Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
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Ehemaliger
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Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
Wir, die wir Bekehrte, Gläubige sind, die wir täglich danach streben, den Herrn Jesus Christus anzuziehen und uns dem ‚Fleisch‘ in unserem Sein und Tun nicht zur Verfügung stellen, auch wir haben es nötig, die Schrift zu ‚nehmen und zu lesen‘. Warum? Dafür gibt es zumindest zwei Gründe.
Erstens, alle unsere orthodoxen Gottesdienste setzen eine Vertrautheit mit der Bibel voraus, mit ihren Geschichten, ihren Bildern. Beim Besuch des Bischofes in einer Gemeinde singt der Chor beim Einzug „ Die Propheten haben dich aus der Höhe verkündet, Oh Jungfrau: Das Gefäß, den Leuchter, den Tisch, den nicht von Menschenhand gebrochenen Stein, das goldene Weihrauchfass, den Tabernakel, das undurchschreitbare Tor, den Palast, die Leiter und den Thron des Königs“. Der Verfasser dieses Hymnus, der dies schrieb, glaubte, dass seine Hörer diese Bilder aus dem Alten Testament sehr wohl wiedererkennen würden. Er setzte voraus, dass alle Christen des „Gefäß“ wiederkennen, in dem das Manna aufbewahrt wurde, das im Allerheiligsten aufbewahrt wurde und von dem in Exodus 16 die Rede ist. Er setzte voraus, dass alle Christen vom nicht von Menschenhand gebrochenen Stein wussten, der in den Prophezeiungen Daniels eine Rolle spielt. Er erwartete von Hörern seines Hymnus, dass sie diese Bilder als Typus und Vorausahnungen der Mutter Gottes erkennen. Nun, heute sind wir leider auf der sicheren Seite wenn wir behaupten, dass viele, wenn nicht sogar die meisten, Orthodoxen nicht ausreichend mit diesen Geschichten vertraut sind um ihre Bedeutung im bischöflichen Hymnus sofort erkennen oder deuten zu können. Und das ist eine Schande weil das beinhaltet, dass uns viel vom Reichtum der kirchlichen Katechese verloren gegangen ist. Und wir werden immer ärmer. Es gibt eine große klaffende Spalte zwischen unseren liturgischen Texten und unserem Verstehen, zwischen den Lehren unserer Väter und unserer Fähigkeit, sie zu erfassen. Aber diese Kluft ist nicht unüberbrückbar. Wir können über sie leicht hinwegkommen wenn wir die Heilige Schrift studieren.
Und es gibt noch einen weiteren wichtigen Grund für das Studium der Schrift als allein das bessere Verstehen liturgischer Hymnen- Der Hl. Chrysostomos sagte einmal: „Die Unkenntnis der Schrift ist ein großer Schlund“. Damit meinte er, dass jemand, der die Schrift nicht gut kennt, sehr leicht in den Schlund der Weltbezogenheit fallen kann. Wenn das in den Tagen des Hl. Chrysostomos wahr war, dann um so mehr heute. Damals hatte die säkulare Umwelt eine entschiedene christliche Prägung, als der Großteil der Bevölkerung von Antiochien oder Konstantinopel am Sonntag in die Kirche ging. Und heute, da der größte Teil der Bevölkerung nicht zur Kirche geht und dementsprechend dem christlichen Glauben eher feindschaftlich oder ablehnend gegenüber steht ist das noch relevanter. Wenn man heute der ‚Menge‘ am Sonntag folgt dann wird man sich sehr wahrscheinlich an gefährlicheren Stellen wiederfinden.
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Ehemaliger
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Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
Der Hl. Paulus ermahnt uns eindringlich: „Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern wandelt euch und erneuert euer Denken, damit ihr prüfen und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt, was gut und vollkommen ist.“ In einer modernen Übertragung lautet das so: „lasst euch nicht von der Welt in ihre Formen pressen“. Wie wir alle feststellen können ist die Welt sehr gut darin, uns in ‚ihre Formen zu pressen‘ und sie übt diesen Druck jedes Mal aus wenn wir den Fernsehapparat anmachen oder das Radio, ein Buch oder eine Zeitschrift lesen – oder (vielleicht ganz besonders dann – wenn Fernsehen, Radio oder ein Buch ‚geistlich‘ werden. Die passende Antwort auf diesen Druck ist es nicht, sich einfach äußerlich von der Welt abzuschneiden, ins Kloster zu gehen oder in einer selbst konstruierten Fantasiewelt von Fundamentalismus zu leben. Die Antwort ist ‚innerlich‘. Der Herr hat Seinen Jüngern versprochen, dass wenn sie einen tödlichen Trank zu sich nähmen, sie keinen Schaden nehmen würden. (Mk 16, 18). Auf die gleiche Art können wir die Kultur und die Lebensweise unserer Welt zu uns nehmen und nicht geschädigt werden wenn wir vorher das Gegenmittel zu den Lügen der Welt ‚eingenommen‘ haben – nämlich, die Wahrheit der Schrift wie sie vom Rest der apostolischen Tradition interpretiert wird. So wie es der Psalmenschreiber sagt:
„ Wie geht ein junger Mann seinen Pfad ohne Tadel? /Wenn er sich hält an dein Wort. Ich berge deine Worte im Herzen, /damit ich gegen dich nicht sündige.“
Die Heilige Schrift in uns aufzunehmen, sie zu ‚essen‘ (auch ein Bild aus der Bibel), sie wiederzukäuen kann uns in Sicherheit bewahren.
