Freiheit in der Orthodoxie und Diskussionen in diesem Forum

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Jeremias
Hypodiakon
Beiträge: 323
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Freiheit in der Orthodoxie und Diskussionen in diesem Forum

Beitrag von Jeremias »

Liebe Forengemeinde,

in der Zeit, die ich in diesem Forum aktiv verbracht habe, bin ich mehrfach mit verschiedenen Leuten aneinandergeraten. Das mehr oder weniger massiv. Meines Wissens nach auch mit allen Moderatoren und Administratoren, allerdings streckenweise wegen sprachlichen Kleinigkeiten. Gab es da eine Gemeinsamkeit, eine Art roter Faden, der sich durch mein Denken zieht? Oder bin ich einfach nur eine Art intellektueller Forentroll?

Meine Antwort: Ich vertrete eine Orthodoxie, die streckenweise gänzlich anders ist oder anders erscheint als die Orthodoxie, die viele Andere hier vertreten. Was prinzipiell noch kein Problem ist, so halte ich alle bisher hier geäusserten Ansichten für innerhalb der Orthodoxie für vertretbar.
Bis auf einen, immer wieder mir auffallenden Punkt: Das Richten. Wer meine Beiträge liest, wird früher oder später immer mal wieder auf eine mehr oder weniger deutlich formulierte Brandrede stossen. Inhalte sind oft der Rückzug auf unterschiedliche Bischöfe oder die strikte Ablehnung eines Urteils durch andere Forenmitglieder, unabhängig davon, ob es meine Person oder Andere betrifft.
Worin diese meine Ablehnung begründet ist, ist auch mir nicht ganz klar. Ich bin gerne mal Querulant und lasse mich, aus Gründen der Erziehung und der Veranlagung nur mit klaren Argumenten und Aussagen von (von mir) akzeptierten (Kirchen-)Lehrern überzeugen. Aber irgendwie stosse ich immer wieder an Diskussionen mit anderen Forenteilnehmern, die mich den Kopf auf die Tischplatte hauen lassen, weit über mein normales Mass hinaus.

Nun habe ich mich eben (bei meiner Antwort im Adoptionsthread) gefragt, warum. Und ich habe folgende Antwort:
Der Anspruch, den ich zuvorderst an mich und alle Orthodoxen stelle, ist die Freiheit vor Gott. Wir stehen vor dem Richter und an Ihn sind wir durch unseren Glauben gebunden. Und jede Entscheidung können wir und nur wir treffen. Wenn wir uns einen Ratgeber holen oder uns einem Weiseren unterwerfen, aber auch das muss unsere freie Entscheidung bleiben. Diese Freiheit kann ich niemandem nehmen und ich lasse sie mir nicht nehmen.
Und das ist es, der Knackpunkt. Letzten Endes sind alle weisen Worte hohl, wenn sie nicht von Gott kommen und alles Kirchenrecht egal, wenn Gott fehlt. Vater, Sohn und heiliger Geist sind als heilige Dreifaltigkeit unser aller Gott und unser aller Richter. Wenn wir uns vor Gott versündigen, hilft uns das Kirchenrecht nicht und keine weisen Worte. Wir können um die Fürbitte vor den Heiligen bitten, aber wir werden uns immer vor Gott verantworten müssen. Für uns Orthodoxe gibt es keinen Ablass und keinen Papst. Für jede Entscheidung müssen wir Verantwortung übernehmen.
Und das führt mich zu dem Schluss, dass ich niemanden Vorschriften machen kann. Ich kann ihn darauf hinweisen, dass er sich nicht nach den Vorschriften verhält, die er predigt, aber ich kann ihm keine Vorschriften vorsetzen.
Ich kann jemanden helfen und ihm von der Herrlichkeit Gottes erzählen, aber ich kann ihn nicht zwingen, die Fastenzeit zu halten.
Ich kann jemanden jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stehen und all meine Fähigkeiten einem Strauchelnden zur Verfügung stellen, aber ich kann ihn nicht zur Liturgie zerren.

Das ist für mich Mission, nach innen, wie aussen. Das ist für mich Orthodoxie. Eben das Vorleben eines Lebens bei Gott, wie das auch immer beim Einzelnen aussieht und nicht der verzweifelte Versuch, mein Leben dem Anderen aufzuzwingen.
Und das ist für mich einer der Grundpfeiler meines Glaubens. An dem lasse ich nicht rütteln und lasse kein Rütteln zu. Auch nicht, wenn es nicht gegen mich geht.


