Eine globale Frage

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Julija
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Eine globale Frage

Beitrag von Julija »

Liebe Leute!
In der russischen Literatur (Anfang XX Jahunderts) war ein Thema besonders aktuell. Da muss ich sagen, dass darüber meistens die Frauen-Dichterinnen geschrieben und diskutiert haben.
Frage, die sie sich gestellt haben, klingt: Ob die Frauen glücklich sein können? Oder ist das nur eine schöne Metapher?
Sie werden wahrscheinlich sagen, dass so eine Frage nichts mit der Glaube zu tun hat. Aber... Ich bin sicher, dass viele Frauen, die eine Familie haben, werden diese Frage verstehen.
Als es schon in einer Nachricht (beim Administrator) geschrieben wurde, wir, Frauen, nehmen das Leben auf einen besonderen Art. Wir sind vielleicht nicht so realistisch und pragmatisch, wie Männer. Deshalb fehlt es uns manchmal sehr schwierig mit den echten Problemen im Familienleben zu kämpfen. Wir müssen wirklich enorme Geduld haben um alle kommende Hindernisse zu beseitigen. und wir müssen demütig sein. Besonders wenn wir eine christliche Familie aufbauen wollen.
Und jetzt kommt die Frage (aus dem Anfang XX Jahunderts, aber noch wieder aktuell :) ): Ob die Frau glücklich sein kann oder soll sie ganzes Leben alle ihre Energie, Zeit und Kraft den anderen (Der Familie) opfern. Und was ist denn eigentlich Glück?

Entschuldigung für die eventuellen Fehler!

Mit Grüssen!
Julija
talitaNeu
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Liebe Julia,

Beitrag von talitaNeu »

wenn ich deine Frage lese, muß ich immer an meine Mutter denken. Sie ist eine der Mütter, die sich und ihr eigenes Glück immer an hinterste Stelle gestellt hat und immer geschaut hat, dass es uns Kindern gut geht(ich weiß aber, dass nicht alle Mütter so sind). Selbst heute, wo die Jüngste nun 24 Jahra alt, ist denkt meine Mama nur an uns. Das Glück der Kinder bedeutet für sie Glück. Jedoch eine tiefe Sehnsucht und Trauer, dass sie ihr Leben lang keinen Frieden und Fröhlichkeit gehabt hat brennt auch in ihr.
Ich hoffe sehr, dass sie eines Tages ohne so viele Sorgen friedlich leben und auch schlafen kann (seit ´Jahren ´kann sie nähmlich nachts nicht schlafen, wegen Problemen)

Ich weiß nun nicht, ob deine Frage beantwortet ist. Einerseits gebe ich dir recht, meine Mama kann in wörtlichem Sinne nicht glücklich werden, jedoch wird sie es dadurch, dass es uns Kindern gut geht.
Ich finde es aber ungerecht (weswegen die Kinder auch schlechtes Gewissen haben können) und auch nicht richtig wie es ist. Denn es heißt ja liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Die Müttern sollten nicht die Kinder mehr lieben als sich. Es muß ein Gleichgewicht geben.

Wenn man aber Glück bzw. Sinn des Lebens damit defieniert, wieviel ein Mensch den anderen gegeben hat, so können diese Art Mütter ihren reichen Lohn beim Herr Gott erwarten für die Liebe die sie gegeben haben.

Liebe Grüße Aleksandra
Mein Zuhause

Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 »

Liebe Julija,
ich glaube das Frauen , und Männer übrigens auch, unter schlimmsten Umständen glücklich sein können. Wir haben einen Starzen in Rumänien, Vater Justin Parvu, der war 14 Jahre im Knast unter den Kommunisten jezt ist er 84 jahre alt und vor ein paar Jahre in einem Buch geschrieben, das diese Zeit das glücklichste seines Lebens war!
Es hängt immer davon ab was einer als Glück versteht !
Eine Mutter die sich das ganze Leben für ihre Familie "opfert" und Gott im Herzen trägt ist das glücklichste Mensch auf Erden ! Geben ist tatsächlich schöner als nehmen! Es ist nicht nur ein Spruch ! Es hängt alles davon wieviel man mit Gott ist. Daran scheitert "unser Glück" !

Liebe Aleksandra,
du schreibst :
"Ich finde es aber ungerecht (weswegen die Kinder auch schlechtes Gewissen haben können) und auch nicht richtig wie es ist. Denn es heißt ja liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Die Müttern sollten nicht die Kinder mehr lieben als sich. Es muß ein Gleichgewicht geben."

