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Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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danadoina_3
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Registriert: 06.02.2007, 19:32

Re: Mann als das Haupt der Frau in der heutigen Zeit

Beitrag von danadoina_3 »

Liebe Alexandra
talitaNeu hat geschrieben: Eine Freundin von mir ist über 40 Jahre verheiratet und bückte sich vor ihrem Mann, als ihrem Haupt in allen Dingen, so durfte sie aber ihre Kinder nicht taufen lassen und auch nicht in der Kirche den Segen Gottes für diese Ehe bekommen. Ihr wird sogar heut zu Tage verboten zu Kirche zu kommen.In diesem Fall sage ich nicht auf den Menschen als Haupt kommt es an sondern auf Gott.
Wenn deine Freundin in so einem Fall sich ihrem Mann gebeugt hat, war das aber vielleich :?: falsch verstandene Gehorsam ? Man darf kein Gehorsam üben wenn das was man tun soll offensichtlich gegen Gottes Gesetze ist. Das hätte ihr ein Beichtvater oder einen Priester erklärt! Die Frage ist auch in wieweit hat sie das aus eine evtl.wenn auch falsch verstandene Gehorsam gemacht oder weil sie es vielleicht (?) Konflikte entgehen wollte. In diesem Fall gilt vielleicht : "wer Eltern, Kinder, ...mehr liebt als Mich , ist es Meiner nicht wert!" würde ich sagen.

Alexandra, du wirst mich gleich vielleicht "zerreißen" in deiner Antwort aber ich schreibe schon in vorraus, ich möchte deine Freundin nicht richten, ihr Leid nicht geringschätzen und auch niemandem so was wünschen.Gott allein weiß um die genaue Situation. Ich glaube aber es gibt Auswege selbst aus sehr schwierige Situationen die Gott uns zeigt wenn man aber innig in Glauben lebt, nur das tuen wir ( mich an erster Stelle eingeschloßen!) oft nicht. Nochmal ich möchte niemanden richten sonder es geht einfach um die Diskussion.

Dieser Fall denke ich ist es nicht geeignet, und ich denke überhaupt kann nichts die Lehre der Kirche in Frage stellen was Familienleben betrifft.
Einem Mann der so ist wie der Apostel Paulus ihn beschreibt oder nur annähernd so, habe ich keine Probleme mich komplet unterzuordnen.
Es ist sogar einen großen Segen.
Hoffe es ist deutlich geworden, welche Position ich beziehe. Finde auch die Aufforderung Milo, wenn man orthodox ist, dann darf man sich nicht entgegen der Erklärung der russischen orthodoxen Kirchen äußern, die ich in deinen Worten leider heraushöre, nicht in Ordnung.
Ich denke in unseren (orthodoxen) Werdegang, geht es nicht darum eine Schittmenge unserer Meinungen mit der Lehre der Kirche zu finden sondern vielmehr komplett unseren Gedankengänge , Meinungen an Lehre der Kirche anzugleichen. Weil, ich lebe mich mehr in mir ( ich mit meine Meinung und Willen!) sondern Christus in mir ( die Lehre der Kirche in mir) ! Und das ist für alle , aber auch alle teile des täglichen Lebens!

deine schwester daniela
protopeter
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Anmerkungen zu Eph 5,22 ff.

Beitrag von protopeter »

Brüder und Schwestern im Herrn !

Die Lehre des Apostels Paulus über das Geschlechterverhältnis gehört in der Geschichte des Christentums zu den mißverständlichst interpretierten neutestamentlichen Texten - auch aus der Tatsache, daß die apostolische Botschaft allzu oft verkürzt und damit verzerrt dargestellt wurde. Wesentlich - und dies erweist sich auch aus der kirchenväterlichen Exegese (von allergrößter Bedeutung ist auch hier das Zeugnis des Johannes Chrysostomos), der in den Symbolbildern von Mann-Haupt Frau-Leib die harmonisch-notwendige Ergänzung als Existenzgrundlage ehelicher Gemeinschaft wahrnimmt.

