Alexios, ich finde du sprichst ein paar sehr wichtige Dinge an.
Und auch hier geb ich dir recht, wenn du schreibst...
Und wer sich dieser Diskussion, trotz gegenteiliger Verabredungen - aus welchen Gründen auch immer - entzieht, ist für die Konsequenzen alleine verantwortlich.
Und das mit Katar usw., wie du oben schriebst, kann ich auch nicht nachvollziehen, warum man wegen sowas nicht kommt - oder auch die anderen "Gründe", die alle nicht sehr christlich anmuten, sondern weltlich-machtpolitisch. UNd sich dann noch zu wundern oder zu empören, dass die, die trotz Differenzen und Problemen zusammengekommen sind, dort auch etwas erarbeiten wollen, was hoffentlich allen, uns allen orthodoxen Christen zugute kommt. finde ich schon sehr befremdlich... komische "Logik".
Zu der Fastenfrage: Ich fände z.B. die Frage interessant, warum man an Tagen, wo das Fasten "gelockert" ist und man Fisch essen darf, nicht auch Milchprodukte essen dürfte? Ich meine, was ist an ihnen "schlimmer" als an Fisch? Ein Vegetarier z.B, isst nichts vom toten Tier, also auch keinen Fisch, aber Milch könnte er trinken. Das geht aber laut Fastenregeln nicht, also gilt für Vegetareier keine Fastenlockerung. Warum ist das so? Muss das so sein? Und eine Menge weiterer Fragen könnte man noch diskutieren.
Das Fasten abschaffen sollte man auf keinen Fall, aber eine Diskussion über die Umsetzung in der heutigen Zeit wäre gut.
Ich verstehe es so, dass man sich ja beim Fasten dem Zustand, wie er im Paradies vor dem Fall ein wenig wiederannähern soll: D.h. man befolgt aus der eigenen Freiheit heraus Gottes Anweisungen, was man essen darf (damals hiess es "alles darfst du essen, nur von diesem Baum nicht", heute gibt es die Fastenregeln, was man wann essen darf). Die Übertretung des Gebotes damals führte zu unserem Fall, Tod und Verderben, also unterwerfen wir uns jetzt freiwillg ähnlichen Geboten, um uns Gott und der ursprünglichen Einheit wieder etwas anzunähren, zu beten usw.
Ausserdem sehe ich den Aspekt, dass vor dem Fall der Mensch mit der Schöpfung in Harmonie lebte, die Tiere ihn nicht fürchteten, es noch keinen Tod gab. Er ass offensichtlich vegan/vegetarisch , jagte keine Tiere. Das tat er erst danach, als mit dem Fall der Tod in die Welt gekommen war und er im Schweisse seines Angesichts sein Brot/Nahrung erarbeiten musste; ab da begannen die Tiere ihn zu fürchten (nur manche unserer Heiligen hatten diese ursprüngliche Beziehung zur Natur und zu den Tieren noch, konnten mit ihnen kommunizieren usw. - z.B. Gerontas Paisios). Wenn wir jetzt fasten und vegan essen, erneuern wir sozusagen diesen ZUstand in gewissem kleinem Rahmen. In dieser Logik fände ich es aber eigentlich logischer, wenn man an den "lockeren" Tagen Milchprodukte verzehren dürfte, statt Fisch. Denn für Milch muss man das Tier nicht töten. Klar können wir jetzt über die Ausbeutung der Tiere und die Zustände in der modernen Milchwirtschaft sprechen usw., das weiss ich alles. Aber - es MUSS nicht a priori so sein! Denkbar ist z.B. "Biomilch" mit argterechter Haltung oder ein persönliches Modell, wo man den kleinen Kälbchen/Zicklein die Milch nicht wegtrinkt, sondern sich als Besitzer der Kuh/Ziege nur mal "mitbedient", um auch etwas Milch zu haben (Milch wird bei stärketer Nachfrage ja auch mehr produziert) :-). Das setzt natürlich Bescheidenheit und keinen MAssenkonsum voraus. Was ich damit sagen will - Milch kann man theoretisch auch ohne Tod und Leid erhalten, während mit Fleisch und Fisch automatisch das Töten einhergeht. Fastenkompatibler wäre m.E. somit ersteres. Oder halt keine Lockerungen, strikt vegan die ganze Zeit. Was denkt ihr dazu? Bin gespannt... M.