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Kirchengesang
Verfasst: 09.04.2006, 21:50
von Milo
Findet ihr das in dem Gottesdienst der einstimmige Gesang vorrang hat vor dem Mehrstimmigen, oder sind beide Arten gleichrangig?
Ich persölich meine das Beide ihre Berechtigung haben. Weis aber das Andere auch anderst darüber denken.
admin (bariton)
Re: Kirchengesang
Verfasst: 18.07.2006, 19:57
von Sebastian
administrator hat geschrieben:Findet ihr das in dem Gottesdienst der einstimmige Gesang vorrang hat vor dem Mehrstimmigen, oder sind beide Arten gleichrangig?
Ich persölich meine das Beide ihre Berechtigung haben. Weis aber das Andere auch anderst darüber denken.
admin (bariton)
Hallo Milo,
ich verreise heute in einer Woche für zwei Wochen nach Konstanza, Rumänien. Dort werde ich mal wieder einen orthodoxen Gottesdienst besuchen. Hier tauchte ja desöfteren der Begriff "slawische Gesänge" auf. Leider weiss ich nicht mehr wo

. Ich werde mal berichten, wie ich die Liturgie (natürlich meine subjektiven Empfindungen) empfand.
Zwei Fragen drängten sich mir trotzdem auf:
1.du schreibst von Berechtigungen der Stimme(n). Wieso brauchen Stimmen (egal, ob Bass, Bass-Barition, Tenor, Alt, Sopran) eine Berechtigung ihres Daseins?
2.Wer sind "die anderen" die meinen einstimmiger Gesang hätte vorrang?
Liebe Grüsse
S.
Verfasst: 18.07.2006, 22:27
von Walter
Der Chor singt genau festgelegte liturgische Texte. Wenn kein Chor da ist, werden sie gelesen, aber mit Chor ist es schöner.
Die Grenze liegt immer da, wo die liturgische Bedeutung unter der musikalischen Entfaltung verloren geht. Deshalb gibt es auch keine Orgel, Instrumente oder Stimmenverschiebungen (bei Mehrstimmigkeit), so dass der Text untergehen könnte.
Ob jetzt schon Mehrstimmig zu weit geht, die Frage ist wurde in verschiedenen Zeiten und Nationalkirchen anders beantwortet.
Griechisch-Byzantinischer Gesang ist traditionell einstimmig, slavischer eher mehrstimmig.
Ich singe in einem Klosterchor und da entscheidet (wie alles!) einzig und allein der Abt, wie und was gesungen wird. Wie das in normalen Gemeinden ist, weiß ich gar nicht.
Verfasst: 19.07.2006, 09:09
von Milo
Hallo zusammen,
ich dachte schon diese Frage ist gestorben. So kann man sich täuschen.
Es gibt da zwei Meinungen wie Gesungen werden sollte, da ja Gesang im orthodoxen Gottesdienst ein sakraler Bestand ist, dh. das Bildet eine Einheit (Prister/Diakonsruf und Volkes Antwort darauf).
Jetzt, die einen meinen das dass Einstimmige die reinere Form ist da sich jeder dem anschliessen kann...da bei mehrstimmigen Chorgesang ja auf Noten zu achten ist, und nicht jeder Gehör hat wird dies erschwert.
Auf der anderen Seite ist natürlich eine Stimmharmonie Emotionsbeflügelnd und macht den Gottesdienst erhabener.
Beides finde ich, hat seine Dasainsberechtigung. Nur leider gibt es viele die meinen das andere ausschliesen zu müssen. Szs. Konservative und Neoliberale.
Eins darf dabei dennoch nicht verloren gehen, egal in welcher Form gesungen wird.
Jeder einzelne Gläubige sollte es wahrnehmen und selbst antworten auf das was auch vorgesungen, vorgebetet wird. Bewusst - sein des Gottesdienstes.
Schön Sebastian das du Rumänien besuchst...vor kurzem war ein Freund aus R bei mir. Er sagte mir das es nirgend soviel orth. Mönche zur Zeit gibt wie in Rumänien. Du weist ja, diese Volk ist nicht Slawisch, dh. du wirst eher was verstehen, da die Sprache dem Latein sehr ähnelt.
Bin gespannt auf deine Eindrücke...in dem Sinne dann, Gute Reise!
Walter, in welchem Kloster singst du nochmal?
Gruß
Milo
Verfasst: 19.07.2006, 09:41
von Sebastian
administrator hat geschrieben:
Schön Sebastian das du Rumänien besuchst...vor kurzem war ein Freund aus R bei mir. Er sagte mir das es nirgend soviel orth. Mönche zur Zeit gibt wie in Rumänien. Du weist ja, diese Volk ist nicht Slawisch, dh. du wirst eher was verstehen, da die Sprache dem Latein sehr ähnelt.
Bin gespannt auf deine Eindrücke...in dem Sinne dann, Gute Reise!
Vielen Dank,
ach ich vergaß, natürlich ist Rumänien nicht slawisch

