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Was haltet ihr davon?
Verfasst: 08.06.2006, 20:05
von Milo
Grüß Gott zusammen!
Bin zufällig darauf gestossen. Weis jemand etwas mehr darüber?
Sollten wir es in unsere Linkliste aufnehmen?
http://www.fvb-niederaltaich.de/index.html
a.
Re: Was haltet ihr davon?
Verfasst: 23.07.2006, 17:56
von Sebastian
Grüß Gott M.,
ja, ich habe letztens erst eine Reportage über genau dieses Kloster gesehen. Handeln tut es sich hierbei um einen Zweig des röm. Kath. Benediktinerordens. Es sind also kath. Mönche, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Liturgie bzw Gottesdienstgestaltung nach der östlich byzantinischen (russischen?) orth. Weise zu gestalten. So ganz verstanden habe ich den Zweck bzw Sinn nicht, aber
hier kann man ihn nachlesen. Interessant allemal, da anscheinend dieses Kloster ein "Anziehungspunkt" für den interkonfessionellen Austausch ist. Ob dieser Ort auch dem ökumenischen Dialog zuträglich ist? Hmm, schwierig, ich glaub man müsste selbst hinfahren und prüfen, was es damit auf sich hat!?
Grüsse
Sebastian
Verfasst: 23.07.2006, 18:26
von Sebastian
Ach herrjemine,
ich bin schonwieder ungenau bzw unkonkret.
Mit "was ich nicht verstehe", meine ich Folgendes:
a) Dieses ist ein röm. kath. Orden
b) Gottesdienstgestaltung verläuft nach orthodoxem Vorbild
Daraus ergeben sich für mich folgende Fragen:
1. Nimmt der Orden die orthodoxe Auffassung von Gottesdienst an? Z.B. was ist mit der Eucharistiefeier: gesäuertes/ungesäuertes Brot (Gut ist vielleicht nicht der endscheidenste Punkt), wie sieht es mit der Kinderkommunion aus, oder wird den Kindern wie bei den Katholiken die Eucharistie erst nach der sog. Kommunion zuteil?
2. Wie steht der Zweigorden zu Themen wie Filoque?
3. Wie zum Papsttum?
u.v.m
Abschleissend: Umgeht der Orden, setzt dieser Orden die momentan gültigen r. kath. Dogmen aus, um sich der Orthodoixie zuzuwenden? Hat er dazu eine "Lizenz" seiner Kirche? Ist es ein Pilotprojekt? Wie soll man das verstehen?
Vielleicht schreibt jemand hier denen mal eine Mail (E-Mail:
vorsitzender@fvb-niederaltaich.de ), oder ich mache das nach dem Urlaub (glaube aber bis dahin habe ich es wieder vergessen

)...
Gruß
Sebastian
Re: Was haltet ihr davon?
Verfasst: 23.07.2006, 19:49
von Walter
Grüß Gott, Sebastian!
Sebastian hat geschrieben:Es sind also kath. Mönche, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Liturgie bzw Gottesdienstgestaltung nach der östlich byzantinischen (russischen?) orth. Weise zu gestalten. So ganz verstanden habe ich den Zweck bzw Sinn nicht, aber
hier kann man ihn nachlesen. Interessant allemal, da anscheinend dieses Kloster ein "Anziehungspunkt" für den interkonfessionellen Austausch ist. Ob dieser Ort auch dem ökumenischen Dialog zuträglich ist? Hmm, schwierig, ich glaub man müsste selbst hinfahren und prüfen, was es damit auf sich hat!?
Der byzantinische Ritus wird in
allen orthodoxen Kirche gefeiert, aber auch in der mit Rom unierten griechisch-katholischen, russisch-katholischen, ukrainisch-katholischen, etc.Ostkirchen. In Niederaltaich sowie in der Abtei Weingarten wird in Deutscher Sprache zelebriert.
Sebastian hat geschrieben:1. Nimmt der Orden die orthodoxe Auffassung von Gottesdienst an? Z.B. was ist mit der Eucharistiefeier: gesäuertes/ungesäuertes Brot (Gut ist vielleicht nicht der endscheidenste Punkt), wie sieht es mit der Kinderkommunion aus, oder wird den Kindern wie bei den Katholiken die Eucharistie erst nach der sog. Kommunion zuteil?
2. Wie steht der Zweigorden zu Themen wie Filoque?
3. Wie zum Papsttum?
Sie feiern den Ritus tatsächlich genau so wie in den orthodoxen Kirchen, also auch mit gesäuertem Brot und reichen es mit Wein und Zeon vermischt dar. Dazu habe ich
hier schon einmal etwas geschrieben.
Trotzdem ist es ein katholischer Gottesdienst, es dürfen an der Kommunion also nur Katholiken nach ihrer Erstkommunion teilnehmen, auch Unierte, aber
keine Orthodoxen. Natürlich gilt hier die vollständige katholische Kirchenlehre inkl.
filioque, Papsttum, unbefleckte Empfängnis Mariens, etc., auch wenn das nicht explizit im Credo aufgeführt wird, m.W. auch das
filioque nicht.
Sebastian hat geschrieben:Abschleissend: Umgeht der Orden, setzt dieser Orden die momentan gültigen r. kath. Dogmen aus, um sich der Orthodoixie zuzuwenden? Hat er dazu eine "Lizenz" seiner Kirche? Ist es ein Pilotprojekt? Wie soll man das verstehen?
In der römischen Kirche gab es schon immer verschiedene Riten (Messordnungen) und der byzantinische Ritus war in der römisch-katholischen Kirche noch nie verboten, allerdings braucht es eine bischöfliche, bzw. päpstliche Erlaubnis. Ein Priester kann sich nicht einfach aussuchen, welchen Ritus er zelebriert.
Wenn ich mal in die Nähe komme, würde mich eine Gastteilnahme schon interessieren. Ich finde, das öffnet zumindest den Weg zur Ökumene, es ist aber kein ökumenischer Gottesdienst oder schon gar keine Wiederherstellung der Ökumene zw. West und Ost.
LG
Walter
PS: Alles Gute für deinen Urlaub, aber wir wir werden uns wohl vorher noch einmal hier "sehen". Nur, dass ich's nicht vergesse.

