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Orthodoxe Priester gegen Antisemitismus

Verfasst: 08.05.2007, 15:04
von Milo
Orthodoxe Priester gegen Antisemitismus
Wollen Streichung von Gottesmörder-Vorwürfen
Zwölf orthodoxe Priester haben ihre Kirchen am gestrigen Donnerstag dazu aufgefordert, ihre Jahrhunderte alte Position gegenüber den Juden und Israel zu revidieren und antisemitische Passagen aus der Liturgie zu streichen.

Die Priester, die fünf verschiedene orthodoxe Kirchen vertreten (russisch, griechisch, ukrainisch, georgisch und ökumenisch), formulierten ihre Forderungen in einem Zwölf-Punkte-Dokument, das während eines einwöchigen Israel-Aufenthaltes verfasst wurde, berichtet die Jerusalem Post.

?Leider gibt es orthodoxe Christen, die widerwärtigen Antisemitismus unter dem Deckmantel der Orthodoxie propagieren, was mit dem Christentum unvereinbar ist?, erklärte Innokenty Pavlov, Theologieprofessor am theologischen Institut von Moskau.

?Wir müssen unsere Stimme erheben und die orthodoxen Laien sowie die Kirchenführung dazu auffordern, eine offizielle Position der orthodoxen Kirche hinsichtlich unserer Beziehungen mit dem Judentum zu formulieren, wie es vor mehreren Jahrzehnte von der Katholischen Kirche getan wurde?, so der Professor, der sich damit auf das Zweite Vatikanische Konzil von 1962 ?1965 bezog.

Die zehnseitige Erklärung, die am Donnerstag veröffentlicht wurde, ruft zur Ablehnung der Ersatz-Theologie und zur Streichung von antisemitischen Passagen, insbesondere in der Oster-Liturgie auf. Sie bekräftigt zudem die ewige Verbindung zwischen dem Land und dem Volk Israel. In vielen orthodoxen Liturgien werden die Juden immer noch als ?Gottesmörder? gebrandmarkt.

http://www.icej.de/nachrichten/2007-04-20.html#article1

Verfasst: 08.05.2007, 15:55
von 1389.
seit wann gibts ne ukrainisch orthodoxe kirche?


und außerdem sind nicht orthodoxe christen antisemiten,.. ich hab nie etwas in dieser art gehört,...

Verfasst: 08.05.2007, 16:54
von protopeter
Lieber Gavrilo !
seit wann gibts ne ukrainisch orthodoxe kirche?
Es gibt - neben der von der Gesamtorthodoxie nicht anerkannten "Autokephalen Ukrainischen Orthodoxen Kirche" und dem sogenannten "Patriarchat von Kiev" - zwei kanonische Jurisdiktionen ukrainischer Orthodoxie: Die eine hat autonomem Status in Gemeinschaft mit dem Moskauer Patriarchat, die andere ist ebenfalls mit gewisser Autonomie ausgestattet und gehört zum Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel.

Österliche Segensgrüße sendet
Erzpr. Peter

Verfasst: 08.05.2007, 18:08
von 1389.
ich habs eh gewusst dass, die ukrainisch orthodoxe kirche nicht anerkannt wurde und eigentlich so ein status hat wie die makedonische kirche(ich glaub das sie eine autonomie haben)

danke aber trozdem für die infos

Re: Orthodoxe Priester gegen Antisemitismus

Verfasst: 08.05.2007, 19:27
von Sebastian
administrator hat geschrieben:Orthodoxe Priester gegen Antisemitismus
Wollen Streichung von Gottesmörder-Vorwürfen
Zwölf orthodoxe Priester haben ihre Kirchen am gestrigen Donnerstag dazu aufgefordert, ihre Jahrhunderte alte Position gegenüber den Juden und Israel zu revidieren und antisemitische Passagen aus der Liturgie zu streichen.
Christus unter uns!

Hallo Milo!

Interessant. Um mal Stellung zu beziehen: Ich bin klar dagegen!. Nur aufgrund der Unfähigkeit einiger sollen ganze Teile der Liturgie gestrichen werden? Die Priester hätten sich mE voher lieber den Rat eines geistlichen Starzen geholt und relevante Stellen in der Hl. Schrift nachgelesen, wo es klar heisst: Und das VOLK schrie: "Kreuzige ihn!".