... Hat in der Region eine Sonderrolle. Ich verstehe rumänisch leider überhaupt nicht.

Ich spreche zwar polnisch einigermaßen gut, aber dem ähnelt Rumänisch nicht. Russisch kann ich phonetisch Stück/wörterweise Bruchhaft verstehen (auch nicht immer) aber Rumänisch ist komplett anders. Wie kam ich bloß auf slawische Gesänge??? Wahrscheinlich, weil hier jemand mal schrieb, dass ihm dies nicht Gefallen würde. Den Thread dazu finde ich bloß nicht mehr... Na egal, jedenfalls vielen Dank für die Reisewünsche. Habe gehört in Rumänien soll sich in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher Hinsicht so einiges tun. EU Beitritt steht ja auch bevor. Ich lass mich überraschen. Wissen tue ich, wie sehr das rumänische Volk unter Chaucesco hat leiden müssen, aber ich komme schon wieder vom Thema ab, daher danke für die Erläuterungen und bis nachher.
Sebastian
Verfasst: 19.07.2006, 12:32
von Ehre sei Dir oh Herr
Hallo Sebastian,
nun, das war ein Beitrag von Q., da sie der russischen Sprache mächtig ist und kirchenslavisch überhaupt nicht versteht. Ich hoffe, ich habe das so richtig wiedergegeben.
Auch von mir die besten Reisewünsche. Möge unser Herr - gelobt und gepriesen sei sein Name - Dir einen Schutzengel für Deine Reise schicken
Vielleicht denkst Du ja bei einer Liturgie an uns
also, alles Liebe und Gute und komm gesund wieder!
herzlichst René
Verfasst: 19.07.2006, 14:09
von Sebastian
Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:
Auch von mir die besten Reisewünsche.
Danke. Bis Montag müsst ihr mich noch ertragen
Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:
Möge unser Herr - gelobt und gepriesen sei sein Name - Dir einen Schutzengel für Deine Reise schicken
Danke
Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:
Vielleicht denkst Du ja bei einer Liturgie an uns
Das wird Zwangsläufig der Fall sein
Grüsse und nun zurück zum Thema Gesang
S.

Verfasst: 19.07.2006, 15:55
von Question
Hallo allerseits,
Ehre sei Dir oh Herr hat geschrieben:Hallo Sebastian,
nun, das war ein Beitrag von Q., da sie der russischen Sprache mächtig ist und kirchenslavisch überhaupt nicht versteht. Ich hoffe, ich habe das so richtig wiedergegeben.
Nicht ganz. Kirchenslavisch ist für mich - vom Klang her - genauso wie Schwitzerdütsch oder Niederländisch für euch.
Wenn dann sowas kommt wie ...aber Jesus hat gesagt "atta unsar þu ïn himina weihnai namo þein qimai þiudi nassus þeins ..." ...stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Ich meine, wenn man ihn schon genau zitieren möchte, dann bitte in Aramäisch, oder aber in einer Sprache, die man normal verstehen kann
LG
Q.
PS: Wünsche auch eine gute Reise!
Verfasst: 19.07.2006, 16:05
von Sebastian
Question hat geschrieben:
Wenn dann sowas kommt wie ...aber Jesus hat gesagt "atta unsar þu ïn himina weihnai namo þein qimai þiudi nassus þeins ..."
Vater unser im Himmel. Nun ja, also Nackenhaare stellen sich mir dabei nicht hoch...
Question hat geschrieben:
PS: Wünsche auch eine gute Reise!
Dankeschön!
PS:Aramäisch, verstehe ich aber auch nicht.

