Herztransplantation

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Emanuel
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Herztransplantation

Beitragvon Emanuel » 17.11.2013, 14:36

Guten Tag,

ich habe vor Kurzem von einer Psychotherapeutin gehört, dass sie einen Klienten hat, der das Herz eines Anderen transplantiert bekommen hat. Dieser Mensch hat nun seit der Operation Erscheinungen, die ihm selbst sehr fremd sind. Zum Beispiel sieht er Menschen auf der Straße und fühlt eine tiefe Verbundheit zu ihnen, die Verbindung ist so stark, dass er den Eindruck hat die fremden Menschen sehr gut zu kennen. Er hat auch neue Bedürfnisse für manche Dinge die ihn noch nie interessiert haben. Seine Wert- und Normvorstellung hat sich verändert. Das Gefühl zu seiner Frau und seinen Kindern hat sich verändert. Er träumt über Menschen die er noch nie gesehen hat und er fühlt sich zu fremden Gewohnheiten und Versuchungen hingezogen.

Da stellt sich mir nun die Frage, ob ein Teil der Seele des verstorbenen Ureigentümers des Herzens nun in seinem Körper weiterlebt?
Ich weiß, dass es Reinkarnation nicht gibt. Ich kann mir auch schlecht vorstellen, dass die Seele des verstorbenen Ureigentümers des Herzens nur zum Teil vor das Gericht Gottes erschienen ist und der andere Teil noch auf Erden, in einem fremden Körper, mit einer fremden Seele weiterlebt und verschmolzen ist oder im Konflikt mit ihr steht. Dennoch sagt man, dass die Seele gleichzusetzen ist, mit den psychologischen Begriff "Unterbewusstsein", also alles was unserer Wahrnehmung verborgen ist.
Wie kann es dann sein, das dieser Klient mit einem fremden Herzen, andere Bedürfnisse, Träume, Wünsche und Gewohnheiten wahrnimmt und sogar ein verändertes Liebesgefühl für seine Familie entwickelt?
Ist es möglich in einem Körper zwei Seelen zutragen? Und wie geht man damit um?
Wenn jemand so ein Problem hat, wie hilft man ihm? Was sagt man zu ihm? - außer das er beten soll

Liebe Grüße
Emanuel
Gott befohlen!

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Priester Alexej
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Re: Herztransplantation

Beitragvon Priester Alexej » 20.11.2013, 23:46

Grüß Gott!

Zu diesem Thema empfehle ich die Sozialdoktrin der Russischen Orthodoxen Kirche zu lesen. http://orthpedia.de/images/c/cb/Kas_1369-544-1-30.pdf

"In der Heiligen Schrift wird der Tod als das Scheiden der Seele vom Körper beschrieben (Ps 146.4 / Original: 145.4, Lk 12.20)." Ist der Spender also gestorben, kann man sicher sein, dass seine Selle voll und ganz bei Gott ist.
Was den Klienten angeht, würde ich vermuten, dass es sich um psychische Folgen seiner Krankheit und der Transplantation handelt. Nach einer längeren Krankheit, bei der man womöglich dem Tode nahe war, nach einer schwehren OP, kann es zu psychischen und emotionalen Veränderung kommen. Manche Menschen ändern nach solchen Erlebnissen ihr ganzes Leben und alle ihre bisherigen Ansichten.

IC
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.


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