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Verfasst: 03.09.2009, 23:05
von songul
Prinzipiell bin ich schon der Meinung dass im Gottesdienst Frauen und auch Männer sich so kleiden sollten, dass sie niemanden während des Gebets ablenken.
Folgendes wäre zu vermeiden:

Bei Frauen sind das figurbetonende Kleidung, die Haarpracht (kurz oder lang egal), auffällige Schminke, zuviel Schmuck und Schuhe mit hohen Absätzen.

Bei Männern knallenge Jeans, Short (auch Bermudas), Hemden die eine ansatzweise offenen Brust zeigen, hautenge T-shirts und eigentlich auch keine kurzärmeligen Hemden.

Für beide gilt: kein Parfüm.

Das hört sich auf den ersten Blick "oops" :shock: an. Aber wenn man bedenkt, dass das hervorheben der jeweiligen Merkmale, wie oben angeführt, gegenüber dem anderen Geschlecht, sekundäre sexuelle Botschaften beinhalten - mag das im tägl. Leben jedem selbst überlassen sein, ob er dass mitmach - aber in der Kirche hat das nichts zu suchen.

Den Kopf zu bedecken während des Gottesdienstes in der Kirche und für viele (auch ich) zu Hause beim Gebet, ergibt sich aus dem oben angeführten und natürlich auch aus dem paulinischen Gebot.

Ich finde es nicht ok, dass damit der rechte orth. Glaube verbunden wird und wer dem nicht folgt ist kein richtiger Orthodoxer.

Dafür dann auch noch die Altgläubigen als Beispiel herzunehmen ist einfach nicht angebracht; im weiteren Sinne auch nicht die Altkalendarier die nicht in Gemeinschaft mit den orth. Kirchen sind.
Und es stimmt nicht, dass die Altgläubigen in Kommunion mit den übrigen orth Kirchen sind.
Das Anathema ist 1971 von der russ. Kirche zurück genommen worden, und später auch von der Auslandskirche. Aber in Kommunionsgemeinschaft sind nur die "Edinovertsy", sie sind schon vor der Oktoberrevolution in den Schoss der Mutterkirche zurück gekehrt.
Es gibt in den USA ein oder zwei Gemeinden, die sind in Gemeinschaft mit der Auslandskirche, ansonsten ist nichts.
Im Gegenteil: man hat in Moskau ein Gegenpatriachat gegründet und ist von sich nicht bereit den anderen die Kommunion zu gewähren.
Untereinander sind sie in viele kleine Gruppen zersplittert, die sich nicht mögen.
Ich glaube nicht, dass solche Gemeinschaften für uns als Vorbilder wirklich dienen müssen.
Das ist auch gar nicht nötig: Es geht doch auch in der Schrift in erster Linie um die betende Frau die ihren Kopf bedecken soll.

Sicher, es ist für eine gläubige Frau bestimmt angebracht sich weniger aufgemotz in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das haben uns viele heilige Frauen vorgemacht aber sich gleich so zu gewanden wie die Altgläubigen oder deren protestantisches Pendant die Amischen, nämlich in der Mode des 18.-19. Jahrhunderts ist wirklich nicht nötig.

Nonnen haben ohnehin ganz andere Prämissen, weshalb sie sich den Kopf bedecken oder verschleiern.

Zu diesem Bild ist zu sagen:

Bild

Die Frauen mit den hohen Hauben und den weissen Schleiern sind christlich-arabische Frauen Palästinas.
Und zur damaligen Zeit haben alle Frauen der Region sich verschleiert.
Heutzutage ist das anders.

Wer sich gerne mit dem Thema "bescheidene ("modest") Kleidung beschäftigen möchte, kann das in folgenden Blog tun:

http://veiledglory.wordpress.com/

Hat mir gut gefallen, denn da wird einem nicht gleich der ganze Glauben abgesprochen oder lächerlich gemacht wenn man nicht gleich Ja und Amen ruft.

