Seite 4 von 5

Verfasst: 23.07.2006, 22:08
von Sebastian
Milo,

danke für deine Antwort, sehe ich ähnlich.

danke nochmals für die Wünsche :wink:

Gruß

S.

Verfasst: 23.07.2006, 23:02
von Walter
Lieber Sebastian!
Sebastian hat geschrieben:leider kann ich dich auch nicht immer verstehen. Macht nix, dafür schreiben wir ja hier (tolle Logik, gell? :wink: )
Da gibt es eine nette Geschichte: Ein Fremder fragt einen Passant nach dem Weg zum Bahnhof. Der Passant muss eingestehen, dass er ihn auch nicht weiß. Macht nix, sagt freudig der Fremde, das wichtigste ist, dass wir darüber gesprochen haben.
Sebastian hat geschrieben:
Walter hat geschrieben:
Sebastian hat geschrieben:Wir haben uns alle so lieb, aber bleiben unterschiedlicher Auffassungen. Macht sowas das Herz froh? Meins nicht.
Was würde Dein Herz denn froh machen. Sicher nicht dass wir uns hassen. Also dass wir alle neuapostolisch werden? (Die Frage ist erst gemeint.)
Nein, dass wir alle einer gesamtökumenischen heiligen apostolischen Kirche angehören. Das wäre mein Wunsch.
Walter hat geschrieben:Du schließt zudem von individueller Unehrlichkeit auf kollektive Zusammenschlüsse? Was meinst Du nun?
Entschuldige, aber das verstehe ich nicht.

Wahrheitsfindung ist ein Prozess der Selbsterkenntnis. Die Wahrheit liegt uns durch unseren Herrn Jesus Christus vor, wir müssen sie nur annehmen. Darunter, und das erstaunt dich vielleicht, fällt die Wahrheit, die die OK über Jahrhunderte bewahrt hat, bei den "Anderen" aber verloren gegangen ist.
Danke, das wollte ich von Dir hören. Dein individueller Glaube ist also, die Orthodoxie vertrete im Gegensatz zu Deiner Kirche die eine Wahrheit Christi. Deine individuelle Entscheidung müsste konsequenterweise Konversion sein. Ich hoffe für Dich, dass es wirklich dazu kommt. :)

Eine kollektive Entscheidung, wäre es, wenn die gesamte NAK die Orthodoxie zu Ihrer Lehre macht. Dann müssten nicht alle einzeln in existierende orthodoxe Gemeinden konvertieren, sondern einzig die Kirche müsste sich in eine Neueingliederung in die apostolische Sukzession bemühen, und könnte die wahren Sakramente für ihre Mitglieder selbst spenden. (So lief das z.B. bei den Unionen Roms ab - nur dass die römische Kirche nach unserem Glauben eben nicht die wahre Kirche darstellt.) Dass es sobald dazu kommen wird, halte ich für unwahrscheinlich. Deshalb halte ich in Deinem Fall Konvertieren wirklich für die bessere Lösung.
Sebastian hat geschrieben:ich hoffe der Link hilft dir
http://de.wikipedia.org/wiki/Katholisch ... _Gemeinden
Nein, ich wollte ja gerade wissen, warum die NAK glaubt, dass die zwölf Apostel bzw. die zwölf Stämme Isreals ausgerechnet von zwölf Herren aus dem Großbritaniens des 19. Jhtds "neu" vertreten werden mussten, wo es doch genug Bischöfe gibt, die in wirklicher "apostolischer" Sukzession geweiht sind. Aber Du scheinst das ja selbst nicht zu glauben und das ist wohl gut so. ;)

