Kann man in die Orthodoxie zurückkehren
Verfasst: 20.11.2011, 19:06
Liebe Nutzer hier im Forum, ich bin erst seit heute hier und habe eigentlich Bedenken, mein Anliegen öffentlich, virtuell "auszubreiten" Ich möchte es aber bis zu einem gewissen Grad tun, alles andere soll zu gegebener Zeit unter vier Augen mit geeigneten Gesprächspartnern, sicher in letzter Konsequenz mit Priestern erfolgen. Nun, ich freue mich für Euch und besonders für die Orthodoxen Kirchen, dass es dieses Forum gibt und dass Ihr Euch diesen Raum für Eure Anliegen erschlossen habt. Ich wünsche Euch Allen von Herzen Gottes Schutz und Segen!
Nun ganz kurz zu meinem Anliegen. Mit 31 Jahren bin ich von der Römisch-Katholischen Kirche in die Orthodoxie (ROK im Ausland) konvertiert. Ich muss ganz selbstkritisch sagen, dass ich nach einigen Jahren und sehr guten und tiefen Erfahrungen die Geduld mit mir und meiner neuen geistlichen Heimat verloren habe. Sicher war auch eine gewisse Unreife dafür ausschlaggebend. So kehrte ich im Jahr 1998 wieder in die Römisch-Katholische Kirche zurück. In all den Jahren seit 1998 habe ich mein orthodoxes Taufkreuz nie abgelegt, die Ikonen in Ehren gehalten und auch die Kontakte zum ehemaligen orthodoxen Seelsorger und zu den Paten immer weitergepflegt, ohne aber dabei tiefgehend geistliche Themen zu berühren oder noch einmal meine Reversion in r.k. Kirche zu diskutieren und aufzuarbeiten.
Was mich, nebenbei gesagt, tief berührt und besonders beeindruckt hat: niemand der genannten Personen hat sich enttäuscht oder böse über meinen "Abfall" von mir abgewandt.
In den letzten Monaten ist mir wiederholt die Frage in den Sinn gekommen, ob es nicht besser gewesen wäre, als Neuling in der Orthodoxie "auszuharren", denn der Glaube ist ja ein geistlicher kampf. Ich habe diese Fragen aber als Spinnereien, Unzufriedenheiten, Launen, kurz: als "Luxusprobleme" abgetan. Nun stellen sie sich immer öfter und drängender...
Es mag für Euch sehr widersprüchlich klingen, aber ich empfinde meine Rückkehr in die r.k. Kirche 1998 inzwischen als Abfall von der Orthodoxie und deshalb
als Schuld vor Gott .Darüberhinaus beschäftige ich mich mich manchmal mehr mit den Mißständen in der heutigen, modernistischen katholischen Kirche und deren Folgen, als mit meinem geistlichen Leben. Jeder Gottesdienstbesuch, etwa in fremden Städten oder Ländern, während eines Urlaubs, wird zum Lotteriespiel. Hier an meinem Wohnort ist nur wenige Gehminuten entfernt eine katholische Kirche, aber ich kann dort nicht mehr hingehen, weil ich deprimiert und traurig wieder hinauskomme nach dem Gottesdienst. Es gibt einige sehr gute katholische Priester, die meinen, man soll trotzdem in diese Gottesdienste gehen und dann alles in Demut ertragen und aufopfern. Aber ich kann das nicht mehr.Es macht mich einfach krank!
Gewiß gibt es katholische Inseln mit der überlieferten lateinischen Liturgie, die ich auch besuche, wenn möglich. Aber ich denke oft: wie wird der nächste Papst die Kirche führen, wie werden künftig die Priester ausgebildet? Wir e eine Wende zum Besseren geben? Ich kenne einige sehr gute und heiligmäßige Priester, aber die Personenbezogenheit der geistlichen Situation vor Ort (also, wie der Priester geprägt ist) wird in der r.k. Kirche immer schlimmer
, wie ich finde. Und die guten Ansätze des jetzigen Papstes in Fragen der Liturgie dringen einfach nicht bis ins letzte Nest, z.B. in Norddeutschland , durch, weil es einfach von den deutschen Bischöfen nicht gewollt ist oder diese ihr Hirtenamt nicht mehr wahrnehmen können innerhalb diverser Rätesysteme der Laien.