Und nun: Eure Meinungen, eure Gegenrede, eure Argumente. Ich bin ernsthaft neugierig und danke schonmal im Voraus für das Lesen obigen Textes.

Viele liebe Grüsse, Jeremias
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songul
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Beitrag von songul »

Da wirst du,was mich betrifft, bis heute Abend warten müssen denn ich muss zur Arbeit. 8)

Bis dann Songul
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Ορθοδοξία είναι ελευθεριά
Wie sagt der Metropolit Augoustinos in jeder zweiten Predigt:
Orthodoxie ist Freiheit
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Röde Orm
Beiträge: 86
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Beitrag von Röde Orm »

Wer nicht bereit ist, sich für seine Überzeugungen zu streiten, dem sind sie vielleicht einfach nicht wichtig genug.

Meiner Meinung nach bist Du einfach noch ziemlich jung.
Wenn sie ein orthodoxer Christ sind, wurde ihre Kirche im Jahre 33 n. chr. durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, gegründet. Doch ihre Geschichte reicht zurück bis zur Schöpfung der Welt. Die orthodoxe Kirche hat sich nicht verändert seit ihrer Gründung und ist die selbe gestern, heute und auf ewig.
Sinaitis
Priester
Beiträge: 463
Registriert: 16.12.2008, 19:00

Beitrag von Sinaitis »

Lieber Röde
ist jung sein so etwas wie eine Behinderung oder bedeutet das Unfähigkeit?
Warum wird hier im Forum so schnell vom sachlichen zum persönlichen gewechselt?

Ich kann aber sagen, daß Jeremias einer der ÄLTESTEN hier im Forum ist. Wenn man die Jahre der Zugehörigkeit zur Orthodoxen Kirche, in eine orthodoxe Gemeinde und eine aktive gläubige orthodoxe Familie zählt.

(Wobei ich auch zugeben muß, daß manche emotionale Eruption auch auf mich manchmal nicht ganz abgeklärt wirkt - entschuldige, Jeremias)
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Röde Orm
Beiträge: 86
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Beitrag von Röde Orm »

Jung sein eine Behinderung?

Meiner Treu, wie gerne hätte ich diese Behinderung zurück. Wirklich, ich würde nur zu gerne tauschen.

Aber - wie soll ich sagen - es ist das Vorrecht der Jugend, sich vielleicht ein wenig schnell zu erhitzen.

Das war wohl schon immer so und wird wohl immer so bleiben.

Insofern nehme ich mir als Vorrecht der leider nicht mehr so Jungen (seufz) heraus, ab einem bestimmten Punkt die Ohren einfach auf Durchzug zu stellen.

Ansonsten: Wie schon gesagt - oder hab ich missverständlich formuliert ? - ist mir jemand, der mit Herzblut für seine Meinung eintritt allemal lieber als ein "Mainstream- mir ist alles Recht" Mensch.

Oder wie Voltaire sagte: "Ich teile Ihre Meinung nicht, ich werde aber bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen, dass Sie Ihre Meinung frei äussern können."
Wenn sie ein orthodoxer Christ sind, wurde ihre Kirche im Jahre 33 n. chr. durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, gegründet. Doch ihre Geschichte reicht zurück bis zur Schöpfung der Welt. Die orthodoxe Kirche hat sich nicht verändert seit ihrer Gründung und ist die selbe gestern, heute und auf ewig.
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Allons
Beiträge: 77
Registriert: 22.01.2009, 00:00
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Beitrag von Allons »

Ich denke, du bist nicht allzuweit von dem entfernt was ein wohl sehr lieber Mensch im Kreuzgang schrieb:
Lieber Allons,
als ich vor drei Jahren meine Mutter (evangelisch) begrub hatte sich später ein orth.Priester sehr aufgeregt. Meine Antwort war: "Jeder Mensch ist eine Ikone Gottes und außerdem hat diese Frau (meine Mutter) einen Priester geboren". Antwort: "Hoffentlich hast du das ohne Epitrachil (Stola) getan". Meine Antwort war: "doch! Hab ich!" Er wurde Böse. Dann meine Frage: "Segnest Du Autos Schiffe und Wohnungen?" Antwort: "Ja". Meine Antwort:"Das ist schön, aber die Autos,Schiffe und Wohnungen sind aus Stahl oder Beton usw. und einen Menschen der von Gott geschaffen wurde macht Probleme weil er nicht "orthodox" ist?"
Lieber Allons, ich mag 100 % orthodox sein und rituell und dogmatisch alles richtg machen aber wenn ich nicht JEDEN Menschen liebe bin ich kalt und hab nicht begriffen was unser HErr will. Letztendlich wissen wir nicht wie Gott unseren Konfessionalismus und der damit verbundenen Glaubenskriege sieht. Für mich ist Glauben und Liebe identisch.