LG
Walter

Verfasst: 23.07.2006, 23:32
von Sebastian
Walter hat geschrieben:Lieber Sebastian!
Sebastian hat geschrieben:leider kann ich dich auch nicht immer verstehen. Macht nix, dafür schreiben wir ja hier (tolle Logik, gell? :wink: )
Da gibt es eine nette Geschichte: Ein Fremder fragt einen Passant nach dem Weg zum Bahnhof. Der Passant muss eingestehen, dass er ihn auch nicht weiß. Macht nix, sagt freudig der Fremde, das wichtigste ist, dass wir darüber gesprochen haben.
Sebastian hat geschrieben:
Walter hat geschrieben:
Sebastian hat geschrieben:Wir haben uns alle so lieb, aber bleiben unterschiedlicher Auffassungen. Macht sowas das Herz froh? Meins nicht.
Was würde Dein Herz denn froh machen. Sicher nicht dass wir uns hassen. Also dass wir alle neuapostolisch werden? (Die Frage ist erst gemeint.)
Nein, dass wir alle einer gesamtökumenischen heiligen apostolischen Kirche angehören. Das wäre mein Wunsch.
Walter hat geschrieben:Du schließt zudem von individueller Unehrlichkeit auf kollektive Zusammenschlüsse? Was meinst Du nun?
Entschuldige, aber das verstehe ich nicht.

Wahrheitsfindung ist ein Prozess der Selbsterkenntnis. Die Wahrheit liegt uns durch unseren Herrn Jesus Christus vor, wir müssen sie nur annehmen. Darunter, und das erstaunt dich vielleicht, fällt die Wahrheit, die die OK über Jahrhunderte bewahrt hat, bei den "Anderen" aber verloren gegangen ist.
Danke, das wollte ich von Dir hören. Dein individueller Glaube ist also, die Orthodoxie vertrete im Gegensatz zu Deiner Kirche die eine Wahrheit Christi. Deine individuelle Entscheidung müsste konsequenterweise Konversion sein. Ich hoffe für Dich, dass es wirklich dazu kommt. :)
Nun, ich habe zumindest so meine Bedenken, in der Lehre meiner Kirche. Ich hoffe sehr, dass sich was bewegt in Richtung Umkehr. Deshalb bleibe ich und versuche mich einzubringen.
Eine kollektive Entscheidung, wäre es, wenn die gesamte NAK die Orthodoxie zu Ihrer Lehre macht. Dann müssten nicht alle einzeln in existierende orthodoxe Gemeinden konvertieren, sondern einzig die Kirche müsste sich in eine Neueingliederung in die apostolische Sukzession bemühen, und könnte die wahren Sakramente für ihre Mitglieder selbst spenden. (So lief das z.B. bei den Unionen Roms ab - nur dass die römische Kirche nach unserem Glauben eben nicht die wahre Kirche darstellt.) Dass es sobald dazu kommen wird, halte ich für unwahrscheinlich. Deshalb halte ich in Deinem Fall Konvertieren wirklich für die bessere Lösung.
8) ich vermag alles durch den der mich Mächtig macht, deshalb bleibe. 8) Auf die Zeit gesehen ja, es ist unwahrscheinlich, dass eine Rückbesinnung von heute auf morgen erfolgt.
Walter hat geschrieben:
Sebastian hat geschrieben:ich hoffe der Link hilft dir
http://de.wikipedia.org/wiki/Katholisch ... _Gemeinden
Nein, ich wollte ja gerade wissen, warum die NAK glaubt, dass die zwölf Apostel bzw. die zwölf Stämme Isreals ausgerechnet von zwölf Herren aus dem Großbritaniens des 19. Jhtds "neu" vertreten werden mussten, wo es doch genug Bischöfe gibt, die in wirklicher "apostolischer" Sukzession geweiht sind. Aber Du scheinst das ja selbst nicht zu glauben und das ist wohl gut so. ;)
Ach, da hab ich ja was ausgelöst 8) . Also: Es gab damals Prophezeiungen, dass es wieder Apostel geben müsste, die die Braut des Herrn auf sein kommen vorbereitet. Da setzt meine erste Frage an: Wozu bedarf es erneut Apostel auf die Vorbereitung der Braut zum kommen des HERRN, wenn Jesus selbst den Weg gelegt hatte. Warum legt er ihn zweimal aus indem er nochmal Apostel sendet? Daher auch die ganze Endzeitstimmung. Ich habe so Probleme mit den damaligen Berufungen.
Die Apostel KAK (vor dem Shisma zur NAK) wurden zuerst durch Laien, später durch das Prophetenamt (was es heute nicht mehr gibt) berufen. Irgendwie undurchsichtig. Was ich immer nicht verstand, war warum es 1700 Jahre keine Apostel gab und dann welche in Gross Britanien!?!?!