Heisst dies nun, dass wir antisemitisch sind, voll Haß gegen die Peiniger Christi, und unseren jüdischen Nachbarn vorhalten, er sei schuld am Tod Christi? Nein, denn leider haben diejenigen zu kurz gedacht, die unsere Kirche in einer solchen Ecke gerne hätten. Darüberhinaus: Die Orthodoxie war sich immer der hier im Forum (u.a. von Vater Peter oft zitierten) Stelle im Joh. Ev. bewusst: "denn die Erlösung kommt von den Juden" . Einige pseudoorthodoxe Randgruppen mögen Judenfeindliche Haltungen angenommen haben, doch kann dies nicht representativ auf die gesamte Kirche bezogen werden. Beim Begriff "Gottesmörder" erkenne ich im Übrigen keinen provokanten Vorwurf an das heute lebende jüdische Volk, sondern einen sachlich korrekten Terminus, der einzig und allein darauf hinweist, WEN das damalige Volk am Kreuze hängen sehen wollte. Den Sohn Gottes!
Doch eine Pauschalisierung "des VOLKES" der Juden als "Gottesmörder" ist ausgeschlossen: waren die ersten Nachfolger Jesu keine Juden?

Nun lese ich, dass manche etwas aus den Hl. Texten streichen und von der Wahrheit etwas wegnehmen möchten. Schreiben wir die gesamte Bibel doch einfach neu und verdrehen die Tatsachen! Ehrlich gesagt fällt es mir schon ein wenig schwer meine Empörung zurückzuhalten. Ich kann nur hoffen, das diese Meldung nicht stimmt.

Verfasst: 09.05.2007, 08:27
von Milo
CIA!

@ Gavrilo

Schau doch mal hier rein:
http://orthodoxes.forum-on.de/ftopic155.html

@Sebastian

Du hast vollkommen Recht mit Deinen "Empörungen". Ich würde das auch nicht hier aufführen, wenn da nicht ein theol. Proffesor aus Moskau zittert wäre.
So gesehen, bin ich auch nur mehr als überrascht!

Herzlich,

euer br. milo

Verfasst: 09.05.2007, 15:14
von theofan
Christus ist auferstanden!

Hier in Deutschland ist Antisemitismus in der Orthodoxie wohl wirklich kein Problem (hoffe ich), aber in Russland (und offensichtlich nicht nur dort) sehr wohl.
Es ist für mich als Deutschen teilweise recht schockierend, mit welchen Überzeugungen man da so konfrontiert wird (masonistische Verschwörungen, die "jüdisch-bolschewistische" Revolution von 1917, usw.). Dass "der Jude" schuld an der jüngeren russischen Geschichte ist, glauben viele da, und wer ein bisschen danach surft, wird auf einigen russischen, sich "orthodox" nennenden Seiten schnell fündig.

Es dürfte in Moskau mehr Mut kosten, als man von hier aus glauben mag, dieses geliebte Feindbild aufbrechen zu wollen.

Möge Gott das Werk segnen!
Hans-Peter

Verfasst: 09.05.2007, 15:38
von Walter
administrator hat geschrieben:@Sebastian

Du hast vollkommen Recht mit Deinen "Empörungen". Ich würde das auch nicht hier aufführen, wenn da nicht ein theol. Proffesor aus Moskau zittert wäre.
So gesehen, bin ich auch nur mehr als überrascht!
Χριστός ανέστη! Christus resurrexit!