Aus diesen Vorgaben ist nun aber keine Legitimation einer eventuellen Tyrannei des Ehemannes über seine Gattin abzuleiten; die Grundlage der oikonomia - der liebenden Zuwendung Gottes zu Seiner Schöpfung -soll in der Ehegemeinschaft sein entsprechendes Abbild erhalten. Alle relevanten Fragen, Verbindlichkeiten und Verantwortungen nehmen aus dieser Grundlegung ihren Ursprung; in Konsequenz der kirchenväterlichen Lehren ist hier also nicht von einer möglichen Idealvorgabe einer christlichen Ehe zu sprechen - hier handelt es sich um ein ganz konkretes Postulat, das einzufordern und nach bestem Wissen und Gewissen zu erfüllen wäre.

Mit Segenswünschen grüßt
Erzpr. Peter
talitaNeu
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Zerreisen?

Beitrag von talitaNeu »

Liebe Daniela,

was den Fall meiner Freundin betrifft, sind wir einer Meinung. Ich habe keinen Grund dich zu zerreisen. Ich wünsche mir nur einfach manchmal du würdest meine Entscheidungen und die private Sphäre von mir aber auch anderer Forumsmitgliedern mehr respektieren. Denke, dass wir solche Sachen aber eher über den Weg der PN klären sollten.

Das Recht der Kirche, die Milde oder die Strenge soll ein Ausdruck göttlicher Liebe und Weisungen sein, damit wir auf dem richtigen Weg bleiben. Ich bin sehr dankbar einen Mann gefunden zu haben, bzw. von Gott zur Seite gestellt bekommen zu haben, der diesen Weg folgen will und sich nicht überhöht und mich schlecht behandelt. Da ist es leicht sich unterzuordnen--- habe aber dies auch als Bedingung in meinen vorherigen Beiträgen genannt.

Lieben Gruß Aleksandra
Mein Zuhause

Herr Gott mein Vater, (Psalm 61. V.5)
ich m?chte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Fl?gel.
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

TheoFan hat geschrieben:Einen gesegneten Abend, Sebastian,

ich bin auch mehrfacher Papa und natürlich hast du recht.
Aber zumindest für kleine Kinder ist die Mama doch der Mittelpunkt der Welt, bei aller Liebe zum Papa. Deshalb halte ich z.B. nicht viel vom Aufteilen der Elternzeit, u.ä.
Was den "Verlust" von Vater oder Mutter angeht, so ist beides eine Katastrophe, die Gott verhüten möge, um die Gebete Seiner Allreinen Mutter willen

Hans-Peter
Lieber Hans Peter,

ich entschuldige mich sollte ich ein wenig "überzogen" reagiert haben. In der Tat, es ist so wie Milo schreibt, die Wörter schlagen hier nur 2 Dimensional auf.

Zur Sozialdoktrin, mit der ich einverstanden bin: Wir entscheiden zu Hause fast alles zusammen. Hat sich immer bewährt. Ich denke auch, dass es gut so ist, denn die gemeinsame Entscheidungsfindung ermöglicht, dass der gesamte "Organismus der Familie" reibungslos funktioniert. Wenn der Leib etwas anderes plant, wie das Haupt (oder umgekehrt), na wo kommen wir dann hin ;-) - nirgens, genau wie beim natürlichen Körper.

In dem Sinne.
danadoina_3
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Re: Zerreisen?

Beitrag von danadoina_3 »

talitaNeu hat geschrieben:Liebe Daniela,

Ich wünsche mir nur einfach manchmal du würdest meine Entscheidungen und die private Sphäre von mir aber auch anderer Forumsmitgliedern mehr respektieren.
Lieben Gruß Aleksandra
Liebe Alexandra,
ich denke die anderer Forummitglieder können sich selbst artikulieren :wink: falls etwas nicht in Ordnung ist !
Ich würde dich wirklich sehr bitten mir zu zeigen wann oder womit habe ich deine "Entscheidungen und die private Sphäre" nicht respektiet bzw.verletzt :shock: . Ich bin mir wirklich nichts derartiges bewußt und wenn du recht haben solltest wäre das eine Sünde und sehr traurig. :(
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Sebastian
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Beitrag von Sebastian »

Liebste Aleksandra und liebe Schwester Dana !