Walter,

ich entdecke in meiner Kirche immer wieder viel Gutes und bei vielen sehr viel Gottesfurcht und Gottvertrauen. Ich habe auch sehr viele Glaubenserlebnisse. Was ich nicht verstehe ist, dass man die Fortsetzung der Urkirche sein möchte, aber 1700 Jahre christlichen Wirkens auslässt. Naja mittlerweile sieht man dies anders. Zum Glück, vielleicht kommt endlich das Bewusstsein, dass es in der Zeit dazwischen auch Christi Wahrheit gab. Ich sehe viele ??? in der Lehre meiner Kirche. Ich hoffe der neue Katechismus 2008 bringt Lichtblicke, die einem ökumenischen Dialog förderlich sind!

LG und Gute Nacht

S.

Verfasst: 23.07.2006, 23:51
von Sebastian
Sebastian hat geschrieben:
Walter,

ich entdecke in meiner Kirche immer wieder viel Gutes und bei vielen sehr viel Gottesfurcht und Gottvertrauen. Ich habe auch sehr viele Glaubenserlebnisse. Was ich nicht verstehe ist, dass man die Fortsetzung der Urkirche sein möchte, aber 1700 Jahre christlichen Wirkens auslässt. Naja mittlerweile sieht man dies anders. Zum Glück, vielleicht kommt endlich das Bewusstsein, dass es in der Zeit dazwischen auch Christi Wahrheit gab. Ich sehe viele ??? in der Lehre meiner Kirche. Ich hoffe der neue Katechismus 2008 bringt Lichtblicke, die einem ökumenischen Dialog förderlich sind!

LG und Gute Nacht

S.
Was abschliessend meinen ökumenischen Charakter besser beschreibt ist der Satz, mit dem ich seit meiner Eigenständigkeit im Glauben auffasse: In erster Linie bin ich Christ und dann gehöre ich einer "*"*"*"*"Konfession"*"*"*"*"*" an :wink:

Verfasst: 10.08.2006, 16:16
von Sebastian
Lieber Erzpriester Peter,

seit meiner Rückkehr aus Rumänien lese ich interessiert ihre Berichte, Kommentare und Ergänzungen. Zu diesem doch sehr wichtigem Thema würde ich gerne Ihre Auffassung lesen. Ich schreibe dies öffentlich, da ich denke, dass es andere auch interessiert?

1. Wie empfinden Sie (kann auch subjektive eingschätz werden) die momentanen ökumenischen Bestrebungen?

2. Welche gehen Ihrer Ansicht in die richtige, welche in die falsche Richtung (bzw "bringen nichts")?

3. Halten Sie es in absehbarer Zeit für möglich, dass ein gesamtchristliches Konzil ins Leben gerufen wird? Hätte ein solches Konzil der Wahrheit, Versöhnung, Buße und Rückbesinnung eine Chance? Meine Ansicht nach, ja - es hätte eine Chance, aber nur mit Gottes Beistand. Allerdings sehe ich nicht Bestrebungen, die in eine solche Richtung zeigen. Haben Sie andere Empfindungen?

4. Wie müsste sich die Gesamtorthodoxie einbringen?

5. Was sind Ihre Erfahrungen mit dem christlich-ökumenischen Dialog? Sie kommen doch sicherlich mit Christen anderer Glaubensrichtungen ab und an ins Gespräch (z.B. aus Ihrer Umgebung). Was beobachten Sie?

Ich erkenne an, dass es der orthodoxen Kirche zu verdanken ist, die Apostel und Jesulehre bewahrt zu haben. Mein Empfinden ist es allerdings, dass von orthodoxer Seite ausgehend wenige Anstrengungen unternommen werden auf andere zuzugehen. Dies mag daran liegen, dass die Orthodoxie in Deutschland eine Minderheit darstellt. Dennoch auch Global gesehen, erkenne ich eher (in Teilen, nicht pauschal!) ein gewisses Abschottungsverhalten. Ist dies nicht ein Gegensatz? Hat man nicht den Auftrag von der Wahrheit abzugeben bzw zumindest Kund zu tun? Wenn der Wunsch im Herzen groß wird nach der einen christlich apostolischen Gemeinschaft, warum dann die Zurückhaltung?

