Unterschied zwischen einem orthodoxen Geistlichen und ...

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Anastasios
Beiträge: 5
Registriert: 07.09.2007, 10:10
Wohnort: Stuttgart

Unterschied zwischen einem orthodoxen Geistlichen und ...

Beitrag von Anastasios »

Hallo liebe Forenmitglieder!

Ich hatte letztens ein Interessantes gespräch mit einem Kollegen.
Er war Mitglied einer protestantischen deutschen "Sekte".
Meine Frage geht nicht ob die Inhalte die Sie lehren in Ordnung sind oder sonstige Dinge, sondern in der Diskussion kam die eine Frage auf die ich nicht so richtig beantworten konnte.

Der wesentliche Unterschied dieser "Sekte" ist es davon auszugehen das keine Kirche und kein geweihter Mensch dazu nötig ist seinen Seelenfrieden zu finden, an Gott zu glauben und Gottes Wort zu gehorchen etc.

Die Beichte wird bei einem gewöhnlichem Menschen gemacht, Taufe und Hochzeit von gewöhnlichen Menschen.

Unterscheidet sich diese Sekte dann eher wenn Sie andere Lehren vebreitet?
Oder unterscheidet sich diese Sekte mehr weil Sie keine offiziellen Geistlichen einsetzt und keine offizielle Kirche einrichtet.

Oder ist mein Gedanke richtig das bei so unoffiziellen "Gemeinden" einfach "nur" die Gefahr besteht dass Leien, einfach aus unwissen und ohne Leitung von oben "Falsch" lehren?

Es ist ein weitreichendes Thema, aber ich hoffe einige gute antworten zu finden.

Ich meine ich kann diesen Kollegen verstehen, nicht in eine Katholische oder Evangelische Kirche gehen zu wollen, Sie sind soweit vom orthodoxen Glauben entfernt dass Sie aus verzweiflung sagen ich brauche keine Kirche ich suche meinen Seelenfrieden in meiner kleinen Gemeinde.

Aber ich wollte ihm mit Argumenten von den Vorteilen der orthodoxen Kirche überzeugen. Und bevor ich ihm halbwahrheiten erzähle würde ich gerne eure Meinung hören bzw lesen :)

Liebe Grüße

Anastasios
holzi
Beiträge: 1375
Registriert: 17.12.2008, 08:29
Religionszugehörigkeit: röm. katholisch
Wohnort: Regensburg

Beitrag von holzi »

Hallo Anastasios,

zum Thema Allgemeines Priestertum lies bitte diesen und die nachfolgenden Beiträge: http://orthodoxes.forum-on.de/sutra6367.html#6367

Die römische Kirche versteht das Allgemeine Priestertum dahingehend, dass sich jeder Gläubige in seinen Gebeten direkt an Gott wenden darf ohne einen Priester als "Dolmetscher" zu brauchen. Dagegen wird zur Durchführung besonderer Handlungen wie die Eucharistie zu feiern, zu taufen etc. eine besondere Beauftragung, also die Priester- bzw. Diakonenweihe benötigt. Soweit ich richtig informiert bin, teilt auch die Orthodoxe Kirche diese Haltung.

Um genauere Tips zur "Missionierung" geben zu können, wäre es hier natürlich interessant, in welcher Sekte/Freikirche dieser Kollege war. Es gibt ja im protestantischen Bereich momentan ungefähr 30-40.000 verschiedene kirchlichen Gemeinschaften, die z.T. diametral gegensätzliche Lehren vertreten. Man sagt oft scherzhaft: "Die römische Kirche hat einen unfehlbaren Papst - bei den Protestanten ist jeder Pastor ein eigener unfehlbarer Papst!"

Viel Erfolg und Grüße
Konrad
Anastasios
Beiträge: 5
Registriert: 07.09.2007, 10:10
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Anastasios »

Danke für deine Antwort.

Das Problem das ich sehe und wieso ich meine Frage als nicht beantwortet finde ist, dass der Unterschied nur in der Weihe liegen würde.

Was dem ganzen einfach nur einen offiziellen Status gibt und erstmal aus sicht des Kollegen nicht weiter.

Und dieses Argument kann man einem nicht vermitteln wenn er der Überzeugung ist ein ungeweihter kann alles was ein geweihter Priester auch kann.

Deshalb brauche ich Argumente die detailierter sind.

Klar kann ich mich auf Bibeltextebeziehen und versuchen auszulegen was richtiger ist etc. / aber das versuchen diese Sekten genau so deswegen kann man sich da meiner Meinung nach nicht zueinander bewegen.

Mir währen aber Argumente lieber die pragmatisch einen geweihten Priester als richtiger ansehen weil er zb von der Institution Kirche kontroliert wird alles richtig zu tun.

