Entkirchlichung im Westen ?

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Entkirchlichung im Westen

 
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Sebastian
Beiträge: 956
Registriert: 16.12.2008, 13:46
Religionszugehörigkeit: Orthodox (MP)

Entkirchlichung im Westen ?

Beitrag von Sebastian »

Mahlzeit in die Runde !

Verflacht der orthodox christliche Glaube im Westen? Abseits der Diskussionen um Kirchenbestuhlung oder Kopftuchpflicht für Frauen :roll: möchte ich hier an euch die Frage stellen, welche Empfindungen und Einschätzungen ihr hierzu habt. Dabei geht es mir um elementare Fragen der Praktizierung orthodoxen Lebens in der westlichen Welt.

Oft wurde mir zugeflüstert: "Sebastian, die Orthodoxie hierzulande wird verwestlicht!!!"

Befürworter des Wiederauflebens (Rekonstituierung) abendländisch orthodoxer Kirchenstrukturen empfinden den Begriff "Verwestlichen" irreführend und kontraproduktiv, da gleichzeitig mit dem Terminus "WEST" eine Angst behaftet wird, oder besser gesagt zum Ausdruck kommen soll:

Die Entkirchlichung

Ich weiss nicht, ob ich diesen Begriff theologisch korrekt erfasse. Als Entkirchlichung verstehe ich die Entfernung des Glaubenden von Gott und seiner Kirche. Anders gesagt eine Verflachung im Glauben.

Hierzulande ist es in der Tat teilweise nur allzu evident, dass gewisse Entwicklungen auf den Einfluß röm. Kath. oder gar protestantischer Strömungen zurückzuführen sind! Doch wie beeinflussen andere Faktoren, wie die sich manigfaltig ausbreitenden gesellschaftlichen Ideologien (Selbstverwirklichung um jeden Preis z.B.), unser orthodoxes Bewusstsein?

Und...

Suchen wir teilweise zu oft woanders die Schuld? Ist es nicht auch eine Frage des "an sich herranlassens". Was ist anders als in mehrheitlich chr. orthodoxen Ländern?

Entkirchlichung im Westen? - Was meint Ihr?

Gespannt

Sebastian
Rene

Beitrag von Rene »

Lieber Sebastian,

das ist wirklich ein guter Ansatz sich Gedanken zu machen.
Ich habe gerade das Buch "Irdene Gefäße" gelesen, da wird dies auch angemerkt. Warum entfernen sich die Leute immer mehr vom Glauben?
Ein Grund mag daran liegen, dass viele den Glauben nicht mehr leben, nur noch ab und zu mal in die Kirche gehen, vielleicht nur zu den offiziellen Feiertagen...
Wichtig, das Gebet, nicht nur in der Kirche sondern auch zu hause, in der kleinen Kirche. Wichtig auch die regelmäßige Teilnahme an den Sakramenten.
Ja, wir sollten auf die Traditionen achten und sie bewahren, ebenso die Hl. Überlieferung, die Hl. Schrift und von den Hl. Vätern lernen.
Wenn wir orthodox leben, unseren Glauben also in die Tat zu umsetzen bemüht sind und uns weniger darum scheren anderen zu gefallen, dann brauchen wir auch keine Angst haben vor Verweltlichung.
Man muss aber auch im Auge haben, dass mit jeder Neuerung, die eingeführt, wird die Gefahr besteht, dass einer Neuerung die nächste folgt und so eine Kettenreaktion auslöst. Außnahme sollte ganz vereinfacht gesagt Außnahme bleiben und nicht zur Regel werden, ob Kopftuch, Art der Taufe oder andere mehr oder weniger wichtige Punkte.
Bereichern wir Orthodoxe uns doch gegenseitig und lernen von einander. Im Kleinen wie im Großen. In der Ukraine habe ich gesehen, baut man zu Christi Geburt eine Höhle aus Tannenzweigen (Vertep) nach, darin die Ikone des Herrn, eine Serbin erzählte, dass man in ihrer Gemeinde alles mit Stroh ausgelegt hat... das sind praktische Beispiele wie man zusammen ein Fest begehen kann. Es dauert nicht mehr lange und die Kinder der Aussiedler bzw Asylanten beherrschen ihre Heimatsprache nicht mehr so gut, dafür Deutsch. Dann wird sich das eh mehr vermischen. Leben wir ganz einfach orthodox, die schon oft angemerkte Einheit in der Vielfalt macht und das so lebendig.
Das ist jedenfalls meine Meinung dazu.
mit den besten Wünschen
Rene
protopeter
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Einige zusätzliche Gedanken zum Thema

Beitrag von protopeter »

Liebe Diskussionsfreudige !