Gott behüt Sie und segne Ihre Arbeit. :)

Danke im Vorraus für Ihre Antwort. :)
Grüsse

Sebastian

PS: Sorry, falls es zu Überschneidungen mit dem Thema: "Was müssen wir als Orthodoxe für die Einheit der Kirche tun?". Dies lässt sich sich aber nicht immer vermeiden.

Verfasst: 11.08.2006, 15:10
von protopeter
Lieber Sebastian !

Ich will versuchen, zu den von Ihnen angesprochenen Themenbereichen einige Aspekte, die mir bedenkenswert erscheinen, anzusprechen, wobei ich zwangsläufig "subjektiv" - nämlich aus orthodoxer Sichtweise - Stellung nehme und dabei die aufgeworfenen Fragen einander verknüpfend beantworte.

1. Sämtliche ökumenische Beziehungen können orthodoxerseits nur im Bewußtsein der von Ihnen angesprochenen Traditionstreue und dem Vorhandensein innerer Kontinuität gepflegt werden - in diesem Sinne ist es wohl geraten, gegenüber Angehörigen nichtorthodoxer christlicher Konfessionen zunächst und vor allem den Geist der Liebe spürbar werden zu lassen. Andererseits ist im Kontext der diversen Kontakte in besonderer Weise die Verpflichtung zur Vermittlung der (durch die Heilige Schrift und die kirchliche Überlieferung gestützten) Wahrheit und Einzigartigkeit der orthodox-kirchlichen Lehre unbedingt gegeben.

2. Davon ausgehend sind jegliche Versuche der Herbeiführung eines (sogenannten) "Konsens", der in sich lediglich diplomatische Überlegungen trägt, eher "allgemein-humanistisch" gedacht ist und nicht von christlichen Grundsätzen getragen wird, abzulehnen. So können etwa dogmatische Fragen (die nach orthodoxer Auffassung ihre Verankerung in den biblischen Offenbarungsschriften finden) niemals Gegenstand von Diskussionen oder gar "Kompromißlösungen auf dem Weg zur Einheit" sein. Es ließe sich wahrscheinlich nicht vermeiden, daß ein sogenanntes "Konzil" gesamtchristlicher Prägung genau diesen Weg beschreiten würde; damit würde der orthodoxen Grundauffassung, die ein Konzil als Werk des Heiligen Geistes erkennt, fundamental widersprochen (in den Akten der 7 Ökumenischen Konzile findet sich immer wieder die Formulierung: "Es hat dem Heiligen Geist und uns gefallen, zu verkünden...").

3. Die Rolle der Orthodoxen Kirche hinsichtlich ökumenischer Aktivitäten sehe ich persönlich in erster Linie als Verpflichtung, ein glaubhaftes Zeugnis abzulegen; es gibt neben dem Aspekt der "orthodoxia" eben auch die notwendige Ergänzung der "orthopraxia" - des rechten Handelns; mir erscheint diese doppelte Ausprägung gerade unter dem Gesichtspunkt, daß die Orthodoxie dem Anspruch ursprünglicher Authentizität in vielfacher Hinsicht genügen will, von herausragender Wichtigkeit - manchmal scheinen jedoch wir selbst diese Grundausrichtung etwas zu vernachlässigen.

4. Was nun die Frage nach der Umsetzung dieses Zeugnisses betrifft, so muß ich Ihnen zustimmen - die Minderheitensituation veranlaßt viele Orthodoxe, sich in ihre eigenen (oft auch national definierten) Grenzen zurückzuziehen und aus den unterschiedlichsten Beweggründen (zu denen durchaus auch die Vermeidung möglicher Proselytismusvorwürfe kommt) dementsprechende Initiativen hintanzustellen. Leider sehe ich aber auch, daß man von außen her viel zu häufig in ein bestimmtes Rollenverhalten gedrängt wird, da es auch gewisse Erwartungshaltungen der Orthodoxen Kirche gegenüber (die man gerne als "mystisch-abstrakt" wahrnehmen möchte), gibt. Entspricht man diesen Vorstellungen - beispielsweise aufgrund durchaus "konkreter" Stellungnahmen - nicht, begegnet einem nicht selten ein gewisses Unverständnis.

