Guten Abend!
Für dieses Thema und die ausführlichen, klaren Beiträge bin ich sehr dankbar.
Im Nachhinein kann ich mir jetzt auch einen "Reim" auf die Beiträge zu den "Charismatischen Begabungen" in der Gemeinde machen.
Damals hatte ich mich nämlich sehr gewundert, daß keiner Begabungen wie "Zungenreden" u. s. w. anführte.
Habe mal eine Ordensfrau aus der charismatischen Bewegung flüchtig kennengelernt und referieren hören.
Es ist mir damals nicht gelungen nachzuvollziehen, was die Mitglieder dieser Bewegung wirklich betreiben.
(Das wird nicht an dem liegen, was vorgetragen wurde, sondern eher daran , daß ich zimlich "schlicht gestrickt" bin, und Dingen, die ich nicht nachvollziehen kann, erstmal reserviert begegne.)
TheoFan hat geschrieben:
Während der östliche mystische Weg jede Form von Einbildung und Extase ablehnt, sind diese Formen im Westen Teil der Mystik (Loyola, v. Avila). Das "Einlassen auf den Geist", ohne zu wissen, auf welchen, ist in der östlichen Mystik eine Todsünde, daher sind sinnliche Visionen, Wundmale an Händen und Füßen oder Liebesbeziehungen zu Christus eher Zeichen dafür, dass der Betreffende dem Versucher erlegen ist.
Hab ich das denn jetzt richtig verstanden.... Wäre beispielsweise das "Zungenreden" oder die Extase heute in der OK eine Totsünde?
Wie kann man denn beurteilen, ob Jemand, der Visionen hat vom falschen Geist getrieben ist?
Da ich fast immer Probleme mit " Visionen" und dergleichen habe, neige ich dazu mich den Ausführungen von TheoFan anzuschließen .
In der Bibel lese ich dazu:
"Löscht den Geist nicht aus!"( 1 Thess 5, 19)
Bedeutet das nicht, daß man für Alles offen sein sollte?????
aber:
"Glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind" ( 1 Joh 4,1).
Und wie macht man das???????????
Ignatius v. Loyola, der hier als Beispiel für den Irrweg in der Mystik angeführt wird , war sich der Problematik durchaus bewußt.
Er befaßte sich intensiv mit der "Unterscheidung der Geister" und schrieb auch darüber.
Er versuchte sich u. A. so zu orientieren:
Bei den Geistern unterscheidet er die seelischen Wirkungen.
Guter Geist - Innerer Friede
- Ruhe
- Freude
- Vertrauen
- Geborgenheit
- Erhebung des Geistes
- Verlangen nach göttlichen Dingen
- mild friedvoll sanft
- Heiterkeit
- reines , bereitwilliges Gebet
Böser Geist - Verwirrung
- Traurigkeit
- Furcht, Zittern, Angst
- aufgeregte Gedanken
- Schweifen des Geistes in niedrigen Dingen
- Begierde nach Schlechtem
- Jähzorn, Bitterkeit
- Fröhlichkeit mit Lärm und Geschrei
- Abscheu vor der Zelle
u.s.w.
Ich finde es zwar nützlich diese Unterscheidungen bei einem Auseinandersetzungsprozess anzuwenden, halte es aber trotzdem für unwahrscheinlich, daß man hierbei immer zu dem richtigen Urteil gelangen wird.
Ignatius selbst gibt zu, daß er sich in der Unterscheidung der Geister manchmal geirrt hat.
Autosugestionen können eben auch sehr stark sein.
Das bestätigt was TheoFan geschrieben hat.
Nur was mache ich mit 1 Thess 5, 19 ??
Wie deutet Ihr denn diese Stelle?
Einen gesegneten Abend wünscht Euch
Mary