Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der Fami

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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apxwn
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von apxwn »

So wenig ich hier mitlese und erst recht -schreibe, habe ich auch nicht den Eindruck, Alexej oder sonstjemand würde hier Menschen mit anderen Meinungen "unterdrücken". Wenn man mithilfe einer geistlichen, historischen, asketischen etc. Autorität argumentiert, ist das nicht Intoleranz, sondern eben das... Argumentation. Man kann ja auch dagegen argumentieren, anstatt Pauschalurteile ("Mittelalter!") zu verhängen.

In dieser Diskussion hat mich allerdings eine Bemerkung aus anderer Quelle richtiggehend stutzig gemacht. Dass die nicht weiter auffiel, ist verwunderlich, aber lassen wir es am besten dabei bewenden.
Alexej hat geschrieben:...ich versuche zumindest, nie etwas von mir aus zu sagen. Deshalb findet man in meinen Beiträgen auch selten so etwas wie "Ich denke, dass ..." Das, was ich sage, weiß ich entweder von meinem Geistlichen Vater, geistlich oder theologischen erfahrenen Menschen oder von meinen Professoren am Geistlichen Seminar.
Wahrscheinlich meint Alexej die oben von mir angedeuteten Autoritäten, aber diese Einstellung halte ich für problematisch, wenn man das "nie" wirklich durchzieht. Man tendiert dann dazu, argumentativen Gegenwind als Missachtung dieser Autoritäten aufzufassen und den Gesprächspartner dann mit unangemessen großen Keulen zu bearbeiten. "Was, du denkst anders, als der von mir zitierte hl. Basilios schreibt? Du bist ja geradezu ein Ketzer!" - Von daher schreibe ich gern einmal etwas "von mir aus"... ;)
Zuletzt geändert von apxwn am 29.03.2010, 18:23, insgesamt 1-mal geändert.
ἐὰν γὰρ ἀποθάνη̨ ἄνθρωπος ζήσεται;
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Joseph
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Joseph »

Ich habe den Artikel und diesen Thread erst heute, durch einen Freund darauf aufmerksam gemacht, gefunden und zweimal komplett und in Ruhe durchgelesen. Ohne mich nun in die "Debatte" einzudrängen möchte ich es aber nicht versäumen Alexej meinen Dank auszusprechen für seine wohl überlegten, fundierten und ruhigen Worte. Was das Thema und den Artikel betrifft, beziehe ich meine Position einwandfrei und ohne Zweifel auf Seiten der Authorin, der Sozial-Enzyklika des MP, Alexej's und mit den wenigen Postern hier die Alexej und das Thema verstanden haben.

Nur nebenbei, im Kreuzgang wurde letzte Woche ein gleiches Thema aufgeworfen, mit denselben vorhersagbaren Resultaten. Die Antworten wurden zum Teil losgeschossen ohne den Inhalt des Artikels erfaßt oder gar verstanden zu haben, aufgrund persönlicher Emotionen, welche festeingefahrene Denkschemen nicht verlassen konnten und vor allem mit zugehaltenen Ohren... Man kann in diesen "Debatten" leicht erkennen wie erfolgreich das liberal-säkulare Brainwashing der letzten 50 Jahre in unserer Gesellschaft gewirkt hat und leider auch in unsere Kirche eingedrungen ist.

Gruß
Joseph
Wenn die Menschen gottlos werden, sind die Regierungen ratlos, die Lügen grenzenlos, die Schulden zahllos, die Besprechungen ergebnislos, die Aufklärung hirnlos, die Politiker charakterlos, die Christen gebetslos, die Kirche kraftlos, die Völker friedlos, die Verbrechen maßlos
(Antoine de Saint-Exupery)
Nemanja
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Nemanja »

Also ich habe jetzt ganz zufällig diese Thema gefunden, und da geht es doch um die Rolle der Frau und des Mannes in der Ehe der Orthodoxie.

Also ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich auch geschockt war, als ich einen Text darüber zum ersten Mal las und ich fragte mich sofort, ob das denn wircklich Orthodoxe Lehre sein kann.

Ich las vor ca. 3 Wochen eine orthodoxe Ausgabe über die Stellung der Frau in der Orthodoxie. Dachte mir nichts dabei und las es einfach, dabei schneideten sie auch gleichzeitig die Stellung des Mannes und der Frau an. Diese Ausgabe wurde vom Russischen in's Serbische übersetzt, im Original verfasst, schrieb sie der Heilige Teophan der Klausner (bürgerlicher Name Георгий Васильевич Говоров), ich las seine Ausführung über die Pflichten von Mann und Frau im Serbischen.