Verfasst: 19.07.2006, 16:16
von Question
Ich leider auch nicht. Aber da würde es zumindest etwas Sinn haben eine unverständliche Sprache bzw. Sprache die man extra lernen müsste zu gebrauchen, denn so wird es wohl im O-Ton geklungen haben...
Und wegen den Nackenhaaren... ich habe das schon irgendwo erwähnt...das Leiden Jesu an Karfreitag heißt z.B. ponossnije stradania. Übersetzt : "das schändliche/peinliche Leiden". Aber im normalen Russisch klingt das so als wären die Leiden durch einen überaus starken Durchfall verursacht
LG
Verfasst: 19.07.2006, 16:26
von Sebastian
Question hat geschrieben:
Und wegen den Nackenhaaren... ich habe das schon irgendwo erwähnt...das Leiden Jesu an Karfreitag heißt z.B. ponossnije stradania. Übersetzt : "das schändliche/peinliche Leiden". Aber im normalen Russisch klingt das so als wären die Leiden durch einen überaus starken Durchfall verursacht
Nun, dies ist in der Tat überdenkungswürdig.
Aber: Auch da würden mir die Nackenhaare nicht zuberge stehen. Eher würde mir dies ein leichtes *Schmuntzeln* entlocken
Unfreiwillig komisch
Hoffentlich wird u.a. dein "Durchfallbeispiel" sinngemäß der Heiligkeit eines Gottesdienstes angepasst. Aber dies müssen die orthodoxen Entscheidungsträger entscheiden und nicht ich - I am out of touch...
LG
Sebastian
Verfasst: 19.07.2006, 17:33
von Question
Ja, sorry, ist nicht bös' gemeint

... Ich wollte nur erklären, was ich meine...Ich kann es auch löschen...
Übrigens, liebe Orthodoxe, die Erfahrung mit Gottesdiensten auf Griechisch, Serbisch usw. haben: Ist das die normale Sprache oder auch eine ältere Varietät? Falls ja, wieso ist das so?
In deutschen Gottesdiensten wird - wie René sagt - normales Deutsch verwendet. Wieso spricht man da eigentlich von der Gottesgebärerin und nicht von der Gottesmutter?
LG
Q.
Verfasst: 19.07.2006, 19:47
von Walter
Question hat geschrieben:Übrigens, liebe Orthodoxe, die Erfahrung mit Gottesdiensten auf Griechisch, Serbisch usw. haben: Ist das die normale Sprache oder auch eine ältere Varietät? Falls ja, wieso ist das so?
Im Griechischen wird traditionell das Koine-Griechisch verwendet, vergleichbar dem Kirchenslavisch in der russischen Kirche. Das gilt auch nur für die feststehenden Texte in der Liturgie, natürlich nicht z.B. für die Predigt. Dogmatisch ist die Liturgiesprache gar nicht festgelegt, sonst dürfte es deutsche Liturgien ja gar nicht geben. Wichtig ist, dass die Übersetzung nicht "frei" oder verfälscht ist, daher gibt es auch Fälle von Neuschöpfungen:
Question hat geschrieben:In deutschen Gottesdiensten wird - wie René sagt - normales Deutsch verwendet. Wieso spricht man da eigentlich von der Gottesgebärerin und nicht von der Gottesmutter?
Gottesgebärerin (griechisch
theotokos im Gegensatz zu
mitera) ist so ein Fall. Die Bezeichnung wendete sich gegen die Irrlehre, dass Maria nur den Menschen Jesus geboren hat, nicht den Sohn Gottes, zu dem er srst später wurde. Der Sohn Gottes wurde nämlich nicht wie bei einer normalen Mutterschaft im Mutterleib geschaffen, sondern er existierte ungeschaffen schon vor dem Anfang der Welt.
LG
Walter
Verfasst: 20.07.2006, 06:33
von Sebastian
Och Leute,
können wir nicht beim Thema bleiben? Bibelübersetzungen kann man doch besser unter "Hl. Schrift+Hl. Überlieferung" -> "Welche Übersetzung " führen, oder? Ich dachte wir schreiben hier über Kirchengesang...

Verfasst: 20.07.2006, 08:41
von Milo
Gesagt getan! Beiträge verschoben.
Hallo Sebastian,
wo sind wir stehen geblieben?
In welcher Sprache zelebriert /gesungen werden soll?
Oder über den Gesang selbst?
Ich kenne viele Mönche die das komponierte große Chorsingen ablehnen.
Sie meinen es sei mehr da zu da zur Selbstbefriedigung als zum Gottesdienst selbst.
Aus ihrer asketischen Sichtweise liegen sie nicht ganz falsch, oder?
Grüße,
m.