Metaphysische Fragen.
Verfasst: 16.02.2024, 16:32
Hallo ihr Lieben,
Ich wurde ich in den 90er Jahren in Moskau geboren und im Alter von 3 Jahren in einer recht berühmten Kirche in Moskau orthodox auch getauft. Ich habe verschiedene ethische Wurzeln, darunter Russische (Selbstverständlich) und Georgische. Mit 5 Jahren zog ich und meine Familie nach Westeuropa, als Erstes war es Frankreich und erst später dann Deutschland. Ich verlor meine spirituellen Wurzeln. Seitdem habe ich fast nichts mehr mit dem Christentum zu tun gehabt, sondern habe mich mehr mit der Philosophie (insbesondere mit der Phänomenologie, Husserle, Heidegger usw. beschäftigt) und dem Buddhismus (die orthodoxe und ursprüngliche Form davon - Theravada) auseinandergesetzt. In letzter Zeit haben sich jedoch Fragen mir offenbart, von denen ich denke, dass es sich lohnt, sie an CHRISTEN zu richten, hauptsächlich würde ich mich über Antworten von orthodoxen Christen freuen, da diese für mich in meinem Kontext am interessantesten zu sein scheinen.
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Fragen:
1. Warum das ganze Theater namens: Existenz? Warum ist etwas und nicht nichts? Es hätte nichts geben können, aber es ist etwas, wir nehmen es durch das Bewusstsein wahr. Wir gehen nun davon aus, dass die christliche Lehre richtig ist. Warum hat der allmächtige Gott dieses Theater namens: SEIN geschaffen? Wofür? Wenn die Antwort kommt, er war gelangweilt, er wollte anderen die Möglichkeit geben, seine Schöpfung zu bewundern usw. deutet es doch darauf hin, dass es sich nicht um einen perfekten oder allmächtigen Gott handele, sondern um eine menschliche Projektion.
2. Warum existierte der Teufel, die Schlange, im Garten Eden?
3. Warum existiert Satan, das Böse, das Böse überhaupt, wenn Gott allmächtig ist? Konnte er es nicht mit einem Fingerschnippen ausmerzen? Warum das ganze Drama? Wenn sie sagen, Adam und Eva hätten es selbst verursacht, weil sie den Apfel von Gut und Böse aßen, warum hat der allmächtige und GUTE Gott es dann zugelassen? Warum hat er überhaupt diese Möglichkeit geschaffen, dass es einen verdammten Baum mit Äpfeln gibt, der dich in die Verdammnis bringen wird bzw. sogar in die EWIGE Verdammnis?
4. Warum kann ein allmächtiger Gott Neid, Wut usw. empfinden? Für mich macht ihn das nicht zu einem Gott. Gefühle sind Ausdrücke eines bewegten und besorgten Geistes. Und wieso hat ein Gott ein völkisches Weltbild und wählt Völker aus, die SEINE sind? Klingt das nicht alles absurd, wenn wir das unendliche große und weite Universum anschauen?
5. Wenn Satan immer noch auf der Erde aktiv ist, warum kann Gott ihn dann nicht einfach töten, Gott ist doch allmächtig?
6. Könnte es sein, dass der Gott kein guter Gott ist? Oder eine Form des Deismus? Dass er nicht eingreifen kann? Denn wenn ich auf die Geschichte schaue, ist doch alles voller Gewalt, Vergewaltigung, Folter, Mord... Holocaust (!), Hunger in Afrika, Armut, Sucht, Krankheiten usw. Wie kann ein guter Gott das zulassen? Wenn sie sagen, es sei eine Prüfung Gottes und wir Menschen hätten sie uns selbst auferlegt, dann ist das so, als würde ich nichts unternehmen, wenn ich einen Teenager beobachte, wie er gerade dabei ist, einen anderen Teenager zu erstechen, oder von mir aus: Ich gucke besorgt und weinend zu, wie er den anderen tötet, aber ich tue nichts, weil ich sicher gehen möchte, ob der Teenager (MEIN SOHN!) für den Himmel oder für die Hölle gemacht ist. Ist es nicht absurd? Eine Art Theater, das Gott für sich selbst geschaffen hat, um ... ja wofür denn eigentlich? Um sich zu amüsieren? Was für ein Gott ist das?