Ich habe es auch schnell jetzt in's Deutsche übersetzt, da ich wircklich eure Meinung dazu "hören" bzw. wissen möchte :) Die Übersetzung von mir ist natürlich nicht fließend, und manche Sätze werden sich nicht so Deutsch anhören, ich stelle auch das Serbische rein, vielleicht , kann es dann ein Bruder dann auch besser übersetzen, oder auf grobe Fehler aufmerksam machen, aber im Groben ist die Aussage dieses Schreibens klar.

Nun denn : Verpflichtung von Mann und Frau ( Heiliger Teophan der Klausner - von srb in ger)


Mann: a)Muss die Macht(event. Herrschaft) über die Frau haben und ihr es auch zeigen. Er soll sich selbst nicht erniedrigen und soll nicht auf die führende Rolle verzichten wegen Mutlosigkeit(ev. Kleinmütigkeit) und der Leidenschaft( vielleicht zur Frau ?), denn das ist eine Schande für die Männer. Nur darf das nicht eine despotische (unumschränkte - willkürliche Herrschaft -Tyrannei) Herrschaft sein, denn die Herrschaft gründet auf Liebe. Solle dir deine Frau eine Gefährtin sein und bringe sie dazu dir untertan/ergeben zu sein, durch die Kraft deiner Liebe. b)In allen Angelegenheiten muss sie für dich an erster Stelle sein, deine treuerste und aufrichtigste Beraterin, die erste deren du deine Geheimnisse anvertraust. c)Du musst auf sie aufpassen, dich sorgen um ihre geistliche/sinnliche und moralische Weiterentwicklung, sanftmütig und geduldig abwenden was nicht gut ist, und das Gute ihr einbringen, aber das was nicht wieder zurichten ist in ihrem Körper und ihrem Gemüt erträgst du sanftseelig und demütig. Aber du darfst niemals zulassen, dass du sie verdirbst mit deiner Fahrlässigkeit und deiner Selbstliebe. Ein Mann ist ein Mörder, wenn eine ruhige, sanfte und fromme Frau neben ihm, boshaft, eigensinnig und furchtlos Gott gegenüber wird. Die Sorge um die Moral, stellt genauso kein Hindernis dafür da, dass man ihren Wunsch für den Umgang mit der Außenwelt, befriedigt, jedoch mit dem Einverständnis von ihm.

Frau:a) Muss in Allem ihrem Manne gehorsam sein, in aller Art ihr Gemüt dem Seinen fügen( od. anpassen,sich beugen) und, sie soll ihm vollkommen ergeben sein; weder in ihren Handlungen und Denken, plant sie etwas ohne seinen Willen(od.Einverständnis).b) Und darum soll sie, all seine Entscheidungen, Ratschläge, Befehle genau ausführen und sie soll nicht mal den Gedanken darüber zulassen, dass sie auf ihrer selbst beharrt, und überhaupt, in keiner Sache soll sie den Wunsch hegen eine Herrschaft über ihn zu haben und zu zeigen. v)Im Falle der Uneinigkeit, soll sie nachgiebig(einsichtig) sein und duldsam alles ertragen, was nicht ihrem Willen entspricht; anders wirst du nicht den wertvollen Frieden bewahren. g)Desgleichen entzieht ihr dies nicht die Pflicht, dass sie sich um die gute Herrschaft ihres Ehemannes sorgt. Mit ihrer Klugheit und ihrem Einfluss, kann sie ein abfälliges Verhalten ihres Mannes ändern; letzlich, darf sie nicht die Sorge um ihn vernachlässigen; und in dem Maße in welchem sie Kraft und Verstand besitzt, muss sie auf ihn einwirken und ihn treffen wie die Flamme aus dem Feuer (guten Zugang zu Ihm zu haben ?).d)Darum soll sie vor allem sich selbst mit Tugenden schmücken, und Schmückungen anderer Art sollen ihr fremd sein -nebensächlich , auf die man leicht verzichtet, insbesondere wenn die Situation verbessert werden soll. đ)Zum Schluss soll sie sich daran erinnern, dass es an ihr ist, sich um die häuslichen Angelegenheiten zu kümmern, sei es nur die Ausführung dessen…Ihre Pflicht ist es, in die positive Richtung zu wirken; wenn sie etwas sieht, das nicht in Ordnung ist, soll sie es sagen und verbessern oder richten.
Aus dem Serbischen:

Odаvde sledi dа muž: а) morа dа imа i dа pokаzuje svoju vlаst nаd ženom, dа ne ponižаvа sebe i ne ustupа vodeću ulogu zbog mаlodušnosti i strаsti, jer je ovo srаmotа zа muževe. Sаmo ovo ne sme dа bude despotskа vlаst, već vlаst zаsnovаnа nа ljubаvi. Nekа ti ženа bude drug i nаterаj je dа ti bude pokornа snаgom svoje ljubаvi. b) U svim poslovimа onа zа tebe morа dа bude prvа, nаjvernijа i nаjiskrenijа sаvetnicа, prvа kojoj se poverаvаju tаjne. v) Morаš dа pаziš nа nju, dа se brineš o njenom umnom i morаlnom usаvršаvаnju, snishodljivo i trpeljivo otklаnjаjući ono što nije dobro, а usаđujući dobro, а dа ono što je nepoprаvljivo u telu i nаrаvi podnosiš blаgodušno i blаgočestivo. g) Ali nikаko ne smeš dozvoliti dа je rаzvrаtiš svojom nebrigom i sаmovoljom. Muž je ubicа, аko smirenа, krotkа i pobožnа ženа uz njegа postаne rаsejаnа, svojeglаvа i bez strаhа Božijeg...d) Brigа o morаlnosti, isto tаko ne predstаvljа prepreku dа se zаdovolji njenа željа zа opštenjem sа spoljnim svetom, аli uz njegovu sаglаsnosti.
Ženа, pаk, sа svoje strаne: а) morа dа u svemu slušа mužа, dа nа sve nаčine svoju nаrаv priklаnjа njegovoj nаrаvi i dа mu bude potpuno predаnа i dа ni postupcimа ni mišlju čаk ni ne plаnirа ništа bez njegove volje. b) I zаto tаčno dа izvršаvа sve njegove odluke, sаvete, zаpovesti i dа ne dopuštа ni misаo o tome dа ostаne pri svome, i uopšte ni u čemu dа ne želi i ne pokаzuje svoje glаvešinstvo. v) U slučаju nesаglаsnosti dа bude popustljivа i trpeljivo dа podnosi sve što joj ne bude po volji; drugаčije nećeš sаčuvаti drаgoceni mir. g) Isto tаko ovo joj ne uskrаćuje obаvezu dа se brine o dobrom vlаdаnju svogа suprugа. Svojom mudrošću i uticаjem onа može promeniti rđаvo ponаšаnje svogа mužа; u krаjnjoj meri onа ne sme dа ne brine o njemu, i koliko imа snаge i umа, trebа dа deluje nа njegа i dа gа pogаđа kаo iz ognjа. d) Zаto sаmu sebe trebа dа ukrаšаvа nаjpre vrlinаmа, а dа joj ukrаšаvаnjа druge vrste budu strаnа, uzgrednа, od kojih se lаko odreći, nаročito kаdа trebа dа se poprаvi stаnje. đ) Nа krаju trebа dа se sećа dа je nа njoj dа brine o domаćim poslovimа, mаkаr to bilo sаmo njihovo izvršаvаnje... NJenа dužnost je dа deluje u pozitivnom smeru; аko vidi nešto što nije u redu dа kаže i poprаvi ili dа urаdi.

Was sagt ihr dazu ? Also ich war sehr verwundert- und bin es immer noch-, als ich es las.
Für mich hört sich das da oben sehr grob an und ich muss ehrlich sagen, dass es mir nicht gefällt.


EDIT:
Joseph hat geschrieben:Ich habe den Artikel und diesen Thread erst heute, durch einen Freund darauf aufmerksam gemacht, gefunden und zweimal komplett und in Ruhe durchgelesen. Ohne mich nun in die "Debatte" einzudrängen möchte ich es aber nicht versäumen Alexej meinen Dank auszusprechen für seine wohl überlegten, fundierten und ruhigen Worte. Was das Thema und den Artikel betrifft, beziehe ich meine Position einwandfrei und ohne Zweifel auf Seiten der Authorin, der Sozial-Enzyklika des MP, Alexej's und mit den wenigen Postern hier die Alexej und das Thema verstanden haben.

