10. Jul 2007 21:46
Der Fall der christlich-muslimischen Pastorin stürzt die von Flügelkämpfen zerrüttete US-amerikanische Episkopalkirche in einen weiteren Zwist. Die Frau Redding wird nun Theologieprofessorin in Seattle.
In den USA sorgt eine Pastorin der anglikanischen Episkopalkirche, die zugleich Christin und Muslimin sein will, für Aufregung. Der zuständige Bischof habe die Theologin Ann Holmes Redding aus Seattle im US-Bundesstaat Washington jetzt angewiesen, sich für ein Jahr vom Amt zurückzuziehen, berichtete der Informationsdienst «Christian Post». In ihrer Gemeinde war die 55-jährige Afro-Amerikanerin für Glaubensfragen zuständig.
Redding wird den Angaben zufolge nun Theologieprofessorin an der Seattle Universität. Der Fall der christlich-muslimischen Pastorin stürzt die von bitteren Flügelkämpfen zerrüttete US-amerikanische Episkopalkirche in einen weiteren Zwist. Die Kirche ist ohnehin von Spaltung bedroht. Seit Jahren streiten sich Konservative und Liberale darüber, ob in Partnerschaft lebende Homosexuelle Pastoren und Bischöfe werden dürfen.
Die vor 23 Jahren zur Priesterin geweihte Redding sorgte im Juni für Schlagzeilen, als sie gegenüber der Tageszeitung «Seattle Times» erklärte, sie sei seit 15 Monaten auch Muslimin. Sie sei der Ansicht, dass sich Islam und Christentum nicht widersprechen. Sie könne daher hundertprozentig Muslimin und Christin sein. Islamische und christliche Theologen reagierten kritisch auf Reddings Aussagen. Evangelikale beklagten, Redding sei ein Extrembeispiel für die in der liberalen US-Christenheit verbreitete Ansicht, alle Religionen führten zu dem einen Gott. (epd)
http://www.netzeitung.de/ausland/691772.html