Ich wollte Euch nun hier nicht mit den innerkirchlichen Problemen der r.k. Kirche belästigen. Aber es würde mich interessieren, ob dieser geistliche Notstand heute und sicher auch morgen nicht auch ein Aspekt für mich sein könnte, mich ernsthaft und seriös mit einem Wiedereintritt in die Orth. Kirche zu bechäftigen.Wobei alles in Ruhe und im Gebet abgewogen sein will. Auch erwarte ich eine Art von Buße oder Kirchenstrafe, sollte Gott wirklich meine Wege wieder in die Ortodoxie lenken wollen. Ich danke Euch für die Lektüre meines "Romanes" hier und vor allem für Euer Interesse.
Herzliche Grüße Serafim
Nun ganz kurz zu meinem Anliegen. Mit 31 Jahren bin ich von der Römisch-Katholischen Kirche in die Orthodoxie (ROK im Ausland) konvertiert. Ich muss ganz selbstkritisch sagen, dass ich nach einigen Jahren und sehr guten und tiefen Erfahrungen die Geduld mit mir und meiner neuen geistlichen Heimat verloren habe. Sicher war auch eine gewisse Unreife dafür ausschlaggebend. So kehrte ich im Jahr 1998 wieder in die Römisch-Katholische Kirche zurück. In all den Jahren seit 1998 habe ich mein orthodoxes Taufkreuz nie abgelegt, die Ikonen in Ehren gehalten und auch die Kontakte zum ehemaligen orthodoxen Seelsorger und zu den Paten immer weitergepflegt, ohne aber dabei tiefgehend geistliche Themen zu berühren oder noch einmal meine Reversion in r.k. Kirche zu diskutieren und aufzuarbeiten.
Was mich, nebenbei gesagt, tief berührt und besonders beeindruckt hat: niemand der genannten Personen hat sich enttäuscht oder böse über meinen "Abfall" von mir abgewandt.
In den letzten Monaten ist mir wiederholt die Frage in den Sinn gekommen, ob es nicht besser gewesen wäre, als Neuling in der Orthodoxie "auszuharren", denn der Glaube ist ja ein geistlicher kampf. Ich habe diese Fragen aber als Spinnereien, Unzufriedenheiten, Launen, kurz: als "Luxusprobleme" abgetan. Nun stellen sie sich immer öfter und drängender...
Es mag für Euch sehr widersprüchlich klingen, aber ich empfinde meine Rückkehr in die r.k. Kirche 1998 inzwischen als Abfall von der Orthodoxie und deshalb
als Schuld vor Gott .Darüberhinaus beschäftige ich mich mich manchmal mehr mit den Mißständen in der heutigen, modernistischen katholischen Kirche und deren Folgen, als mit meinem geistlichen Leben. Jeder Gottesdienstbesuch, etwa in fremden Städten oder Ländern, während eines Urlaubs, wird zum Lotteriespiel. Hier an meinem Wohnort ist nur wenige Gehminuten entfernt eine katholische Kirche, aber ich kann dort nicht mehr hingehen, weil ich deprimiert und traurig wieder hinauskomme nach dem Gottesdienst. Es gibt einige sehr gute katholische Priester, die meinen, man soll trotzdem in diese Gottesdienste gehen und dann alles in Demut ertragen und aufopfern. Aber ich kann das nicht mehr.Es macht mich einfach krank!
Gewiß gibt es katholische Inseln mit der überlieferten lateinischen Liturgie, die ich auch besuche, wenn möglich. Aber ich denke oft: wie wird der nächste Papst die Kirche führen, wie werden künftig die Priester ausgebildet? Wir e eine Wende zum Besseren geben? Ich kenne einige sehr gute und heiligmäßige Priester, aber die Personenbezogenheit der geistlichen Situation vor Ort (also, wie der Priester geprägt ist) wird in der r.k. Kirche immer schlimmer
, wie ich finde. Und die guten Ansätze des jetzigen Papstes in Fragen der Liturgie dringen einfach nicht bis ins letzte Nest, z.B. in Norddeutschland , durch, weil es einfach von den deutschen Bischöfen nicht gewollt ist oder diese ihr Hirtenamt nicht mehr wahrnehmen können innerhalb diverser Rätesysteme der Laien.
Ich wollte Euch nun hier nicht mit den innerkirchlichen Problemen der r.k. Kirche belästigen. Aber es würde mich interessieren, ob dieser geistliche Notstand heute und sicher auch morgen nicht auch ein Aspekt für mich sein könnte, mich ernsthaft und seriös mit einem Wiedereintritt in die Orth. Kirche zu bechäftigen.Wobei alles in Ruhe und im Gebet abgewogen sein will. Auch erwarte ich eine Art von Buße oder Kirchenstrafe, sollte Gott wirklich meine Wege wieder in die Ortodoxie lenken wollen. Ich danke Euch für die Lektüre meines "Romanes" hier und vor allem für Euer Interesse.
Herzliche Grüße Serafim