Die Frage nach orthodoxem Lebensvollzug in heterodoxer Umgebung ist von nicht zu unterschätzender Bedeutung und Wichtigkeit, zumal damit diverse Mißverständnisse und Fehlinterpretationen verbunden sind, die als Gefahr mit sich bringen, allzu oft die "Form" über den "Inhalt" stellen zu wollen. Aus dieser Perspektive wird eben allzu oft auch die Definition der Orthodoxen Kirche als "östlich" vorgenommen - impliziert ist darin (sowohl von heterodoxem als auch unserem eigenen Standpunkt aus) die Wahrnehmung, daß die Begriffswelten "Orthodoxe Kirche" und "Westen/Abendland" niemals in einem harmonischen Verhältnis zueinander stehen könnten.

Daraus resultiert nun die von Sebastian genannte Angst einer möglichen "Verwestlichung" unserer Kirche - eine Angst, die sich für ihren Sendungsauftrag mehr als lähmend auswirkt. Darüberhinaus wird eben auch der für die universelle Bedeutung der Orthodoxen Kirche wesentlichen Tatsache eines tausendjährigen abendländischen Erbes der Orthodoxie selten oder nie Rechnung getragen. Versucht man hier in Ansätzen wirksam zu werden, ergeben sich daraus nicht selten Anschuldigungen, man würde verfälschen, verwässern und manipulieren.

Was nun das Erscheinungsbild der Orthodoxen Kirche in den mittelwesteuropäischen Gesellschaften anbelangt, die oftmals nur mehr dem Namen nach "christlich" genannt werden können, so ist hier (um auch die Extreme miteinzubeziehen) die gesamte Bandbreite von "elitärer" Abschottung bis hin zu "ökumenediplomatischer Offenheit" mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen vorhanden: Während die eine Seite allzu oft einen falschen Begriff von "Weltabgewandtheit" (der im Wesentlichen als Verweigerung eines Dialoges mit der "Welt "gelten muß) kultiviert, sieht sich der andere Teil über alle Maßen dazu genötigt, gegenüber dem heterodoxen humanistisch geprägten Christentum diverse Zugeständnisse zu machen.

Entscheidend für ein orthodoxes Zeugnis in der globalisierten Industriegesellschaft scheint vor allem auch der allumfassende Charakter unserer Kirche. Vor einigen Jahren schrieb der griechische Theologe und Soziologe G. Mantzaridis ein Buch, das sich diesem Fragenkomplex ausführlich widmete; der Titel der Abhandlung lautet in deutscher Sprache Universalität oder Globalisierung. Mantzaridis zeigt, daß einzig die aus dem Glauben kommende orthodoxe Ethik (gestützt auf die Heilige Schrift und die Tradition) eben im wahrhaft umfassenden Sinn befähigt sein kann, den drängenden Fragen unserer Zeit eine praktikable Antwort zu geben.

Dies ist nun vielleicht einer der entscheidendsten Aspekte orthodoxer martyria in der Welt: Das Leben aus dem Glauben ist unabhängig von sämtlichen äußeren kulturell-zivilisatorischen Rahmenbedingungen, weil die Kirche universell ist. Das orthodoxe Wesensprinzip der sobornost´ gilt somit in allen Bereichen und erlegt der Manifestation gläubigen Bewußtseins keine wie auch immer gearteten Beschränkungen auf. Entscheidend dabei ist, daß es im rechtgläubigen Denken eben keine dualistisch anmutende Trennung in "Sakrales" und "Profanes" geben kann und darf. Daraus ist nun für uns auch der Grundsatz des "guten Gebrauchs" der Dinge dieser Welt (wie er vor allem von den griechischen Kirchenvätern der Frühzeit postuliert wurde) abzuleiten - wir sind zu einem positiven Zeugnis vor der Welt berufen !