Das meint natürlich, dass wir uns der Heiligen Schrift mit dem Ziel nähern, unser Leben verwandeln zu lassen und nicht nur geistige oder akademische Kenntnis zu erlangen. Die Schrift ist nicht dazu da, unser Wissen zu vermehren sondern unser Leben zu gestalten (Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg). Akademisches Wissen ist wunderbar, aber dieses Wissen darf nicht in unseren Köpfen bleiben, es muss 30 - 40 cm tiefer sinken. Von unseren Köpfen in unsere Herzen. Der Hl. Paulus sagt uns: „Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein. (2. Tim, 3, 16;17). Wenn wir nur lesen, um Wissen zu erlangen, dann lesen wir falsch. Ja, es ist sogar gefährlich, denn wir könnten uns für heilig halten obwohl wir nur belesen sind. Belesen zu sein ist großartig, aber am Letzten Tage wird uns der Herr uns nicht danach fragen wie belesen wir sind. Er wird uns fragen wie heilig wir sind. Darüber inwieweit wir uns von dieser Welt haben ‚in ihre Form‘ pressen lassen. Und wenn wir erwidern, dass, nun, ja, schon, wir haben uns pressen lassen aber eine wichtige Abhandlung über die makkabäische Datierung des Buches Daniel geschrieben haben, dann werden erleben, dass das keinen großen Eindruck hinterlässt.
Darum also sollten wir „nehmen und lesen“: um unsere Erfahrung in der Anbetung im Hier und Jetzt zu bereichern und um in Ruhe der kommenden Zeitalter entgegensehen zu können.
F. Lawrence Farley
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Ehemaliger
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Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
diese Postings, das ich hier hereingestellt habe berühren ein mir sehr wichtiges Anliegen.
Bei allem Verständnis für die "Kalenderfrage", den Problemen mit den "Jurisdiktionen" oder auch des "Ökumenismus" kommt mir in unseren Beiträgen unser 'eigentlicher Glaube' zu kurz.
Was wenn uns einer am Arbeitsplatz anspricht: "He, ich habe gehört, du bist Christ (NICHT ausdrücklich Orthodoxer). Wieso eigentlich?" Was sagen wir dann? Wie 'verkünden' wir denn die gute Botschaft? Sind wir denn in der Lage, so wie Paulus es von uns erwartet, Rechenschaft über das abzulegen, was unsere Hoffnung ist? Gehören wir zu denen, die 'täglich in den Schriften forschen'?
Wir Orthodoxen haben etwas zu sagen. Und das nicht nur zu Katholiken oder Protestanten; und dabei die Frage nach dem Proselytentum zu berühren. Wir haben allen Menschen etwas zu sagen von Gott und Seiner Liebe. Aber wer weiss eigentlich wo das Gleichnis vom z.B. guten Samariter in der Schrift steht? Oder warum wir sagen: Himmlischer König (wieso grade das?), Tröster (was/wen meinen wir da? Und warum?) Geist der Wahrheit (worauf beziehen wir uns?), Der Du überall bist und alles erfüllst (???).
Wäre es nicht einen Anlauf wert, hier, in diesem Forum etwas davon aufzuzeigen? Schrift und Orthodoxie sind ja wahrlich nichts sich Fremdes. Im Gegenteil, es waren sozusagen 'unsere Leute', die sie geschrieben haben.
Mein Vorschlag: Lasst uns unseren Glauben in "Beitrag und Schrift" hier im Forum lebendiger sein als das bislang der Fall ist. Wir haben mit Igor und Vater Alexej und auch anderen genügend an Bord um das leisten zu können. Wobei ich nicht meine, das sei deren Aufgabe. Rechenschaft über seine Hoffnungabzugeben ist Aufgabe aller Christen.
Liebe Grüsse
Benedikt
Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
ich danke Dir für dieses sehr schöne Thema.
Wenn ich so über F. Lawrences Text nachdenke, dann herrscht bei mir vor allem ein Gedanke vor:
Ich habe noch viel zu lernen und zu beHERZigen.
Obwohl ich heute deutlich mehr "Schrift" lese als früher und mir Zusammenhänge noch und noch aufgehen - ich merke das immer sehr deutlich wenn die grosse Fastenzeit wieder beginnt und des Kanon des Andreas gelesen wird! - fühle ich mich doch sehr als Anfängerin.
