[quote="Stefan]
. . .kam eine andere, ähnlich gelagerte Frage wieder in mir auf, zum Thema Evolution und Sündenfall. Der Schöpfungsbericht stellt ja keinen "technischen" Ablaufbericht dar - so weit auch verständlich. Nehmen wir mal an, die Evolutionstheorie träfe im Kern zu, dann beinhaltet sie auch den Tod (sonst würden z.B. Dinosaurier etc. ja noch heute rumlaufen, zumindest jedoch zur Zeit Adams). Nun ist laut Heiliger Schrift der Tod aber Folge der Sünde, der Sünde Lohn. Ist das nur auf den Menschen (so wie er sich heute darstellt, den homo sapiens) bezogen und die Tierwelt unterlag bereits vorher der Sterblichkeit? Oder kann es den Tod vor dem Sündenfall nicht gegeben haben? Daraus ergäbe sich dann noch eine weitere Frage: Sind Adam und Eva als zwei einzelne Menschen zu verstehen im wortwörtlichen, tatsächlichen Sinne oder stehen sie symbolisch für den Anfang der Menschheit? Wenn man die Jahre der Geschlechtsregister addiert, kommt man ja nur auf etwa 7000 Jahre - das widerspräche ja der heutigen Evolutionstheorie.[/quote]
Lieber Stefan,
Die Berichte (es sind zwei) in Genesis sind wirklich keine Berichte über einen aktuellen Verlauf der Schöpfung, also nicht darüber "wie" es geschehen ist. Tatsachen allerdings schildern sie schon. Und die Tat-sache darin ist die: Gott ist der Schöpfer des Lebens. Und das bekennen wir im Glaubensbekenntnis: Ich glaube an Gott den Allherrscher
den Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Das steht da und daran beisst auch keine Maus einen noch so kleinen Faden ab.
Der erste Bericht geht von Gen 1,1 bis 2,3 und schliesst praktisch ab mit den Worten: "
So wurden der Himmel und die Erde und all ihr Heer vollendet.2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er gemacht hatte; und er ruhte am siebten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. 3 Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott geschaffen hatte, indem er es machte." Punkt. Hier ist Schluss.
Dann geht es ab V 4 wieder 'von vorne' los: "
4 Dies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden. An dem Tag, als Gott, der HERR, Erde und Himmel machte 5 - noch war all das Gesträuch des Feldes nicht auf der Erde, und noch war all das Kraut des Feldes nicht gesprosst, denn Gott, der HERR, hatte es noch nicht auf die Erde regnen lassen, und noch gab es keinen Menschen, den Erdboden zu bebauen;6 ein Dunst aber stieg von der Erde auf und bewässerte die ganze Oberfläche des Erdbodens -,7 da bildete Gott, der HERR, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.8 Und Gott, der HERR, pflanzte einen Garten in Eden im Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte.9 Und Gott, der HERR, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.
Hier ist die Reihenfolge umgedreht. Erst der Mensch und dann der Garten. Von Tieren ist hier gar nicht die Rede. Die kommen erst im Vers 19 wo es um die Frage des Partners für Adam geht.
Und von Eva ist im ersten Bericht keine Rede.
Wir sollten sicher sein, dass auch denen, die diese Berichte aufgeschrieben haben, das aufgefallen ist. Diese "Ungereimtheiten". Und, ich sage es nur allzu gerne, mir macht das sehr viel Mut.
Denn, es wäre doch ein Leichtes gewesen, diese Berichte zu 'harmonisieren', die Ungereimtheiten irgendwie 'wegzuglätten' und einen Schöpfungsbericht in einer 'richtigen' Reihenfolge zusammenzustellen. Das aber haben die Väter nicht getan. Sondern, diese Berichte hatten für sie einen Wahrheitswert, der höher war als die 'Folgerichtigkeit'. Sonst hätten sie ihn umgeschrieben.
Was da NICHT steht ist "WIE" Er das gemacht hat. Wir lesen zwar, dass Gott Erdboden in Seine Hände nahm. Nun, Gott ist Geist, so steht es in der Schrift, wozu sollte Er denn in den Boden greifen? Und hat Gott Hände (das steht da, er formte Adam) oder einen Mund, mit dem Er dann den Lebenshauch einblies? Ist Gott in einer Gestalt durch den Garten Eden "spaziert" um Sich in der Abendfrische zu ergehen? Das "wie" ist keine Frage auf die die Schrift eine Antwort geben will, daher sollten wir das auch nicht hineinlesen. Es ist ein allzu leicht begangener Fehler, dass wir uns nicht von der Schrift formen lassen, sondern die Schrift nach unserem Denken formen (hineinlesen). Das kann nur daneben gehen.