In der Liebe Christi grüßt
Erzpr. Peter
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theofan
Beiträge: 153
Registriert: 19.02.2009, 11:54

Beitrag von theofan »

Liebes Stimmvieh :wink: ,

ich sehe es so:
In dieser Gegend der Welt gibt es zwei nennenswerte religiöse Traditionslinien. Beide sind in der Häresie gelandet und verflacht, äußerlich geworden, akzeptiert nur noch in dem Maße, wie sie den eigenen Lebensentwurf nicht all zu sehr stören. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Diesem gesellschaftlichen Verhältnis zur Religion kann man sich nicht entziehen, da die Einwirkung ganzheitlich und sehr subtil erfolgt, über Sprache, Symbolik, gesellschaftliche Standards.
Dieses Problem haben zunehmend alle ernsthaften Katholiken und Protestanten, da ihre Religiosität nicht mehr von Traditionen und öffentlicher Meinung getragen wird (einige Gebiete in Bayern mal ausgenommen).

Orthodoxe im Westen haben das gleiche Problem total, da es eine gewachsene Tradition und geübte Praxis nicht gibt. Ich glaube auch nicht, dass so etwas unter den gegebenen Umständen noch entstehen kann. (Ich bin noch nicht mal überzeugt, dass man es in Osteuropa wieder restaurieren kann. Wer Schmeljows "Jahr des Herrn" kennt, versteht vielleicht, was ich meine.)

Wir sollten uns vielleicht wieder fühlen wie im 3. Jahrhundert. Auch damals konnte man heilig werden, ohne Krippe, Christbaum und Ostereier.
Das macht doch Hoffnung, oder?

Gruß
Hans-Peter
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Hans-Peter !
Orthodoxe im Westen haben das gleiche Problem total, da es eine gewachsene Tradition und geübte Praxis nicht gibt. Ich glaube auch nicht, dass so etwas unter den gegebenen Umständen noch entstehen kann.
Als Antwort auf diese Ihre Feststellung fällt mir das alte Wort ein: "Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos" - und Hoffnung ist immerhin eine christliche Grundtugend. Der Prozeß einer Reintegration der Orthodoxie in den abendländischen Kulturbereich ist zugegebenermaßen ein sehr schwieriges Unterfangen, aber er scheint dennoch nicht definitiv zum Scheitern verurteilt. Natürlich ist es einfacher, in kulturpessimistischer Weise jeglichen Versuchen a priori eine Absage zu erteilen; hätten die Apostel ähnlich argumentiert, wäre die Verbreitung der gottmenschlichen Erlösungsbotschaft schon in der ersten Generation zum Erliegen gekommen !

Es ist vollkommen klar, daß man sich gewissen Realitäten bewußt stellen muß - dazu gehört auch die grundsätzliche Wahrnehmung, daß wir heute in einer immer säkularer gewordenen Gesellschaft leben, die in ihrer geistlichen Lauheit und ihrem Hedonismus ("Selbstverwirklichung" nennt man das wohl) gewisser Impulse bedarf. Wiederum bezugnehmend auf die Grundsätze orthodoxer Ethik wären hier durchaus Möglichkeiten gegeben - und dies ohne "moralisierenden Zeigefinger" ! Alleine, es muß uns möglich gemacht werden, daß wir uns entsprechend artikulieren; wir müssen allerdings auch dazu bereit sein, unseren Glauben und die damit verbundenen Offenbarungswahrheiten in gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu bezeugen, die eben außerhalb der "angestammten" orthodoxen Kulturbereiche gelegen sind.

Bei allem Realitätssinn möge uns dazu eines in Fülle gegeben sein - Gottvertrauen !

Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
Milo
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Beitrag von Milo »

Ja das macht Hoffnung...

setzen wir die Argumente fort.

Ich wollte betonen das eine Verflachung daher nur kommen kann, wenn der Mensch in seinem Inneren, seinem Herzen, nicht mehr wahre Speis und Trank einlagert (oder einlagern kann).

Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb hinkommt und den keine Motten fressen. 34Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Aber ist es jedem gegeben diese "Speise" auszugeben?

45Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr über seine Leute gesetzt hat, damit er ihnen zur rechten Zeit zu essen gebe? 46Selig ist der Knecht, den sein Herr, wenn er kommt, das tun sieht.