Ich bin selber Mutter und ich glaube schon dass die Mütter ihre Kinder mehr als sich selber lieben müssen ! ( die Folge das die Selbstverwirklichung (-glücklichung ) heute für viele, wichtiger ist als die eigenen Kinder erlebt man leider oft! ) Ich glaube auch dass de Kinder deswegen keinen schlechten Gewissen haben müssen! Die werden ihrerseits ihre Kinder lieben und sich dafür "opfern". Und "glücklich" werden :) ! Du wirst dich auch "opfern" und nächtelang durchwachen für deine Kinder und dadurch müde und gereizter sein am nächsten Tag aber nicht unglücklich :wink: !


"Wenn man aber Glück bzw. Sinn des Lebens damit defieniert, wieviel ein Mensch den anderen gegeben hat, so können diese Art Mütter ihren reichen Lohn beim Herr Gott erwarten für die Liebe die sie gegeben haben. "


Der Sinn des Lebens, haben die Kirchenväter für uns klar definiert, ist die Vergöttlichung ! Die die es erreichen auf welche Stufe auch immer, kosten das Glück schon auf diese Erde, egal unter welche Umstände sie leben (meistens ist ja nicht gerade was man üblicherweise als Selbstverwirklichung heutzutage ansieht !)

[/quote]
Milo
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Beitrag von Milo »

Liebe Danadoina,
(ist das Dein Taufname?)

ich wollte nur sagen das Du sehr richtig und schön geantwortet hast! Villeicht bringst Du ein bischen wieder Bewegung in dieser Forumsecke :) .

Herzliche Grüße,

Milo
danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 »

Lieber Milo,
Ich heisse eigentlich Doina Daniela, weiß aber nicht ob bei der Taufe nur Daniela oder beide Namen gennant wurden. Normalerweise bin ich Daniela da aber auf rumänischen Foren diese Name sehr häufig ist, habe ich diese Kombination entworfen. Doina ist eigentlich einen Art rumänischer folklor Balade, ein sehr trauriges Lied.
talitaNeu
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Hallo Dana

Beitrag von talitaNeu »

Eine selbst-zerstörerische Liebe ist nicht leicht, egal, ob sie in der Partnerschaft geshieht als auch bei den Kindern. Natürlich soll eine Mutter geben, ich werde es wohl auch, wenn der liebe Gott mir welche schenkt :oops: Ich denke aber, dass das zweite Gebot und die Restriktion drin, nicht umsonst gegeben ist.

Aus der Sicht einfachen Menschen argumentiert, wenn ich nichts habe (zerstört bin) kann ich nichts geben.

Nur Gott weiß um die Opfer, die eine Mutter auf sich nimmt aber nur Gott weiß auch wie die Kinder leiden, wenn ihnen ganz klar ist, dass sie das Leben ihrer Eltern zerstört haben, bzw. dass die Eltern ihrer twegen leiden.

Ich bin nur eine Tochter zur Zeit, kann also schwerer wahrscheinlich die Mutter-perspektive auch darstellen, jedoch weiß ich, dass ich mir oft wünsche, dass meine Mutter glücklich gewesen wäre, was ich mir auch heute wünsche...wenn der liebe Herr Gott es ihr zu schenken vermöge.


Liebe Grüße Aleksandra
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danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 »

Hallo Alexandra!

Ich kann nicht ganz folgen, was meinst du mit "eine selbstzerstörerische Liebe " ? Eigentlich ist eine Unmöglichkeit ! Die Liebe die auf Opfer beruht ist eigentlich die Grundlage des Christentums ! und die zerstört nicht, sie heilt ! Die Apostel haben ihr Leben gegeben, haben gelitten für Gott und ihre Mitmenschen ( das verbreiten des Evangelium war Dienst am Nächsten!) - war das eine "selbstzerstörerische Liebe" ?

Warum denkst du, das du als Kind das Leben deiner Eltern zerstörst?
Wie würde für dich ein glückliches Leben aussehen ? die z.B. deine Mutter deinetwegen nicht hatte ? :? Sie hatte warscheinlich kein bequemes Leben, mit wöchentliche Sauna und Solariumbesuche und Wellness-Tage aber meinst du das sie deswegen unglücklich war :? ? Meinst du das Frauen die das haben glücklich sind ?
talitaNeu
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Hallo Daniela,

Beitrag von talitaNeu »

also ich möchte nicht weiter ausführen, als dies bereits in den vorausgehenden Beiträgen geschehen ist, was eine selbst-zerstörerische Liebe ist. Dies muß man auch irgendwo für sich herausfinden denke ich.

