Hallo Ihr Lieben, Vater, segnen Sie;
diese Verantwortung kann man ja in mehreren Hinsichten wahrnehmen.
Zum einen, als Orthodoxe Christen (natürlich auch die anderen Brüder und Schwestern) im Gebet
(Rette, Herr, und erbarme Dich unseres von Gott behüteten Landes, und aller, die es regieren und beschützen, damit wir ein ruhiges und stillen Leben führen können in aller Frömmigkeit und Lauterkeit.
(Verbeugung)
Dazu könnte man sagen, dass es schon seinen Sinn hat, dass uns der Herr hier her gesetzt hat, da wo wir leben. Die Aussagen mancher, wie ich schon öfter hören musste, dass jedes Land seine Regierung verdient hat, kommentiere ich nicht weiter. Einzig die Tilgung begangener Sünden könnte mir da einfallen, aber ich bin zu unwürdig dieses beurteilen zu können...
Nun, zum anderen muß man natürlich nicht alles hinnehmen, was uns die Politiker so auftischen und man kann bei der nächsten Wahl das geringere Übel wählen, sozusagen.
Die Meinung in wie weit unsere großen Christlichen Parteien sich wirklich Christlich nennen dürfen überlassen ich jedem Einzelnen und das Urteil unserm Herrn.
Blicke in Richtung Afrika, Libanon, Afganistan, Serbien reichen um zu fragen, was die Aufgaben der Bundeswehr sind... Den Fall der Deutschen, "unserer" "Landesverteidigung", die sich in einem Orthodoxen loster breit machen muß, wie berichtet wurde, ist da nur ein Punkt.
Den Kurier der Christlichen Mitte, der angesprochen wurde, habe ich auch schon in den Händen gehabt. Da bin ich etwas geteilter Ansicht.
Einerseits begrüße ich sehr, dass jemand überhaupt sich traut, noch etwas gegen die Gotteslästerung oder den Islamistischen Terror zu sagen (z.B. Oper Berlin hat Mozart Oper sicherheitshalber aus dem Programm gestrichen...), auch gegen die Drohungen gegen den Papst usw.... auch das Hervorheben des Vortschreitenden sittlichen Verfals und die Sündhaftigkeit (Abtreibung, Homosexualität usw...) wird sehr direkt angesprochen.
Das ist einerseits sehr richtig, aber andererseits kann man sich des Eindrucks nicht erwähren, dass die Ausführungen zu direkt sind und mit christlicher Nächstenliebe nicht viel zu tun haben...
Natürlich sind viele Dinge Sünde, aber wir sind auch aufgerufen, den Sündern etwas beizustehen, mit Ihnen (so sie auch wollen) und für sie zu beten, Ihnen mit Rat und Tat, mit unserem Gebet beizustehen...
Der Rat des geistlichen Vaters wird die Richtung weisen...
Eine Orthodoxe Politische Partei ist aber schon bedenklich.
In dem Werk "Die Grundlagen der Sozialdoktrin der Russisch-Orthodoxen Kirche" heißt es nicht umsonst u.a.:
V.2. In Befolgung des göttlichen Befehls hat die Kirche die Aufgabe, für die Einheit ihrer Kinder, für Frieden und Harmonie in der Gesellschaft sowie für die Einbeziehung aller ihrer Mitglieder in die gemeinsame schöpferische Arbeit Sorge zu tragen. Die Kirche ist berufen, den Frieden zu predigen und ihn in gemeinschaftlicher Bemühung mit der Gesellschaft, die für sie eine äußere ist, zu erwirken: ?Soweit es euch möglich ist, haltet mit allen Menschen Frieden" (Rom 12.18); ?Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen" (Hebr 12.14). Von noch größerer Wichtigkeit für sie ist jedoch die innere Eintracht im Glauben und in der Liebe: ?Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig (...); seid ganz eines Sinnes und einer Meinung" (1 Kor 1.10). Für die Kirche verkörpert ihre Vollkommenheit als sakramentaler Leib Christi (Eph 1.23), von dessen unversehrtem Dasein das ewige Heil des Menschen abhängt, den allerhöchsten Wert. Der hl. Ignatius von Antiochien schreibt, den Gliedern der Kirche Christi zugewandt: ?Seid alle wie ein Tempel Gottes, wie eine Opfergabe, wie der eine Jesus."
Im Angesicht der politischen Meinungsverschiedenheiten, Widersprüche und Kämpfe predigt die Kirche Frieden und Zusammenarbeit unter den Menschen, die unterschiedlichen politischen Ansichten anhängen. Des weiteren duldet sie auch verschiedene politische Überzeugungen in der Mitte des Episkopats, des Klerus sowie der Laien, mit Ausnahme solcher, die offensichtlich zu Taten führen, die der orthodoxen Glaubenslehre und den moralischen Normen der kirchlichen Überlieferung widersprechen.
Untersagt ist die Teilnahme der Kirchenleitung und der Geistlichen, folglich auch der ganzen Kirche in ihrer Vollkommenheit, an der Tätigkeit politischer Organisationen, an Wahlaktionen wie etwa öffentlicher Unterstützung an Wahlen beteiligter politischer Gruppierungen oder einzelner Kandidaten, an Wahlkampfwerbung usw. Die Nominierung von Geistlichen zu den Wahlen jeglicher Repräsentativorgane der Macht auf allen Ebenen ist unzulässig. Gleichzeitig soll den Hierarchen, Geistlichen und Laien - gleich den anderen Bürgern - die Teilnahme an den Willensäußerungen des Volkes auf dem Weg der Stimmabgabe freistehen.
Natürlich ist diese Sozialdoktrin eine Leitschnur, richtungsgebend als Hilfe gedacht und kein Korsett, aber die Begründungen sehr beachtenswert, wie ich finde.
Quelle:
http://orthodoxeurope.org/page/3/16.aspx
herzliche Grüße
René