Hallo Milo und Sebastian,

zum einen kommt diese Meldung von Zionisten (sie nennen sich selbst so!), zum anderen führt dieser Innokenty Pavlov wohl schon seit Jahrzehnten einen persönlichen Feldzug gegen die russich-orthodoxe Kirche und besonders gegen Patriarch Alexij II. Also kein Grund zur Aufregung (auch wenn es traurig ist, dass es solch unglücklich verirrte Schafe in Gottes Herde gibt). Hier noch einige andere Berichte von diesem "Professor":
Nikolay Alexandroff hat geschrieben:I presume, that you are, probably, ill-informed in the matters concerning the Russian Orthodox Church, but this statement contains several inauthentic points. First of all there is no antisemitic liturgy in the Orthodox Church, and several sentences, mentioned in the statement are not more "antisemitic" than some passages from the New and Old Testament.
Second point is that Innokenty Pavlov for years wasn't a member of clergy of the Russian Orthodox Church - since 1995. In fact, he's a member of Greek-Catholic Church now, and a well-known fighter against Russian Orthodox Church. Just as Ioann Sviridov. They're both known to me and to many here as very unpleasant persons, by the public activity of theirs. Inadequate priest and monk, they amuse their vanity by escapades of all sorts, aiming to attract the attention of mass-media, and to get sums from Jewish organisations or from the Church in Need.
And Credo-Ru is known as a consistent in its policy secular and anti-Orthodox media. It is not worth any attention.
Radonezh[/url] (1997, russ. Original auf [url=http://www.or.ru/pressa/def.asp?path=12&m=1&n=40&a=662]Pravoslavie v Rossii hat geschrieben:The secular cleric Hegumen Innokenty Pavlov tried hard, exploiting the uninformed listener, to rehabilitate historically Metropolitan Isidor who participated in the union of Florence [15th century] and Antonin Granovsky, one of the leaders of renovationism. All church documents are constantly subjected to rude and unworthy comments of the hegumen who hates the Moscow patriarchate. The tone and form of his statements exceed the limits of decency. He likens the Church Slavonic language to criminal jargon and he calls the synodal translation of the Bible, in distinction from his own, "primitive."
ecumenizm.tripod.com hat geschrieben:From time to time the Moscow Patriarchate complains about the insufficiently protectionist Russian legislation dealing with Church matters and about the other parts of the "price that have to be paid for democracy". The authors of the "Appeal", however, speak of different matters. They cite numerous instances of direct assistance which the Moscow Patriarchate renders to Latin propaganda. They list ecumenical, or purely Catholic radio stations (Sophia, Blagovest /Glad Tidings/, and periodicals (Simvol, Istina i Zhizn', Novaia Evropa, Russkaia Mysl', /Symbol, Truth and Life, New Europe, Pensée Russe/, etc.) in which, along with Catholics tirelessly work as active contributors and sometimes even managers, such well-known members of the Moscow Patriarchate as archpriest Ioann Sviridov (contributor of the Department of Religious Education and Catechization of the MP), hegumen Innokenty Pavlov (Secretary of the Russian Biblical Society), priest A. Borisov (President of the same Society), Hegumen Ignaty (Krekshin) -- Secretary of the Synodal Commission for the Canonization of Saints of the ROC, hegumen Ioann Economtsev (Rector of the Orthodox University of St. John the Theologian), V. Nikitin (the Chief Editor of the official journal of the Department of Religious Education and Catechization Put' Pravoslaviia /Orthodox Way/, "priests journalists" G. Chistyakov and V. Lapshin, priest G. Ziablitsev (employee in the Department of Foreign Church Relations of the MP), who was appointed by his superior Metropolitan Kirill (Gundyaev) to the commission of the Catholic Church (!) for the canonization of one of their saints. The authors of the "Appeal" voice their indignation: "Such a scandalous fact -- i.e. participation in a heterodox enterprise of a canonical character -- has not been heard of since Latins fell away from the Church of Christ in 1054".

The persons mentioned above and many who remain unmentioned constantly address people through all mass media on behalf of the Orthodox Church, but speak in defense of the false teaching of Catholics, mock at patristic theology, and preach the imaginary identity of Orthodoxy with Papism. (JMP, 1968, No. 3, p. 53.)
Einen schönen und gesegneten Tag noch!
Walter

Verfasst: 09.05.2007, 15:38
von protopeter
Er ist wahrhaft auferstanden !

Liebe orthodoxe Brüder !

Das zur Diskussion gestellte Problem hat in der Tat mehrere Dimensionen: Einerseits kann es nicht angehen, gottesdienstliche oder gar biblische Zeugnisse in einer Anwandlung von political correctness "nachbessern" zu wollen - das wurde ja hier mit vollem Recht begründet zum Ausdruck gebracht.

Andererseits stimmt es allerdings auch, daß es in sogenannten "patriotisch-orthodoxen" Kreisen (vor allem Rußlands) salonfähig geworden ist, antisemitische Vorurteile geltend zu machen. Und - es bleibt eben nicht nur bei Worten; so werden nicht nur Juden, sondern auch Geistliche und Gläubige der Orthodoxen Kirche mit ursprünglich jüdischem Hintergrund massiv bedroht oder attackiert. Das bekannteste Beispiel in diesem Zusammenhang ist der auf vielfältige Weise auch während der kommunistischen Zeit missionarisch tätig gewesene Erzpriester Aleksandr Men´, der im September 1990 ermordet wurde.

In jedem Falle wäre eine ausgewogen-klare Stellungnahme gefordert, die dazu beitragen könnte, Übertreibungen von der einen wie von der anderen Seite unmöglich zu machen.

Österliche Segensgrüße sendet
Erzpr. Peter

Verfasst: 09.05.2007, 18:57
von Sebastian
Chrystus Zmartwychwstał!!

Hallo Walter!

Danke für die Info!

Dir auch einen schönen Tag :)