Christlicher Glaube und zeitgeistige Rituale
Verfasst: 31.07.2019, 08:58
Liebe Alle,
ich war am Wochenende bei guten Bekannten eingeladen. Deren Tocher hat kürzlich eine süße Tochter geboren. Da die Eltern Kinder des Zeitgeistes sind, haben sie sich entschossen, das Kind nicht taufen zu lassen. D.h. genau genommen stehen sie der Taufe nicht von vornherein ablehnend gegenüber, sondern wollen warten, bis sich das Kind später mal selbst dafür oder dagegen entscheidet.
Eine Haltung, die heute ja in einer Zeit, in der das Unverbindliche das einzig Verbindliche ist, nicht allzu selten anzutreffen ist. Für Christen ist es selbstverständlich, seine Kinder an dem, was einem selber wichtig ist, von der ersten Sekunde des Lebens an teilhaben zu lassen und ihnen die eigenen Werte weiterzugeben. Was aber, wenn es sich beim Glauben nicht um das Wichtigste handelt? Tja.
Darum wurde entschieden, bei einer Gartenparty Bäume zu pflanzen und gute Wünsche für die Kleine mit Papierbändern daran zu befestigen sowie mittels Seifenblasen, die diese Wünsche ans "Universum" herantragen sollen, eine Art säkulare Ersatzfeier zu inszenieren.
Wie soll man sich da verhalten? Einerseits mag ich die Leute ja und möchte Sie nicht vor den Kopf stoßen. Schon gar nicht soll das Kind das Leidtragende sein. Ich habe mich so aus der für mich sehr unangenehmen Situation gerettet, dass ich der Kleinen alles erdenklich Gute und Gottes Segen gewünscht, ihr ein kleines Kreuz auf die Stirn gemacht und ein stilles Gebet für sie gesprochen habe. An der Band- und Seifenblasenaktion habe ich mich allerdings nicht beteiligt. Glücklicherweise waren genug Leute da.
Es ist für mich immer noch die Frage, wie man sich in diesen - zunehmend häufiger vorkommenden - Situationen verhalten soll. Ich bringe im persönlichen Gespräch natürlich schon zum Ausdruck, dass ich einen völlig anderen Zugang zum Mysterium der Taufe habe und mich deswegen auch an keinen säkularen Ersatzritualen beteilige, aber es wird eben meist falsch aufgefasst und dann ist man eben der Traditionalist, der Spießer, der intolerante Erzkonservative oder was weiß ich nicht alles und wird geschnitten. Ich möchte aber meinen Glaubensüberzeugungen treu bleiben und mir trotzdem ein Mindesmaß an Gesellschaftsfähigkeit erhalten. Ein Spagat, der zunehmend schwerer wird.
Wie geht Ihr mit solchen Situationen um? Es würde mich diesbezüglich auch sehr interessieren, was ein Priester dazu zu sagen hat. Würde mich freuen.
Viele liebe Grüße
Johannes
ich war am Wochenende bei guten Bekannten eingeladen. Deren Tocher hat kürzlich eine süße Tochter geboren. Da die Eltern Kinder des Zeitgeistes sind, haben sie sich entschossen, das Kind nicht taufen zu lassen. D.h. genau genommen stehen sie der Taufe nicht von vornherein ablehnend gegenüber, sondern wollen warten, bis sich das Kind später mal selbst dafür oder dagegen entscheidet.
Eine Haltung, die heute ja in einer Zeit, in der das Unverbindliche das einzig Verbindliche ist, nicht allzu selten anzutreffen ist. Für Christen ist es selbstverständlich, seine Kinder an dem, was einem selber wichtig ist, von der ersten Sekunde des Lebens an teilhaben zu lassen und ihnen die eigenen Werte weiterzugeben. Was aber, wenn es sich beim Glauben nicht um das Wichtigste handelt? Tja.
Darum wurde entschieden, bei einer Gartenparty Bäume zu pflanzen und gute Wünsche für die Kleine mit Papierbändern daran zu befestigen sowie mittels Seifenblasen, die diese Wünsche ans "Universum" herantragen sollen, eine Art säkulare Ersatzfeier zu inszenieren.
Wie soll man sich da verhalten? Einerseits mag ich die Leute ja und möchte Sie nicht vor den Kopf stoßen. Schon gar nicht soll das Kind das Leidtragende sein. Ich habe mich so aus der für mich sehr unangenehmen Situation gerettet, dass ich der Kleinen alles erdenklich Gute und Gottes Segen gewünscht, ihr ein kleines Kreuz auf die Stirn gemacht und ein stilles Gebet für sie gesprochen habe. An der Band- und Seifenblasenaktion habe ich mich allerdings nicht beteiligt. Glücklicherweise waren genug Leute da.
Es ist für mich immer noch die Frage, wie man sich in diesen - zunehmend häufiger vorkommenden - Situationen verhalten soll. Ich bringe im persönlichen Gespräch natürlich schon zum Ausdruck, dass ich einen völlig anderen Zugang zum Mysterium der Taufe habe und mich deswegen auch an keinen säkularen Ersatzritualen beteilige, aber es wird eben meist falsch aufgefasst und dann ist man eben der Traditionalist, der Spießer, der intolerante Erzkonservative oder was weiß ich nicht alles und wird geschnitten. Ich möchte aber meinen Glaubensüberzeugungen treu bleiben und mir trotzdem ein Mindesmaß an Gesellschaftsfähigkeit erhalten. Ein Spagat, der zunehmend schwerer wird.
Wie geht Ihr mit solchen Situationen um? Es würde mich diesbezüglich auch sehr interessieren, was ein Priester dazu zu sagen hat. Würde mich freuen.
Viele liebe Grüße
Johannes