Zusätzlich kommt bei mir noch, dass ich viele Verständnis-Automatismen, die mir von früher noch anhängen, überwinden muss. Es ist für mich ein grosser Gewinn, die Orthodox Study Bible zu lesen mit ihren wertvollen Verweisen auf die Auslegungstradition der Väter und der Kirche überhaupt.
Das ist mir sehr wichtig geworden: Die Schrift so zu lesen und zu verstehen, wie die Kirche sie versteht. (Das habe ich ja auch bei meiner Aufnahme so versprochen) Denn wir wissen ja alle, dass das Lesen der Schrift allein nicht automatisch zum Verständnis führt. Lukas hat uns das ja in der Apostelgeschichte berichtet, ...
Ich möchte mich gerne senden lassen vom Heiligen Geist wie Philippus... das wenige, was ich begriffen habe, weitergeben, und doch fühle ich auch, dass ich ganz oft einen Philippus benötige, der mir aufzeigt, was gemeint ist.30Da lief Philippus hin und hörte, dass er den Propheten Jesaja las, und fragte: Verstehst du auch, was du liest?
31 Er aber sprach: Wie kann ich, wenn mich nicht jemand anleitet? Und er bat Philippus, aufzusteigen und sich zu ihm zu setzen.Apg 8
Du erwähnst das Gebet "Himmlischer König" und genau diese Fragen gehen mir im Moment auch immer wieder im Kopf herum:
Was mich beschäftig ist: Wenn doch der Heilige Geist "überall ist und alles erfüllt"... auch mich erfüllt... warum bete ich dann täglich "komm und wohne in uns"? Ich bin doch gesalbt... also wohnt Er doch schon in mir?Oder warum wir sagen: Himmlischer König (wieso grade das?), Tröster (was/wen meinen wir da? Und warum?) Geist der Wahrheit (worauf beziehen wir uns?), Der Du überall bist und alles erfüllst (???).
Meine Antwortversuche:
- es geht um meine Offenheit. Darum, dass der Heilige Geist nicht nur in mir ist, sondern wirklich so WOHNUNG NEHMEN darf in mir, dass Er mich und mein Leben verändern kann.
- es geht auch um das UNS. Komm und wohne in UNS. Wohne mit uns. Verändere unsere Beziehungen in deinem Sinn. So dass wir als Gemeinschaft wirklich LEIB CHRISTI sind.
Was denkt Ihr dazu?
Ein anderes Thema, das mich auch sehr beschäftigt. Ich denke, dass bei Dir, Benedikt, auch etwas davon anklingt, wenn du davon sprichst, dass wir von unserer Hoffnung reden.
Dieses Thema ist der "Transfer" von dem, was ich verstanden habe, dahin, dass ich es auch erfasse, dass es Teil meines Handelns wird. Darin tue ich mir noch sehr schwer. Ich kann zu vielem, was ich in der Schrift oder bei den Vätern lese, ein begeistertes JA, GENAUSO ist es! sagen. Aber man merkt so wenig davon dann in meinem Handlungen, in meiner kümmerlichen Liebe.
Und doch wäre es vermutlich oft die Liebe, untereinander und zu Fremden, die aufhorchen liesse, die Menschen dazu bringen könnte zu fragen nach unserer Hoffnung, unsern Beweggründen.
Das sind so meine Sonntagmorgen-Gedanken.
Habt einen gesegneten Tag
Maria
Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
vielen Dank für diese Frage, die uns vornehmlich beschäftigen sollte.
Nun, ich persönlich - zumal ein in die Orthodoxie Hineingeborener - stehe da weit hinter Dir oder Mary. Bei mir haben sich diese Fragen noch gar nicht gestellt (vielleicht muss es das auch nicht), aber das Verständnis der Heiligen Schrift ist etwas, das ich seit sehr langer Zeit als offenen Punkt in mir spüre - auch vor meiner ... ähm, aktiv-orthodoxen Zeit (was für ein Abschuss von einem Wort...).
Ich danke dem Herrn, denn er hat mir zum Beispiel Wegbegleiter gegeben, die mich da mitnehmen. Alleine hätte ich die Möglichkeit nicht. Und ich bin eigentlich - wie es immer ist - unwürdigerweise beschenkt worden: ich hatte auch nie aktiv danach Ausschau gehalten.
Ich bete, dass mir die Wegbegleiter erhalten bleiben.
Desweiteren erhielt ich mal etwas, das Fr. Hopko sagte wie man die Schrift lesen sollte (ich finde das leider gerade nicht).
@Mary: ich sehe es genau so: Er ist überall, aber in uns Wohnung zu nehmen ist nichts örtliches, sondern die Bitte, Er möge in uns wirken (und das müssen wir selber wollen - das Gebet soll dies zum Ausdruck bringen). (Es erinnert mich ein bißchen an die Fragen was und wo ist das Paradies/ die Hölle)
Wo kann ich die Orthodox Study Bible bestellen?
