Die Orthodoxie in Südkorea
Die Orthodoxie in Südkorea
Dieses feiert die Orthodoxie ihr 110-jähriges Bestehen in Korea. Die ersten orthodoxen Priester stammten aus Russland. Russische Missionare versuchten, die kleine Gemeinde, die dort gegründet wurde, am Leben zu erhalten - unter großen Schwierigkeiten, da das Land unter japanischer Herrschaft kam (1910-1945), in der Folge zweigeteilt wurde und dann einen Krieg erlebte (1950-1953), um bis heute zweigeteilt zu bleiben.
Die Teilnahme Griechenlands am Krieg reanimierte das Interesse an der Orthodoxie, hauptsächlich aufgrund der Initiative von Armeepriestern - hier sei insbesondere der Reservehauptmann Vater Andreas Halkiopoulos genannt (der Priester, der den Soldaten der 3. Kompanie die Beichte abnahm vor der blutigen Schlacht auf der Harihöhe, 17-18 Juni 1953).
1957 wurde die Orthodoxe Kirche Koreas offiziell unter die Ägide des Ökumenischen Patriarchats gestellt (Seine Allheiligkeit, Patriarch Bartholomäus, besuchte Korea 1995).
Die orthodoxe Gemeinde in Korea ist sehr klein. Der Anteil der Christen verschiedener Konfessionen beträgt ugnefähr30% der Bevölkerung, mit 3.500 Orthodoxen.
Heutzutage bildet die Metropolie des Hl. Nikolaos den Kern der größten der sieben orthodoxen Gemeinden, die es in den entsprechenden Städten Koreas gibt.
Die Liturgien in der Metropolie werden auf koreanisch gefeiert, es gibt eine Kapelle für Russen und Slawophone. Einmal im Monat wird Liturgie auf Englisch zelebriert. Derzeit werden Anstrengungen unternommen ein Ausbildungszentrum und eine theologische Schule einzurichten.
Vater Ambrosios von der Metropolie betont hierbei, dass man in Korea sei und daher die Sprache, die Mentalität und die Traditionen des Landes zu respektieren hat. Man muss selber zum Koreaner werden - und nicht etwa versuchen, die Koreaner zu hellenesieren. Dies wird betont, da es wohl Leute gibt, die komische Ansichten zu diesem Thema hätten.
Die orthodoxe Kirche sei jedoch dort, um die ökumenische Nachricht zu überbringen. Christus wäre ja nicht nur für die Griechen, die Russen und den Balkan auf die Erde gekommen, sondern für die ganze Welt.
Vater Ambrosios betonte sehr das Werk des Archimandriten Sotiris Trampas, der 1975 nach Korea kam und ununterbrochen bis 2008 arbeitete, um dann im Kloster der Metamorphosis in der Gegend von Kapyong, nördlich Seouls, zu dienen.
Das Kloster befindet sich in einer Gegend mit wunderbarer Natur, neben einem reißeden Fluss. Dort dient zusammen mit Vater Sotiris auch der koreanische Vater Jeremias sowie zwei koreanische Nonnen.
Vater Ambrosios weißt darauf hin, dass es auch in Nordkorea die orthodoxe Kirche gibt. Jedoch sei sie nicht für das Volk zugänglich sondern nur für Diplomaten und Günstlinge der Partei.
Griechischsprachige Quelle
Re: Die Orthodoxie in Südkorea
so ne einstellung brauchen wir auch hier im deutschen sprachraum...
diese "gastarbajter" konservierung und folkklore hat nichts mit dem Evangelium zu tun!!!
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peter
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Re: Die Orthodoxie in Südkorea
Warum soll nicht eine "Mission von oben" irgendwann Früchte tragen ?
peter
15.08.06, 15:27 # 1 (permalink)
BOLSCHOI
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Sensation? Nordkorea lässt russisch-orthodoxe Kirche zu
Dienstag, 15.08.2006
Nordkorea lässt russisch-orthodoxe Kirche zu
Karsten Packeiser, Moskau. Neue Glaubensfreiheit? In Pjöngjang wurde eine orthodoxe Kirche eröffnet – nachdem Nordkoreas Diktator und Halbgott Kim Jong Il sich in Russland ein solches Gotteshaus angesehen hatte.
