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Die Verklärung Christi

Verfasst: 11.09.2011, 23:42
von christodoulos
Die Verklärung Christi: Evanglium nach Matthäus 17:
Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg.

Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht.
Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.

Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.

Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.

Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden.
Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst!

Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.
Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.


"Nach Sechs Tagen" - beiseite - Hoher Berg.

Die 6 Tage bedeuten die vergängliche Welt, nur wenn man diese hinter sich lässt wird man würdig die Herrlichkeit Christi zu schauen. Alle geschaffenen Dinge die Gott in 6 Tagen ins Sein gerufen hat muss man übersteigen um zur Schau Gottes zu gelangen. Dann kann man in "der Nacht" das ungeschaffene Licht erblicken. Es heißt nämlich, dass die Verklärung in der Nacht geschah. Dann muss man sich aufmachen und auf den "Hohen Berg" hinaufsteigen. Die Nacht ist das Dunkel dieser Welt - schon jetzt gibt es Auserwählte die noch in dieser Welt die Dinge der kommenden erfahren. Der Berg symbolisiert die Höhe des Geistes. Erst wenn man diese erreicht hat - wird man zum Gottschauenden - so wie auch Moses.

Aber auch die Heiligen sind "Berge" wie die Kirchenväter sagen. Dort zeigt sich das Licht Christi schon in dieser Welt.

Christus hat nur 3 Apostel auf diesen Berg mitgenommen. Diese wurden "ausgewählt" seine Herrlichkeit zu schauen. Petrus und die Dönnersöhne. Sein Angesicht leuchtete wie die Sonne - Christus ist ja die wahre Sonne, die Sonne der Gerechtigkeit. Seine Kleider wurden blendend weiß - die Kirchenväter erklären, dass die Kleider Christi, die Buchstaben des Evangliums sind. Der Logos, das Wort Gottes hüllt sich in Buchstaben und wer deren wahren geistigen Sinn versteht, auch für den, werden diese leuchtend weiß. So dass kein Walker sie heller machen könnte. Die Walker sind die "Weisen dieser Welt" die durch schöne Reden ohne Inhalt lehren. Wenn die Kleider Christi auch einfach erscheinen, so offenbart sich den Jüngern deren wahrer Geist der leuchtend strahlt.

Moses und Eliah symbolisieren die Lebenden und die Toten aber auch das Gesetz und die Propheten. Aber die Gottseher des Alten Testaments, das in Christus seine Erfüllung findet. Aber auch gegen die Juden, die Christus immer wieder vorgeworfen hatten, er würde das Gesetz übertreten. Hier offenbart sich der Gesetzgeber selbst.

Petrus will 3 Hütten bauen? Hütte, Bundeszelt usw...für Moses, Christus und Elijah. Warum Hütten? Christus offenbart seine Herrlichkeit wie im Bundeszelt. Dort überschattete die Herrlichkeit des Herrn die Hütte.

So wie auch die Taufe Christi - THEOPHANIE - genannt wird, da sich die Hl. Dreiheit offenbart hat. So auch bei der Verklärung; der Vater spricht und der Hl. Geist erscheint in einer "LEUCHTENDEN" Wolke. Also nicht mehr in einer dunklen. Und auch wirft diese Wolke Schatten obwohl sie leuchtet. Die unerschaffene Gnade bzw. die Erleuchtung des Hl. Geistes.

Vater - Sohn - Geist - diese DREI - sind EINS. Wo der Sohn ist, ist auch der Vater, wo der Vater ist ist auch der Sohn und der Geist. usw...

Die Apostel warfen sich auf ihr Angesicht, denn sie wussten um den Ausspruch Gottes: Niemand schaut mein Angesicht ohne zu sterben. Christus beruhigt sie und nimmt ihnen die Furcht. Als sie wieder vom Berg herabsteigen befiehlt Christus Niemandem etwas zu sagen. Wie Er das öfter tut im Evanglium.

Die Verklärung Christi ist auch eine Verwegnahme der Wiederkunft Christi. Wenn Christus in seiner Herrlichkeit erscheinen wird.

Bild

Christus auf dem Gipfel des Berges. Zu seiner Seite Moses und Elijah ebenfalls erhöht auf Bergen. Christus wird vom einem blauen Licht umgeben welches Strahlen wirft. Meistens hat diese Licht drei Ebenen. Die Apostel niederfallend auf ihre Angesichter. Sie verlieren ihre Schuhe - durch das plötzliche Hereinbrechen der göttlichen Schau. Petrus als einziger sein Angesicht Christus zugewandt. Alle Drei halten sich ihre Hände vor das Angesicht. Wie die Seraphim, die mit ihren Flügeln ihr Angesicht verbergen um nicht Gott zu schauen.

Das Fest der Verklärung Christi wird von der Hl. Kirche am 6. des Monats August verherrlicht. Der 6. Monat von März gerechnet. Manche sagen, dass die Verklärung Christi 40 Tage vor der Kreuzigung Christ stattfand. Darum wird dieses Fest 40 Tage vor dem Fest der Kreuzerhöhung gefeiert. Die Verklärung Christi ist die Vorwegnahme der Schau der Heiligen in der kommenden Welt - darum wird das Kondakion dieses Festes TÄGLICH im Typika gesungen.

