Liebe Wasilissa,
wenn du am liebsten in eine russ. Kirche magst ist das völlig in Ordnung.
Falls du dich im Münchner Raum aufhälst kann ich dir nur die Gemeinde von V. Nikolai Chabelits (Moskauer Patriarchat) empfehlen.
Die sind so bunt gemischt (wie übrigens allgemein diese Kirche) dass du da kaum Probleme bekommst.
Es gibt auch einen deutschen Priester dort (ich hoffe immer noch) und der ist sehr redselig und umgänglich - eine rheinische Frohnatur halt.
Wassilissa hat geschrieben:Ich weiß nicht, ob Du einen meiner ersten Einträge hier gelesen hast. Darin habe ich geschrieben, dass ein katholischer, ordentlich angezogener Bekannter von mir in einer Münchner orthodoxen Kirche eine Kerze anzünden wollte, und dabei von einem dort befindlichen älteren Mann, der laut schrie und seinen Krückstock wild schwenkte, aus der Kirche geworfen wurde. Obwohl mir in meinem ganzen Leben noch nie von einem orthodoxen Menschen irgendetwas Böses angetan wurde, steckt mir diese Episode immer noch in den Knochen.
Ich könnte jetzt vermuten in welcher Kirche das dem passierte.....

....ist mir am Anfang ganz ähnlich gegangen; ich war aber damals schon orthodox,hatte auch ein Kerzenproblem und habe, zwar in Deutsch, ich kann kein Russisch aber kenne die Leute, mit ähnlich bissigem Humor der Dame damals Paroli geboten.
Ich gehe selten dorthin, aber jedesmal erkennt sie mich wieder und wir verstehen uns prächtig...
Es ist aber absolut falsch so etwas zu tun.
Es ist natürlich ein heikles Thema, denn es wird immer wieder darum diskutiert ob Orthodoxe und Heterodoxe gemeinsam in der Öffentlichkeit beten sollen; so ein Kerzenanzünden ist auch für viele Gläubige gleichbedeutend mit einer aktiven Gebetshandlung, von der sie dann meinen, dass das in ihrer Kirche nicht geht.
Das hängt aber immer von dem spirituellen Klima ab,dass die Geistlichkeit in jenen Kirchen verbreitet und betrifft nur eine Minderheit.
Das Frauenkloster ist erstmal für deine Belange ungeeignet; der Priester dort spricht kein Deutsch und bis man mit den Schwestern mal ein richtiges Gespräch führen kann muss erstmal das eine oder andere B'süchle stattgefunden haben.
Einen Besuch ist das Kloster aber immer wert.
Meist hilft es schon mit den Leuten warm zu werden, wenn man regelmässig in den Gottesdienst geht.
Aber ob es geht, dass du erstmal anonym mit einem Priester reden kannst weiss ich nicht. Es ist doch recht ungewöhnlich; man hat in der Orthodoxie mit dem Klerus oft ein sehr persönliches und auch direktes Verhältnis dass auch den richtigen Respekt Priestern gegenüber beinhaltet.
Persönliches anzuführen aber nicht sagen zu wollen wer man ist, wird doch eher als nicht sehr vertrauenswürdig angesehen.
Es ist ja auch nicht schlimm direkt zu sein und sein Herz öffnen zu wollen, aber ein Name sollte schon dahinter stehen - und wenn's nur der Vorname ist.
Per Mail kann man sich auch sehr gut an die Väter im Kloster Geilnau wenden; am Besten an V. Justin Rauer.
Die ha'm was drauf und sind einiges gewöhnt.
Ganz allgemein ist vielleicht für dich noch zu klären, weshalb es ein (russisch) orthodoxer Priester sein soll, wo du doch (noch) röm. katholisch bist...
Ich meine damit: es gibt durchaus auch in der römischen Kirche Geistliche die noch guter kirchlicher Tradition stehen und und einem auch nicht gleich den Kopf abreissen.
Fall du aber schon so weit bist, dass du eigentlich mit deiner angestammten Kirche innerlich gebrochen hast, dann ist die Anfrage an einen orthodoxen Priester sinnvoll.
Ich hoffe ich war nicht zu direkt; ich haber sicherlich nur auch schon etwas Erfahrungen darin.