Gehen wir mal zur Frage nach der 'Echtheit' Adams und Evas. Genau sagen kann es keiner. Aber: In unserem System der Arten ist es durchaus anzunehmen, dass es einmal ein 'Urelternpaar' gegeben hat, da eigentlich zwischen den Gattungen (denke mal an Esel und Pferd) keine fruchtbaren Nachkommen gezeugt werden. Zwischen engeren Verwandten geht das (Rose A mit Rose B), nicht aber Rose und Stiefmütterchen). Wenn wir diesem Gedankengang folgen, kann es also durchaus sein,dass es 'Adam und Eva' gab. Aber was hat das mit uns zu tun? Die Grundaussage der Schrift ist: Gott ist der Schöpfer.
Das spricht auch aus den Namen. ADAM bedeutet MENSCH; und EVA heisst LEBEN. Also: Leben und Mensch kamen zusammen und es entstand das Menschengeschlecht. Für mich gibt das einen perfekten Sinn und eine fromme Aussage.
Bezüglich der Entstehungszeit der Erde hat es schon seit dem 16 Jhdrt Versuche gegeben, das alles 'auszurechnen' und dann den Zeitpunkt zu bestimmen. Im Judentum gibt es immer noch einen Kalender, der zur Zeit das Jahr 5772 befindet (
http://www.hagalil.com/kalender/archiv/kalender.htm ) Der ist aus ähnlichen Überlegungen heraus entstanden. Wie du aber siehst, rechnen auch die Juden im 'normalen' Kalender. Wir haben keine Ahnung wie lang damals ein Jahr war, wir wissen nichts über die Monate oder ähnliches. Aus der Literatur anderer antiker Völker wissen wir, dass auch sie Menschen mit 'biblischen' Lebensaltern kennen. Das Problem ist, wir können keinen antiken Kalender mit dem anderen in Einklang bringen aus den oben genannten Gründen. Dazu wissen wir auch nicht, WAS eigentlich mit diesen Lebensaltern ausgedrückt werden sollte. Wirklich nur Zeit? oder Bedeutung (der Menschen oder Begebenheiten))? oder einfach nur ein Beschreiben, dass das lange, sehr lange her ist? Oder das Mass des Segens Gottes? Wir wissen es einfach nicht. Und wir müssen uns hüten, dort etwas hineinzulesen mit den Augen, die aus dem Jahre 2012 n.Chr. stammen.
Die Saurier sind so plötzlich ausgestorben, dass die Evolution nichts damit zu tun hat. Man vermutet eine Katastrophe, am ehesten ein sehr grosser Meteoreneinschlag mit nachfolgenden Klimaveränderungen.
Ob Tiere eine Seele haben, ja das kann dir keiner sagen. Die Schrift benennt sie immer nur als Beispiel für Unvernunft (was den Esel des Bileam sicherlich ärgert). Ich habe 3 Katzen gehabt und, das bezeuge ich gerne, jede hatte ihre eigene 'Persönlichkeit'. Also nicht nur Wut, Angst, Hunger, Schmuseneigung. Nein, jede hat es auf 'ihre Art gemacht'. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Tiere eine Seele haben . . eben eine Tierseele, keine Menschenseele. Und immerhin sitzen sie mit uns im einem Boot. Paulus schreibt ja, dass die ganze Schöpfung sich nach Erlösung 'sehnt' und wir Menschen diejenigen sind, die sie der Schöpfung bringen soll.
Den Tod haben sie auch mit uns gemeinsam, denn die Folgen der Sünde traf die gesamte Schöpfung, also auch Tiere und Pflanzen. Die Frage nach der Sterblichkeit der Tiere vor einem 'Sündenfall' halte ich für unbeantwortbar, da sie keine Lösung aus den uns gegebenen Berichten finden kann. Früchte allerdings und Saat war bereits im Garten Eden als Essen für den Menschen vorgesehen. Also, bereits eine Form von 'Tod' ,oder?
Ich würde das nicht so sehen wollen. Denn sündigen kann nur der Mensch, nicht Tier und nicht Pflanze. Also kann der Tod nur für den Menschen diese Bedeutung haben. Und daraus ergibt sich dann schon die Frage: "Was ist denn eigentlich der Tod?"
Ich will das nicht verkomplizieren. Mein Anliegen war aufzuzeigen, dass der biblische Schöpfungsbericht nicht als pseudo- oder gar 'richtiger' naturwissenschaftlich gemeinter Bericht aufgefasst werden kann. Das so misszuverstehen überlassen wir gerne den Kreationisten aus der fundamentalistischen Ecke.In der Heiligen schrift teht, dass unser Herr und Gott der Schöpfer von allem ist. Und so stimmt es ganz und gar. Weniger ist es nicht und nicht mehr. Und
diese Wahrheit bezeugt die Bibel, keine andere.
Liebe Grüsse
Benedikt