Re: Alte Häresien, die wieder im Kommen bzw. noch gängig sin
Verfasst: 02.12.2010, 01:05
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Dazu nachträglich aus dem "Synodikon der Orthodoxie":Stefan hat geschrieben:Irenäus, wie ist dann Joh 14,28 zu verstehen?
Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu euch. Wenn ihr mich liebtet, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe, denn mein Vater ist größer als ich.
Denen, die in Übereinstimmung mit den Auslegungen unserer heiligen Väter anerkennen, dass das Wort unseres wahren Gottes, Herrn und Erlösers Jesus Christus: "Mein Vater ist größer als Ich" (Joh 14,28), gemäß Seiner Menschlichkeit gesagt ist, in welcher Er auch gelitten hat, wie die heiligen Väter in vielen ihrer von Gott inspirierten Schriften ausdrücklich betonen, und die überdies sagen, dass Derselbe Christus in Seinem eigenen Fleisch gelitten hat:
Ewiges Gedenken (3x)
Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag. Die meisten Häresien beziehen sich offensichtlich auf die Person Christi. Habe kürzlich ein interessantes Buch gelesen zum Thema Vater-Sohn-Verhältnis zwischen Gott und Christus. War höchst interessant. Vielleicht finde ich den Titel noch irgendwo. Dann stelle ich es hier rein ...Loukia hat geschrieben:Dies nicht gepostet im ABC der Orthodoxie, weil ja Häresien nicht orthodox sind.
Vielleicht ist es ganz wichtig, die Irrlehren zu kennen, wenn man ihnen die Wahrheit auch tatsächlich entgegensetzen will.
Ich dachte mir, lasst uns doch mal ein paar Häresien aus alten, alten Zeiten beleuchten, die Wahrheit gegenüberstellen und vielleicht auch mal feststellen, wo sie noch da bzw. wieder da sind. Das mir das an gerade diesem Sonntag einfällt? Wie passend, zu Arius kommen wir sicher noch, wo wir doch heute seine siegreichen Gegner und damit gewissermaßen uns selbst feiern.
Vielleicht ist eine alphabetische Liste ganz nützlich:
Adoptionismus
Die Adoptionisten glaub(t)en, das Jesus Christus nicht wahrer Gott ist, aber nur ein Mann, der eine besondere Gnade empfangen hat bei Seiner Taufe im Jordan. Es ist die Idee, das Jesus Christus vom Vater "adoptiert" sei. Wegen festhaltens an dieser Irrlehre wurde Theodotus von Byzanz exkommuniziert von Papst Victor I.
Apollinarismus
Die Irrlehre benannt nach Apollinaris (310-390) Bischof von Laodizäa in Kleinasien, die besagt, Christus habe einen menschlichen Körper und eine empfindsame Seele, aber keinen rationalen Verstand oder einen menschlichen, freien Willen, welche bei Christus durch den Logos, das Wort Gottes ersetzt seien. Diese Irrlehre wurde 377 von römischen Synoden und 381 n.Chr. beim ökumenischen Konzil von Konstantinopel rechtmäßig verurteilt.
Arianismus
Eine besonders hässliche und hartnäckige Häresie, wenn ihr mich fragt.
Im vierten Jahrhundert nachdem unser Herr zwischen uns lebte, verneint die Göttlichkeit Jesu Christi und betrachtet ihn als bloße Schöpfung Gottes. Sie war ausgegangen von Arius, einem Priester aus Alexandria, der abstritt, das Gott trihypostatisch ist. Seiner Ansicht nach ist nur Gott Vater wahrer Gott und der Sohn sei erschaffen, also habe es demnach eine Zeit gegeben in der es den Sohn nicht gab! Diese Theorie entleert das Dogma der Inkarnation Gottes in Christus von jeder Bedeutung! Der Arianismus wurde 325 n.Chr. bei dem ersten ökumenischen Konzil von Nicäa, welches die Urform des nicäischen Glaubensbekenntnisses formulierte, trotzdem herrschten der Arianismus under Semi-Arianismus (dazu kommen wir noch) in ihrer ursprünglichen Form noch ein ganzes Jahrhundert lang in vielen Gegenden. Der Hl. Athanasius von Alexandrien (296-373) bekämpfte den Ariansimus, aber die Häresie bestand, vor allem unter den sogenannten Barbaren noch für viele Jahrunderte.