Was im Gegensatz in einer kleinen Gemeinde mit einem Pastor nicht möglich ist und es dann dazu kommen könnte das er den unfehlbaren Papst spielt.
danadoina_3
Beiträge: 159
Registriert: 06.02.2007, 19:32

Beitrag von danadoina_3 »

Lieber Anastasios, es fällt mir kein "pragmatischer " Grund ein; ich glaube ich würde versuchen denjenigen zu erklären dass alles bei Gott seine Ordnung hat auch wenn wir diese nicht unbedingt verstehen können; ich stand mal auch vor diese Frage wegen einer baptistin, eine sehr gläubige soger für die " warum geweihte Priester unbedingt" ein stolperstein war .
- Gott hat immer bestimmte menschen auserwählt, z.b. Moses und kein anderer und als andere ihm diese andere "den Amt" streitig machen wollten sind sie vom erdboden verschluckt;
- den sein tempel hat Gott ganz bestimmte angaben gemacht, läange, stoffe, materialien sogar ...
- diesen tempel durfte Salomon bauen und nicht sein vater der sich auch sehr gewünscht hat
- für dienste im tempel waren die leviten erwählt und keine anderen durften z.b. ihre dienste verrichten, und die kamen aus nachfolger Dan's falls ich mich nicht täusche und kein anderen stamm durfte das sonst...
- einmal als die Bundellade transportiert wurde von einen ort zum anderen , und da es zum umkippen drohte, einen anderen es angefaßt hat fiel dieser auf der Stelle tot... ( mich hat daß sehr beeindruckt!)
- Gott der Alten Testament ist unser Gott, dieselbe ordnung läßt sich auch weiter verfolgen
- Jesus hat bestimmte menschen als seine lehrlinge und nicht alle;
- es sind "nur" 12 (70) apostel gesandt worden und nicht alle
- die Apostel haben dann eine bestimmte ordnung in der Kirche etabliert,
geleitet von der HEILIGEN GEIST
....

und genau wie in der schule nicht alle menschen sind lehrer sondern nur diejenigen die die ausbildung ( mönch ? vom Gott direkt -siehe die diskussion in den anderen strang- oder eine teol. fakultät) ) dazu und die "berufung" ( :wink: teoretisch!) haben der rest sind schüler, putzfrauen, sekretärinen... genau so in der Kirche.

entschuldigung für mein schreibart aber ich habe es sehr eilig :oops:
protopeter
Priester
Beiträge: 698
Registriert: 24.07.2006, 21:21
Wohnort: Salzburg

Beitrag von protopeter »

Lieber Anastasios !

Vielleicht mag dieser generelle Ansatz etwas helfen: Das Priestertum ist (sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament und daher auch nach orthodoxem Verständnis) eine Institution göttlichen Rechts, die nicht nach menschengemachten, rein oberflächlich-bürokratisch aufzufassenden Pflichten und Rechten geordnet gilt, sondern (und hier ist sehr wohl auf die Heilige Schrift - genauer gesagt, I Kor 12,28-29 - zu verweisen) ein besonderes charisma - Gabe des Heiligen Geistes - ist, derer nicht alle Glieder der Kirche von vorneherein teilhaftig sind.

Im orthodoxen Verständnis nimmt das Priestertum in erster Linie den Dienst der Vermittlung zwischen Gott und Mensch wahr; für diese Aufgabe bedarf es einer bestimmten Form der "Bestellung", die von Christus Selbst durch die Berufung der Apostel ausgeht und sich dann über die apostolische Sukzession bis in unsere Tage fortsetzt. Von ältesten Zeiten her ist bezeugt, daß alle, die dieses Kontinuum brachen, sich außerhalb jeglicher kirchlicher Gemeinschaft stellten.

Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
Anastasios
Beiträge: 5
Registriert: 07.09.2007, 10:10
Wohnort: Stuttgart

Beitrag von Anastasios »

protopeter hat geschrieben:Lieber Anastasios !

Vielleicht mag dieser generelle Ansatz etwas helfen: Das Priestertum ist (sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament und daher auch nach orthodoxem Verständnis) eine Institution göttlichen Rechts, die nicht nach menschengemachten, rein oberflächlich-bürokratisch aufzufassenden Pflichten und Rechten geordnet gilt, sondern (und hier ist sehr wohl auf die Heilige Schrift - genauer gesagt, I Kor 12,28-29 - zu verweisen) ein besonderes charisma - Gabe des Heiligen Geistes - ist, derer nicht alle Glieder der Kirche von vorneherein teilhaftig sind.

Im orthodoxen Verständnis nimmt das Priestertum in erster Linie den Dienst der Vermittlung zwischen Gott und Mensch wahr; für diese Aufgabe bedarf es einer bestimmten Form der "Bestellung", die von Christus Selbst durch die Berufung der Apostel ausgeht und sich dann über die apostolische Sukzession bis in unsere Tage fortsetzt. Von ältesten Zeiten her ist bezeugt, daß alle, die dieses Kontinuum brachen, sich außerhalb jeglicher kirchlicher Gemeinschaft stellten.

Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter

Danke Dir Peter!

Dein Text hilft mir bei meiner nächsten Diksusion mit meinem Kollegen weiter :)

Danke auch Euch allen die Versucht haben mir zu helfen :)

mit dankenden Grüßen
Anastasios
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