Savo hat geschrieben:Wenn wir es genau nehmen, kann die nichtorthodoxe Taufe, auch wenn sie im Zeichen der Trinität vollzogen wird, unmöglich akzeptiert werden.
protopeter hat geschrieben:Die Begriffe oikonomia und akribeia beziehen sich in diesem Kontext auf die allgemeine Vorgangsweise im Umgang mit Nichtorthodoxen, die sich der Kirche anschließen - daß also eine Taufe, die im Namen der Allheiligen Dreieinigkeit gespendet wurde, in jedem Falle anzuerkennen ist. Es soll auch gezeigt sein, daß der Priester eben nicht nach eigenem Gutdünken entscheiden kann, sondern der kirchlichen Tradition verpflichtet sein sollte.
Ich denke, hier hat Bruder Savo Recht, dass nämlich nicht-orthodoxe Taufen
kat' akribia generell
nicht anerkannt werden,
kat' oikonomia ist das jedoch möglich, aber eben die Ausnahme (auch wenn sie in der Regel angewendet wird).
1.1 Die Taufe der Heterodoxen
Das Verlangen nach einer grundsätzlich-dogmatischen Anerkennung der außerhalb der orthodoxen Kirche gespendeten Taufen bedeutet eine Projektion westlicher Denkstrukturen auf die orthodoxe Theologie, in der die Qualität des Taufspenders bzw. der Kirche, deren Leib sich der Täufling anschließt, für die Anerkennung der Taufe entscheidend ist. Der Osten kennt nicht das Willensprinzip, das sich im Westen seit Augustin (gest. 430) durchgesetzt hat, der die Ansicht vertrat: "Christus est qui babtizat". Darauf geht die westliche Praxis zurück, dass im Notfall selbst ein Ungetaufter die Taufe spenden kann, wenn er sie im Namen der göttlichen Dreieinigkeit vollzieht und dabei dem Willen der Kirche entspricht, denn "es ist Christus, der tauft". Die analoge Argumentation der Befürworter der Interkommunio zeigt die theologisch-ekklesiologische Tragweite dieses Prinzips, das dazu neigt, Ausnahmesituationen grundsätzlich zu regeln, während die orthodoxe Kirche nicht dogmatisch-akribisch, sondern kat'oikonomian in Nachahmung der barmherzigen Heilshandlung Gottes vorgeht. Das absolute Entweder-oder-Denken, das dogmatisierte Lösungen verlangt, widerspricht der orthodoxen Theologie, die sich in ihrem Leben nicht in ein dogmatisch-juristisches Korsett zwingen lässt.
(Quelle)
Für den, der es ganz genau wissen will, sei der Aufsatz
THE NON-ORTHODOX
The Orthodox Teaching on Christians Outside of the Church
von Patrick Barnes empfohlen:
www.orthodoxinfo.com/inquirers/non-orthodox.pdf