(Und noch etwas: über den Teil der Apg mit dem Apostel Phillip und dem Äthiopier las ich erst vorgestern in Vt. Seraphim Roses Buch "Königsweg in die Postmoderne". (Schon wieder so ein kleiner Zufall, man liest etwas und ein zwei Tage später ist es plötzlich ein Thema, was vorher nie der Fall war....)
Alles Liebe,
Nassos
- Igor
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Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
Auch von mir zuerst ein Dankeschön an Benedikt, dafür, dass er diesen Strang eröffnet hat. Ich habe vor kurzem das Buch von Pro. Osipov gelesen “Aus dem Zeitlichen in die Ewigkeit“, welches mich sehr beeindruckt hat und mir aufgezeigt hat, dass vieles in unserem Tun und Denken in unserem irdischen Leben nichtig ist und dass wir das Wesentliche, nämlich unsere Errettung, nicht aus dem Blick lassen sollten und unser Tun und Denken darauf hin ausrichten sollten.
Kurz zu einem Punkt in Marys Beitrag:
In meinem Verständnis ist es wie folgt:Mary hat geschrieben:Du erwähnst das Gebet "Himmlischer König" und genau diese Fragen gehen mir im Moment auch immer wieder im Kopf herum:Was mich beschäftig ist: Wenn doch der Heilige Geist "überall ist und alles erfüllt"... auch mich erfüllt... warum bete ich dann täglich "komm und wohne in uns"? Ich bin doch gesalbt... also wohnt Er doch schon in mir?Oder warum wir sagen: Himmlischer König (wieso grade das?), Tröster (was/wen meinen wir da? Und warum?) Geist der Wahrheit (worauf beziehen wir uns?), Der Du überall bist und alles erfüllst (???).
Meine Antwortversuche:
- es geht um meine Offenheit. Darum, dass der Heilige Geist nicht nur in mir ist, sondern wirklich so WOHNUNG NEHMEN darf in mir, dass Er mich und mein Leben verändern kann.
- es geht auch um das UNS. Komm und wohne in UNS. Wohne mit uns. Verändere unsere Beziehungen in deinem Sinn. So dass wir als Gemeinschaft wirklich LEIB CHRISTI sind.
Was denkt Ihr dazu?
Wir beten darum, dass der Hl. Geist in uns wirke, weil wir von Gott auf Grund Seiner unendlichen Liebe einen freien Willen bekommen haben. Wir können uns Ihm anschließen und den Hl. Geist in uns wirken lassen oder auch nicht, uns ihm letztendlich widersetzen. Letzteres tun wir sehr häufig (mit „wir“ meine ich auch „ich“), wir sündigen, wir tun unseren eigenen Willen anstatt das zu tun, was wir jeden Tag im „Vater Unser“ beten “Dein Wille geschehe…“. Deshalb rufen wir den Hl. Geist an, dass er zumindest für die Dauer des nachfolgenden Gebets – denn die Anrufung erfolgt ja bei den Eingangsgebeten – unsere Gedanken nicht vom Gebet zu Gott abschweifen lasse und unser Tun und Handeln sowie unser Denken mit dem Willen Gottes vereine.
Ich habe etwas naturwissenschaftlichen Hintergrund, daher ist es für mich immer sehr anschaulich, wenn ich Beispiele aus diesem Bereich verwende: Wenn zwei Kräfte wirken, dann ist die resultierende Kraft maximal, wenn beide in die gleiche Richtung (in den gleichen Richtungssinn) wirken (sog. Kräfteparallelogramm bzw. Vektoraddition). So ist es auch mit Gottes Willen und dem eigenen Willen. Wenn beide in die gleiche Richtung wirken, dann ergibt sich der maximale Fortschritt. Deshalb sollten wir, bevor wir etwas tun, versuchen zu erkennen, was Gottes Wille ist und unsere Bemühungen darauf hin ausrichten. Leider lässt unser Ego das nicht immer zu. Deshalb beten wir zum Hl. Geist „komm und wohne in uns“.
Soweit ein paar Gedanken von mir dazu (ich hoffe, dass ich mit meiner Mathematik/Physik hier niemanden gelangweilt habe).
