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Umfrage - Wiedereröffnung der Orth. Hochschule von Chalki
Verfasst: 02.07.2009, 07:03
von Anastasis+
Liebe Geschwister!
Auf der türkischen CNN-Seite läuft derzeit eine Umfrage über die Wiedereröffnung der großen Orthodoxen Hochschule Chalki in der Türkei:
http://www.cnnturk.com/2009/turkiye/06/ ... index.html
Auf dem rechten Teil der Seite steht die Umfrage mit den türkischen Worten:
"Sizce Heybeliada Ruhban Okulu acilmali mi?"
Wer will, soll bitte mitstimmen --> JA ist in diesem Fall "EVET"
Wie lange die Umfrage noch durchgeführt wird, weiß ich leider nicht, deswegen ist Eile angesagt.
Fotoquelle: romfea.gr
Verfasst: 02.07.2009, 09:40
von Mops
dankeschön für den Hinweis, lieber Bruder. 77% sieht doch gut aus :-)
Verfasst: 02.07.2009, 09:47
von Aleks
Evet !

Verfasst: 02.07.2009, 10:15
von Nassos
Toll. Ganz toll.
Es ändert nichts daran, dass der ÖP türkischer Staatsbürger sein muss. Der orthodoxe (ja, eigentlich griechische) Bevölkerungsanteil ist am Schwinden, ganz zu schweigen von entsprechenden Klerikern.
Im Sinne der Einheit des türkischen Staates eine geschickte Politik. Chakis wird, denke ich, nicht viel dran ändern.
Wahrscheinlich ist es ein Schönmachen gegenüber der EU und den US, ohne eigentlich wirklich was zu leisten. Ansonsten würde ich mich wundern, denn entsprechend der türkischen Staatsmentalität, ist Chalkis ein Ort, den man mit hohem Mißtrauen begegnen muss, also eine Stätte potentieller Gefahr für die Einheit des türkischen Staates.
Aber bei den paar Hansels kann man sich wohl auch erlauben, darüber zu grinsen.
Was geschehen müsste, wäre eine massive öffentliche Stimme für den Erhalt des Patriarchats in Konstantinopel (mit Chalkis), sowie die Toleranz gegenüber den chistlichen Klerikern in der Türkei. Dem Patriarchen müsste bei Wahl sofort die türkische Staatsbürgerschaft gegeben werden. Immerhin war das Patriarchat LANGE vor den Osmanen dort ansässig.
Ich würde hierbei sehr gerne die aktive Unterstützung der RKK sehen, das wäre sie immerhin schuldig.
Hört sich negativ an, und hoffenlich liege ich falsch. Aber ich glaube, wir werden eine Eröffnung Chalkis' nicht erleben.
Verfasst: 02.07.2009, 10:43
von Mops
stimmt wohl, kann aber auch ein Zeichen zum Aufbruch sein!
Man muss beten, dann wird Gott dies auch segnen.
L.G. Rene
Verfasst: 02.07.2009, 13:05
von Nassos
außerdem habe ich gerade eins von meiner Frau übergebraten bekommen. Sie möchte unbedingt abstimmen....
Was ich aber vergaß anzugeben: dies sollte den Beitrag von Anastasis nicht schmälern, ganz im Gegenteil, ich bin sehr dankbar hierfür und sein Engagement!
Nassos
Verfasst: 02.07.2009, 16:31
von Anastasis+
Nassos hat geschrieben:Toll. Ganz toll.
Es ändert nichts daran, dass der ÖP türkischer Staatsbürger sein muss. Der orthodoxe (ja, eigentlich griechische) Bevölkerungsanteil ist am Schwinden, ganz zu schweigen von entsprechenden Klerikern.
Im Sinne der Einheit des türkischen Staates eine geschickte Politik. Chakis wird, denke ich, nicht viel dran ändern.
......
Hört sich negativ an, und hoffenlich liege ich falsch. Aber ich glaube, wir werden eine Eröffnung Chalkis' nicht erleben.
Lieber Nassos,
die Situation ist für das Patriarchat von Konstantinopel alles andere als rosig, wie du es auch geschildert hast. Wenn sich nichts an den Regelungen zur Wahl des Ökumenischen Patriarchen (türk. Staatsbürgerschaftspflicht) ändert, wird es bei einer zukünftigen Wahl keine "geeigneten" Kandidaten mehr geben (Gott gebe, dass es noch sehr lange dauern möge. Is polla eti, Panagiotate! - wie wir Griechen zu wünschen pflegen [Viele Jahre, Eure Allheiligkeit!]).
Was leichten Optimismus gibt, ist die Tatsache, dass die Heilige Synode seit einigen Jahren nicht mehr nur aus Metropoliten mit Sitz in der heutigen Türkei besteht sondern sechs der zwölf Synoden-Mitglieder Metropoliten aus verschiedenen Metropolis auf der ganzen Welt kommen (Griechenland, Europa, Neuseeland, Australien u.a.). Und dies wird von der türkischen Regierung geduldet, obwohl es nicht so vorgesehen ist.
Wenn es für dass Patriarchat möglich wäre aus diesem erweiterten, weltweiten Kandidatenkreis den Patriarchen zu wählen, wäre dies ein großer Schritt für eine gesicherte Zukunft des Ökumenischen Patriarchates.