Wie wichtig das ist, zeigt vor allem das dreimalige auffordern unseres HErrn:

15Als sie nun das Mahl gehalten hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: aSimon, Sohn des Johannes, hast du mich lieber, als mich diese haben? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Lämmer! 16Spricht er zum zweiten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Er spricht zu ihm: Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: bWeide meine Schafe! 17Spricht er zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er czum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und sprach zu ihm: Herr, du weißt alle Dinge, ddu weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe!

Ja Brüder und Schwestern, heute gibt es "wichtigere" Dinge für Hirten als das "hungrige" Volk Gottes zu weiden.

Die Väter der ersten Jahrhunderte heben es nicht versäumt noch während dem eigenem verbrennen auf dem Scheiterhaufen, oder wie Ignatius, während dem Hintreiben zur Exekution, die ihnen anvertrauten "Schafe" zu weiden. Heute, wie gesagt, gibt es "wichtigeres". Egal, ob im Westen oder Osten!

Wenn ich mich in meinem Volk hier und in der Heimat umschaue, dann ist es einfach viel, viel zu wenig an innerer und aber (vor allem hier) ausserer Mission was da geboten wird.

Es gibt, wie immer, wichtigeres...leider Gottes!

Und so verflacht alles, wenn schon, von innen.

Möge uns der Dreieine Gott bewahren im lebendigem Zeugnis, das wir nicht verhungern und verdursten dabei.

Denn... «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.»
Amen

br. milo
IoannesProselytos
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Beitrag von IoannesProselytos »

Xpristos anesti!
Es dauert nicht mehr lange und die Kinder der Aussiedler bzw Asylanten beherrschen ihre Heimatsprache nicht mehr so gut, dafür Deutsch.
Es müsste halt ein dt. Patriarchat geben - hier im Westen hat man es, finde ich, als orthodoxer Christ schon schwer. Wobei ich nicht einmal so die atheistisch-säkulare Gesellschaft meine, sondern einfach die geringe Präsenz der Orthodoxen Kirche in Westeuropa. Was wirft z. B. die Röm.-Kath. Kirche in den (Bücher-)Markt, was die Lutheraner und was eben die Orthodoxie?

Paul Williams hat in seinem Buch Mein Weg zu Buddha und zurück geschrieben, dass jemand, der nicht aus einem östlichen Milieu stammt, schon gute Gründe braucht, um in die Orthodoxe Kirche einzutreten. Ich finde, gute Gründe gibt's genug, nur musst du sie einmal irgendwo aufstöbern können - es gibt ja so gut wie keine "außer-virtuellen" Informationsmöglichkeiten und selbst im Netz sind diese in dt. Sprache auch äußerst rar. Daher empfinde ich jeden, der hier im Westen in die Orthodoxe Kirche eintreten will als ein noch größeres Wunder, als jemanden, der in irgendeine Kirche eintreten möchte - derjenige kann nur vom Herrn selbst irgendwie dazu geführt worden sein!
talitaNeu
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Lieber Milo,

Beitrag von talitaNeu »

bitte sei nicht traurig. Was wir Menschen nicht fähig sind zu tun, weiß der Herr eh und wird es wohl richten. Wenn gleich dies nicht der selbe Beitrag ist, wie der über die evangelischen erotischen Kirchenbesuche, dennoch finde ich einen Zusammenhang und eine wichtige Aufgabe die nun aufgetaucht ist: die nun verschreckten Menschen, dennen endgültig klar geworden ist, dass leider Gottes die evangelische Kirche sich verliert im Sog des Untergangs und jeder Christus liebende Menschen nun wirklich sich auf der Suche nach dem richtigen Weg machen muß, die Hände zu reichen, sich zu öffnen und zu sagen das unverfälschte Christentum gibt es nur in der Orthodoxie. Wenn du Christus follgen willst, laß alles von dir und folge Ihm.

Ich kann deine Enttäuschung und Trauer nachempfinden Milo. Mit deinen Beobachtungen über die Notwendigkeit der Mission im Westen durch die Orthodoxie hat dich der Herr ausgestattet und ein reines Auge gegeben. Da dein Auge nun rein und offen ist, lege ich auf dich mein lieber Freund die Hoffnung als Werkzeug und Kindgottes in den Dienst bald zu treten und den Menschen zu helfen.