Verfasst: 23.07.2006, 22:30
von Sebastian
Lieber Walter,
danke für deine Erläuterungen.
Walter hat geschrieben:
Trotzdem ist es ein katholischer Gottesdienst, es dürfen an der Kommunion also nur Katholiken nach ihrer Erstkommunion teilnehmen, auch Unierte, aber keine Orthodoxen
und keine Neuapostolen.

Da haben wir mittlerweile eine andere Auffassung als früher. Bei uns dürfen teilweise (nach Erlaubniss des Priesters) auch NichtNeuapostolen am Abendmahl teilnehmen.
Hättest du Lust unter *"Interkonfessionelles"* das Thema Eucharistie (->Guck mal wie schön ich das Wort in Gänsefüsschen gesetzt habe

) mit Schwerpunkt Erstkommunion der RKK zu eröffnen? In der NaK hat man nähmlich dasselbe Verständnis von Kinderkommunion wie in der OK (Gemeinsamkeit!). Wir argumentieren dabei mit
Matthäus 19,14
Markus 10,14
Lukas 18,16
Und ihr?
Warum sieht dies die RKK anders. Ist die Auffassung der RKK eine inakkurate/unrechte Sehensweise. Bitte nicht nach Wikipedia Prinzip (Kopieren/Einfügen) argumentieren. Ich würde gerne eure Stellungnahmen mir durchlesen und ordentlich was zum lesen haben, wenn ich wieder da bin.