Der Geliebte Führer war zutiefst beeindruckt von Ikonen, Kerzen und Weihrauch. Während seiner legendären Russland-Reise im gepanzerten Sonderzug hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il im Sommer 2002 bei einem Zwischenstopp auch eine orthodoxe Kirche besucht.
Kim gab die Anweisung, auch in Pjöngjang eine solche Kirche zu bauen. Nun wurde das kuriose Gotteshaus mit zwei goldenen Zwiebeltürmen in der Hauptstadt der kommunistischen Volksrepublik feierlich geweiht.
Renaissance nach 70 Jahren Pause
„Der Orthodoxe Glauben kehrt nach Korea zurück“, triumphierte das russische Staatsfernsehen. Metropolit Kyrill, der Leiter des kirchlichen Außenamtes, sprach nach dem ersten Gottesdienst in Nordkorea von einem „historischen Tag“. Die Russische Orthodoxe Kirche hofft bereits darauf, die Geschichte ihrer Missionsgesellschaft für Korea fortsetzen zu können, die mit der japanischen Besatzung der Halbinsel vor 70 Jahren ein abruptes Ende genommen hatte. Keine einzige der Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten orthodoxen Kirchen in Korea überstand den Zweiten Weltkrieg und den anschließenden Koreakrieg.
Führerkult und Kirche schließen sich nicht aus
Der Aufbau eines orthodoxen Kirchenlebens in der atheistischen Volksrepublik, in der die Bevölkerung Staatsgründer Kim Il Sung und seinem Sohn Kim Jong Il in einem grotesken Personenkult huldigen muss, verlief mit geradezu stürmischem Tempo. Die russische Presse spekulierte bereits, ob der nordkoreanische Diktator womöglich gar selbst Christ geworden sei oder eventuell kurz nach seiner Geburt in Sibirien heimlich getauft worden sein könnte. Kim Jong Il selbst sprach davon, der Bau mit den Zwiebeltürmen sei eine „Brücke der Freundschaft zwischen dem russischen und dem koreanischen Volk“.
Nordkoreaner in russischem Priesterseminar
Schon kurze Zeit, nachdem der Geliebte Führer mit seinem Panzerzug wieder die Heimat erreicht hatte, wurde in Nordkorea ein „Komitee Orthodoxer Gläubiger“ gegründet. Vier junge Koreaner ließen sich im Moskauer Priesterseminar immatrikulieren, lernten in Rekordzeit Russisch und sogar Kirchenslawisch.
Erst kürzlich ließen sie sich in der Heimat trauen – eine Voraussetzung dafür, um in der orthodoxen Kirche Gemeindepriester zu sein. „Der orthodoxe Glaube ist schwierig und schwer zu erfassen“, sagte Diakon Fjodor Kim in einem Fernsehinterview, „aber unser großer Führer Kim Jong Il hat beschlossen, dass in Pjöngjang eine orthodoxe Kirche entstehen soll.“
Rätselraten um Zahl der Gläubigen
Belegbare Angaben über die Zahl der Christen und die tatsächliche Lage der wenigen vom Staat geduldeten religiösen Einrichtungen in Nordkorea gibt es bislang nicht. Nach offiziellen Angaben repräsentiert der Christenbund 13.000 Gläubige. Es existieren zwei evangelische Kirchengebäude. Daneben soll es Gemeinden im Untergrund geben.
Mutmaßungen, in dem totalitär regierten Land sei gar kein normales Kirchenleben möglich, weist das Moskauer Patriarchat jedoch zurück. „Das hat man früher auch über die Sowjetunion gesagt“, meint Wsewolod Tschaplin vom kirchlichen Außenamt.
„Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Kirche auch bei uns immer mehr war, als nur ein Vorzeigeobjekt für Ausländer.“ Er sei sich sicher, dass es auch unter den Koreanern wirklich Gläubige gebe, die auf die Kirche in Pjöngjang gewartet hätten, so Tschaplin.
Orthodox beten auch am Südpol möglich
In den letzten Jahren hatte das Moskauer Patriarchat offenbar auch aus Statusgründen an verschiedenen eher ungewöhnlichen Orten der Erde orthodoxe Kirchen und Kapellen erbauen lassen. In der ersten orthodoxen Kirche der Antarktis werden bereits Gottesdienste abgehalten. Nicht nur für eine Handvoll Polarforscher, sondern in erster Linie zum Ruhm Gottes, versteht sich.
(kp/epd)
russlandaktuell.ru
Ist das der erste Schritt zur Öffnung des Landes?