Ich hoffe, daß ich zur Klärung Ihrer Fragen einen bescheidenen Beitrag leisten konnte und grüße in der Liebe Christi,
Erzpr. Peter

Verfasst: 11.08.2006, 19:35
von Sebastian
Lieber Erzpr. Peter,

haben Sie recht herzlich Dank für Ihre Erläuterungen.

Ich sehe den Sinn der Ökumene ebenfalls nicht in Kompromissen. Ich sehe ihn als einen Prozess der Selbsterkenntnis. Einen Prozess den auch ich gerade "durchmache", den sich allerdings auch Orthodoxe Christen unterziehen sollten. Damit meine ich primär nicht die Lehre der Kirche, sondern deren Verwirklichung des einzelnen. Es sollte nicht der Fall sein jeden anderen nicht - orthodoxen Gläubigen als Irrlehrer darzustellen, selbst aber wie König in Babylon zu leben (na ja vielleicht etwas übertrieben dargestellt, aber ich denke Sie wissen was ich meine). Der, der ernidrigt, der wird auch vor Gott erniedrigt, so stehts jedenfalls geschrieben.

Sie haben etwas sehr Schönes geschrieben.
Protopeter hat geschrieben: in diesem Sinne ist es wohl geraten, gegenüber Angehörigen nichtorthodoxer christlicher Konfessionen zunächst und vor allem den Geist der Liebe spürbar werden zu lassen.
Ich denke, wenn man mit der und aus der Liebe Christi argumentiert kann man nicht ernidrigen. Es muss den anderen Christen gezeigt werden, dass man sie liebt und nicht verachtet. Schießlich sind wir, trotz der ganzen Trennungen und Unterschiede, doch eines Ursprungs! Das meine ich ernst. Ja, es gibt Abweichungen von der Lehre Christi. Wie und in welcher Ausartung diese Abweichungen als Irrlehren zu bezeichnen sind, sei dem Großen Gott überlassen. Das soll jetzt nicht heissen seinen Standpunkt nicht klar vertreten zu dürfen, nein, ich möchte nur nicht urteilen (mit dem sog. Finger auf andere zeigen).

Nochmals danke für Ihre Mühe.

österliche Grüsse und ein schönes Wochenende
sendet Ihnen zu

Sebastian

Verfasst: 08.09.2006, 17:08
von Sebastian
ÖKUMENE

Die orthodoxe Kirche bleibt innerhalb der christlichen Welt nicht isoliert. Sie betet unaufhörlich "für die Einheit des Glaubens" und für "die Vereinigung aller", aber sie bemüht sich auch auf den praktischen Ebene darum. Die Orthodoxie ist sich ihrer Identität und Eigenart bewußt. Sie hat das Bewußtsein und die Zufriedenheit, dass sie die göttliche Erbschaft des ersten Jahrtausends, d.h. der Art der ungeteilten Christenheit bewahrt hat.
Für einige steht die Ökumene heute in einer Krise. Einige haben in der ökumenischen Bewegung einige Enttäuschungen erlebt. Manche behaupten: der "heilige Enthusiasmus" habe sich in vieler Beziehung in Bürokratie gewandelt, der ursprüngliche Wunsch nach Einheit der Christen gemäß dem Willen Christi sei bisweilen in Gegensätzlichkeit, ja sogar in Proselytenmacherei umgeschlagen, was auf die Nichtchristen einen verheerenden Eindruck mache.

Als Christen dürfen wir keine Resignation oder Pessimismus zeigen, wenn es um ökumenische Bemühungen geht.