IC+XC NIKA

+P. Theodoros
In seinem Sinne herzliche Grüße, Allons!
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Jeremias
Hypodiakon
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Religionszugehörigkeit: Rum-Orthodox

Beitrag von Jeremias »

Insofern nehme ich mir als Vorrecht der leider nicht mehr so Jungen (seufz) heraus, ab einem bestimmten Punkt die Ohren einfach auf Durchzug zu stellen.
Was nun einmal dazu führt, dass die "Jungen" die "Alten" bei ihren Überlegungen irgendwann nicht mehr berücksichtigen. Alle Meinungen haben ihren Wert und wer zu müde ist, mit einer anderen Überlegung sich zu beschäftigen, der sollte auch zu müde sein, sich ihr in den Weg zu stellen. Glaube mir, als angehender Lehrer werde ich oft an diese Worte denken und mich an ihnen messen müssen, denn schon jetzt merke ich selber, dass es anstrengend ist, sich immer wieder mit demselben Argumenten der Jugend herumzuschlagen. Aber die Frucht ist es wert.

(Wobei ich auch zugeben muß, daß manche emotionale Eruption auch auf mich manchmal nicht ganz abgeklärt wirkt - entschuldige, Jeremias)
Das ist ja OK. Ich habe ja oben geschrieben, dass ich mit jedem Moderator, auch mit unseren priesterlichen Moderatoren, aneinandergeraten bin. Aber ich bin ja auch nicht immer einer Meinung mit unserem guten Metropolitanpriester oder so manch anderem Priester. :D
Sinaitis
Priester
Beiträge: 463
Registriert: 16.12.2008, 19:00

Beitrag von Sinaitis »

Alle Meinungen haben ihren Wert und wer zu müde ist, mit einer anderen Überlegung sich zu beschäftigen, der sollte auch zu müde sein, sich ihr in den Weg zu stellen.
Bravo!!
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Röde Orm
Beiträge: 86
Registriert: 16.01.2009, 18:56

Beitrag von Röde Orm »

Nein, ich seh das entschieden nicht so.

Streitigkeiten führen bei weitem nicht immer zu etwas, auch nicht, wenn man im Recht ist. Am allerwenigsten führen Streitigkeiten in einem Internetforum zu etwas, denn dort kann man sein Gegenüber nur sehr eingeschränkt kommunikativ erreichen.

Da das Thema trotzdem immer noch unterschwellig mitläuft, in Kürze:

Wenn ich über genetische Manipulationen an Menschen rede und mir (mehr oder weniger) entgegnet wird, "ich kenn mich da auch aus, ich studier Physik und Chemie auf Lehramt und kenn auch Biologen und Genetiker" dann überzeugt mich das nicht als Qualifikationsnachweis.

Auch der Vergleich, das Flugzeuge als Verkehrsmittel gut seien, aber auch Bomben tragen könnten und somit auch böse wären ist für mich völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Zudem sind Waffen an sich weder gut noch schlecht, sie werden es erst, wenn sie von Menschenhand missbraucht werden - die gleiche Pistole ist böse, wenn der Verbrecher auf die Polizei, aber gut, wenn die Polizei auf den Verbrecher schiesst.

Bei dem Begriff "Zucht" in Bezug auf Menschen werd ich unterschwellig aggressiv, denn ich bin Deutscher, wir haben immer noch das Dritte Reich am Bein mit seinem "Rassenreinheitsbimbam" und da kommt das alles nicht so gut.

Insofern kann man bei so einem Streit immer nur verlieren und nie gewinnen, weshalb ich es lasse.

Ansonsten: Mein Diplom ist schon so alt, dass es - falls ich es überhaupt noch finde - im Zweifel schon zu Staub zerfallen ist. Ich bin seit Dekaden in einer Führungsposition der Wirtschaft tätig, wobei ich die gerade die zwiete grosse Krise beruflich überlebt habe. Seit ich diesen Sommer meinen alten Prof. bei einer Tagung getroffen habe, bin ich an einer Hochschule nebenberuflich freiberuflich als Dozent tätig.