Vom russischen Patriarchen Kyrill scheint bei seinem bevorstehenden Antrittsbesuch in Konstantinopel in den nächsten Tagen Unterstützung für das Ökumenische Patriarchat gegenüber der türkischen Staatsspitze zu kommen.
In der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus, der die einzige und wahre Hoffnung ist!
Re: Umfrage - Wiedereröffnung der Orth. Hochschule von Chalk
Verfasst: 02.07.2009, 17:39
von songul
Anastasis+ hat geschrieben:
Auf dem rechten Teil der Seite steht die Umfrage mit den türkischen Worten:
"Sizce Heybeliada Ruhban Okulu acilmali mi?"
Wer will, soll bitte mitstimmen --> JA ist in diesem Fall "EVET"
Wie lange die Umfrage noch durchgeführt wird, weiß ich leider nicht, deswegen ist Eile angesagt.
Tamam. Oldu.
LG Songul
Verfasst: 02.07.2009, 18:09
von Nassos
Songulim,
Du sprichst auch türkisch? Wow.
Liste mal auf, was Du nicht sprichst, ich glaube wir sind dann schneller durch...
Ah, güsel Istanbul.
Yunan.
Verfasst: 04.07.2009, 15:56
von Mops
vielleicht sollten wir es verbreiten helfen, wer also in anderen Foren aktiv ist...
Ich habe es gerade an die CM geschickt per EMail.
Verfasst: 04.07.2009, 19:17
von Anastasis+
Rene hat geschrieben:vielleicht sollten wir es verbreiten helfen, wer also in anderen Foren aktiv ist...
Ich habe es gerade an die CM geschickt per EMail.
...das ist eine sehr gute Idee, lieber Rene!
Danke dir!
Verfasst: 04.07.2009, 19:36
von Metanoia
Liebe Geschwister,
sind die Gründe für die starre Haltung der Türkei eher nationalistisch-ethnischer oder religiöser Art?
Gott sei mit allen Christen in der Türkei!
Metanoia
Verfasst: 04.07.2009, 21:36
von Mops
wo soll man da anfangen? bei dem
Völkermord an den Armeniern, dass die Türkei immer noch nicht anerkannt hat? Da gäbe es wohl viel zu sagen... oder das immernoch Christen verfolgt werden in der Türkei? Religionsfreiheit?....
Verfasst: 04.07.2009, 23:18
von Metanoia
Hier tragen die Europäer eine gewisse Mitschuld durch die Unterstützung der Türkei im 19. Jahrhundert und im 1. Weltkrieg. Russland hätte sonst dafür gesorgt, dass die christlichen Völker (oder zumindest Konstantinopel) frei werden.
Ich habe den Eindruck, es gibt in der Türkei nur zwei Parteien: die eine ist sehr islamisch und die andere sehr nationalistisch. Beide sind für die religiösen und ethnischen Minderheiten Unheil. Nach dem Islam sind Juden und Christen Menschen zweiter Klasse; und die türkischen Nationalisten sind so rechtsradikal, dass die FPÖ dagegen harmlos ist.
Möge der hl. Andreas für seinen Nachfolger bitten!
Metanoia
Verfasst: 07.07.2009, 18:14
von Anastasis+
Patriarch Kyrill I. sprach in Ankara die Chalki-Frage an
07.07.2009
Ankara, 07.07.2009 (KAP) Die Chalki-Frage war eines der Themen des Gesprächs des Moskauer Patriarchen Kyrill I. mit dem Chef des staatlichen türkischen Religionsamtes ("Diyanet"), Prof. Ali Bardakoglu. Das berichtete die türkische Zeitung "Hürriyet" in ihrer Online-Ausgabe am Dienstag.
Russland sehe den Plan zur Wiedereröffnung des orthodoxen Seminars und der Theologischen Hochschule auf der Insel Chalki als einen "positiven Schritt", habe Kyrill I. im Gespräch mit Prof. Bardakoglu betont, so "Hürriyet". Der Patriarch hatte vor seinem Besuch bei Bardakoglu an dessen Amtssitz in Ankara auch ein Treffen mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.
Bardakoglu würdigte laut "Hürriyet" die Religionsfreiheit in Russland, das ebenso wie die Türkei ein säkulares Land sei. Es gebe keine Diskriminierung gegenüber der großen muslimischen Minderheit, die Bardakoglu mit 20 Millionen Menschen bezifferte.
In der Chalki-Frage hatte es Ende Juni Bewegung gegeben. Im Vorfeld der Abschlussfeiern zum Paulusjahr in Tarsus hatte Kulturminister Ertugrul Gunay erklärt, es werde erwogen, die Schließung des Priesterseminars und der Theologischen Hochschule des Ökumenischen Patriarchats wieder aufzuheben. Sollte das zutreffen, so wäre das eine dramatische Wendung. Seit 1971 ist die einzige "überlebende" Ausbildungsstätte für orthodoxe Geistliche in der Türkei ein Zankapfel zwischen Kirche und Regierung. Die Europäische Union hat das Thema Chalki auf die Tagesordnung der Beitrittsverhandlungen mit Ankara gesetzt.
Die Bedeutung von Chalki reicht weit über die Türkei hinaus. Die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts - mit großzügiger Förderung durch den Sultan - begründete Theologische Hochschule war bis 1971 eine der wichtigsten theologischen Forschungsstätten der Weltorthodoxie. Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. ist selbst Chalki-Absolvent.
Quelle:
www.kathweb.at