7. Warum hat Gott solch ein „Spektakel“ aus SICH SELBST gemacht? Der brennende Dornbusch mit Moses ... der Stimme im Himmel, Jesus usw. Wenn er allmächtig ist, warum dann so viel Aufhebens? Geteilte Meere, Heilungen von Blinden und Buckligen (in einer bereits vergänglichen Welt) WOFÜR? WARUM? Warum sagst du nicht einfach: Hallo, ich bin Gott. So und so ist die Existenz, ich habe sie geschaffen, um dies oder das zu erreichen. Was hat es mit all diesen Symbolismus, Allegorien und Mystizismus auf sich? Warum das Verstecken spielen?
8. Eigentlich fallen alle meine Fragen immer in die gleiche Kategorie, nämlich warum zum Teufel existiert diese Existenz und nicht nichts? Und WOFÜR, dieses Bizarre und mysteriöse Theater mit Prüfungen, Beten, Gesprächen mit Gott über seine Probleme, Salbungen, Weihrauch, ernsten und verurteilenden Blicke, Engeln, Dramen, Erotik. WOFÜR? Es scheint, als wäre der Gott eine Art Sims-Spieler, der Spaß daran hat, mit uns zu spielen. Ist es ein spielender Gott? Für wen sind Mord und Vergewaltigung akzeptabel, es sei denn es ist ein PC-Spiel, nicht wirklich real. Aber selbst wenn es für diesen Gott so ist, aus seinen Augen diese Realität eine Art Simulation ist, so ist es für uns als Menschen phänomenologisch betrachtet ECHTER SCHMERZ.
10. Wenn Gott allwissend ist, dann weiß er doch auch die Zukunft, wieso dann dieses Drama noch beobachten, ist es nicht so, als schaue man sich einen Film an, denn man eh schon kennt? Und wusste Gott denn nicht das sein Sohn (Und er selbst!) gekreuzigt wird?
11. In diesem unendlich großem Universum ist die Chance auf Leben beinahe 100 Prozent. Falls es sich herausstellt, dass es außerirdisches Leben gibt, hat dann Gott sich diesen ebenfalls offenbart?
12. Was ist mit den Tieren? Mit Pflanzen? Was passiert nach dem Ende dieser Welt mit ihnen?
Und die letzte Frage wäre:
13. Auch wenn es vor dem Urknall andere Universen gab, muss es etwas gegeben haben, das zuerst eine Kraft hatte, eben der unbewegten Beweger. Und doch ergibt das für unser Verständnis keinen Sinn, denn es muss immer etwas davor sein, vielleicht haben wir auch eine falsche Vorstellung von Zeit und sie läuft nicht linear, sondern zirkulär. Aber ich kann das sogar als das große letzte Mysterium akzeptieren. ABER Ideen oder Theorien dazu wären von langjährigen orthodoxen Christen mir äußerst interessant.
Auch wenn die Fragen für manche Christen jetzt beleidigend klingen, finde ich keine anderen Worte als mein Herz hier auszuschütten, ich hoffe mir wird das Gegenteil bewiesen oder zumindest werden mir Ideen oder Konzepte vorgestellt an denen ich arbeiten kann. Ich würde gerne wieder zu meinen orthodoxen Wurzeln zurückkehren, mein Herz sagt mir, dass diese Existenz nicht einfach so existieren kann, dieses Sein ist für mich zu bizarr, zu groß und zu erhaben, dass es sich nur um eine rein materialistische Weltordnung handelt, und selbst wenn, würde ich gerne zum Schluss dieses Zitat vom Herrn Wittgenstein hier einbringen:
Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern daß sie ist.
Ich danke allen im Voraus und hoffe meine "Fordernde" Art nach Antworten lässt mich nicht wie ein amoralisches Schwein aussehen. Und ich bin auch sehr offen (und extrem froh!) für Bücherempfehlungen. Die Bibel hab ich nie gelesen. Aber gerne orthodoxe Einführungen in verschiedene metaphysische und theologische Themen, die meine Fragen berühren, dass ich einen Anreiz kriege – nachhause zu kommen und die Bibel in meiner orthodoxen Gemeinde anfange zu lesen. Danke.