LG Songul

Verfasst: 04.09.2009, 10:22
von holzi
songul hat geschrieben:Wer sich gerne mit dem Thema "bescheidene ("modest") Kleidung beschäftigen möchte, kann das in folgenden Blog tun:

http://veiledglory.wordpress.com/

Hat mir gut gefallen, denn da wird einem nicht gleich der ganze Glauben abgesprochen oder lächerlich gemacht wenn man nicht gleich Ja und Amen ruft.
Hmm, ich mag die Art nicht recht, wie sie ihre "Bescheidenheit" herausstellt. Ich mag auch den Stil des Hidschab nicht, also die Art, wie die Dame dort ihr Kopftuch bindet. Bei uns sähe das allzusehr nach Moslem aus. Die Art das Kopftuch zu binden, die ich letzten Sonntag in der Russischen Gemeinde in Regensburg gesehen habe, gefällt mir wesentlich besser: hinter dem Kopf gebunden. Ist aber Geschmackssache und je nach Tradition anders. Hier in Bayern ist es auch noch üblich, dass zumindest die älteren Frauen ein Kopftuch tragen (nicht nur in der Kirche) und in der Kirche auf der Frauenseite (links) bleiben. Ich kann mich z. B. an meine Oma eigentlich fast immer nur mit Kopftuch erinnern.

Verfasst: 04.09.2009, 14:50
von songul
holzi hat geschrieben:
songul hat geschrieben:Wer sich gerne mit dem Thema "bescheidene ("modest") Kleidung beschäftigen möchte, kann das in folgenden Blog tun:

http://veiledglory.wordpress.com/

Hat mir gut gefallen, denn da wird einem nicht gleich der ganze Glauben abgesprochen oder lächerlich gemacht wenn man nicht gleich Ja und Amen ruft.
Hmm, ich mag die Art nicht recht, wie sie ihre "Bescheidenheit" herausstellt. Ich mag auch den Stil des Hidschab nicht, also die Art, wie die Dame dort ihr Kopftuch bindet. Bei uns sähe das allzusehr nach Moslem aus. Die Art das Kopftuch zu binden, die ich letzten Sonntag in der Russischen Gemeinde in Regensburg gesehen habe, gefällt mir wesentlich besser: hinter dem Kopf gebunden. Ist aber Geschmackssache und je nach Tradition anders. Hier in Bayern ist es auch noch üblich, dass zumindest die älteren Frauen ein Kopftuch tragen (nicht nur in der Kirche) und in der Kirche auf der Frauenseite (links) bleiben. Ich kann mich z. B. an meine Oma eigentlich fast immer nur mit Kopftuch erinnern.
Im grossen und ganzen gebe ich dir recht; es ist ja auch ein Unterschied in der Einstellung zur Kopftuchfrage hier und über'n Teich.
Dort gibt es schon lange Mennoniten, Amische, Altgläubige, orthodoxe Juden und eben auch Moslems; sie alle lehren die Ganzkörperbedeckung der Frau. Die amerikanische Gesellschaft stört sich daran lange nicht so wie hier bei uns.

Ihre "Bescheidenheit" meinte ich auch eher im Kontext, wie hier im Forum uns dieses Thema nahe gebracht wurde.

In Amerika hat sich inzwischen über die Religionsgrenzen hinweg, eine sogenannte "Modest Dress" Bewegung formiert, die eben propagiert, dass gläubige Frauen sich von Kopf bis Fuss bedecken.
Den Gesichtsschleier gibts natürlich nur bei Moslems und einer evangelikalen Gruppe.
Inzwischen hat sich eine ganze Industrie um diese Kleidungsvorschriften gebildet und in Blogs gibt man sich gegenseitig Tipps der verschiedenen Stilrichtungen. Das geschieht vor allem zwischen Jüdinnen und Christinnnen.

Also bitte, ich wollte damit nur unterstreichen, dass man das Thema auch anders heranbringen kann als hier geschehen.

Es gibt ja durchaus auch plausible Gründe, weswegen gläubige Menschen nicht gleich jeder Moderichtung hinterher rennen müssen und dass das Äussere auch eine innere Haltung wieder spiegelt.

LG Songul

Verfasst: 04.09.2009, 16:01
von christodoulos
Ich finde es nicht ok, dass damit der rechte orth. Glaube verbunden wird und wer dem nicht folgt ist kein richtiger Orthodoxer.
Ich habe nicht gesagt eine Frau die kein Kopftuch trägt sei nicht orthodox!
Aber es ist schon traurig wenn Gebote die eindeutig in der Bibel stehen und die Überlieferung der Kirche einfach übergangen werden und Priester auch so tun als sei es nicht nötig. Gerade diese Verhalten macht es ja zu einem Problem.
Dafür dann auch noch die Altgläubigen als Beispiel herzunehmen ist einfach nicht angebracht; im weiteren Sinne auch nicht die Altkalendarier die nicht in Gemeinschaft mit den orth. Kirchen sind.
Die Altgläubigen herzunehmen ist serwohl angebracht, da man erkennen kann, dass es allgemeine Tradition war. Wenn sie heute in Fanatismus verfallen und Strom als böse ansehen, ist das eine andere Sache. Obwohl du sehr unterscheiden muss zwischen den verschiedenen Richtungen der Altgläubigen.