Troparion der Verklärung:

Verklärt wurdes du auf dem Berge, Christus unser Gott,
zeigtest deinen Jüngern die Herrlichkeit deiner Gottheit
soweit sie es fassen konnten,
Lass auch über uns Sündern dein Ewiges Licht erstrahlen,
auf die Fürbitten der Gottesgebärerin
Du Quelle des Lichts - Herrlichkeit Dir.


Kondakion:

Auf dem Berge wurdest du verklärt Christus unser Gott,
staunend sahen deine Jünger deine Herrlichkeit.
Auf dass sie verstünden, wenn einst sie Dich am Kreuze sähen,
dass dein Leiden freiwillig war,
und sie der Welt verkünden, dass du wahrhaft des Vaters Abglanz bist.


Tropar der Verklärung



Der Hl. Gregor vom Sinai in seiner Homilie zur Verklärung Christ legt diese Fest als das Ziel des christlichen Lebens aus. Als Offenbarung Gottes, als Offenbarung des Orthodoxen Glaubens.

Für ihn symbolisieren Moses und Elijah die zwei Naturen Christi - die menschliche und die göttliche Natur - jeweils zu seinen Seiten.

Die drei Apostel symbolisieren die 3 Hypostasen der Einen Gottheit. Darum auch "drei Hütten".

Das unerschaffene Licht bzw. die unerschaffenen Energien Gottes. Also alle zentralen Mysterien des orthodoxen Glaubens:

Ein Gott in drei Hypostasen; Eine Person Christi in zwei Naturen; Das Wesen Gottes und seine Unerschaffenen Energien. Die Schau des Unerschaffenen Lichts für die wahren Jünger Christi.

Re: Die Verklärung Christi

Verfasst: 12.09.2011, 14:25
von christodoulos
Die Verklärung Jesu: nach Lukas 9
Etwa acht Tage nach diesen Reden nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten.

Und während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein Gewand wurde leuchtend weiß.

Und plötzlich redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose und Elija; sie erschienen in strahlendem Licht und sprachen von seinem Ende, das sich in Jerusalem erfüllen sollte.

Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei Männer, die bei ihm standen. Als die beiden sich von ihm trennen wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte.

Während er noch redete, kam eine Wolke und warf ihren Schatten auf sie. Sie gerieten in die Wolke hinein und bekamen Angst.

Da rief eine Stimme aus der Wolke: Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören.
Als aber die Stimme erklang, war Jesus wieder allein.

Die Jünger schwiegen jedoch über das, was sie gesehen hatten, und erzählten in jenen Tagen niemand davon.
Lukas schreibt nach 8 Tagen - dazu schreibt der Hl. Johannes Chrysostomus:
Ein an derer Evangelist schreibt: "nach acht Tagen". Er steht jedoch mit unserer Stelle nicht im Widerspruche, stimmt vielmehr sehr gut damit überein, denn er zählt den Tag mit, an welchem der Herr obige Worte gesprochen hatte, und jenen, an welchem er die Apostel wieder zurückführte, während Matthäus bloß die Tage dazwischen rechnet. Beachte wohl, wie tugendhaft Matthäus ist, dass er die Namen derer nicht mit Stillschweigen übergeht, die ihm vorgezogen worden waren. Ähnlich handelt auch Johannes öfter, wenn er mit vieler Umständlichkeit die hervorragenden Lobsprüche, die Petrus zuteil wurden, verzeichnet. Denn von Neid und Eitelkeit waren alle diese heiligen Männer stets frei. Er nahm also die hervorragendsten von ihnen und führte sie auf einen hohen Berg, wo sie allein waren.
Beides ist aber symbolisch, denn 6 symbolisiert die geschaffene Welt - während die 8 das Leben des Kommenden Äon bedeutet. Auch der Herrentag ist der 8. Tag der Woche.

Auch das Fest der Verklärung wird am 6. bzw. 8. Monat es Jahres begangen.

Jedes Jahr zum Orthodoxen Fest der Verklärung ereignet sich das orthodoxe Wunder des Thabor. Wenn die Gläubigen sich auf dem Berg Thabor versammeln und die Verklärung Christi feiern - steigt die Wolke der Verklärung herab und hüllt alle Gläubigen ein. Dies geschieht jedes Jahr zum Fest der Verklärung Christi.

Die Heilige Wolke der Verklärung - das Große Wunder der Orthodoxie:


Re: Die Verklärung Christi

Verfasst: 19.08.2013, 04:38
von Igor
Grüß Gott!

Glückwunsch an alle zum Fest Christi Verklärung!

Anbei ein Foto vom Berg Tabor.
tabor.jpg
tabor.jpg (17.33 KiB) 7382 mal betrachtet
In Christo
Igor

Re: Die Verklärung Christi

Verfasst: 19.08.2013, 08:56
von Lazzaro
S´prasnikom!

Zur geistlichen Erbauung kann ich hier noch ein anderes Troparion vorstellen, ein "Geschenk" der Kirche von Rom:
1. Ton
Christus Jesus, Abglanz des Vaters, *
und Abbild seiner Wesenheit, *
der alles Trägt durch das Wort Seiner Macht, *
hat sich, um die Reinigung der Sünden zu bewirken, herabgelassen *
heute auf dem hohen Berge **
in Herrlichkeit zu erscheinen.
Für mitlesende Latinisten auch der Originaltext: Chrístus Jesus, Spledor Pátris, * et figúra substántiae éius, * pórtans ómnia verbo virtútis suae, * purgatiónem peccatórum fáciens * in monte excélso gloriósus apparére ** hodie dignátus est.

Lazarus