Ich wurde ich in den 90er Jahren in Moskau geboren und im Alter von 3 Jahren in einer recht berühmten Kirche in Moskau orthodox auch getauft. Ich habe verschiedene ethische Wurzeln, darunter Russische (Selbstverständlich) und Georgische. Mit 5 Jahren zog ich und meine Familie nach Westeuropa, als Erstes war es Frankreich und erst später dann Deutschland. Ich verlor meine spirituellen Wurzeln. Seitdem habe ich fast nichts mehr mit dem Christentum zu tun gehabt, sondern habe mich mehr mit der Philosophie (insbesondere mit der Phänomenologie, Husserle, Heidegger usw. beschäftigt) und dem Buddhismus (die orthodoxe und ursprüngliche Form davon - Theravada) auseinandergesetzt. In letzter Zeit haben sich jedoch Fragen mir offenbart, von denen ich denke, dass es sich lohnt, sie an CHRISTEN zu richten, hauptsächlich würde ich mich über Antworten von orthodoxen Christen freuen, da diese für mich in meinem Kontext am interessantesten zu sein scheinen.
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Fragen:
1. Warum das ganze Theater namens: Existenz? Warum ist etwas und nicht nichts? Es hätte nichts geben können, aber es ist etwas, wir nehmen es durch das Bewusstsein wahr. Wir gehen nun davon aus, dass die christliche Lehre richtig ist. Warum hat der allmächtige Gott dieses Theater namens: SEIN geschaffen? Wofür? Wenn die Antwort kommt, er war gelangweilt, er wollte anderen die Möglichkeit geben, seine Schöpfung zu bewundern usw. deutet es doch darauf hin, dass es sich nicht um einen perfekten oder allmächtigen Gott handele, sondern um eine menschliche Projektion.
2. Warum existierte der Teufel, die Schlange, im Garten Eden?
3. Warum existiert Satan, das Böse, das Böse überhaupt, wenn Gott allmächtig ist? Konnte er es nicht mit einem Fingerschnippen ausmerzen? Warum das ganze Drama? Wenn sie sagen, Adam und Eva hätten es selbst verursacht, weil sie den Apfel von Gut und Böse aßen, warum hat der allmächtige und GUTE Gott es dann zugelassen? Warum hat er überhaupt diese Möglichkeit geschaffen, dass es einen verdammten Baum mit Äpfeln gibt, der dich in die Verdammnis bringen wird bzw. sogar in die EWIGE Verdammnis?
4. Warum kann ein allmächtiger Gott Neid, Wut usw. empfinden? Für mich macht ihn das nicht zu einem Gott. Gefühle sind Ausdrücke eines bewegten und besorgten Geistes. Und wieso hat ein Gott ein völkisches Weltbild und wählt Völker aus, die SEINE sind? Klingt das nicht alles absurd, wenn wir das unendliche große und weite Universum anschauen?
5. Wenn Satan immer noch auf der Erde aktiv ist, warum kann Gott ihn dann nicht einfach töten, Gott ist doch allmächtig?
6. Könnte es sein, dass der Gott kein guter Gott ist? Oder eine Form des Deismus? Dass er nicht eingreifen kann? Denn wenn ich auf die Geschichte schaue, ist doch alles voller Gewalt, Vergewaltigung, Folter, Mord... Holocaust (!), Hunger in Afrika, Armut, Sucht, Krankheiten usw. Wie kann ein guter Gott das zulassen? Wenn sie sagen, es sei eine Prüfung Gottes und wir Menschen hätten sie uns selbst auferlegt, dann ist das so, als würde ich nichts unternehmen, wenn ich einen Teenager beobachte, wie er gerade dabei ist, einen anderen Teenager zu erstechen, oder von mir aus: Ich gucke besorgt und weinend zu, wie er den anderen tötet, aber ich tue nichts, weil ich sicher gehen möchte, ob der Teenager (MEIN SOHN!) für den Himmel oder für die Hölle gemacht ist. Ist es nicht absurd? Eine Art Theater, das Gott für sich selbst geschaffen hat, um ... ja wofür denn eigentlich? Um sich zu amüsieren? Was für ein Gott ist das?
