Entschlafung der Gottesgebärerin

Orthodoxe Kirche und Gesellschaft, Theologie
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Sebastian
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Entschlafung der Gottesgebärerin

Beitrag von Sebastian »

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Kreuzgang

Wünsche Euch allen Alles erdenklich Gute!

Christus erbarme dich unser!
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Sebastian
Beiträge: 956
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Beitrag von Sebastian »

"ERHEBET DIE TORE UND EMPFANGET SIE AUF ÜBERIRDISCHE WEISE,
SIE, DIE MUTTER DES EWIGEN LICHTES, DENN HEUTE BREITET DER HIMMEL SEINE WÖLBUNGEN AUS, SIE AUFZUNEHMEN.
DIE ENGEL STEHEN IM KREISE UND BESINGEN DEINE ENTSCHLAFUNG, DIE WIR IM GLAUBEN FEIERN"


aus der Liturgie deutscher Sprache
Ehre sei Dir oh Herr

Beitrag von Ehre sei Dir oh Herr »

Danke, Sebastian. Sieht sehr schön aus :D
Das angesprochene Buch in dem Artikel ist auch ein sehr gutes Grundlagenwerk, wie ich finde.
Orthodoxes Glaubensbuch
Eine Einführung in das Glaubens- und Gebetsleben der Russischen Orthodoxen Kirche. Ich weiß garnicht, ob ich darüber schon dem Milo geschrieben habe für die Buchempfehlungen?

L.G. René
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Tamira
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Maria Himmelfahrt

Beitrag von Tamira »

Grüß Gott euch allen,

kann mir jemand näheres über die 15 Tage Vorbereitungs"Gottesdienst" vor Maria Himmelfahrt erzählen? Es geht um die Kleinen und großen Bittgebete.

Vielen Dank! :-)
Tamira
Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)
Milo
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Beitrag von Milo »

Liebe Tamira,

wie meinst Du das genau?
Könntest Du mehr erläutern, deine Frage. Danke.

Gruß,

Milo
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Avner
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Beitrag von Avner »

Hallo

Woher wisst ihr eigentlich, dass Maria in den Himmel aufgefahren ist? In der Bibel steht das ja nicht...In einem apokryphischen Schreiben las ich es aber schon.


LG
peter
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Entschlafung der Gottesgebärerin

Beitrag von peter »

Liebe orthodoxe Freunde,

ich habe in der Vorfreude der Verklärung nachgelesen im Synaxarion.
Dort steht: "Als sie im Garten Gethsemane ankamen, legten die Apostel den allheiligen Leib der Gottesmutter ins Grab. Sie verharrten drei Tage im Gebet an der Stätte, begleitet vom Gesang der Engel. Nach Ratschluß der göttlichen Vorsehung aber war einer der Apostel (Thomas, sagen einige) abwesend beim Begräbnis. Er kam erst am dritten Tag nach Gethsemane, untröstlich darüber, daß es ihm nicht gegeben war, einen letzten Blick zu werfen auf den vergöttlichten Leib der Allheiligen. Da beschlossen die anderen Apostel einmütig, das Grab zu öffnen, damit er den hl. Leib verehren konnte. Als man den Stein hinweghob, der die Gruft verschloß, stellten sie zu ihrer Verwunderung fest, daß dieselbe leer war".
In der Fußnote wird hinzugefügt:
"Die Hl. Väter haben vermieden, zu debattieren oder zu dogmatisieren über das Mysterium des Hinübergangs (gr. metastasis) der Mutter Gottes in die Himmel ... Sie zogen es vor, diesen Hinübergang zu betrachten als Vollendung des Heilswerks des Erlösers ... Das unlängst (1950, ! d.Verf.)
von Rom eingeführte Dogma der "Assumption" (Mariä Himmelfahrt) als notwendige Folge des Dogmasder "Unbefleckten Empfängnis" aus dem
Jahre 1854 (!, d.Verf.) läßt auf zwiespältige Weise annehmen, daß die Mutter Gottes, da sie frei gewesen sei vom Erbe Adams (d.h. von den
Folgen der Ursünde - in der irrigen röm.-katholischen Terminologie: frei
von "Erbschuld" - und damit auch vom Tod) nicht gestorben, sondern vom Leben unmittelbar und leibhaftig in den Himmel hinaufgenommen worden
sei, eine Ansicht, die von den Orthodoxen abgelehnt wird".
Die Gottesgebärerin ist so wahrhaftig entschlafen, wie unser Herr Jesus
Christus gekreuzigt wurde. Aber die Auferstehung und Himmelfahrt Christi verbürgt in besonders gnadenhafter Weise auch die Aufnahme der Theotokos in das himmlische Reich unseres dreieinigen Gottes.

