Hallo Ioannes
IoannesProselytos hat geschrieben:
Bei erbreich entschuldige ich mich insofern, als dass mein Ton wohl etwas zu aggressiv war.
Entschuldigung angenommen, danke.
Nur leider wird mir bei solchen Lehren, die die Hölle abschaffen wollen,
Das sind schwierige themen, deshalb mischt sich auch leicht Missverständnis ein - vor allem zwischen Menschen, die sich persönlich gar nicht kennen.
Die Gerichte werden keinewegs 'abgeschafft', sie sind schliesslich biblisch klar belegt. Mit dem deutschen Ausdruck 'Hölle' ist das schon etwas schwieriger. Manchmal wurde 'Gehenna' mit 'Hölle' übersetzt, manchmal 'sheol' und 'hades'. Es stellt sich doch die Frage, was denn zur Zeit Jesu damit gemeint war. Und für mich sind die Untersuchungen und Erklärungen der konkordanten bibelübersetzer durchaus nachvollziehbar und zumindest der aufrichtigen Prüfung wert. Lies mal hier:
http://www.konkordant.de/VerglWort.html#Hoelle
Aber das gesamte Thema der Allaussöhnung in Christus (Apokatastasis) ist sehr komplex, und eigentlich hab' ich hier in diesem Thread auf Fragen zum Buddhismus antworten wollen. Vielleicht wäre ein eigener Thread zu diesem Thema wertvoll.
das kann man auch leicht bei den verschiedenen Vätern nachlesen
Isaak der Syrer schreibt, dass
"...der weise Schöpfer ein uns verborgenes Geheimnis besitzt, was die Strafen und die Verurteilung zur Gehenna angeht. Wegen der Bosheit unserer Taten und unseres Willens benützt er sie als Ausgangspunkt, um seinen Heilsplan zu verwirklichen. Darin sind eine weise machende Lehre und unsagbarer Nutzen verborgen... solange die Gehenna bestand hat."
Ist doch interessant. Isaak der Syrer geht also davon aus, dass die Gehenna (oft mit 'Hölle' übersetzt) nicht ewig Bestand hat. Weiter schreibt er:
"Würden wir sagen oder denken, dass diese Angelegenheit (die gehenna) nicht voller Liebe sei und mit Erbarmen vermischt, so wäre das eine völlig blasphemische Meinung, die Gott, unseren Herrn, beleidigen würde. Wenn wir annähmen, dass er uns nur um der Leiden, der Qual und aller möglichen Übel willen dem Feuer überantwortet, so würden wir der göttlichen Natur Feindseligkeit unterstellen gegen die Vernunftwesen, die sie doch selbst in ihrer Güte geschaffen hat; ebenso, wenn wir annähmen, dass er aus Groll und Vergeltungssucht heraus handle oder denke, so als würde er an sich selbst Rache üben. Unter all seinen handlungen ist nicht eine einzige, die nicht durch und durch von Erbarmen, Liebe und gnade geprägt wäre. Darin besteht der Anfang und das Ende seines Weges mit uns."
Soweit also Isaak der Syrer (aus dem Büchlein "Die Weisheit Isaaks des Syrers - Eine Auswahl aus seinem Werk"; Verlag 'Der christliche Osten')
Auch die konkordanten Bibelübersetzer A.E. Knoch (KNT - Konkordantes Neues Testament) und F.H. Baader (DaBhaR-Übersetzung der 'Geschriebenen des Alten und des Neuen Bundes') postulieren die Gehenna nicht als unendliche sinnlose Quälerei, sondern als auf den Äon begrenzten Ort des Gerichts. Das Ziel ist nicht nie endende Qual sondern Gericht, 'Richtigung', wie Baader übersetzt, also letztlich die Verwirklichung des gesamten göttlichen Heilsplans.
Na ja, was heißt das? Was ist eben, wenn jemand nicht möchte?
Was tust Du als Vater, wenn Dein Sohn etwas nicht will? Wie bringst Du ihn dazu, es als sinnvoll und richtig einzusehen und es selber zu wollen?
es wäre fahrlässig die Menschen nicht zu warnen und einfach zu sagen: "Och, sündigst Du halt, macht doch eh nichts, kommst trotzdem in dem Himmel, Gott ist ja gütig."
So funktioniert das eben auch nicht.
Da bin ich absolut einverstanden mit Dir.
Gruss, erbreich