In Christo
Igor
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Ehemaliger
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Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
„Wenn die Landleute den Samen einmal ausgestreut haben, so ist damit noch nicht Alles gethan, sondern es bedarf jetzt noch großer Sorgfalt. Wenn sie jetzt nicht die Erde auflockern und den gesäten Samen damit bedecken, so haben sie für die hungrigen Vögel gesät. So säen auch wir in die Luft, wenn wir nicht durch fortwährende Wiederholung den ausgestreuten Samen des göttlichen Wortes hegen und pflegen. Denn theils nimmt ihn dann hinweg der böse Feind, theils läßt ihn unsere Gleichgültigkeit verderben, theils verdorrt ihn die Sonne, theils geht er durch Regen zu Grunde, theils wird er von Dornen erstickt. Es genügt keineswegs, einmal zu säen und dann fortzugehen, sondern wenn man Früchte ernten will, muß man noch gar große Sorgfalt und Mühe aufwenden, man muß Vögel verscheuchen, Disteln ausrotten, felsige Stellen mit fruchtbarer Erde überdecken, alles Schädliche fernhalten, abwehren und beseitigen. Beim Erdreich nun kommt Alles auf den Ackersmann an, denn leblos, wie es ist, kann es sich nur leidend verhalten. Bei dem geistigen Erdreich verhält es sich nicht also. Da ist nicht Alles Sache des Lehrers, sondern, wenn nicht das Meiste, so ist doch wenigstens die Hälfte Sache der Lernenden. Unsere Sache ist es, den Samen auszustreuen, die eurige, das Gesagte ins Werk zusetzen, im Gedächtniß zu behalten, die Früchte guter Werke aufzuweisen, die Disteln sammt der Wurzel auszurotten...
Die Distel ist ein zähes und unzartes Ding und wächst, ohne daß man sie gepflanzt hat. Wenn wir sie aber ausrotten wollen, müssen wir auch forschen, wo sie wachse. Sie findet sich an Abhängen, an steinigen, trockenen Plätzen, wo keine Feuchtigkeit ist. Ist nun ein Mensch hart und schroff, d. h. unbarmherzig, so wachsen bald Disteln in seinem Herzen. Wollen die Landleute die Distel ausrotten, so nehmen sie dazu nicht die Sicheln. Was thun sie denn sonst? Sie nehmen Feuer zu Hilfe und bringen so das Unkraut ganz und gar aus dem Erdboden. Es ist durchaus nicht hinreichend, die Pflanze nur oben abzuschneiden, weil ja sonst die Wurzel im Boden noch bleibt; es genügt auch nicht, die Wurzel aus dem Boden zuziehen, weil immer noch Fasern derselben zurückbleiben, wie auch nach Beseitigung irgend einer schlimmen körperlichen Krankheit immer noch Reste und Spuren derselben übrigbleiben. Darum muß das Feuer durch seine Hitze all jenen Saft der Disteln gleich einem Giftstoffe aus dem Schooße der Erde herausziehen. Gleichwie nämlich ein Schröpfkopf, den man auf den Körper legt, alle bösen Säfte an sich zieht, so saugt auch das Feuer alles von den Disteln herstammende Böse aus der Erde aus und reinigt sie dadurch…
Auch wir besitzen ein Feuer, welches diese böse Neigung in unserm Herzen vertilgt, das ist das Feuer des Geistes. Dieses wenn wir auf unser Herz wirken lassen, so rotten wir nicht nur die Disteln, sondern auch jede Spur und Faser derselben aus. So lange nämlich noch eine solche in der Seele zurückbleibt, ist jede Bemühung vergeblich.“
Aus der Auslegung des Hl Chrysostomos
Gefunden im 2. Band von
http://www.amazon.de/Texte-Kirchenv%C3% ... 974&sr=1-6
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Ehemaliger
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Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
ich beziehe mich auf Dich in meiner Antwort, aber ich meine ebensosehr mich. Ich werde in der Wortwahl etwas eiern, denn: Ich mag kein "wir" schreiben, da ich nichts Allgemeingültiges zu berichten habe, ich sage ungern dauernd "ich", da ich hier keinen Seelenstriptease veranstalten will und "ich" eher unwichtig bin und auch das "uns" ist mir zu allgemein, denn ich bin kein Lehrer sondern einfacher Christ und habe keine Aussagen, die immerzu "uns" rechtfertigen würden. Ich bitte also Dich/Euch mit 'weichen' Augen zu lesen.
Warum beten wir immer und immer wieder: 'Komm und wohne in uns'?
Wir sind getauft und also Glieder am Leib Christi und wir sind versiegelt worden also ist uns der Heilige Geist gegeben. So lese ich das Fettgedruckte oben (was natürlich ich gemacht habe und nicht der Hl Chrysostomos.)
"Euch wird Kraft gegeben" so schreibt der Hl Paulus, und "Auch wir besitzen ein Feuer . . . das ist das Feuer des Geistes" das schreibt der Hl Chrysostomos. Und noch einen oben drauf: "Die Sünde soll nicht über euch herrschen; denn ihr steht . . . unter der Gnade." (Röm 6, 14). Und noch weiter: "Erweist euch als heilig, und seid heilig (also sündenfrei), weil ich heilig bin. " (Lev 11, 44), und das bezieht sich nicht nur auf alttestamentarisches Umgehen mit Altar oder Priestern. Zu sehen (neben vielen anderen Beispielen) daran, dass Gott selber Heiligung fordert in der Heiligung des Volkes (Gen 19) bevor Er Moses die Gesetze gibt, oder in der Heiligung des gesamten Volkes bei der Überquerung des Jordan und dem Eintreten in das Gelobte Land (Jos 3). Interessant ist, dass in beiden Fällen beide Teile etwas zu tun haben. Am Sinai sagt Gott: Gen 19, 10) "Heilge das Volk" (Moses tut etwas im Auftrage Gottes, das Volk also eher 'passiv') und sie sollen ihre Kleidung waschen (also aktiv). Und auch in Jos. 3 fordert Josua das Volk zu aktivem Tun auf. Im Vers 5 steht: "heiligt euch".