Ich möchte auch nicht weiter die persönlichen Erfahrungen in meiner Familie öffentlich ausführen, nur soviel sagen, dass es absolut nicht um Sauna geht und ähnlichen.

Auch wenn ich selber die Einstellung den Kinderngegenüber im Kapitalismus ablehne, würde ich an dieser Stelle bitten die Nöte der Mütter nicht zu banalisieren, egal ob in einem Land im Westen oder im Osten.

Zur Info, ich komme selber aus Osteuropa.

Gruß Aleksandra
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

danadoina hat geschrieben:Hallo Alexandra!

Ich kann nicht ganz folgen, was meinst du mit "eine selbstzerstörerische Liebe " ? Eigentlich ist eine Unmöglichkeit ! Die Liebe die auf Opfer beruht ist eigentlich die Grundlage des Christentums ! und die zerstört nicht, sie heilt ! Die Apostel haben ihr Leben gegeben, haben gelitten für Gott und ihre Mitmenschen ( das verbreiten des Evangelium war Dienst am Nächsten!) - war das eine "selbstzerstörerische Liebe" ?
Liebe Daniela !

Du hast Recht, wenn du schreibst, dass das Opfer aus Liebe unser aller Grundlage ist und genausogut kann Liebe heilen. Betrachten wir die Liebe unseres Herrn so finden wir an Ihr nichts Zerstörerisches.

Ich denke jedoch, dass eine (selbst-)zerstörerische Liebe in unserer Gesellschaft (ich kenne persönlich Fälle) sehr wohl vorhanden ist. Als Beispiel nehme ich die Ehe; wenn einer der Ehepartner sich für den anderen aufopfert, alles erdenklich mögliche für ihn/sie tut, wenn fast alles Handeln aus Liebe zum Partner geschieht, man selber jedoch nur Gleichgültigkeit verspürt und Kälte erhält, so ist diese Art, der nicht "einsehen wollenden Liebe" , letztendlich der Grund, dass man zugrunde geht. Ja, diese Liebe bezeichne ich als sebstzerstörerische und nicht einsehen wollende Liebe, da sie einzig und alleine aus der Hoffnung lebt, dass Besserung einkehrt und man selbst Liebe verspüren darf.

Es kann jedoch auch in eine ganz andere Richtung gehen. Die sog Aufopferung kann im wahrsten Sinne des Wortes verstanden werden. Man nimmt sich so sehr zurück, damit andere es besser haben, dass das eigene Lebenswertgefühl Stück für Stück - anfangs unbemerkbar- zurückgeht. Am Ende steht das Burn - out ; wir können nicht begreifen, woher es kommt, plötzlich ist es da. Nicht unbedingt als junger Mensch, der viel tragen kann. Selbstverständlich ist eines der größten Geschenke entgegengebrachte Liebe und Dankbarkeit für die vielen Werke die man für "andere", seinen Nächsten, tut und dies möchte ich auf keinen Fall in Abrede stellen. Fakt ist auch, dass unser Körper, durch die Liebe als "Motor", Erstaunliches für eine gewisse Zeit vollbringen kann. Doch unserer fleischlichen Hülle sind (Belastungs-)Grenzen gesetzt! Es bewahrheitet sich das, was geschrieben steht: "[Lk 10,27] Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (vg.5.Mose 6,5; 3 . Mose 19,18 )."

Gott zum Gruße
Sebastian
talitaNeu
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Beispiel für selbstzerstörerische Liebe

Beitrag von talitaNeu »

vielleicht sollte ich mich ja nicht so schnell aus einer Diskussion zurückziehen. Will nochmal versuchen zu erklären, was eine solche Liebe ist:
So ist es zum Beispiel in einer Beziehung, wo der Partner die Frau schlägt oder sonst wie mishandelt. Sich in dem Fall aufopfern bedeutet also dem eigenem Leib, der ja der Tempel des Herrn ist zu verletzen. Auch unverantwortlich wäre es Kinder diesen Behandlungen auszusetzen.

Auf die Kinder gesehen, sind bei Trennungen Kinder oft gefühlsmäßig Ersatz für den Partner, was auch schief gehen kann.