Nur nebenbei, im Kreuzgang wurde letzte Woche ein gleiches Thema aufgeworfen, mit denselben vorhersagbaren Resultaten. Die Antworten wurden zum Teil losgeschossen ohne den Inhalt des Artikels erfaßt oder gar verstanden zu haben, aufgrund persönlicher Emotionen, welche festeingefahrene Denkschemen nicht verlassen konnten und vor allem mit zugehaltenen Ohren... Man kann in diesen "Debatten" leicht erkennen wie erfolgreich das liberal-säkulare Brainwashing der letzten 50 Jahre in unserer Gesellschaft gewirkt hat und leider auch in unsere Kirche eingedrungen ist.

Gruß
Joseph

Gruß Joseph,

hehe, naja. Für mich war es sehr überraschend , so eine Sicht od. Ausführung zu lesen, da ich sie so nicht von der Kirche oder Bibel kannte.Aber ob es wircklich solche "Hackordnungen" für Mann und Frau benötigt ?
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songul
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von songul »

Nemanja hat geschrieben:Was sagt ihr dazu ? Also ich war sehr verwundert- und bin es immer noch-, als ich es las.
Für mich hört sich das da oben sehr grob an und ich muss ehrlich sagen, dass es mir nicht gefällt.
Ich denke eher, dass die Sprache sich auch nach der Art und Weise der serb. Kultur richtet.
Es ist der Umgang zwischen Männern und Frauen in Serbien - oder unter Serben - doch noch ein anderer als bei uns und deshalb muss eben der christliche Inhalt der Ehelehre anders herüber gebracht werden.
Wenn man genau liest, ist die Aussage nicht so viel anders.
Gerade traditionelle und religiöse Kreise sind ja oft sehr konservativ und patriarchalisch gestimmt, und denen kannst nicht mit einer hoch-theologischen Sprache daher kommen.
Das muss schon deftiger von statten gehen.
Dass die Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft, bezüglich der Ehe und Familie, verschieden sein sollte, darf eigentlich keinen Christen ärgern.
Ärgern darf es einen aber schon, wenn für die gleiche Arbeit für Frauen weniger Lohn bezahlt wird oder man einfach meint, nach einem langem Tag der Arbeit für beide Ehepartner, der Mann sich bequem hinsetzt und die Frau, gemäss ihrer Hausrolle dann noch die ganze Arbeit macht. Da kann man sich nicht einfach auf die traditionelle Rolle berufen; und wer seine Frau wirklich im christl. Sinne liebt, der hilft mit!

Oft gehen diese Texte auf solche Lebensverhältnisse gar nicht ein, weil sie sie nicht akzeptieren; nur das moderne Leben macht vor uns Christen eben nicht eine Ausnahme.
Der Hl. Theophan hat halt noch in einer ganz anderen Epoche gelebt wir heute.
Es ist einfach unbedingt wichtig, heutige Texte von ausgezeichneten orthodoxen Theologen über gesellschaftliche Fragen zu übersetzen und nicht immer wieder die gleichen - von ebenso hervorragenden - Theologen, aber eben vergangener Zeiten zu Rate zu ziehen.
Nemanja
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Nemanja »

songul hat geschrieben: Ich denke eher, dass die Sprache sich auch nach der Art und Weise der serb. Kultur richtet.
Es ist der Umgang zwischen Männern und Frauen in Serbien - oder unter Serben - doch noch ein anderer als bei uns und deshalb muss eben der christliche Inhalt der Ehelehre anders herüber gebracht werden.
Wenn man genau liest, ist die Aussage nicht so viel anders.
Gerade traditionelle und religiöse Kreise sind ja oft sehr konservativ und patriarchalisch gestimmt, und denen kannst nicht mit einer hoch-theologischen Sprache daher kommen.
Das muss schon deftiger von statten gehen.
Hallo Songul,

also so patriarchalisch und konservativ geht es in Serbien auch schon lange nicht mehr zu und ich habe diesen Text jetzt vor kurzem auch den Serben in einem Forum präsentiert, und viele kamen auch nicht so in Einklang mit dem Text, viele haben sich auch ganz davon distanziert andere haben zugestimmt. ( war aber jetzt nicht unbedingt ein Forum für die Orthodoxie).