Und nun der Hl Petrus in seinem ersten Brief: " Deshalb umgürtet euch und macht euch bereit! Seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch bei der Offenbarung Jesu Christi geschenkt wird. Seid gehorsame Kinder und lasst euch nicht mehr von euren Begierden treiben wie früher, in der Zeit eurer Unwissenheit. Wie er, der euch berufen hat, heilig ist, so soll auch euer ganzes Leben heilig werden. Denn es heißt in der Schrift: Seid heilig, denn ich bin heilig."
Ich glaube unser immer wieder und wieder getanes Gebet um den Hl Geist hat etwas damit zu tun, dass wir immer wieder "unsere Kleider" (im Sinne von Moses und Josua) schmutzig machen. Ich möchte Igors Kräfteparallelogramm ein zweites Bild zur Seite stellen.
Wir sind im Grunde wie Flaschen, leere Flaschen. Und darin kommt 'etwas' hinein. Entweder das, was wir hineinfüllen oder der Heilige Geist, der uns gegeben ist. Ich meine das Bild ginge, da wir ja aus der Schrift Ausdrücke haben wie: 'erfüllt' vom Hl Geist (Apg, Pfingstpredigt) oder auch die Worte des Herrn: "Ein unreiner Geist, ... sagt ...: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. Und wenn er es bei seiner Rückkehr sauber und geschmückt antrifft, dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. So wird es mit diesem Menschen am Ende schlimmer werden als vorher." (Luk 11).
Wir Menschen sind also kein 'neutraler Boden' auf dem 'sich' etwas abspielt. Gott 'spielt' darauf und wir auch. Und das immerzu, jeden Tag, in jedem Gebiet unseres Lebens. Und die Frage, die uns zu beschäftigen hat ist wohl: was ist das Resultat; Sünde oder Heiligkeit? Haben wir den 'alten' Menschen abgelegt und den 'neuen' angelegt? (Eph 4, 22-24. Die beiden Ausdrücke stehen im Infinitiv des Aorist und bezeichnen eine einmalige, abgeschlossene Handlung oder Geschehen)?
Es gibt Hoffnung: im Vers 17 schreibt der Hl Petrus: "... weil ihr nicht mehr wandeln sollt wie die 'Nationen' wandeln" Und das steht im Imperativ Perfekt. Also etwas was immerzu vonstatten geht. Wir sollen (brauchen?) also nicht mehr in Sünde wandeln, weil wir den neuen Menschen angzogen und den alten abgelegt haben. Punkt. Und das ist bei unserer Taufe und Versiegelung geschehen. ABER: Wie viel ist von dieser Gabe des Heiligen Geistes noch in unserer Flasche drin? Wieviel haben wir durch unser Eigenes ersetzt? es geschehen lassen, dass, um mit Vater Lawrence zu sprechen, die Welt uns geprägt hat und nicht der Geist?
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Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
1. Unsere Haltung unseren Sünden gegenüber ist mehr Selbst- als Gottbezogen. Wir sind mehr an unserem eigenen 'Sieg' über die Sünde beschäftigt als mit der Tatsache, dass unsere Sünden Gottes Herz betrüben.
2. Wir missverstehen ein Leben 'im Glauben' dahingehend, dass wir selber wenig Verantwortung für unsere Heiligung haben. (Herr, mach', dass ich . . . z.B. nicht mehr . . .)
3. Wir nehmen einige Sünden nicht ernst. Wir haben die Sünden kategorisiert, in solche, die inakzeptabel sind und solche, die ein bisschen toleriert werden können. Die Schrift sagt: Es sind die kleinen Füchse, die die Weinberge verwüsten (Hohel 2, 15). Es sind die Kompromisse in den kleinen Angelegenheiten, die zu grösseren Niederlagen führen.
Und darum beten wir immer und immer wieder: "Komm und nimm Wohnung in uns", mach in uns wahr, was doch 'wirk'-lich schon wahr ist. Aber, es bleibt dabei: Wie viel unserer Flaschge sind wir bereit zu leeren, damit der Geist Gottes hinein kann.