Liebe Grüße und gute NAcht
Aleksandra
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danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 »

Lieber Sebastian,

Diese "selbstzerstörerische Liebe " wenn es so geschiet wie du es beschreibst, wenn der "gebende" Partner diese Liebe durch Gott trägt, kann nicht selbstzerstörerisch sein. Diese Liebe würde dieser Mensch
"Gotttragend" machen und in dem Moment in dem Gott in einem ruht, gibt es kein "burn-out" Syndrom. Die christliche Liebe ist eine, leider können wenige von uns heute leben weil wir so "besetzt" sind von Sünde.
Die definition der Liebe gibt der heilige Apostol Paulus:
"Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. "


Also, die wahre Liebe tut das alles , was du vorhin beschrieben hast und ist gut so ! Das Problem liegt oft daran das wir egoistisch lieben, das heißt wir erwarten auch das unsere Liebe erwidert wird und wenn das nicht der Fall ist ode nicht so wie uns vorstellen , leiden wir ! Gott liebt uns aber obwohl wir ihn nicht ( so wie es verdient eigentlich!) lieben. Die wahre Liebe " sucht nicht das ihre " ! Gott lieb uns unseretwegen und nicht seinetwegen, obwohl wir ihn durch unsere Sünden täglich sein Sohn kreuzigen!

Sebastian du schreibst :
"das eigene Lebenswertgefühl Stück für Stück - anfangs unbemerkbar- zurückgeht"

was meinst du gibt einem "das Lebenswertgefühl" ? das was man zurückbekommt von den anderen ? dann natürlich, wenn man pech hat und so einem partner ist es schlecht damit bestellt; aber bei uns Christen soll das eben nicht sein, unser " Lebenswertgefühl" soll uns gegeben werden von unsere Nähe zur Gott ! Es ist nicht die frage ob das leicht anzustellen ist oder nicht , ob viele das schaffen oder die wegsten von uns, soll aber so sein !

das ist zumindest was ich aus den lehren der heiligen gelernt habe !

der sinn unseres lebens ist nicht eine glückliche ,( im menschlichen sinne "glücklich" = bequem, mit viele freuden ) leben zu haben sondern der unsichtbare krieg mit gottes hilfe zu gewinnen !
danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 »

Alexandra, ich wollte nicht die nöte der mütter banalisieren, da würde ich mir ins bein schiessen, wie die deutschen sagen ( da ich selbst mutter bin und weiß wie "leicht "das ist ); ich meinte mit der saunabesuch ein glückliches leben aus weltlicher sicht.

du schreibst:

"aufopfern bedeutet also dem eigenem Leib, der ja der Tempel des Herrn ist zu verletzen."
ja, das haben die märtirer auch gemacht und haben den himmel gewonnen - ist also nicht selbstzerstörerisch im negativen sinne !

einen mann zu lieben der seine frau schlägt grenzt für mich an die heiligkeit ! wir sollen doch sogar unsere feinde lieben !



du schreibst auch:

"So ist es zum Beispiel in einer Beziehung, wo der Partner die Frau schlägt oder sonst wie mishandelt. ....

Auf die Kinder gesehen, sind bei Trennungen Kinder oft gefühlsmäßig Ersatz für den Partner, was auch schief gehen kann. "

ich sehe nicht die verbindung zu der liebe von der wir gesprochen haben, es ging um die mütter die durch ihre zu große liebe gegenüber den kindern zerstört werden
danadoina_3
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Beitrag von danadoina_3 »

Sebastian , noch etwas

"[Lk 10,27] Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« (vg.5.Mose 6,5; 3 . Mose 19,18 )."



"und deinen Nächsten wie dich selbst"

weil, nach der Sünde Adams der mensch nicht mehr zur Gott gerichtet ist mit all seinen inneren kräfte, (so wie es sein soll) , sondern zu sich selber, in eine egoistischer eigenliebe ;
weil Gott in seiner allwissenheit weiß, das wir uns selber am meisten lieben, haben wir " und deinen Nächsten wie dich selbst" gesagt bekommen.

ich bitte sehr die priester auf dem forum mich zu korrigieren falls ich es falsch verstanden habe!

jetzt aber wirklich tschüss bis morgen !
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

Hallo liebe Daniela ! :)

