Auch Dir einen schönen guten Abend,
ich möchte versuchen, Deine Anmerkungen ein wenig und in aller Kürze zu beantworten. Ich empfehle Dir erstmal die angesprochene Zeitung "Der Schmale Pfad" Band 13 (Sept. 05) zu erwerben. Dort stehen die Beispiele auch drin. Es gibt dahingehend auch weiterführende Literatur (z.B. "Orthodoxe Dogmatische Theologie" - Erzpriester Michail Pomazanski, Übersetzung von A.J.Wolf, zu beziehen u.a. über Kloster des Hl. Hiob von Pocaev in München), in angesprochenem Druck sind nur diese Beispiele gegeben, die aber einleuchten.
BlackandGold hat geschrieben:
Filioque,
Ist zwar theologisch nicht richtig, ist aber nicht der Hauptpunkt...
>>..."filioque (und vom Sohn), das dem achten Artikel des Glaubensbekenntnisses, den Ausgang des Heiligen Geistes betreffend, hinzugefügt worden war. Dies steht in einem direkten Widerspruch zu den Worten des Erlösers: Wenn aber der Tröster kommen wird, den Ich Euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird Er Zeugnis für mich ablegen (JH 15,26)"....
das Verfahren der Taufe,
Inwiefern?
>>Das Taufen (seit dem 12.Jh ist die westliche Kirche wieder einen anderen Weg gegangen) durch untertauchen war das übliche Verfahren in der frühen christlichen Kirche. Das griechische Wirt für "ich taufe" (baptizo) bedeutet: "Ich tauche ein oder unter". Es ist etymologisch mit dem Wort "einsenken, etwas in eine Flüssigkeit eintauchen" (bàptein) verwandt und bedeutet niemals Übergießen oder besprengen (wie hierzulande oft üblich). Eine Nottaufe ist natürlich ein Ausnahmefall....
die Hostie aus ungesäuertem Brot,
Brauchtum, mehr nicht.
>>Es geht um die Ersetzung des bis dahin gesäuerten Brotes durch ungesäuerte Oblaten im Sakrament der Eucharistie.
Da geht es um Übersetzungsfehler in der Bibel, die zu Unstimmigkeiten mit den Vorbereitungen auf das Passahfest führten.
Es hat alles seine biblische Grundlage....
die Verwandlung (Weihe) der Heiligen Gaben,
*hüstel* Auch im orthodoxen Ritus gibt es die Wandlung... Das ist genau das, was Katholiken und Orthodoxe von den meisten Protestanten abgrenzt!
>>Darum geht es nicht, es geht um die Art und Folge der Wandlung.
die Teilnahme der Laien am Mysterium der Kommunion,
Laien? Nichtchristen dürfen auch bei den Katholiken nicht und Orthodoxe dürfen nur, weil wir auch eine Wandlung haben (umgekehrt im übrigen nicht!) Wenn mit Laien da diejenigen gemeint sind, die keine höhere Weihe haben, dann ist da irgendwas falsch, denn auch in der orthodoxen Kirche dürfen die Gläubigen zur Kommunion...
>>Es ist in ev. Kirchen z.T. immernoch so, dass nur der Klerus kommuniziert. In der Vergangenheit war das in der RKK auch schonmal so. Aber,
"In den frühen 60er Jahren diskutierte das Zweite Vatikanische Konzil (Vatikanum II) auf Initiative von Papst Johannes XXIII. (1958-1963) und abschließend durch Papst Paul VI. (1963-1978) die "Wiederherstellung der Riten", wobei die RKK nun auch für Ihre Laien den Kelch zur Verfügung stellte. Somit kann der Kommunikant nach dem Erhalt der Hostie (der geweihten Oblate) am Kelch teilnehmen. Das römische Meßbuch sieht auch die Intinktion, das Einweichen oder Eintauchen der Oblate in den Wein, vor. "
In der Praxis habe ich es schon erlebt, allerdings mit Weißwein.
Die Begründung das der Kelch nur den Klerikern gestattet ist, würde im Widerspruch zum Gebot des Herrn stehen: "Trinket alle daraus..." (Mt 26,27).
"Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank "(Jh 6,53-55).
Es ist unmöglich die Praxis, dass nur der Pfarrer / der Klerus das Blut des Herrn trinkt mit den Äußerungen unseres Erlösers in Einklang zu bringen, besteht so oder so!!!
die päpstliche Vormachtstellung,
Gut, DAS ist wirklich ein Problem.
>>Stimmt. Nirgends in der Bibel ist diese so begründet, wie von der RKK praktiziert.
[/quote]der gregorianische Kalender,
Äh... Ich benutze den auch... Also ist das eher ein Streitpunkt innerhalb der Orthodoxie... Denn ich halte mich da an meinen Bischof und als guter Grieche benutzt der NICHT den julianischen Kalender...[/quote]
>>Ich benutze ihn nicht. Es geht auch nicht um gut und schlecht. Ich würde mir nicht erlauben deswegen einen Menschen zu verurteilen, es geht vielmehr um im Laufe der zeit ständig um sich greifende Veränderungen.
Krankensalbung
Was genau ist da das Problem? Ich habe wirklich keine Ahnung...
>> Wirklich nicht? Dann überlege doch mal, was die Krankensalbung für einen orthodoxen Christen bedeutet und was für einen Christen der RKK!?
(letzte Ölung...)
Allgemein gibt es sicher viele Konfliktpunkte, das Hauptproblem ist aber der Umgang mit diesen Konflikten...
>>Ja, es gibt sie, genau darum geht es ja hier. Niemand verurteilt hier etwas. Es geht um Bewahrung von Traditionen, vom christlichen Lenen und Erleben und von biblischer Grundlage all dessen.
Ich kann nicht so tun, als ob alles in Ordnung ist, wenn es eben nicht so ist. Eine andere Sache ist der Umgang untereinander. Selbstverständlich bin ich als Christ dazu aufgefordert, jedem in Liebe zu begegnen, in christlicher Nächstenliebe. Aber es geht hier um Dinge die uns trennen.
Das Wichtigste ist natürlich Christus!
Ich hoffe mit meinen wenigen Zeilen zumindest ein klein wenig geholfen zu haben, meine Gedanken zu erklären.