7. Warum hat Gott solch ein „Spektakel“ aus SICH SELBST gemacht? Der brennende Dornbusch mit Moses ... der Stimme im Himmel, Jesus usw. Wenn er allmächtig ist, warum dann so viel Aufhebens? Geteilte Meere, Heilungen von Blinden und Buckligen (in einer bereits vergänglichen Welt) WOFÜR? WARUM? Warum sagst du nicht einfach: Hallo, ich bin Gott. So und so ist die Existenz, ich habe sie geschaffen, um dies oder das zu erreichen. Was hat es mit all diesen Symbolismus, Allegorien und Mystizismus auf sich? Warum das Verstecken spielen?
8. Eigentlich fallen alle meine Fragen immer in die gleiche Kategorie, nämlich warum zum Teufel existiert diese Existenz und nicht nichts? Und WOFÜR, dieses Bizarre und mysteriöse Theater mit Prüfungen, Beten, Gesprächen mit Gott über seine Probleme, Salbungen, Weihrauch, ernsten und verurteilenden Blicke, Engeln, Dramen, Erotik. WOFÜR? Es scheint, als wäre der Gott eine Art Sims-Spieler, der Spaß daran hat, mit uns zu spielen. Ist es ein spielender Gott? Für wen sind Mord und Vergewaltigung akzeptabel, es sei denn es ist ein PC-Spiel, nicht wirklich real. Aber selbst wenn es für diesen Gott so ist, aus seinen Augen diese Realität eine Art Simulation ist, so ist es für uns als Menschen phänomenologisch betrachtet ECHTER SCHMERZ.
10. Wenn Gott allwissend ist, dann weiß er doch auch die Zukunft, wieso dann dieses Drama noch beobachten, ist es nicht so, als schaue man sich einen Film an, denn man eh schon kennt? Und wusste Gott denn nicht das sein Sohn (Und er selbst!) gekreuzigt wird?
11. In diesem unendlich großem Universum ist die Chance auf Leben beinahe 100 Prozent. Falls es sich herausstellt, dass es außerirdisches Leben gibt, hat dann Gott sich diesen ebenfalls offenbart?
12. Was ist mit den Tieren? Mit Pflanzen? Was passiert nach dem Ende dieser Welt mit ihnen?
Und die letzte Frage wäre:
13. Auch wenn es vor dem Urknall andere Universen gab, muss es etwas gegeben haben, das zuerst eine Kraft hatte, eben der unbewegten Beweger. Und doch ergibt das für unser Verständnis keinen Sinn, denn es muss immer etwas davor sein, vielleicht haben wir auch eine falsche Vorstellung von Zeit und sie läuft nicht linear, sondern zirkulär. Aber ich kann das sogar als das große letzte Mysterium akzeptieren. ABER Ideen oder Theorien dazu wären von langjährigen orthodoxen Christen mir äußerst interessant.
Auch wenn die Fragen für manche Christen jetzt beleidigend klingen, finde ich keine anderen Worte als mein Herz hier auszuschütten, ich hoffe mir wird das Gegenteil bewiesen oder zumindest werden mir Ideen oder Konzepte vorgestellt an denen ich arbeiten kann. Ich würde gerne wieder zu meinen orthodoxen Wurzeln zurückkehren, mein Herz sagt mir, dass diese Existenz nicht einfach so existieren kann, dieses Sein ist für mich zu bizarr, zu groß und zu erhaben, dass es sich nur um eine rein materialistische Weltordnung handelt, und selbst wenn, würde ich gerne zum Schluss dieses Zitat vom Herrn Wittgenstein hier einbringen:
Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern daß sie ist.
Ich danke allen im Voraus und hoffe meine "Fordernde" Art nach Antworten lässt mich nicht wie ein amoralisches Schwein aussehen. Und ich bin auch sehr offen (und extrem froh!) für Bücherempfehlungen. Die Bibel hab ich nie gelesen. Aber gerne orthodoxe Einführungen in verschiedene metaphysische und theologische Themen, die meine Fragen berühren, dass ich einen Anreiz kriege – nachhause zu kommen und die Bibel in meiner orthodoxen Gemeinde anfange zu lesen. Danke.