Im Prinzip stimme ich dir grundsätzlich zu: Die wahre Liebe vollbringt all das, was uns der Heilige Apostel Paulus lehrte.
Apostel Paulus hat geschrieben: "Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. "
Auch ich lese täglich in der Hl. Schrift und den Viten unserer Hl. Väter und Mütter. Ich kann (darf) nicht sagen, dass andere Menschen "egoistisch Lieben", nein dies steht mir nicht zu, wahrscheinlich hast du recht und ich Liebe egoistisch, doch gönne ich jedem Menschen ein "Stück Glück" auf Erden, wünsche mir für meinen Nächsten, dass er/sie auch verspüren darf was es heisst geliebt zu werden, denn für mich ist mein Lebenspartner, meine Familie, meine Freunde, die zu mir stehen Ausdruck göttlicher Liebe. Diese Dinge sind in einer Gesellschaft, die stark vereinsamt nicht als selbstverständlich zu betrachten. Hier kommt es zum entscheidenen Punkt meines Erachtens:
[...] dann natürlich, wenn man pech hat und so einem partner ist es schlecht damit bestellt; aber bei uns Christen soll das eben nicht sein, unser " Lebenswertgefühl" soll uns gegeben werden von unsere Nähe zur Gott ! Es ist nicht die frage ob das leicht anzustellen ist oder nicht , ob viele das schaffen oder die wegsten von uns, soll aber so sein !
Dem kann ich nur vollumfänglich zustimmen ! Ergänzend möchte ich jedoch hinzufügen, dass ich einem Nichtgläubigen die Liebe Christi in meiner sündhaften Unfähigkeit nie vermitteln kann. Dies ist schließlich das Geheimniss des Glaubens; Glaube ist erfahrbar. Wir als Gläubige sehen in den schönen, erhabenen Dingen, welche uns widerfahren keine Zufälle, sondern Beweise der Liebe Gottes und wir gehen durch diese Glaubenserlebnisse, durch die Wunder Gottes, die ER an uns tut gestärkt den Weg weiter. Was für Trost zu wissen, dass Gott für uns sorgt, dass Er uns den Geist als Tröster gab. Auch in scheinbarer Einsamkeit können haben wir die Gnade der Erkenntnis auf die Liebe Gottes hoffen zu dürfen. Alles, was wir haben, empfangen wir aus Gnade.

Vielleicht sollte ich mehr für die beten, die sich einsam fühlen, dass sie erkennen mögen, dass sie nicht alleine sein brauchen, sondern dass Gott für sie da ist. Solchen die lieben möchten und geschlagen werden und innerlich keine Kraft mehr haben und Zugrunde gehen, oder solchen die keinen Menschen und Glauben haben und einsam ohne Hoffnung in ihren Wohnungen sterben.

Ich hoffe ich war nicht anmaßend in meiner zu kurz geratenen Antwort.

Gott schütze dich!
talitaNeu
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Das Gottes-Bild

Beitrag von talitaNeu »

ich glaube hier ist ein engegengesetztes Gottes-Bild aufgetaucht.

Ich glaube, dass Gott mein Vater ist, der mir Gutes wünscht und für mich sorgt:
Matthäus 7,11 Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten!
Oder auch im Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Wenn ich mich bewußt in eine Lage gebe, wo es mir schlecht gehen wird, bedeutet es nicht, dass Gott sich freut darüber.
Der Körper, der Tempel des Herrn ist Gottes Geschenk, und eine Frau als Seine Tochter, möchte Er nicht verletzt sehen- aus den Bibelzitaten sichtbar.

Es stehen in der Bibel auch nicht umsonst viele Warnungen, dass man sich vor den Bösen fernhalten soll. Gott hat uns nicht umsonst einen Verstand gegeben, denke ich.

Warum soll der Schlagende, noch tiefer in die Sünde verfallen, in dem er die Möglichkeit bekommt eine Frau weiterhin zu schlagen, damit sich die Frau als Märtyrerin vorkommt und dabei selbsüchtig auch noch das Kind in Gefahr bring ? - aus dem Beispiel Schlußfolgerung.


Außerdem heiß es mit einer Eingrenzung was das Leiden betrifft - In 1 Petrus Kap.3 Vers. 14:
Aber wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit Willen, glücksellig seit ihr! - ich sehe da keine Gerechtigkeit in einem Verhältnis, ähnlich dem aus meinem Beispiel.

Ich denke meine Position ist hier deutlich geworden und braucht nicht weiter ausgeführt zu werden. Außerdem möchte ich die Chance geben, dasß sich auch andere an diesem Thema beteiligen können.

Eine Frage die evtl. auch zu beantworten wäre, wo bleibt eigentlich die Verantwortung der Väter. Ist es orthodox die Erziehung und die Verantwortung alleine den Frauen zu überlassen - als Mutter-Aufgabe?

Gruß Aleksandra
Zuletzt geändert von zoki am 10.02.2007, 17:53, insgesamt 2-mal geändert.
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