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Aberglaube und Gleichartiges

Verfasst: 20.10.2009, 20:26
von Loukia
Immer wieder begegnet uns im Alltag Aberglaube. Er ist oft tief in der jeweiligen Kultur verankert, in Usbekistan z.B. darf man nicht über Brot steigen. Gut, wann kommt das denn mal in Frage? Wenn eine geraubte usbekische Braut flüchten will, legen sie ihr ein Brot auf die Schwelle und sie wird es nicht wagen, darüber zu steigen. In südlichen Ländern wie z. B. Italien oder Sardinien weiß ich von Grabbeigaben wie Wein und anderen Gütern. Es soll wohl auch immernoch Fälle geben, wo den Toten eine Münze für den "Charos", also den Fuhrmann im Hades gegeben wird.

In Deutschland heißt es, wenn der Freitag auf einen 13. fällt, ist es ein Unglückstag, man darf nicht unter einer Leiter durchgehen, schwarze Katzen, die den Weg kreuzen, brächten Unglück u.v.m.

Ich würde Astrologie auch in Aberglauben einstufen. Ganz grässlich finde ich dann "Magie", wenn Karten gelegt werden oder aus dem Kaffeesatz gelesen wird. Ich habe da schon einige Auseinandersetzungen drüber gehabt :oops:

Das war der Hintergrundgedanke (eigentlich ja Gedanken) zu der Frage:

Wir glauben ja nicht, das es ein Schicksal gibt. Ist Schicksal für uns eine Art Aberglaube?

Wenn etwas wie "einen Spiegel zerbrechen" 7 Jahre Unglück bringt, dann setzt es das "Schicksal" vorraus?

Astrologie jedenfalls setzt Schicksal vorraus...

Verfasst: 20.10.2009, 21:12
von Nassos
Bei uns wird den Toten ein Stück Ziegel auf die Augen gelegt.
Wir sagen oft statt "wenn ich tot sein werde" => "wenn man mir den Ziegel aufgelegt haben wird".

Ich weiß nicht, ob man den Aberglauben direkt als antichristlich einschätzen kann, ich denke eher nicht.
Aber der Schicksalglaube ist antichristlich, denn das Schicksal wäre so absolut, das selbst Gott es nicht ändern könnte (wie dies auch bei den olympischen Göttern gewesen wäre). Deshalb würde ich Astrologie und Kartenlesen nicht so sehr in den Bereich des Aberglaubens sehen sondern im antichristlichen.

Ergo denke ich, sind diese zwei Sachen zu trennen.

Aber das hier ist auf jeden Fall eine gute Frage! Sie zeigt, dass sich jemand Gedanken macht.

Lieben Gruß,
Nassos

Verfasst: 24.11.2009, 11:00
von Röde Orm
Glauben und Aberglauben liegen aber nicht selten eng beisammen, zumindest in ihrem Urspung.

So ist die "13" eine Unglückszahl, weil Judas als 13 Jünger gilt, denn Matthias wurde nacherwählt.

Richtig sinnvoll ist das nicht, denn eigentlich wäre ja Judas der 12 und Matthias der 13.

Dennoch war im Mittelalter "der Dreizehnte" ein Synonym für den Teufel.

Dabei ist zu sehen, dass in der Vergangenheit nicht das Dezimalsystem (also die Zehnerzählweise) sondern im Grunde bis etwa zur Französischen Revolution die Zwölferzählweise im allgemeinen Umgang üblich war.

"12" war also "Voll", "13" übervoll ....


Ansonsten bin ich selbst an einem Freitag dem 13. in einer besonders schönen russisch-orthodoxen Kirche in einer für Gottesdienste ausgebauten Katakombe am Grab einer Heiligen getauft worden.

Ich denke nicht, dass mir das Unglück bringen kann, im Gegenteil .....

Verfasst: 24.11.2009, 21:47
von Nassos
Röde Orm hat geschrieben:...So ist die "13" eine Unglückszahl, weil Judas als 13 Jünger gilt, denn Matthias wurde nacherwählt...
Wo hast Du denn das her? Ich höre dies zum ersten Mal.

Die 12 war tatsächlich wichtig. Haben doch die Zahlen von (Null) Eins bis Zwölf in vielen Sprachen einen Eigennamen, erst mit der Dreizehn fängt die Zusammensetzung an...

Gruß,
Nassos

Verfasst: 25.11.2009, 21:29
von Röde Orm
Das ist jetzt ne gute Frage, woher ist das weiss.

So genau kann ich das gar nicht sagen auf Anhieb. Man liest halt sehr viel über die Jahre.