Also hocht-helogosiche Sprachen verstehen auch die Serben sehr gut ;)

Ich weiß jetzt auch nicht wieso du dich unbedingt nur auf die Serben berufst, der Text ist ja sogar aus dem Russischen und von einem russischen Heiligen, er wurde nur in's Serbische übersetzt.

Dass die Rolle von Mann und Frau in der Gesellschaft, bezüglich der Ehe und Familie, verschieden sein sollte, darf eigentlich keinen Christen ärgern.
Ärgern darf es einen aber schon, wenn für die gleiche Arbeit für Frauen weniger Lohn bezahlt wird oder man einfach meint, nach einem langem Tag der Arbeit für beide Ehepartner, der Mann sich bequem hinsetzt und die Frau, gemäss ihrer Hausrolle dann noch die ganze Arbeit macht. Da kann man sich nicht einfach auf die traditionelle Rolle berufen; und wer seine Frau wirklich im christl. Sinne liebt, der hilft mit!

Ja ist klar. Naja was haltest du persönlich von diesem Text und dieser Ausführung?
Oft gehen diese Texte auf solche Lebensverhältnisse gar nicht ein, weil sie sie nicht akzeptieren; nur das moderne Leben macht vor uns Christen eben nicht eine Ausnahme.
Der Hl. Theophan hat halt noch in einer ganz anderen Epoche gelebt wir heute.
Es ist einfach unbedingt wichtig, heutige Texte von ausgezeichneten orthodoxen Theologen über gesellschaftliche Fragen zu übersetzen und nicht immer wieder die gleichen - von ebenso hervorragenden - Theologen, aber eben vergangener Zeiten zu Rate zu ziehen.
Gut, aber viele seiner Aussagen durchbrechen auch jede Zeit, es sind eben Grundsätze. Viele dieser Grundaussagen sind doch diese : Der Mann muss die Verantwortung für die Familie übernehmen, muss seine Frau wie sein eigenes Fleisch lieben und sich um sie sorgen. ( auch bereit sein sich für sie hinzugeben wie Christus es für die Kirche tat)

Die Frau muss sich ihm anpassen, gehorchen und sich ihrem Mann unterordnen. Wäre das aus orthodoxer Sicht richtig ?


Ich meine so schlimm hört sich das nicht an, es darf auf keinen Fall eine despotische- tyrannische Herrschaft sein, das ist vollkommen unorthodox.


Trotzdem hört sich für mich der Text oben zu grob an. Das Problem ist vielleicht dieses, dass es sich für manche oder viele in der heutigen Zeit einfach zu ungewöhnt anhört.

Vielleicht ist es aber für mich nur die ART der Aussagen die mich stört, ich habe auch einen anderen Text dazugelesen, und da vertritt man ungefähr dieselben Ansichten , jedoch kam mir das viel besser rüber, nicht so grob!



Aber , dass das nur für die Serben spricht, also das finde ich nicht. Mir geht es hier um die orthodoxe Ansicht bzw. Lehre und die betrifft nicht nur die Serben.


Schade , dass sich nicht mehr melden zu diesem Thema, würde gerne Eure Meinungen dazu hören !

Liebe Grüße

IN CHRISTUS
Elvis
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Elvis »

Nemanja hat geschrieben:
songul hat geschrieben: Ich denke eher, dass die Sprache sich auch nach der Art und Weise der serb. Kultur richtet.
Es ist der Umgang zwischen Männern und Frauen in Serbien - oder unter Serben - doch noch ein anderer als bei uns und deshalb muss eben der christliche Inhalt der Ehelehre anders herüber gebracht werden.
Wenn man genau liest, ist die Aussage nicht so viel anders.
Gerade traditionelle und religiöse Kreise sind ja oft sehr konservativ und patriarchalisch gestimmt, und denen kannst nicht mit einer hoch-theologischen Sprache daher kommen.
Das muss schon deftiger von statten gehen.
Hallo Songul,

also so patriarchalisch und konservativ geht es in Serbien auch schon lange nicht mehr zu und ich habe diesen Text jetzt vor kurzem auch den Serben in einem Forum präsentiert, und viele kamen auch nicht so in Einklang mit dem Text, viele haben sich auch ganz davon distanziert andere haben zugestimmt. ( war aber jetzt nicht unbedingt ein Forum für die Orthodoxie).

ja leider - wenn du dir mal anschaust wie die popkultur sich den "westen" angleicht und unsere Frauen sind :x:. Natürlich ist es noch lange nicht so schlimm wie woanders :roll:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
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Sinaitis
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Sinaitis »

Liebe Freunde,
zu dieser Frage habe ich mich ja längst eindeutig positioniert.
Ich wundere mich und bin auch ein wenig erschrocken, daß sich nicht mehr Leute von der These, es wäre christlich "nicht erlaubt auf eine soziale und rechtlich durchzusetzende Gleichheit zu schließen" (leicht gekürztes Zitat), distanziert haben.