Wie der Herr Gott dem Heiligen Nikolaus offenbart hat, dass er sein Leben nicht in der Abgeschiedenheit und Frieden im Gebet verbringen soll, sondern im Kampf die Menschen anzuführen und Vorbild zu sein, so möge er dich schicken MIT EINEM LIEBENDEM HERZEN und nicht einem strengen den VERLORENEN die Hände zu reichen. Möge Segen Gottes auf dir Weilen alle Tage deines Lebens.

Aleksandra
Zuletzt geändert von zoki am 14.06.2007, 07:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
Milo
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Beitrag von Milo »

Liebe Aleksandra,

:oops:
herzlichen Dank für Deinen Beistand und Wünsche.

Unser Menschenliebende Gott ist übergütig,
so das wir in unserer Schwäche durch Sünde,
nicht einmal dies richtig wahrnehmen können.

Vom HErrn Dir alles Gute wünschend,

In Christus

Milo
protopeter
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Beitrag von protopeter »

Lieber Ioannes, liebe Mitdiskutierende !

Wenn wir als ein wesentliches Element orthodoxer Präsenz im heterodoxen Umfeld die authentisch-lebendige Zeugenschaft für die gottmenschlichen Glaubenswahrheiten begreifen, erübrigen sich unsererseits alle weiteren Bemühungen, die Existenz orthodoxer Kirchenstrukturen im "Westen" zu rechtfertigen. Die genannten "guten Gründe" können und sollen sowohl im Intellekt als auch in der Intuition desjenigen, der sich unserer Kirche zuwendet, zu finden sein.

Es sei in diesem Zusammenhang immer wieder darauf hingewiesen, daß die Orthodoxe Kirche eben nicht als "geistlicher Selbstbedienungsladen" zu erfassen ist, in dem das Prinzip der Zeitgeistigkeit zum konstituierenden Element der Religiosität wird. Der eschatologische Anspruch der Kirche, die Verklärung von Zeit und Raum, die daraus resultierende sprichwörtliche Verbindung von Himmel und Erde erweist sie eben als wahrhafte civitas Dei - einer Gottesbürgerschaft, als deren Haupt Christus, der Allerhalter (denn gerade diese Dimension des christologischen Hoheitstitels Pantokrator gilt es zu bedenken) gegenwärtig ist.

Die Hinwendung zur Orthodoxen Kirche ist in diesem Kontext eben nicht als bloße "Konversion" zu begreifen - hier handelt es sich fraglos um die Rückkehr zu den Wurzeln des christlichen Glaubens in seiner allumfassenden Fülle. Das Bemühen, ein Leben nach den Grundprinzipien unseres Glaubens zu führen, kann tatsächlich zum Skandalon werden - doch ist dies letztendlich die Konsequenz einer (im positiven Sinn des Wortes) radikalen (= auf die "Wurzel" gehenden) Bereitschaft, für die Wahrheit Zeugnis abzulegen.

Es müsste halt ein dt. Patriarchat geben
Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit einer noch deutlicheren Reintegration der Orthodoxen Kirche in die abendländisch geprägten Gesellschaften (was die sprachliche Integration anbelangt, so können heute vor allem orthodoxe Gemeinden in Frankreich und Großbritannien als Vorbild gelten), kann man Glaubwürdigkeit und Gültigkeit des rechtgläubigen Zeugnisses doch nicht alleine vom Faktor einer "sprachlichen Anpassung" abhängig machen - gleichwohl dies als eine nicht unbedeutende Voraussetzung erfolgreichen apostolischen Wirkens gelten mag. Gleiches kann für die Entfaltung "lokal-autochtoner" Kirchenstrukturen gesagt werden; auch hier wäre sicher noch viel zu tun - alleine, so unabdingbar-essentiell ist dann das vorläufige Fehlen entsprechender Strukturen für die Erfüllung unseres Sendungsauftrages auch nicht. Problematischer gestaltet es sich allerdings (das wurde bereits an anderer Stelle diskutiert), wenn Glaube und Nation miteinander eine "unheilige Allianz" eingehen - diesem Fehldenken entspringt auch die grundfalsche Wahrnehmung einer "orthodoxen Diaspora".

Mit herzlichen Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
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