Heilige Maria, Gottesgebärerin, Jungfrau, bete und bitte für uns alle !

Peter
"Selig sind die, die nicht gesehen und doch geglaubt haben" (Joh. 20,31)
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Vladimir
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Beitrag von Vladimir »

Slava tebi Hospodi Bo?e moj!
Avner hat geschrieben: Woher wisst ihr eigentlich, dass Maria in den Himmel aufgefahren ist? In der Bibel steht das ja nicht...In einem apokryphischen Schreiben las ich es aber schon.
Sei gegrüßt, Avner,

nicht jedes Geheimnis unseres Glaubens steht explizit in der Bibel. Der Glaube an die Aufnahme der Gottesgebärerin und Jungfrau Maria in den Himmel ist ein Glaube, der in der Kirche seit Apostelzeiten tradiert wird. Die Heiligen Väter sind Zeugen dieses Glaubens.

Un obwohl kein Konzil diesbezüglich eine definitive Aussage getroffen hat, hat in der 2000 Jahre alten Geschichte der Kirche kaum jemand daran ernsthaft gezweifelt.

Gott segne Dich und Deine lieben.
Vladimir
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Vladimir
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Re: Entschlafung der Gottesgebärerin

Beitrag von Vladimir »

Slava tebi Hospodi Bo?e moj!
Peter hat geschrieben:"Die Hl. Väter haben vermieden, zu debattieren oder zu dogmatisieren über das Mysterium des Hinübergangs (gr. metastasis) der Mutter Gottes in die Himmel ... Sie zogen es vor, diesen Hinübergang zu betrachten als Vollendung des Heilswerks des Erlösers ... Das unlängst (1950, ! d.Verf.) von Rom eingeführte Dogma der "Assumption" (Mariä Himmelfahrt) als notwendige Folge des Dogmasder "Unbefleckten Empfängnis" aus dem Jahre 1854 (!, d.Verf.) läßt auf zwiespältige Weise annehmen, daß die Mutter Gottes ... nicht gestorben, sondern vom Leben unmittelbar und leibhaftig in den Himmel hinaufgenommen worden
sei, eine Ansicht, die von den Orthodoxen abgelehnt wird".
Die Gottesgebärerin ist so wahrhaftig entschlafen, wie unser Herr Jesus
Christus gekreuzigt wurde.
Lieber Peter,

der Glaube auf die Aufnahme Mutter Gottes in den Himmel kommt aus den ältesten Zeiten des Christentums, aus den Zeiten lange vor der großen Trennung. Aus diesem Grund wurde er als gemeinsames Erbe gleichermaßen in der Ostkirche als auch in der Westkirche gepflegt.

Warum es der katholische Papst im Jahre 1950 für notwendig hielt, daraus ein "katholisches Dogma" zu machen, weiß ich nicht. Ich kann mir aber gut Vorstellen, daß es eine Reaktion auf die im Westen zunehmend schwindende Marienverehrung und den schwindenden Glauben auf die Aufnahme Mariä in den Himmel sein konnte. Oder war es möglicherweise die Reaktion auf die weltunterdrückende Macht des kommunistischen Atheismus, indem man geglaubt hatte, durch die "dogmatische Stützung" der Marienfrömmigkeit ein Bollwerk gegen den sich immer mehr ausbreitenden Materialismus un Atheismus zu schaffen?

Wie auch immer, das "katholische Dogma" orientiert sich gerade am Beispiel der Heiligen Väter und läßt die geheimnisvollen Details der Aufnahme der Mutter Gottes offen. Es besagt lediglich, daß die himmlische Aufnahme nicht nur den Geist, sondern auch den Leib Mariä erfaßte.