ZB wird bei ihnen der alte russische Neumengesang lebendig gehalten und auch die alte Ikonographie, du wirst selten Neumengesang finden in russischen Kirchen und die Ikonographie ist oft stark verwestlicht.
Und es stimmt nicht, dass die Altgläubigen in Kommunion mit den übrigen orth Kirchen sind.
So hab ich das auch nicht gesagt, ich habe geschrieben: es gibt auch....
Es gibt in den USA ein oder zwei Gemeinden, die sind in Gemeinschaft mit der Auslandskirche, ansonsten ist nichts.
Ja und ? das ist doch das beste Beispiel, dass niemand ein Problem damit hat oder?
...... Das haben uns viele heilige Frauen vorgemacht aber sich gleich so zu gewanden wie die Altgläubigen oder deren protestantisches Pendant die Amischen, nämlich in der Mode des 18.-19. Jahrhunderts ist wirklich nicht nötig.
Niemand verlangt das - es geht mehr um das Bewußtsein. Du wirst viele orthodoxe Gemeinden finden wo man noch NIE gehört hat, dass Frauen eigentlich ihr Haupt bedecken sollten. Ich bin auch nicht dafür jemanden zu verurteilen oder so...aber man könnte ja höflich darauf hinweisen - wenn sie es nicht tun gut aber sie haben später keine Ausrede sie hätten es nie gehört.
Nonnen haben ohnehin ganz andere Prämissen, weshalb sie sich den Kopf bedecken oder verschleiern.
Welche denn?
Die Frauen mit den hohen Hauben und den weissen Schleiern sind christlich-arabische Frauen Palästinas.
Und zur damaligen Zeit haben alle Frauen der Region sich verschleiert.
Heutzutage ist das anders.
Das macht nichts ob sie christlich arabische Frauen sind oder bulgarische ! Das Kopftuch ist christliches Allgemeingut. Das hat nichts mit Mode oder Kultur zu tun.

Wenn es heute anders ist, dann deswegen weil die Menschen sich immer mehr von der Kirche entfernen - wer richtet sich denn heute noch nach den Regeln der Kirche?


Und auch die Kirchenväter erwähnen die Bedeckung der Frau im Gottesdienst:

Hier als Einführung:
History of the Christian headcovering

1 Corinthians 11:4-16 contains the only reference in the New Testament to a headcovering for women and to an absence of a headcovering for men. Various early Church Fathers, such as Hermas, Clement of Alexandria, Jerome, Augustine of Hippo and Tertullian also mentioned women's headcoverings. Early Christian art shows women wearing headcoverings.

Both at that time and through the ensuing centuries, women usually wore a headcovering in public, as they still do in some Middle Eastern countries. But during the twentieth century, the practice of headcovering gradually disappeared from many churches, which dropped their requirement that women cover their heads during worship services.....

Verfasst: 04.09.2009, 23:19
von Metanoia
Hallo zusammen,

für mich ist die tiefe Spiritualität hinter den Geboten von Bedeutung. Im Verständnis darüber, wie die Liebe Gottes in einem Gebot wirkt, kann sich das menschliche Herz für Gott selbst öffnen.

Paulus sieht nach meiner Interpretation eine Ungleichheit von Mann und Frau, darum auch eine etwas andere Gebetshaltung. Der Mann soll mehr in seiner Offenheit und Hinwendung zu Gott beten, und die Frau soll mehr in äußerlicher Schlichtheit und innerer Freude über die Liebe Gottes beten.

Das Kopftuch drückt aus, dass *ich* mich zurück nehme und in vollem Gehorsam gegenüber Gott darauf vertraue, dass alles Gute von Gott kommt. So wie Maria ihren eigenen Willen zurück stellte und ganz darauf vertraute, dass Gott es gut mit ihr meinen würde.