In der ökumenischen Tätigkeit wirkt nicht nur der Mensch, sondern auch Gott. Die Ökumene wird durch den Herrn der Kirche selbst inspiriert und ihr wird von ihm geholfen. Unser Retter Christus hat für die Einheit der Christen gebetet und er prophezeite in seinem Abschiedsgebet: "Alle sollen eins sein: Wie du ,Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, daß du mich gesandt hast" ( Johannes 17,21 ). Die Kirche kann, in dieser säkularisierten Welt ihre Aufgabe nur im starken Glauben und Vertrauen, im Gebet, im ehrlichen Dialog mit den Menschen verwirklichen. Nur aufrichtige und tolerante Beziehungen können die heutigen Missverständnisse beseitigen. Es geht darum Ängste abzubauen und den Weg zu einer gerechten und richtigen Lösung zu finden.

Der ökumenische Patriarch Bartholomaios I. hat "Ehrlichkeit, Konsequenz und Mut" als prägende Prinzipien der christlichen Gespräche bezeichnet. Es ist eine Zeit gekommen , in der wir einen geistlichen Ökumenismus praktizieren müssen. Wir brauchen mehr Liebe füreinander: "Daran, dass ihr Liebe zueinander habt, wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid" (Johannes 13,35 ). Wir sollen unsere ökumenische Tätigkeit mit mehr Gebet, Fasten und Gottesdienste mitwirken.

Es ist ein Gebot der Stunde, daß die verschiedenen christlichen Kirchen und Konfessionen heute nicht mehr in Isolation oder in Selbstgenügsamkeit leben wollen. Das heutige Christentum sollte vom Gegeneinander, mit Liebe und Demut, zum Dialog übergehen und mithelfen. Die orthodoxe und die katholische Kirche versuchen als Schwesterkirchen eher das gemeinsame Erbe aus dem ersten Jahrtausend, anstelle menschlicher oder geschichtlicher Unterschiede hervorzuheben.

Die rumänisch-orthodoxe Kirchengemeinde aus Wien unterhält, im Geist Christi, brüderliche Beziehungen zur römisch-katholischen, zur evangelischen und zu anderen Religionsgemeinschaften. Wir haben alle, als Christen, eine Verantwortung und auch eine Verpflichtung oder Berufung mit unserem geistlichen Leben und mit unseren Bemühungen die charismatisch-ökumenische Tätigkeit für die Einheit der Christen zu unterstützen.



Quelle: Rumänisch - Orthodoxe Kirchengemeinde Wien

Einige Zeilen finde ich sehr treffend, wie seht ihr das?

Andere Zeilen kann ich allerdings nicht recht auffassen, oder missverstehe sie!?

Was ist eure Meinung zu der Ansicht der Brüder und Schwestern aus Wien betreffend Ökumene?

ER ist auferstanden, sitzend zur rechten des Vaters.

Grüsse
Sebastian

Hier noch ein Bild aus der Gemeinde:

Bild

Verfasst: 08.09.2006, 21:30
von Ehre sei Dir oh Herr
Nun, lieber Sabastian,

ich sehe das wie Vater Peter (2.Beitrag unter ÖRK).
Dem habe ich so gesehen eigentlich auch nichts hinzuzufügen.

herzlichst René

Verfasst: 08.09.2006, 21:53
von Sebastian
Lieber René!

ich finde Passagen aus dem obigen Auschnitt sind durchaus sehr schöne Ansätze.
---
Wir sollen unsere ökumenische Tätigkeit mit mehr Gebet, Fasten und Gottesdienste mitwirken

Hier frage ich mich allerdings, wie der Autor dies meint und wie er(sie?) aus dem genannten Bibelzitat diesen Schluss zieht. Ich entnehme dem Schreiben ein energisches Einheitsstreben, was ich zunächst positiv empfinde. Dennoch sollte man sich im klaren sein, dass Ökumene/ökumenischer Dialog nie "auf Däubel komm rus" praktiziert werden sollte. Einige Sätze aus dem obigen Schreiben scheinen mir bedenkenswert, da sie eher auf einen überstürzten, als -sich der Tragweite bewusst- wohldurchdachten Vorstoß schließen lassen.
---
---
Für einige steht die Ökumene heute in einer Krise. Einige haben in der ökumenischen Bewegung einige Enttäuschungen erlebt. Manche behaupten: der "heilige Enthusiasmus" habe sich in vieler Beziehung in Bürokratie gewandelt, der ursprüngliche Wunsch nach Einheit der Christen gemäß dem Willen Christi sei bisweilen in Gegensätzlichkeit, ja sogar in Proselytenmacherei umgeschlagen, was auf die Nichtchristen einen verheerenden Eindruck mache.