Wollt ihr dies lieber nicht auf privatem Wege löse!? Ich glaube hier wäre eine, friedliche, Aussprache mit genauen Klarstellungen von Nöten, bevor man etwas in sich hineinfrisst. Gerade jetzt in der Fastenzeit, der Zeit in der man selbstkritisch sich selbst betrachtet und gute Möglichkeiten zur Besinnung, Vergebung, Buße und Umkehr hat. Wir sind Geschwister und Teil des einen Leibes, wenn wir das bedenken, fällt es uns auch leichter einander zu tragen.

Mit dem Versuch schlichtend zu wirken.... :oops:

Sebastian
talitaNeu
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Hallo Daniela

Beitrag von talitaNeu »

Ich werde dir eine PN Schreiben und erklären, was ich meine.
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Lisa
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Beitrag von Lisa »

Vorab: Eine sogenannte emazipierte Frau bin ich ganz gewiss nicht!

Uns war von Anfang an klar, dass nur Einer arbeiten geht, sobald Kinder da sind. Wir fanden es sehr wichtig. Aber wer dies im Endeffekt ist, schien uns nicht entscheidend.

Und ich arbeite nicht zur Selbstverwirklichung, sondern um meiner Familie ein Leben zu bieten, meinen Kindern eine hervorragende Betreuung zu gewährleisten und ihre Ausbildung zu ermöglichen.

Kinder gehören zur Mutter und nicht zum Vater??? Kinder werden nur glücklich wenn sie in jungen Jahren von der Mutter betreut werden??

Unsere Aufgabe im Diesseits ist ein gottgefälliges Leben und Seine Lobpreisung. Gottes Geschenk, unsere Kinder, haben wir im Glauben und mit Liebe, in diesem Sinne zu erziehen.

Viele Sätze zum Rollenvertständnis sind zum Schutz der Menschen in einer anderen Zeit geschrieben.

In einer Zeit, als eine Frau fast immer schwanger war, der Haushalt Schwerstarbeit und die Gesundheit der Menschen nicht auf dem heutigen Stand, war es wichtig, dass man sie von ausserhäuslicher Arbeit befreit.

Für den Mann war die Verantwortung und die Notwendigkeit, das Familienhaupt zu sein, eine große Herausforderung und nicht selbstverständlich. Und es hatte vor allem nichts mit Macht, sondern vielmehr mit Pflicht zu tun.

Wenn wir dereinst an unseren Taten gemessen werden, wird es sicher keine Rolle spielen, wer im Berufsleben stand und wer für ein funktionierendes Familienleben verantwortlich war.

Entscheidend wird m.M. sein, wie wir diesen Weg gemeinsam zu Ehren unseres Höchsten gegangen sind.

Meinen Ältesten habe ich bis zu seinem 8. Lebensjahr großgezogen, dann übernahm mein Mann die Erziehung. Zu diesem Zeitpunkt war mein Jüngster noch ein Baby. Und glaubt mir - beide sind gleich glücklich aufgewachsen und bekenende Christen.

Meine Söhne sind als junge Erwachsene noch Meßdiener in unserer Kirche. Auch meine Tochter sieht ihr Zuhause in der Orthodoxie.

Das Geschenk unseres Herrn ist die Auferstehung - nicht das diesseitige Leben. Wir werden an den Taten, an unserer geistigen Einstellung gemessen. Entscheidend ist das bekennende praktizierte Christsein. Gehört wird das Gebet, gesehen die Bescheidenheit.

Und in dieser Bescheidenheit können wir gar nicht entscheiden, wer seinen Weg richtig geht. Dafür können wir nur beten.

Verzeiht mir, wenn ich damit anderer Meinung als die meisten von Euch bin. Aber ich könnte auch entsprechende Väteraussagen zitieren.
Nur denke ich, dass man immer die "richtigen" Stellen findet.

Mit lieben Grüßen

Lisa
Lisa
protopeter
Priester
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Beitrag von protopeter »

Liebe Lisa !