Mann und Frau sind im Blick auf die Ewigkeit gleichrangig. Ihre Rollen bereiten sie aber darauf vor, Kinder Gottes zu sein. Im Männlichen wie im Weiblichen offenbart sich Göttliches. Gott ist Vater, Gott ist Mutter, Gott ist Bruder, Gott ist Freund, Gott ist Sohn und Bräutigam. Darum können auch wir Männer etwas von der in Gott verherrlichten Frau lernen.

Ob wir leben oder sterben, ob wir reich oder arm werden, ob wir leiden oder glücklich sind, immer sind wir des Herrn und brauchen nichts fürchten.
Metanoia

Verfasst: 08.09.2009, 00:56
von Joseph
Bild
Ist das Orthodox genug...?

Verfasst: 08.09.2009, 05:05
von songul
Tolle Kirche wo ist das?

Verfasst: 08.09.2009, 17:46
von Joseph
Sankt Petersburg, Rußland...

Memorial Church to the Victims of the Siege of St. Petersburg in WWII

Gruß
Joseph

Verfasst: 08.09.2009, 17:50
von Joseph
Bild

Die Kirche von außen... mit einigen, "fragwürdig Orthodoxen" Nordamerikanern davor.. hahaha

Verfasst: 08.09.2009, 18:05
von Joseph
gelöscht, double posting...
Joseph

Verfasst: 08.09.2009, 18:06
von Joseph
Okay sorry das war die verkehrte Kirche. ja das ist die Memorial Kirche, aber das Kerzenfoto wurde in dieser Kirche aufgenommen.

Bild

Es ist die Kanzanskaya Kirche in einem Kloster am Moskosvskiy Prosp. in der Nähe vom Pobedy Park. Sie ist eine Kirche im Stil nach der Hagia Sophia

Gruß
Joseph

Verfasst: 10.11.2009, 23:35
von Mirjanin
Ich muss gerade etwas grinsen. Beschriebene Kombination Minirock + High-Heels habe ich in Russland auch schon in der Kirche gesehen. Es "unpassend" zu nennen, wäre wohl ein Understatement. Als Laie denke ich, dass die Kleidung beim Besuch einer Kirche auch etwas mit Respekt zu tun hat. So wie ich kein farbenfrohes Outfit auf einer Beerdigung wähle (Respekt gegenüber dem Verstorbenen), sollte ich auch in der Kirche eine angemessene Kleidung (im Sinne der Kirche) tragen.

Ansonsten weiß ich nicht, ob unsere Kleidung im Alltag wirklich so ungemein wichtig für Gott ist. Vielfach wird dem sehr großer Wert beigemessen, gerade wenn ich da an diverse Sekten denke (z. B. die Ablehnung von Knöpfen bei einigen Amish, von Farben usw.). Dabei empfinde ich insbesondere danadoinas Beitrag für hervorhebenswert, denn tatsächlich ist die Empfindung von Kleidung immer vom individuellen Geschmack und persönlichen Vorstellungen geprägt. Überspitzt: Was für den einen ein ungebührlich kurzer Minirock ist, ist für jemand anderen völlig normale Alltagskleidung. Ergo: Vielleicht etwas weniger um die Hose des Nachbarn kümmern und dafür lieber für den Glauben interessieren - oder dafür, wie man Menschen in Deutschland den Weg zur Orthodoxie weisen kann ;)

Verfasst: 14.11.2009, 22:42
von Loukia
Ich bin ja ein junges Mädchen und ja... was soll ich sagen? Kleidung die ich früher getragen habe meide ich heute schon deshalb, weil man da sehr leicht sehr schnell belästigt werden kann. Da habe ich leider schon ein paar Erfahrungen machen müssen, auch wenn ich mal "den Schlabberlook" draufhatte.

Ich habe letztens mal eine Sendung im Privatfernsehen geschaut und kam überhaupt nicht mehr klar - so viel Nacktheit und Obszönität um eine Uhrzeit, zu der die Deutsche Jugend bestehend aus überwiegend Schlüsselkindern gerade nach Hause kommt und den TV anschaltet, dann womöglich genau diese Sendung sieht und naja...

Am besten war ja, als das gute Modehaus Gucci eine Kampagne hatte, bei der sich eine Frau das Logo dieser Firma in den Schambereich rasieren hat lassen und diese Kampagne wurde von Gucci selbst gestoppt, bevor jemand anderes es tun konnte.

Ich trage auch Hosen, allerdings eher nicht in der Kirche, wurde mir so beigebracht.