Soweit mir bekannt, glaubt bei den Katholiken kaum jemand, daß Maria nicht eines natürlichen Todes starb, so wenig wie es auch die Kircheväter geglaubt haben. Der Glaube an die natürliche Entschlafung Mariä wird zusätzlich durch mehrere "Privatoffenbarungen" (wie auch immer man zu diesen Phänomenen stehen mag) gestützt.


Ich wünsche Allem Gottes Segen bei der Betrachtung dieses himmlischen Geheimnisses.

Vladimir
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Milo
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Beitrag von Milo »

Liebe Interessierte,

frohes Fest der Verklärung unseres HErrn, nachträglich!

Ich darf auf das Thema Mariahimmelafhrt bezüglich Dogma/Überlieferung auf Folgendes hinweisen:
http://orthodoxes.forum-on.de/ftopic317.html

Hier aber hat Schwester Tamira was anderes angesprochen. Finde wir sollten hier nicht davon abschweifen.

Herzlich,

Milo
peter
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Gottesgebärerin hilf !

Beitrag von peter »

Lieber Vladimir,

die ersten sechs Zeilen des Zitats sind, wie angemerkt, Teil der Fußnote im Synaxarion, stammen also vom Herausgeber, dem Kloster des hl. Johannes des Vorläufers, Chania / Kreta. Die wie auch immer päpstlich beabsichtigte und motivierte Aufwertung des römisch-katholischen Marienkults war und ist in Wahrheit eine Abwertung der Theotokos, die niemals "Mit-Erlöserin" sein konnte und wollte. Die Gottesgebärerin blieb immer Mensch, wurde zwar im Sinne der Theosis Allheilige, vergöttlicht im Leben, verherrlicht nach dem Tode, kann und wird aber nicht die Stelle Jesu Christi, des Richters aller Lebenden und Toten, "zur Rechten Gottes" einnehmen. Sie bleibt auch im Himmel die wichtigste F ü r b i t t e r i n aller Gläubigen. Römisch-katholisch entspricht der gefühlige Madonnenkult der süßlichen Herz-Jesu-Bewegung. Im einen Fall wird die "Mutter Gottes" nach Menschenmaß sentimentalisiert, im anderen Fall das volle Maß Christi "herzlos" gemindert. Beides führt konsequent zur Einbuße innerkirchlicher Liebe und Wahrheit. Da hilft keine Dogmatisierung.

Liebe Tamira, Du fragtest nach den "Kleinen und großen Bittgebeten" in den Gottesdiensten vor dem Entschlafungs-Hochfest. Meinst Du etwa
den Akathistos an die Allheilige Gottesgebärerin, den Trostkanon ? Oder
das Festtroparion 1. Ton, das Kondakion 2. Ton des Festtags ? Oder die
täglichen Gebete zur Allreinen Gottesgebärerin ? Vielleicht können uns
die Priester etwas zu den liturgischen Ordnungen sagen ?

Peter
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Vladimir
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@Peter

Beitrag von Vladimir »

Slava tebi Hospodi Bo?e moj!

Lieber Bruder Peter,

ich danke Dir recht herzlich für Deine schnelle Antwort. Ich habe mir erlaubt, dem Wunsch des Administrators folgend, meine Antwort auf Dein Posting hierher zu verlagern:

http://orthodoxes.forum-on.de/sutra5786.html#5786

Dein
Vladimir
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

Auch in diesem Jahr allen ein frohes Fest der Entschlafung unserer ruhmreichen Herrin, der Gottesgebärerin und allzeit Jungfrau Maria. Hatte mir heute extra einen halben Tag frei genommen (Überstunden hehe) um an der Göttlichen Liturgie in unserer serbischen Gemeinde teilzunehmen und kann euch nur sagen, dass es sich mehr als "gelohnt" hat. Auch freue ich mich über die persönliche Begegnung mit Hans (aka "Orthohans") und das angenehme Gespräch, dass wir führen konnten.

Möge die Mutter unseres Herrn uns alle in ihrer Fürbitte gedenken.
Milo
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Beitrag von Milo »

+++
Amen
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Elias
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Hochfest der Entschlafung der Gottesmutter

Beitrag von Elias »

Euch Allen, die heute Feiern, alles Gute zum Hochfest der Entschlafung der Gottesmutter.
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