In der Ich-Form: Will ich ernstlich damit anfangen und dabei bleiben, Sünde als Beleidigung des Herrn und nicht nur als persönliche Niederlage anzusehen? Bin ich bereit fortan persönliche Verantwortung für meine Sünden anzunnehmen (und mich aktiv für deren Unterlassung zu erziehen) und mich dabei auf nichts anderes als auf Gottes Gnade zu verlassen? Will ich in allen Gebieten meines Lebens Gott gehorchen, ob sie mir unbedeutend oder nicht erscheinen und dementspechend das mir so genehme Kategorisieren in gross und klein zu unterlassen? (das erscheint ähnlich sinnvoll wie die Unterscheidung in 'schwanger' und 'ein bisschen schwanger'). Wie auch Gott mir Sein Wort zukommen lässt, durch die Bibel, die Lehren der Kirche, die Predigt oder auch meine Gschwister.
Darum also bete ich immer und immer wieder: Komm und wohne in uns.
Dein/Euer Benedikt
Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
Die Bilder (Flasche, Kräftevektoren) helfen mir sehr.
Es sind diese "einfachen" Bilder, die im Alltag begleiten und mich auf den rechten (oft so unbequemen) Weg zurückbringen können.
Habe leider grad wenig Zeit zum schreiben, ... weil die Festtage nahen.
hoffentlich bald mehr
Maria
Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift

Hier steht über das Gebet an den Tröster: "Das ist das Gebet an den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist derjenige, der uns alles, was wir über Gott wissen müssen, offenbart. Er ist es, der uns mit Christus vereint. Daher beginnen wir alle unsere Gebete so, sei es zu Hause oder auch in der Kirche. Wenn wir aufrichtig bitten, wir Er uns sicher lehren, wie wir beten müssen. Aber Er wird uns auch in allen unseren Tätigkeiten und Unternehmungen führen, an jedem Tag und in jeder Nacht."
Einfach, aber essentiell - und nicht nur für Kinder gut verständlich.
Lieben Gruß,
Nassos
P.S.: mit diesem Buch bekommt Sohnemann noch besseren Zugang zu den Gebeten, den "Gestalten" etc. Nur dass er glaubt, dass auf dem Buchdeckel die großer Gestallt die "Mamma Engel" des Kindes ist...
Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
ich weiß nicht, ob ich mit meinem nun folgenden Punkt hier richtig bin, aber die Fragestellung nach dem Tröster, der überall ist und ins uns Wohnung nehmen soll, hat mich veranlasst diese Frage doch hier anzuknüpfen.
Und da das Herrengebet (das "Vater Unser") uns gemäß der Schrift vom Herrn gelehrt wurde, wollte ich doch keinen neuen Gebetsstrang aufmachen. Wenn Du denkst, das gehört separiert, dann lass es mich bitte wissen.
Meine ersten Gebetserfahrungen und Beten lernen geht natürlich auf meine Eltern zurück. Was mir am vertrautesten ist und mein Mindestgebet ist nun mal nicht das Jesusgebet, sondern das Vater Unser.
Was mir meine Eltern beibrachten war als Einleitung das Trishagion (Heiliger Gott, Heiliger Starker, Heiliger Unsterblicher, erbarme Dich unser), das Vater Unser und dann als Schluss das Di efchon (Durch die Gebete unserer Heiligen Väter...).
Ich habe mich heute aber zum ersten mal einige Fragen gestellt, liebe Leute, die ich mir bis dato nicht gestellt hatte. Die Einleitung "Vater unser, der Du bist in den Himmeln" ist einigermaßen verständlich (wobei wir sehr gerne auch darüber sprechen können).
Aber was genau verstehen wir unter "geheiligt werde Dein Name"? Welcher Name? wieso muss er geheiligt werden und... von wem? Vielleicht falsche Fragestellungen, aber was habe ich dann darunter zu vestehen?
Christus erklärte uns vieles durch die Evangelien, also denke ich, hatte es auch einen tieferen Sinn, dass er uns dieses unglaublich schöne Gebet, das alles beinhaltet, gab. Ich bilde mir daher ein, dass meine Frage berechtigt ist.
Vielen Dank für Euer Mitmachen. Ich denke, dass das Thema Gebet in Anbetracht der kommenden Fastenzeit bestimmt nicht verkehrt ist. Nicht nur mehr, sondern auch inniger beten zu können.