Als Christen dürfen wir keine Resignation oder Pessimismus zeigen, wenn es um ökumenische Bemühungen geht.


Das finde ich gut.
---
---
Es geht darum Ängste abzubauen und den Weg zu einer gerechten und richtigen Lösung zu finden.

Dies ist (auch wenn gut gemeint) zumindest missverständlich. Warum einen Weg finden, wenn Christus bereits einen legte?
---

Grüsse
Sebastian

Verfasst: 08.09.2006, 22:40
von Walter
Hier abschließend noch einige Lesetipps zum Thema: (Die Kommision Orthodoxer Kirchen in Deutschland ist sozusagen die Vorstufe einer orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland)

Verfasst: 09.09.2006, 15:04
von Milo
Gott helfe uns!

Man muss auch mal das kleingedruckte Theologische in solchen Erklärungen lesen...
7. Die Gemeinsame Internationale Kommission für den Theologischen Dialog zwischen der Katholischen Kirche und allen Orthodoxen Kirchen, die mit solcher Hoffnung geschaffen worden ist, hat unseren Fortschritt in den letzten Jahren sichtbar gemacht. Sie ist immer noch ein geeignetes Werkzeug, um die ekklesiologischen und historischen Probleme zu studieren, die an den Wurzeln unserer Schwierigkeiten bestehen, und um hypothetische Lösungen für sie zu beschreiben.
aus:
http://www.kokid.de/dokumente/oekumenis ... ge-013.htm

der Katholischen -> müsste eigentlich heißen der römisch-katholischen, denn katholisch ist die eine, apostolische Kirche!
allen Orthodoxen-> warum im Plural? die OK ist die Eine, Katholische und Apostolische
ein geignetes Werkzeug-> ich dachte das dass nur der Hl. Geist sein kann, und das dies im Interkomunio sichtbar wird - zurück zu der Gemeinschaft die verlassen wurde
hypothetische Lösungen-> beider Worte entblösen sich als falsch! warum sollte die Gemeinschaft Heiliger hypothetisch sein?? Warum sollte es mehrere Lösungen geben??


Tut mir Leid, aber das ganze ist in meinen Augen nicht ehrlich genug, um nicht zu sagen, es ist reiner Formalismus oder theologisches "political correctnes".

entäuschter milo :?

Verfasst: 09.09.2006, 15:17
von Sebastian
Hallo lieber Milo,

ich interpretiere es so, dass es nicht Walters Intention war hier das NonplusUltra Dokument vorzulegen, und denke auch, dass er genauso wie du, kritische Gedanken zu den angegebenen Link hat. Es zeigt sich umso mehr, dass man im ökumenischem Dialog wachsam sein sollte und nicht bei jedem angeblichen Fortschritt sofort "HURRA!" ruft. Daher danke ich Walter für die durchaus interessanten Seiten. :wink:

Wünsche der Runde hier noch konstruktive, erbauliche Diskussionen. Ich muss mich heute mal wieder ans Lernen begeben, denn die kaufmännische Prüfung steht an. Dazu rufe ich i.Ü. auch nicht "HURRA!" :?

Bis heute abend, oder morgen - je nachdem...

Liebe Grüsse an alle!