Ich denke, die ganze Frage von Gleichheit, Ungleichheit, Autorität und Unterordnung ist völlig falsch aufgezogen. Wir Christen dürfen nicht von der Ungleichheit der Geschlechter ausgehen und dann notdürftig Differenzierungen, Ausnahmen, Konkretisierungen hinten anschließen, daß es doch eine gewisse Gleichrangigkeit und Gleichheit vor Gott gibt.
Wir müßten umgekehrt von der Grundthese der völligen Gleichheit von Mann und Frau vor Gott und der Welt ausgehen (Genesis: als Mann und Frau schuf er sie - völlige Parallelität, Paulus: Die Frau heiligt ihren Mann - und der Mann heiligt auch seine Frau - wieder völlige Parallelität, man beachte aber die Reihenfolge ausgerechnet bei Paulus). Die Mönche und Nonnen leben diese eschatologische Gleichheit vor, denn sie tragen seit ältester Zeit Kleider, die gleich sind und die Unterschiede verwischen sollen. Sogar der Mönchsweihe-Ritus ist identisch (außer in der serbischen Kirche).

Erst danach kann die theologische Differenzierung erfolgen, daß wir die Unterschiede herausarbeiten, die Verschiedenheit, die nicht im Frau- oder Mann-sein ruht, sondern im Vater- und Mutter-Sein. Und dann auch der Sonderfall, daß Christus in seiner Einsetzung der Eucharistie nur Männer zum Dienst an der Eucharistie, also zum Priestersein bestellt hat.

Wenn wir so herum denken, kommen wir vielleicht im Endergebnis zum selben Ergebnis, aber wir haben ein ganz anderes Klima der Argumentation und stehen auf viel biblischerem Boden, vor allem, wenn wir uns die Evangelien und Christus anschauen. Dann haben unsere Aussagen eine ganz andere gesellschaftliche Kraft und Relevanz, sie können gehört und ernst genommen werden und wir haben das dickste Faustpfand gegen den Islam.
p.M.>
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Mirjanin
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Mirjanin »

Lieber Vater Martinos,

ich freue mich, dass Sie wieder regelmäßig im Forum sind! :) Und auch, dass wir wieder weiter über dieses wichtige und aktuelle Thema sprechen - gerade nun bereichert mit der Erfahrung um die Tücken der non-verbalen Kommunikation.

Vielleicht gelingt es uns ja, dieses Thema von seiner emotionalen Ebene auf eine theologische zu heben? Es wäre doch sehr interessant zu überprüfen, was die Heilige Schrift und die Kirchenväter zu den Beziehungen zwischen den Geschlechtern bzw. den Rollen sagen ?

Leider fehlt mir gerade arg die Zeit (Diplomarbeit) um mich näher mit dem Thema auseinander zu setzen und den Anfang zu machen... :oops:
Was sie nicht verstehen können, ist das wir keine politische Partei bekämpfen, sondern die Mörder der spirituellen Kultur.
Sinaitis
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Sinaitis »

Lieber Mirjanin,
theologische Kriterien herauszuarbeiten, auch bei unseren heiligen Vätern ist die eine Sache, die sehr wichtig und hilfreich ist. Antworten auf Fragen der Gesellschaft im 21. Jahrhundert müssen wir anhand der Kriterien schon selber geben. Die können wir nicht abschreiben von Menschen, denen noch nicht einmal die weibliche Eizelle bekannt war und die die Vorstellung hatten, der Mann würde seinen Samen, in dem das volle kleine Menschlein vorhanden ist, einfach nur in den Ackerboden der Frau legen, oder die glaubten, die Frau wäre unrein in ihrer Periode.

Es wäre aber auch mal interessant, herauszusuchen, wieviel von unseren althergekommenen Rollenvorstellungen in Wirklichkeit vom osmanischen Reich beeinflußt sind. Im verklemmten Westen ohnehin von der Scholastik. Denn in Byzanz gab es eine erstaunliche Freiheit und Gleichberechtigung.