Euer Nassos
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peter
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- Wohnort: Berlin
Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
kleiner Versuch: "Geheiligt werde Dein Name". Handelt es sich um Gottvater, so kennen wir den Namen nicht, oder vielmehr, Gottvater ist unendlich mehr als ein bloßer Name, obwohl die alten Hebräer vorgeblich ca. 70 Namen gefunden haben wollen. Heilig scheint mir der "Name" Gottes vor allem deshalb, weil er unserem profanen Zugriff absolut entzogen ist. Dennoch dürfen wir als Gotteskinder und Christen "Abba. lieber Vater" oder "Himmlischer Vater" rufen und beten. Wahrscheinlich sind wir es selbst, die den Namen Gottes heiligen, indem wir Ihn anrufen, und uns dadurch selber heiligen. Denn Gottvater Selbst bedarf gewiss keiner "Heiligung", denn Er ist die Quelle der Heiligung. In Jesus Christus ist uns von Gott der Name gegeben, in welchem wir danken und bitten sollen. Denn in Christus als Menschensohn haben wir mittelbaren Zugang zum Vater, und erkennen in Ihm als Gottessohn den Vater. In Namen Jesu Christi ernsthaft beten heißt auch, vom Heiligen Geist berührt zu werden. Ohne solche Berührung können wir niemals den Namen Gottes heiligen. Wichtig scheint mir, wie bei der Ikone, im "Namen" stets dar "Urbild" im Sinne zu haben, und gleichzeitig zu wissen, dass wir nur durch die Gnade Gottes im Nennen des Namens Heiligung erfahren bzw. bewirken. Denn wie sagt der Volksmund: Namen sind Schall und Rauch. Und der Widersacher möchte, dass sich unser Gebetseifer, unsere Gebetsanliegen in Rauch auflösen. Heilig, Heilig, Heilig, singen die Engelschöre.
peter
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Ehemaliger
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Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
du, die Namen Gottes sind noch heute in der Scrift zu finden. Schau mal http://www.marketing-und-vertrieb-inter ... gottes.htm .
Zeugen Jehovas (bitte, das ist keine Aufforderung zu einer neuen bashingrunde) haben damit auch kein Problem. Sie verweisen auf das erste Gebot: "Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten..."
und das dritte: "Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht zu Nichtigem aussprechen"
Und dazu ein Auszug auas Wikipedia:"die Übersetzung des Namens ‚Jehova‘ im Alten Testament und des Wortes ‚Ekklesia‘ im Neuen Testament. Bei ‚Jehova‘ fiel die Entscheidung nicht ganz so schwer. Die Israeliten haben nie ‚Jehova‘ gesagt, sondern wahrscheinlich ‚Jahwe‘. Später wagte man nicht mehr, den heiligen Gottesnamen auszusprechen, und sagte statt dessen ‚Adonaj‘ (= Herr). Damit man nun beim Vorlesen aus der Bibel daran erinnert wurde, ‚Adonaj‘ zu lesen und nicht versehentlich ‚Jahwe‘, setzten die Juden in ihren Bibelhandschriften zu den Konsonanten des Namens ‚Jahwe‘ (JHWH) die Vokale des Wortes ‚Adonaj‘ (êoa, wobei das Zeichen für ê auch für â stehen kann), so daß Nichteingeweihte daraus ‚Jehovah‘ lesen mußten. Daraus ergibt sich folgerichtig, daß ‚Jehova‘ kein Name ist und man ihn deshalb auch in unserer Sprache nicht so schreiben und aussprechen sollte. […] Bei der Revision wurde daher ‚Jehova‘ durch ‚HERR‘ ersetzt, und zwar mit Großschreibung aller Buchstaben, damit der Leser erkennen kann, daß an dieser Stelle im Grundtext die Buchstaben JHWH stehen. […]
Ich mag jetzt keine Diskussion darüber anfangen, inwieweit dieser Name auf den Vater oder nicht doch die Dreieheit zu beziehen ist, aber ich möchte doch darauf aufmerksam, dass uns Namen gegeben sind. Auch der Name Jesu "in dem sich jedes Knie im Himmel und auf Erden beugen wird" (Phil 2,10). Und wenn wir dann noch Röm 14,11 dazu nehmen " Denn es steht geschrieben: "So wahr ich lebe, spricht der Herr, mir wird sich jedes Knie beugen, und jede Zunge wird Gott bekennen." dann meine ich, können wir nicht davon ausgehen, dass 'Namen Schall und Rauch sind' wie du schreibst.
Wozu dann die Bitte, dass des Vaters (Er wird ja im vorhergehenden Satz angesprochen) Name geheiligt werden möge?
Es scheint nicht die Frage wichtig OB, sondern das WIE scheint mir erheblich. Sollten wir, wie es die Zeugen meinen, dadurch tun, dass wir den Namen verwenden, ihn ehrfurchtsvoll aussprechen, und im Gebet anrufen (so wie wir die Dreiheit anrufen, Protestanten Jesus usw.) ?
Was ist die Bedeutung eines Namens in der Schrift? in Alten Bund? in der Kirche?
Herzliche Grüsse
Benedikt
Re: Tolle, lege! Über den Umgang mit der Schrift
und dazu: was bedeutet "heiligen" im alten Bund? in der Kirche?Benedikt hat geschrieben:Was ist die Bedeutung eines Namens in der Schrift? in Alten Bund? in der Kirche?
Danke Leute. Ich finde es wichtig, sich ein paar Gedanken zu machen über unsere Gebete!
Euer Nassos