Danke für deine Wünsche. Jetzt habe ich soviel gute Gedanken im Gepäck, jetzt kann die Reise ja nur gut werden.
S.
Verfasst: 23.07.2006, 22:33
von Sebastian
P.S. Morgen werd ich wohl kaum Zeit haben, hier rein zu gucken, na ja zu schreiben, daher euch auch alles Gute.
problematisch...
Verfasst: 24.07.2006, 21:50
von protopeter
Was die Benediktinerabtei Niederaltaich betrifft, so ist meine Meinung einigermaßen geteilt: Einerseits gibt es dort durchaus Bemühungen um Dialog in verschiedenen Ebenen, andererseits ist die Frage römisch-katholischer Kleriker, die nach dem byzantinischen Ritus Gottesdienst halten, für uns Orthodoxe ein äußerst heikles Thema - gerade im Hinblick auf die ursprüngliche Widmung solcher Institutionen (wie beispielsweise auch Chevetogne in Belgien), die in der Zwischenkriegszeit zur katholischen Mission unter Orthodoxen eingerichtet wurden. Es ist natürlich zu begrüßen, daß sich seit etwa 40 Jahren der römische Katholizismus in gewisser Weise der Orthodoxen Kirche öffnete, doch scheinen mir diesbezüglich noch allzu viele Unklarheiten zu bestehen.
Verfasst: 26.07.2006, 22:21
von Milo
Segnen sie v. Peter!
Wenn das so ist das da quasi Orthodoxie nicht in Orthopraxie umgesetzt wird, dann sehe ich für meine Wenigkeit es nicht für notwendig den Link als Empfehlung des Forums aufzunehmen.
Danke für ihre Beschreibung.
unnütziger milo
Niederaltaich
Verfasst: 01.08.2006, 15:43
von peter
Lieber A.,
aus unserer Gemeindebrief-Arbeit ist mir bekannt, daß die Einrichtung Niederaltaich sich von katholischer Seite um die Pflege "des sog. östlichen Ritus" bemüht. Es handelt sich also um die Bemühung der katholischen Kirche, den christlich-orthodoxen Ritus einzuverleiben und unter eigene Fittiche zu nehmen, im Interesse der sog. unierten Kirchen. Deshalb votiere ich deutlich gegen eine Verlinkung mit unserem Forum.
Peter
Verfasst: 12.08.2006, 22:36
von Sebastian
Lieber Peter,
ich würde nicht unterstellen, den Katholiken ginge es dort ums "Einverleiben". Sicherlich ist die Kath. Mission aus orthodoxer Sicht als fragwürdig zu sehen, allerdings findet im besagten Kloster ein reger ökumenischer Dialog statt, dass bewerte ich positiv.
Wie Walter es bereits schrieb, es ist ein kath. Orden mit kath. Gottesdiensten daher auch nicht orthodox.
Eine Linkempfehlung erübrigt sich deshalb.
S.
Die Sache wird noch vertrackter:
Verfasst: 25.10.2006, 09:26
von BratIvan
Wenn man noch genauer hinschaut, dann ist dieses Kloster eine art Zwitterkloster, denn es gibt dort zwei Kirchen und die Bruderschaft teilt sich auf in solche, die den "Ostritus" feiern und solchen (die Mehrheit), die "normal" katholisch sind. Das äußert sich auch in der Tracht.
Ich frage mich, ob das ein gesundes geistiges Leben möglich macht?
Alles Gute
Novize Johannes
Verfasst: 25.10.2006, 09:41
von Sebastian
Hallo und herzlich willkommen lieber Johannes!
ja, dass frage ich mich auch. Interessant ist dieses Kloster aber allemal. Wenn ich mal in der Gegend mich verirren sollte, werde ich es mir mal genauer anschauen. Schön, dass hier ein Novize schreibt? In welcher Skite bist du? Geilnau?
Gruss
Sebastian
Verfasst: 25.10.2006, 09:57
von BratIvan
Vielen Dank!
Es passt wohl nicht zum Thema, aber ich bin aus dem Kloster des Hl. Hiob in München.
ZUM Thema:
Was man den Katholiken des östlichen "Ritus" zugute halten kann ist, dass sie sich unter anderem um Veröffentlichung orthodoxer Literatur in deutscher Sprache bemühen (Verlag Christlicher Osten). Die Vorworte und Einleitungen abgesehen, sind das wichtige Beiträge für die ohnehin recht karge deutsch-orthodoxe Literatur.
Gott mit Uns!
S.N.J.
Verfasst: 25.10.2006, 10:10
von Sebastian
BratIvan hat geschrieben:Vielen Dank!
Es passt wohl nicht zum Thema, aber ich bin aus dem Kloster des Hl. Hiob in München.
Cool

das Kloster des Hl. Hiob hat ja im deutschsprchigen Raum in kurzer Zeit schon einen stolzen Berühmtheitscharakter erworben. Wenn du Lust hast dann kannst du dein Kloster ja
unter Orthodoxe Kirche -> Klöster kurz vorstellen.
ZUM Thema:
Was man den Katholiken des östlichen "Ritus" zugute halten kann ist, dass sie sich unter anderem um Veröffentlichung orthodoxer Literatur in deutscher Sprache bemühen (Verlag Christlicher Osten). Die Vorworte und Einleitungen abgesehen, sind das wichtige Beiträge für die ohnehin recht karge deutsch-orthodoxe Literatur.
Schon richtig, allerdings liegt hier der Gedanke nahe, dass Orthodoxie mit römischischen Katholizismus vermengt wird. Will sagen, dem vielleicht unwissenden Betrachter fällt es schwer zu differenzieren "was stammt aus orthodoxer - was aus r.Kath. Hand" oder "wurde evtl. etwas weggelassen/zugefügt, was dem Kanon entbehrt/widerspricht?". Ich will den Katholiken nichts unterstellen (um Gottes Willen!), denke aber, dass Interessenten orthodoxe Literatur aus Orthdoxer Hand gereicht werden sollte. Bei diesem Punkt hast du leider recht; deusprachige orthodoxe Literatur ist -eigene Erfahrung- eher karg.
Gott mit Dir!
Sebastian
Verfasst: 25.10.2006, 10:24
von BratIvan
Oh, wie recht Du hast, lieber Sebastian!
Ich würde es auch stets vorziehen, orthodoxe Literatur aus ebensolcher Hand zu empfangen!