Sebastian

Verfasst: 09.09.2006, 16:12
von Walter
Lieber Milo,

ich hoffe, ich kann versuchen, mit der Beantwortung Deiner Fragen über Deine Enttäuschung weghelfen. Ansonsten gilt immer: "Think positive!" (damit Du nicht am Ende verbittert wirst.)
Milo hat geschrieben:der Katholischen -> müsste eigentlich heißen der römisch-katholischen, denn katholisch ist die eine, apostolische Kirche!
allen Orthodoxen-> warum im Plural? die OK ist die Eine, Katholische und Apostolische
Das war schon immer der erste Stolperstein in Dialogen, dass man sich nämlich erst einmal auf eine gemeinsame Sprache (egal welche!) einigt. Für mich ist hier schon klar, was gemeint ist. Natürlich kann man überall Haare spalten, aber das ist ja genau das, was man nicht will. Aus "katholischer" Sicht wäre sogesehen die Bezeichnung "Orthodoxe Kirche" auch falsch, weil die römische Kirche ja sich selbst als einig orthodox (also rechtgläubig) empfindet. Korrekter Weise müsste man also alle einzeln aufzählen: Die Kirche von Rom (und allen ihr unterstellten Bistümern weltweit), das Patriachat von Konstantinopel, ..., die Kirche von Finnland, ...

Warum im Plural? Wir sprechen von der orthodoxen Kirche (Singular), wenn wir die Einheit im Glauben betonen. Aber die orthodoxe Kirche besteht ja gerade aus vielen autonomen Kirchen (s.o.) und so kann es auch nicht eine Kirche geben, die stellvertretend für die anderen verhandelt. Das ist gerade der Unterschied zur römisch-katholischen und der mit Rom unierten (= nichtautonomen) Kirchen.
Milo hat geschrieben:hypothetische Lösungen-> beider Worte entblösen sich als falsch! warum sollte die Gemeinschaft Heiliger hypothetisch sein?? Warum sollte es mehrere Lösungen geben??
Warum hypothetisch? Keine Kommision bestehend aus Orthodoxen und Nichtorthodoxen kann natürlich etwas über die Orthodoxe Kirche bestimmen. Sie kann eben nur Vorschläge (=hypothetische Lösungen) erarbeiten, die dann z.B. in einer gesamtorthodoxen Synode beraten und eventuell auch beschlossen werden können, und dann noch vom gesamten orthodoxen Kirchenvolk angenommen werden müssen.

Gemeinschaft Heiliger? Ja, wie sieht es mit der Gemeinschaft mit den Heiligen aus? Das ist wirklich eine interessante Frage. Nehmen wir zum Beispiel die beiden russischen Kirchen (Mos. Pat. und Auslandskirche): Beide sind im Glauben orthodox und stehen während der Eucharistie in Gemeinschaft mit den (gleichen) Heiligen, untereinander stehen sie aber (noch) nicht in Gemeinschaft. Ist das möglich? Auf jeden Fall kann keine menschliche Kommision (orthodox oder nicht) oder gar ein einzelner Mensch (wie der Papst) über die Heiligen verfügen.

LG
Walter

Verfasst: 09.09.2006, 20:16
von Milo
Lieber Walter,

keine Angst, ich werde am Ende nicht verbittert sein. Ich vertrau auf das Richterurteil unseres HErrn. Dem nach kann ich nicht verbittert sein wenn Er was gut heißen wird! Wer bin ich...
Dennoch danke für dein Entgegenkommen.

Ich verstehe dich im letzten Beitrag absolut, und ich würde das Dokument auch völlig verstehen wenn...ja wenn es nur die RKK vorgelegt und unterzeichnett hätte. Hier zeichnet sich aber das traurige ab, da die OK, bzw. deren "Stellvertreter" aus Phanar, Dinge macht, billigt...und etliche "kleine orthodoxe Gläubige" zur Abtrünigkeit verleitet.

Ich mache mir immer mehr sorgen um die OK selbst. Die Versuchung für sie war noch nie so groß wie heute. Das wird jeder verstehen, der real an die Macht des Fürsten dieser Welt glaubt und dessen Ablehnung der Reue. Dieser kann es nicht lassen, und wird es nicht bis ihn der HErr selbst mit Seinem Erscheinen nicht vernichtet. Wie weit dieser vordringen kann zeigt uns allein das Beispiel in Mat 16.23.

HErr bewahre uns im rechten Glauben!

Dein sündiger br. milo