikonen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das so richtig ist oder ob ich anders beten könnte z.b. bestimmte Gebete für die Personen beten...
Ambrosius
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Ambrosius »

Hallo Teo
Ich kann Dir meine Sicht zu diesem Thema sagen. Ich lass mich aber auch gerne von orthodoxen Experten eines besseren belehren wenn ich das falsch sehe( bin ja noch nicht so lange orthodox).
Ich halte beides, freies Gebet UND "fertiges" Gebet für wichtig und richtig. Ich denke wenn dein Gebet von Herzen kommt gibt es kein richtig oder falsch.
Ein freies Gebet z.b. für verstorbene Angehörige finde ich oft passender. Den Nachteil (wenn man nur frei betet) sehe ich darin das unser Gebet dann oft nur um uns kreist. Um unsere Probleme und Anliegen, um unseren kleinen Ausschnitt der Wirklichkeit der uns aktuell betrifft.
Der Ausgleich für diese Ego-Zentriertheit ist dann das fertige Gebet.
Ich bete meist die Gebete aus dem Gebetbuch ergänzt durch manchmal längere manchmal kürzere freie Gebete .
Eines noch: Ich LESE die fertigen Gebete laut (zumindest vernehmbar). Auch wenn ich viele auswendig kann (z.b. das Vaterunser).
Meine persönliche Erfahrung ist die, das ich, wenn ich z.b. nur still in Gedanken bete sehr rasch abgelenkt werde oder während ich "bete" schon die Gedanken zu weltlichen Dingen abschweifen.
Das bewusste lesen, auch bekannter Gebete beschäftigt nicht nur meine Gedanken sondern auch durch das lesen meine Augen, durch das vorlesen meine Lippen und durch das hören meine Ohren. Das mag skuril klingen, hilft mir aber fokussierter zu beten.
Teo
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Teo »

Selbst bete ich auch mit dem Gebetsbuch, außerdem auswendig das Vater unser und Jesus Gebet und eben auch freie Gebete.

Aber wie ist das wenn ich für einen Freund beten möchte oder einen Bekannten.Lese ich dann im Gebetsbuch das Gebiet und sage vorher für XY? Oder widme ich es in Gedanken demjenigen? Mir ist das nicht so klar....deshalb hab ich für andere immer frei gebetet.....
Ambrosius
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Re: Kurze Fragen - kurze Antworten!

Beitrag von Ambrosius »

Diese Fragen können Dir vielleicht andere besser beantworten. Ich mach das einmal so einmal so.
Aber meist bei Gebeten für verstorbene Freunde oder Verwandte mache ich das in einem freien Gebet.

Ich möchte Dir zum Thema Gebet noch eine kleine Geschichte erzählen. Die habe ich irgendwo einmal auf einer orthodoxen Seite gelesen weiß aber nicht mehr wo.

Wenn wir Menschen in der Kirche beten und links und rechts auf die anderen Menschen sehen, sehen wir nur das äussere, so wie die Kerzen auf dem Kerzenständer
Wir sehen grosse, kleine, dicke, dünne, verbogene....
Aber Gott sieht auf uns Betende so wie auf die Kerzen von oben. Er sieht nur ob wir brennen oder nicht brennen.

Ich denke meine Botschaft ist klar?
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