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Duophysiten
Verfasst: 14.11.2007, 09:07
von Avner
Hallo,
ihr seid ja alle Duophysiten, dass heisst ihr akzeptiert das Konzil von Chalcedon. Glaubt ihr eigentlich, dass Jesus, als er auf der Erde war nur menschlich war, oder göttlich und menschlich oder wie sieht ihr das?
LG
Verfasst: 14.11.2007, 10:28
von teodulija
Lieber Bruder,
du hast dir die Antwort schon selbst gegeben, wir sind Duophysiten. (wir glauben an beide unzertrennlichen Naturen)
Algemeine Fragen
Verfasst: 14.11.2007, 10:45
von Ieromonach
Hallo Avner,
du hast mit deiner Beobachtung Recht, wir glauben das Jesus war "zwei Naturen in einer Person", z.B die Monophysiten sagen:
Heiliger Gott usw, " der du für uns gekreuzigt worden bist". Dieses hat das Konzil und die Väter mit Recht abgelehnt, denn Gott kann man nicht kreuzigen. Gott kann auch nicht sterben (Jesus ist ja gestorbenund nach drei Tagen auferstanden), , also hat die menschliche Natur gelitten.Denk einmal darüber nach. +pth
Verfasst: 14.11.2007, 12:17
von Avner
Hallo,
Miaphysiten/Monophysiten sagen: Jesus ist vollkommen göttlich und vollkommen menschlich >aber nur eine Natur<.
ZB: "Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben". (MK 2:5).
Wer kann aber Sünden vergeben außer Gott?
Verfasst: 14.11.2007, 13:04
von rafailia_3
Lieber Avner,
Jesus hatte zwei "Naturen" denn als Gott hat er verziehen und Wunder getaetigt, aber als Mensch hat er gelitten. Wenn er nur die "Natur" Gottes gehabt haette, haette er nicht gelitten, hatte er nicht gehungert und nicht gedurstet.
Verfasst: 14.11.2007, 13:12
von Avner
Er hatte nur eine Natur, eine gott-menschliche. Die sind unzertrennlich, im Endeffekt meinen wir das gleiche, so kommt es mir vor

Nur anders ausgedrückt
Verfasst: 14.11.2007, 13:32
von rafailia_3
Lieber Avner,
leider ist das nicht so einfach. Denn wenn wir das gleiche meinen wuerden, gaebe es nicht die Monophysiten. Die Ansichten dieser wurden vom Konzil verurteilt.
Aber es ist nicht schlimm, dieses Thema zu diskutieren.
Denkst Du Avner, dass Gott Schmerz und Hunger verspueren kann?
Wie koennen wir, als schwache Menschen, Jesus Christus als Vorbild ansehen, wenn er, wie die Monophysiten behaupten, nur die Natur Gottes in einem menschlichen Koerper hatte?
Verfasst: 14.11.2007, 13:39
von protopeter
Lieber Halil !
Er hatte nur eine Natur, eine gott-menschliche. Die sind unzertrennlich, im Endeffekt meinen wir das gleiche, so kommt es mir vor Nur anders ausgedrückt
Genau
das ist nämlich der entscheidende Aspekt: Als im Jahre 451 das christologische Dogma auf dem Konzil von Chalkedon verkündet wurde, entschied man sich mehrheitlich für die Definition, dergemäß der Erlöser als Gottmensch
in zwei Naturen präsent sei. Demgegenüber bekannte sich eine Minderheit (aus der sich späterhin die sogenannten "Altorientalen" bildeten) zur einen gottmenschlichen Existenz Jesu Christi, die
aus zwei Naturen gebildet sei. Im Prinzip hing die Frage der Rechtgläubigkeit zum damaligen Zeitpunkt an einem einzigen Buchstaben; man kann wohl wirklich sagen, daß es hier um Feinheiten der Definition ging - wobei es gerade zur damaligen Epoche einen regelrechten Kampf um die passende Formulierung einer Glaubenswahrheit gab.
Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
Allgemeine Fragen
Verfasst: 14.11.2007, 13:56
von Ieromonach
Aus der Glaubensentscheidung der Synode von Chalkedon 451:
"...verstößt aus der Versammlung der Priester alle, welche die Aussage wagen, die Gottheit des Einzigeborenen sei leidensfähig, stellt sich gegen alle, die bezüglich der zwei Naturen Christi eine Vermengung oder Vermischung ersinnen, verbannt alle, die verrücktrweise behaupten, die Knechtsgestalt, die er von uns angenomen hat,sei himmlisch oder von irgeneiner anderen Wesenheit, und belegt alle, die zwar von zwei Naturen des Herrn vor der Einigung erzählen, aber nach der Einigung eine einzige erdichten, mit dem Anathem".
aus: Dekrete der ökumenischen Konzilien, Verlag Ferdinand Schöningh 1973 +P.Theodoros
Verfasst: 14.11.2007, 21:31
von Milo
Guten Abend,
nicht zu vergessen gilt, das zuvor Patr. Nestor mit seiner häretischen Lehre Unsicherheit über den Audruck "zwei Naturen" brachte. Folglich hatten manche Überreaktion und diese Definition "in zwei Naturen" nicht gerne.
Andererseits, wie will man den wesensgleichen Sohn Gottes mit dem Neuen Adam für immer vereint sehen ohne das eine Natur in der anderen aufgelöst wird? Reden wir dann tatsächlich von dem
einzig wahren und menschenliebenden Gott, wenn die menschliche Natur mit der Auferstehung abgeschafft wird? Ich glaube dies hätte Gott einfacher umsetzten können, aber nein...Er möchte das wir
freie vergöttete Menschen sind
Natürlich, nur wenn wir wollen...wir müssen ja nicht...wir sind defacto frei.
Ehre sei Gott für alles!
unwiss. br. milo
Verfasst: 15.11.2007, 08:48
von holzi
Hallo,
protopeter hat geschrieben:...Im Prinzip hing die Frage der Rechtgläubigkeit zum damaligen Zeitpunkt an einem einzigen Buchstaben; man kann wohl wirklich sagen, daß es hier um Feinheiten der Definition ging - wobei es gerade zur damaligen Epoche einen regelrechten Kampf um die passende Formulierung einer Glaubenswahrheit gab.
und zu einem großen Teil war auch politische Unzufriedenheit mit Konstantinopel im Spiel, so dass sich die abgelegeneren Provinzen "von dem da oben" schon gleich gar nichts diktieren liessen.
Grüße
Konrad
Verfasst: 15.11.2007, 12:05
von Avner
Glauben die Kirchen, die das Konzil von Chalcedon anerkennen, dass Jesus von Nazareth NUR ein Mensch war, als er auf der Erde wirkte?
LG
Euer, nach Wissen hungernder Halil
Verfasst: 15.11.2007, 12:11
von rafailia_3
Nein, lieber Avner.
Wir glauben das Jesus auf Erden ein perfekter Mensch und ein perfekter Gott war.
Verfasst: 15.11.2007, 12:15
von Avner
rafailia hat geschrieben:Nein, lieber Avner.
Wir glauben das Jesus auf Erden ein perfekter Mensch und ein perfekter Gott war.
Daran glauben wir auch

Also glauben wir an das gleiche, das müssten wir unseren Gelehrten mal klar machen

Verfasst: 15.11.2007, 13:06
von rafailia_3
Darf ich Dich was fragen lieber Avner?
Was hat Dich dazu bewegt Dich altorientalisch taufen zu lassen?