verzweifelt

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Priester Alexej
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Re: verzweifelt

Beitrag von Priester Alexej »

Grüß Gott!

Wie man sieht gibt es zu dem Thema gemeinsame Andachten geteilte Meinungen. Es gibt Menschen, die sich auf zwei bestimmte Kanones berufen und das Beten mit nicht Orthodoxen für nicht möglich halten. Es gibt aber auch eine andere Meinung, dass das unter bestimten Umständen möglich ist. Wenn ich einen Katholiken zu Gast habe, werde ich mit ihm zusammen ein Tischgebet halten. Und das hat weder etwas mit Ökumene zutun, noch bedeutet es, dass ich katholische Dogmen annehme. Es ist eben ein gemeinsames Gebet zu Gott.

Ich habe einen griechischen Freund einmal gefragt, wie es in Griechenland mit Häretikern gehandhabt wird. Er antwortete mir - es gibt keine einheitliche Praxis, in Griechenland tut jeder das, was er will. Leider entsteht in der Kirche dadurch eine Opposition, wobei sich besonders Mönche anmaßen, sich gegen die Hierarchie zu stellen und sogar das Volk aufhetzen. Ich bin davon überzeugt, dass die meisten Menschen in Griechenland nicht mehr über ihren Glauben wissen, als die Menschen in Russland oder Deutschland. Aber sie werden von solchen Vätern aufgehetzt, und die Menschen hören auf diese Mönche und Priester. Das habe ich schon oft erlebt. Bei solchen Randgruppierungen sind Worte wie Häresie und Ökumenismus an jedem zweiten Satz zu hören. Typisch ist auch eine Anti-Hierarchische Einstellungen. Wie z.B. in diesem Satz: "Die Menschen reagieren, deswegen sehen die Bischöfe das und gehen nicht zu weit." Die Bischöfe sind nicht mehr die Erleuchter der Kirche, sie sind Ökumenisten, die Ökumenismus wollen, und die Altväter und das Volk halten sie davon ab. :(
Aus diesem Grund ist es auch so schwehr, mit solchen Menschen zu disskutieren. Bei ihnen basiert alles nicht auf Logik und Wissen, sondern auf Gefühlen, die man vom "Altvater" vermittelt bekommt. Deshalb kann man auch soviele Argumente, wie man will aufführen, man stößt nur auf eine Barriere.
Nikolaj hat geschrieben:Ich denke, dass er einige Schritte tun musste um sich mit der Katholischen Kirche anzufreunden, da es damals eine Stütze gegen die Regierung der Türkei war (und auch heute ist).
Da möchte ich den Hl. Nikodemus zitieren: "But now that they (die Katholiken) are no longer able to inflict such woes upon us, as a result of the fact that divine Providence has lent us such a guardian (der Türkische Sultan...) that he has at last beaten down the brow of those arrogant and haughty monsters, now, I say, that the fury of Papism (otherwise known as Roman Catholicism, or Popery) is of no avail against us, what need is there any longer of economy?”

Es ist überhaupt sehr interessant die Ausführungen des Heiligen über die Katholiken im Pedalion zu lesen, die geben einiges zu denken.

Lieber Nassos, lieber Igor, wenn ihr wollt, könnt ihr den Strang schließen, die Eingangsfrage wurde bereits beantwortet.
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.
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Igor
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Re: verzweifelt

Beitrag von Igor »

Alexej hat geschrieben:Lieber Nassos, lieber Igor, wenn ihr wollt, könnt ihr den Strang schließen, die Eingangsfrage wurde bereits beantwortet.
Ja, das denke ich auch: Die eingangs gestellte Frage ist beantwortet, die Meinungen und Argumente über den Auslöser der Frage sind getauscht, Hintergrundinformationen sind geliefert.

Damit schließe ich den Strang mit einem sehr gut passenden Zitat aus der heutigen Apostellesung (2. Kor 13,11):
Im Übrigen, liebe Brüder, freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes und lebt in Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.


In Christo
Igor

PS Allen, die nach dem julianischen Kalender ("alten Kalender") die Festtage begehen: Gottes Segen zum neuen Kirchenjahr!
PPS Allen anderen natürlich auch! :wink:
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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)
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