Und noch etwas: Streichen wir den Begriff "Autorität". Der stammt aus der Scholastik und ist völig unbiblisch. Man dachte, er sei der entsprechende Paarbegriff zu "Gehorsam" (Der eine hat Autorität, der andere ist gehorsam). Aber das ist falsch. Der Paarbegriff zu Gehorsam ist Liebe. (Unsere Zypernfahrer haben das ja kürzlich gelernt).

Vielleicht siehst Du allmählich, wieso ich so gegen den Artikel bin, weil er bis ins Mark hinein (schon von der Überschrift an bis zur letzten Argumentation) unorthodox denkt und argumentiert. Für mich ist das frommer Protestantismus. Von den Resultaten her gesehen liegen wir alle wahrscheinlich überhaupt nicht auseinander, aber die Art und Weise des Denkens ist eine in meinen Augen radikal verschiedene. Wir wollen aber lernen, orthodox zu denken, zu fühlen, zu reden, zu glauben.
p.M.
Nassos
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Nassos »

Wo doch in den allermeisten Familien die Mutter das geistliche Zentrum der Familie ist.

Vielen Dank, Vater, dass Sie hier zum Nachdenken anregen.

Darf ich an dieser Stelle noch einen Gedanken hinzufügen (offtopic). Die Liebe ist Bestandteil mehrer Paarbegriffe, sie ist das Zentrum. Mir ist gestern abend mal wieder deutlich geworden, wie sehr die Liebe auch mit der Geduld zusammenhängt. Kann man schon sagen, wer keine Geduld hat, der hat keine (tiefe) Liebe?
(Wie heißt es beim Apostel Paulus? Die Liebe ist langmütig).

Danke und Gruß,
Nassos
Elvis
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Elvis »

du die Mutter ist doch das herz der famile, oder :wink:
Am Anfang war das Wort und das Wort war bei GOTT und GOTT war das Wort. Dieses war im Anfang bei GOTT. Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts Geworden. Was geworden ist - in IHM war das Leben, und das Leben war das Licht des Menschen und das Licht scheint in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht ergriffen (begriffen, erfasst). (EVANGELIUM nach Johannes)

Ehre Sei dem Vater und den Sohn und den Heiligen Geist.
Jetzt und immerdar und in alle ewigkeit. Amen

IC XC
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Nassos
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von Nassos »

Kennst du "My big fat Greek wedding"? Dort wird das ziemlich gut erklärt:

Der Mann ist der Kopf der Familie. Die Frau ist der Hals, der bestimmt, wo der Kopf hinwackelt.
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songul
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von songul »

Nassos hat geschrieben:Kennst du "My big fat Greek wedding"? Dort wird das ziemlich gut erklärt:

Der Mann ist der Kopf der Familie. Die Frau ist der Hals, der bestimmt, wo der Kopf hinwackelt.
Exakt!
Ist in lateinischen Familien auch so. 8)
stefan1800
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von stefan1800 »

@Songul:
Bei uns Lateinern ist es so, wie Elvis sagte: Der Mann ist das Haupt der Familie, die Frau das Herz.
Das impliziert, daß der Mann eher für die Verstandesdinge, für das Analytische, das Äußere zuständig ist, die Frau hingegen mehr für das Gefühl, für die Seele, den Zusammenhalt, das Innere und Schöne zuständig ist.
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songul
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Re: Die Autorität des Vaters als das geistliche Zentrum der

Beitrag von songul »

stefan1800 hat geschrieben:@Songul:
Bei uns Lateinern ist es so, wie Elvis sagte: Der Mann ist das Haupt der Familie, die Frau das Herz.
Das impliziert, daß der Mann eher für die Verstandesdinge, für das Analytische, das Äußere zuständig ist, die Frau hingegen mehr für das Gefühl, für die Seele, den Zusammenhalt, das Innere und Schöne zuständig ist.
Ich meinte mit "Lateinern" beileibe nicht die Anhänger der römischen Kirche.
Das können ja auch Deutsche sein.
Nein; eigentlich nur Leute aus dem romanisch-sprachigen Kulturkreis oder gewisse Mittelmeerländer.
Da können die Männer machen was sie wollen; das letzte Wort haben immer die Frauen.
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