Donatismus
Einer meiner "Lieblinge", weil es so einfach ist, ihm zu verfallen, glaube ich. Aus dem vierten Jahrhundert aus Afrika; propagiert, das die Gültigkeit der Sakramente von dem moralischen Charakter des Zelebrierenden abhängt und das Sünder keine echten Mitglieder der Kirche sein könnten und auch nicht von der Kirche toleriert werden könnten, wenn ihre Sünden öffentlich würden. Der Donatismus entstammt einem Schisma als Rigoristen behaupteten, das ein Bischof Karthagos, Cäcilian (ca. 313) kein wahrer Bischof sei, weil er von einem Bischof geweiht wurde, der unter Diokletians Verfolgungen zum Apostaten wurde. Die Donatisten weihten ihre eigenen Bischöfe von denen einer Donatus war, nach dem die Irrlehre benannt ist. Sie wurde verurteilt von Papst Miltiades (311-314) und von der lokalen Synode von Arles im Jahre 314 n.Chr., aber bestand in Nordafrika bis ins siebte Jahrhundert, der Zeit der islamischen Invasion. Der Hl. Augustinus (354-430) schrieb viel gegen den Donatismus.
Gnostizismus
Die häretische Theorie, das Erlösung von einem speziellen Wissen abhängt, meist behauptet von einer speziellen, elitären Truppe. Gnostische Theorien existierten bereits lange vor dem Christentum und Gnostiker adaptierten die Evangelien nach ihrem Gutdünken für ihre eigenen Zwecke, verfassten sogar Pseudoevangelien wie das "Evangelium nach Thomas", die ihre Ideen und ihre Doktrin verkörperten. Gnostizismus verleugnet die Wahrheit der christlichen Offenbarung. der Sekuläre Historiker Jacob Burckhardt beschreibt Gnostiker als "spekulative Enthusiasten", die das Christentum nur als Plattform für platonische und orientalische Ideen benutzten. Diese Irrlehre als organisierte Sekte oder Teil eines Glaubens war lange ausgestorben, aber gnostische Ideen bestehen und tauchen in irgend einer Form in fast jeder großen häretischen Version des Christentums auf.
Später gerne mehr.
Ich verstehe das so, daß im neuen irdischen Paradies die Leute so lange gesund leben, daß jemand, der mit weniger als 100 Jahren stirbt, als Unglücklicher oder Pechvogel oder eben als Verfluchter gilt. Man muss sich im Klaren sein, daß zu Zeiten Jesajas die meisten Leute schon mit 50, 60 Jahren starben. Da galt man ja schon mit 40 als alter Mann/alte Frau (ich bin auch knapp vierzig und fühle mich ab und zu auch schon ziemlich alt - ächz!).Stefan hat geschrieben:Auch die Sache mit der Verfluchung derjenigen, die nicht 100 Jahre erreichen, konnte ich nicht beantworten. Wie ist die orthodoxe Sichtweise dazu?
Ich verstehe die Stelle als würde sie die Herrschaft Gottes während der 1000 Jahre beschreiben, also eine ideale Gesellschaft und eine ideale Natur. Wir sind da noch nicht drin, deshalb wird auch kaum einer 100 Jahre.Stefan hat geschrieben:Was ich halt unverständlich finde, ist die Tatsache, dass die wenigsten 100 Jahre alt werden. Sind wir deswegen verflucht? Und Raubtiere spielen heute auch nicht mit Grasfressern. Ist diese Stelle denn ein Ausblick auf die 1000-Jahr-Herrschaft, wie sie in der Johannesoffenbarung steht?
Der Jesasjavers ist meiner Meinung nach das Gegenstück zu folgendem:Wie Stefan erwähnte, sagte Jesaja:
"Dann werden Wölfe und Lämmer zusammen weiden, und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, die Schlange aber Erdenstaub wie Brot; sie werden kein Unrecht und gewiss keine zerstörerische Handlung (mehr) begehen auf meinem heiligen Berg, spricht der Herr."
Von Fleisch ist keine Rede!In Genesis 1,29 steht:
" Und Gott sprach: Siehe Ich gebe euch samentragende Grünflanzen, jegliches Samen Sähende, das auf der ganzen Erde ist,und jegliches Holz, das in sich die Frucht eines samentragenden Samens hat - es wird euch Nahrung sein.
In Offenbarung 21,4 heißt es: und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und vorher in 20,14: Und der Tod und die Hölle wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. das ist der andere Tod.Lazzaro hat geschrieben:Jesaja beschreibt das tausenjährige Reich eben nicht, sondern den Zustand danach, den die Apokalypse im 21. Kapitel "Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde ... et cetera" beschreibt.
Ich habe keine Ahnunung. Vielleicht hätte ich keinen Kommentar abgeben sollen. Ich habe einfach vom Bauchgefühl her geantwortet.Stefan fragte:
Der Zustand danach kennt keinen Tod mehr. Bei der Jesajastelle gibt es den Tod noch.
Wie kann dann der endgültige Heilszustand gemeint sein?
Danke, genau das meinte ich eigentlich.Stefan sagte:
Man könnte vielleicht von verschiedenen Schritten in der Offenbarung göttlicher Wahrheiten sprechen.
Ein studierter Theologe täte es auch dann, wenn er nicht geweiht istVielleicht äußert sich ja noch ein Priester, das wäre doch gut, bevor ich oder wir Laien uns verexegieren.