Herzlichen Dank für Ihre Worte; gestatten Sie mir, Ihren Ausführungen noch einige zusätzliche Gedanken anzufügen.

Sie reflektieren in Ihrem Beitrag Wesentliches zur orthodoxen Lebensgestaltung in der Gegenwart - gerade auch im Hinblick auf die zeitübergreifende Dynamik der gottmenschlichen Offenbarung. In dieser Perspektive sind die Aussagen der Väter (und es kann natürlich nicht darüber hinweggegangen werden, daß sie - bei aller Inspiration - eben auch Kinder ihrer Zeit waren !) eben kein "Korsett", wodurch der aus dem Glauben entspringende Lebensvollzug eingeengt werden sollte. Von diesen Grundlagen ausgehend ist es klar, daß äußere Rahmenbedingungen niemals absoluten Charakter erlangen dürfen - gestützt auch durch die Tatsache, daß - wie Sie so eindrucksvoll sagen - das Leben der Christen zur Ehre des Höchsten als eine Form verlängerten Gottesdienstes ausgerichtet werden soll.

Unter diesen Voraussetzungen ist als Fundament christlichen Familienlebens die Einbindung in das gottmenschliche Mysterium von zentraler Bedeutung; daraus ergeben sich eben nicht nur hierarchisch-abstufende Strukturen - das alles überstrahlende Wesensmerkmal dieser "Beziehung" ist die Liebe. Es ist nicht zufällig, daß in der Tradition unserer Kirche die Ehe als Abbild sowohl der trinitarischen als auch der heilsökonomischen Gemeinschaft begriffen wird; die daraus folgende Würde von Mann und Frau als Ikone Gottes (gemäß Gen 1,26 ff.) bestätigt diese Berufung in unbezweifelbarer Weise.

In dieser besonders gesegneten menschlichen Gemeinschaft muß es dann eine zentrale Aufgabe sein, ein Leben zu führen, das in Verantwortung vor Gott, dem Ehepartner und seinem eigenen Gewissen ausgerichtet ist. Gerade in dieser Frage scheint es wirklich vermessen, von außen her gewissermaßen "unfehlbare Patentrezepte" mit gleichsam universeller Gültigkeit aufzuoktroyieren - unter Wahrung der aus dem Glauben kommenden ethischen Grundprinzipien ergeht der Ruf vor allem an die Eigenverantwortung der Menschen, einen gottgefälligen Weg zu finden. Gerade im orthodox-kirchlichen Bewußtsein wird hier das Prinzip der Entscheidungsfreiheit an die Verantwortung gebunden - jenseits aller möglichen kulturellen und zeitbedingten Begrenzungen (selbst wenn dies in der Praxis oftmals nicht den Anschein haben sollte) !

Möge Ihnen der menschenliebende Herr die Fülle Seines Segens gewähren !

In der Liebe Christi grüßt
Erzpr. Peter
Rene

Beitrag von Rene »

Liebe Lisa,

aber Du brauchst Dich doch nicht zu entschuldigen. Wir sind doch hier um uns auszutauschen und ev. auch von einander zu lernen. Man kann nicht immer einer Meinung sein.
Auch wenn ich denke, der Mann soll das Haupt der Frau sein so wie Christus das Haupt der Kirche ist, schließt das ja nicht aus, dass die Frau auch arbeiten gehen kann und der Mann zu hause bleibt. Manchmal kann man froh sein, wenn einer in der Familie Arbeit hat. Fakt ist auch, dass eine Familie aus Mann und Frau besteht - natürlich auch das oder die Kinder. Und ganz groß geschrieben IN LIEBE siehe 1.Korinther 13!
Mit den Vätern sehe ich es wie mit der Sozialdoktrin, aus der ich in meinem anderen Beitrag zum Thema zitiert habe. Es ist Richtschnur und Hilfe für mich. Wichtig, dass ich mein Ziel nicht aus den Augen verliere, gerade in unserer "modernen" Zeit, wo scheinbar jegliche Werte den Bach runter gehen zu scheinen...
herzliche Grüße
Rene
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