Für den Bereich Humangenetik, künstliche Fertiliät und das Drumrum (und den ganzen wirklich schlimmen Kommerz, der damit gemacht wird) interessiere ich mich seit ca. 3 Jahre aus sehr komplexen Gründen. Meine Frau ist promovierte Medizinerin, so dass es mir eher einfach fällt, brauchbares Material zu bekommen.

All das bedeutet aber überhaupt nichts, zumal ich ebenso gut sagen könnte, ich sei der Kaiser von Nordchina.

Wesentlich ist, dass die Planungsüberlegung von sogenannten Wissenschaftler, aus dem genetischen Material zweier Frauen einen künstlichen Menschen zu erzeugen so offensichtlich widernatürlich ist, das ich niemandem helfen kann, der dies nicht erkennt.

Schon gar nicht via Internet.
Zuletzt geändert von Röde Orm am 03.12.2009, 18:21, insgesamt 1-mal geändert.
Wenn sie ein orthodoxer Christ sind, wurde ihre Kirche im Jahre 33 n. chr. durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, gegründet. Doch ihre Geschichte reicht zurück bis zur Schöpfung der Welt. Die orthodoxe Kirche hat sich nicht verändert seit ihrer Gründung und ist die selbe gestern, heute und auf ewig.
Loukia
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Skype: moonbeam-icecream

Beitrag von Loukia »

Lieber Jeremias,

:thanks: ich bedanke mich erstmal. Ich hoffe mal, ich kann dich jetzt etwas besser verstehen als vorher, auch wenn das nicht heißen muss, das wir immer einer Meinung sind. Was das aneinandergeraten betrifft, da fühlte ich mich schon direkt angesprochen :oops: da gebe ich offen zu, kann ich sehr groß drin sein und eine Meisterin.
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
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Jeremias
Hypodiakon
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Religionszugehörigkeit: Rum-Orthodox

Beitrag von Jeremias »

Was das aneinandergeraten betrifft, da fühlte ich mich schon direkt angesprochen :oops: da gebe ich offen zu, kann ich sehr groß drin sein und eine Meisterin.
Liebe Loukia, mach dir keine Gedanken. Ich bin da dir ebenbürtig. :mrgreen:
Wenn ich über genetische Manipulationen an Menschen rede und mir (mehr oder weniger) entgegnet wird, "ich kenn mich da auch aus, ich studier Physik und Chemie auf Lehramt und kenn auch Biologen und Genetiker" dann überzeugt mich das nicht als Qualifikationsnachweis.
Oh es ist der beste Nachweis, den es gibt, wenn es explizit darum geht, das wissenschaftliche Interessen und Vorbildung für eine moralisch-theologische Entscheidung irrelevant ist. Ich wiederhole es: Für einen Naturwissenschaftler gibt es keinen Unterschied. Für uns als Christen sehr wohl. Aber da wolltest du bisher nicht drauf eingehen und wenn du das jetzt endlich tun willst, möchte ich dich bitten, einen extra Strang aufzumachen.
Bei dem Begriff "Zucht" in Bezug auf Menschen werd ich unterschwellig aggressiv, denn ich bin Deutscher, wir haben immer noch das Dritte Reich am Bein mit seinem "Rassenreinheitsbimbam" und da kommt das alles nicht so gut.
*hust* Knapp am Godwin vorbei... Aber gut: Jemand, der einen Landsknecht als Avatar hat, eine Gestalt, die ich gerade aufgrund aktueller Lektüre mit dem 30jährigen Krieg verbinde, sollte da vielleicht sich des dünnen Eises bewusst sein.
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songul
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Beitrag von songul »

Röde Orm hat geschrieben:Nein, ich seh das entschieden nicht so.

Streitigkeiten führen bei weitem nicht immer zu etwas, auch nicht, wenn man im Recht ist. Am allerwenigsten führen Streitigkeiten in einem Internetforum zu etwas, denn dort kann man sein Gegenüber nur sehr eingeschränkt kommunikativ erreichen.

Da das Thema trotzdem immer noch unterschwellig mitläuft, in Kürze:

Wenn ich über genetische Manipulationen an Menschen rede und mir (mehr oder weniger) entgegnet wird, "ich kenn mich da auch aus, ich studier Physik und Chemie auf Lehramt und kenn auch Biologen und Genetiker" dann überzeugt mich das nicht als Qualifikationsnachweis.

Auch der Vergleich, das Flugzeuge als Verkehrsmittel gut seien, aber auch Bomben tragen könnten und somit auch böse wären ist für mich völlig aus dem Zusammenhang gerissen. Zudem sind Waffen an sich weder gut noch schlecht, sie werden es erst, wenn sie von Menschenhand missbraucht werden - die gleiche Pistole ist böse, wenn der Verbrecher auf die Polizei, aber gut, wenn die Polizei auf den Verbrecher schiesst.

Bei dem Begriff "Zucht" in Bezug auf Menschen werd ich unterschwellig aggressiv, denn ich bin Deutscher, wir haben immer noch das Dritte Reich am Bein mit seinem "Rassenreinheitsbimbam" und da kommt das alles nicht so gut.

Insofern kann man bei so einem Streit immer nur verlieren und nie gewinnen, weshalb ich es lasse.

Ansonsten: Mein Diplom ist schon so alt, dass es - falls ich es überhaupt noch finde - im Zweifel schon zu Staub zerfallen ist. Ich bin seit Dekaden in einer Führungsposition der Wirtschaft tätig, wobei ich die gerade die zwiete grosse Krise beruflich überlebt habe. Seit ich diesen Sommer meinen alten Prof. bei einer Tagung getroffen habe, bin ich an einer Hochschule nebenberuflich freiberuflich als Dozent tätig.

Für den Bereich Humangenetik, künstliche Fertiliät und das Drumrum (und den ganzen wirklich schlimmen Kommerz, der damit gemacht wird) interessiere ich mich seit ca. 3 Jahre aus sehr komplexen Gründen. Meine Frau ist promovierte Medizinerin, so dass es mir eher einfach fällt, brauchbares Material zu bekommen.

All das bedeutet aber überhaupt nichts, zumal ich ebenso gut sagen könnte, ich sei der Kaiser von Nordchina.

Wesentlich ist, dass die Planungsüberlegung von sogenannten Wissenschaftler, aus dem genetischen Material zweier Frauen einen künstlichen Menschen zu erzeugen so offensichtlich widernatürlich ist, das ich niemandem helfen kann, der dies nicht erkennt.

Schon gar nicht via Internet.
D'accord.
Jeremias hat geschrieben:*hust* Knapp am Godwin vorbei... Aber gut: Jemand, der einen Landsknecht als Avatar hat, eine Gestalt, die ich gerade aufgrund aktueller Lektüre mit dem 30jährigen Krieg verbinde, sollte da vielleicht sich des dünnen Eises bewusst sein.
Das dünne Eis betrifft auch dich, mit Verlaub, denn wer meint sich in seinem Avatar in scheinbar klerikaler Kleidung und auch noch mit Bischofskerzen darstellen zu müssen, (ich weiss was du bist; aber weiss das einer der unbedarft ist?) aber hier im Forum teilweise ganz schön agressiven Tobak von sich lässt, der bewegt sich allemal an der Grenze des Zumutbaren.

Der Landsknecht mag streitbar sein - wir kennen ihn aus der Geschichte - aber wer sich unbedingt dem kirchlichen Personal, wenn auch nur dem niederen, zurechnen möchte, muss - Meinungsfreiheit hin oder her - sich in Contenance üben, denn Demut gehört einem dann auch aufs Gewand geschrieben.

LG Songul
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Jeremias
Hypodiakon
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Registriert: 12.06.2009, 15:08
Religionszugehörigkeit: Rum-Orthodox

Beitrag von Jeremias »

Mein Avatar zeigt mich. Keine Jungfrau Maria mit Jesuskind, keinen Landsknechtsoldaten, sondern nur mich. Wie ich mich verhalte, hat wenig mit meinem Aussehen zu tun. Wenn dir mein Aussehen nicht passt oder dir nicht gefällt, was ich tue, so bist du herzlich eingeladen, diese Bedenken in der griechischen Gemeinde in Bonn zum Ausdruck zu bringen.

Ich empfehle übrigens die Beschäftigung mit dem Begriff Godwin und die unglaubliche Unverschämtheit, hier auch nur anzudeuten, der Andere wäre in einer bestimmten Ecke.

Und nein, was auch immer du von mir verlangst oder erwartest, das werde ich nicht erfüllen, solange ich dazu keine Notwendigkeit sehe. Siehe meinen Eröffnungsbeitrag!
Nassos
Beiträge: 4433
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

Mit der freundlichen Bitte, dieses Thema über pn zu erledigen.
Danke.
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