Verfasst: 23.07.2007, 19:28
Hallo allerseits,
nachdem ich vom Sender (auf meinen Protest hin) eine für mich unbefriedigende Antwort erhalten habe, habe ich nochmals nachdrücklich protestiert. U.a. waren auch der Vergleich, wie hier angesprochen, würde man einen Koran oder jüdische Schriften so zeigen... und ein Verweis auf die Bergpredigt und überhaupt das NT (welches das AT ja abgelöst hat + Gebot der Liebe) usw usf Inhalt meines Schreibens.
Heute erhielt ich wieder Antwort, die ich hier wiedergebe. Ich denke, dass sie auch an andere Protestierende so gegeben wird.
"Sehr geehrte Damen und Herren,
die Dokumentation "Hardliner des Herrn. Christliche Fundamentalisten in Deutschland" unserer Kirchenredaktion, gesendet am 11. Juli in der ARD, hat zu Missverständnissen und zu Protesten Anlass gegeben. Dabei spielt nicht so sehr der Inhalt dieses filmischen Essays von Tilman Jens eine Rolle. Im Zentrum der Kritik stehen mehrere kurze Bildsequenzen, in denen eine brennende Bibel gezeigt wird.
Von vielen sind diese Bilder als eine Verhöhnung der Bibel, der Heiligen Schrift der Christen missverstanden worden. Ich bedaure das sehr und versichere Ihnen, dass wir keinesfalls die religiösen Gefühle unserer Zuschauer verletzen wollten. Viele Beschwerdebriefe zeigen uns, dass aber genau dies geschehen ist. Deshalb werden wir die Dokumentation in dieser Form nicht mehr senden. Vor einer weiteren Ausstrahlung werden die anstößigen Passagen mit der brennenden Bibel durch Bilder ersetzt, die die Kritik berücksichtigt und den wahren Intentionen des Autors und der Redaktion gleichermaßen Rechnung trägt.
Warum wurde die Bibel im Feuer verwendet? Mir und allen Beteiligten war bewusst, dass es sich dabei um ein zugespitztes stilistisches Mittel handelt.
Aber keineswegs ging es um eine Provokation. Vielmehr sollte dieses Bild das Leitmotiv des Essays, ein Wort des Propheten Jesajas symbolhaft illustrieren. Wörtlich heißt es dazu zu Beginn des Textes:
"Ewig Wurm, ewig Feuer und ewig Verdammnis: Die Bibel, der Prophet Jesajas, droht jedem, der Gottes Wort nicht folgt, mit den Qualen der Hölle."
Das Bild sollte in mehrfacher Weise als Symbol verstanden werden: das Feuer des Glaubens, das durch die Bibel entfacht wird; das Feuer als Zeichen, in dem sich Gott und seine göttliche Kraft offenbart; das Feuer als Zeichen für eine geistige Reinigung, die Katharsis.
Tatsächlich aber ist dieses symbolhafte Bild von vielen anders verstanden worden, haben viele Zuschauer es eher mit Bücherverbrennung assoziiert. Diese Missverständnisse haben die Diskussion über die Inhalte verdrängt und zu meinem Bedauern für viele leider wohl unmöglich gemacht. Dabei wollte die Redaktion genau das Gegenteil erreichen, wollte einen Anstoß geben, sich mit den Inhalten und den Formen des Glaubens christlicher Fundamentalisten in Deutschland auseinanderzu- setzen.
Diese Debatte werden wir demnächst in angemessener Form an geeigneter Stelle in unserem hr Fernsehen führen.
Ich bedaure nochmals, wenn unsere Dokumentation Ihre religiösen Gefühle verletzt hat.
Gez. Alois Theisen
Chefredakteur "
Absender für etwaige Nachfragen:
chefredaktion-fernsehen@hr-online.de
Wie man sieht, nützt Protest nicht nur um die Einschaltquote zu bestaetigen....
L.G. Rene
nachdem ich vom Sender (auf meinen Protest hin) eine für mich unbefriedigende Antwort erhalten habe, habe ich nochmals nachdrücklich protestiert. U.a. waren auch der Vergleich, wie hier angesprochen, würde man einen Koran oder jüdische Schriften so zeigen... und ein Verweis auf die Bergpredigt und überhaupt das NT (welches das AT ja abgelöst hat + Gebot der Liebe) usw usf Inhalt meines Schreibens.
Heute erhielt ich wieder Antwort, die ich hier wiedergebe. Ich denke, dass sie auch an andere Protestierende so gegeben wird.
"Sehr geehrte Damen und Herren,
die Dokumentation "Hardliner des Herrn. Christliche Fundamentalisten in Deutschland" unserer Kirchenredaktion, gesendet am 11. Juli in der ARD, hat zu Missverständnissen und zu Protesten Anlass gegeben. Dabei spielt nicht so sehr der Inhalt dieses filmischen Essays von Tilman Jens eine Rolle. Im Zentrum der Kritik stehen mehrere kurze Bildsequenzen, in denen eine brennende Bibel gezeigt wird.
Von vielen sind diese Bilder als eine Verhöhnung der Bibel, der Heiligen Schrift der Christen missverstanden worden. Ich bedaure das sehr und versichere Ihnen, dass wir keinesfalls die religiösen Gefühle unserer Zuschauer verletzen wollten. Viele Beschwerdebriefe zeigen uns, dass aber genau dies geschehen ist. Deshalb werden wir die Dokumentation in dieser Form nicht mehr senden. Vor einer weiteren Ausstrahlung werden die anstößigen Passagen mit der brennenden Bibel durch Bilder ersetzt, die die Kritik berücksichtigt und den wahren Intentionen des Autors und der Redaktion gleichermaßen Rechnung trägt.
Warum wurde die Bibel im Feuer verwendet? Mir und allen Beteiligten war bewusst, dass es sich dabei um ein zugespitztes stilistisches Mittel handelt.
Aber keineswegs ging es um eine Provokation. Vielmehr sollte dieses Bild das Leitmotiv des Essays, ein Wort des Propheten Jesajas symbolhaft illustrieren. Wörtlich heißt es dazu zu Beginn des Textes:
"Ewig Wurm, ewig Feuer und ewig Verdammnis: Die Bibel, der Prophet Jesajas, droht jedem, der Gottes Wort nicht folgt, mit den Qualen der Hölle."
Das Bild sollte in mehrfacher Weise als Symbol verstanden werden: das Feuer des Glaubens, das durch die Bibel entfacht wird; das Feuer als Zeichen, in dem sich Gott und seine göttliche Kraft offenbart; das Feuer als Zeichen für eine geistige Reinigung, die Katharsis.
Tatsächlich aber ist dieses symbolhafte Bild von vielen anders verstanden worden, haben viele Zuschauer es eher mit Bücherverbrennung assoziiert. Diese Missverständnisse haben die Diskussion über die Inhalte verdrängt und zu meinem Bedauern für viele leider wohl unmöglich gemacht. Dabei wollte die Redaktion genau das Gegenteil erreichen, wollte einen Anstoß geben, sich mit den Inhalten und den Formen des Glaubens christlicher Fundamentalisten in Deutschland auseinanderzu- setzen.
Diese Debatte werden wir demnächst in angemessener Form an geeigneter Stelle in unserem hr Fernsehen führen.
Ich bedaure nochmals, wenn unsere Dokumentation Ihre religiösen Gefühle verletzt hat.
Gez. Alois Theisen
Chefredakteur "
Absender für etwaige Nachfragen:
chefredaktion-fernsehen@hr-online.de
Wie man sieht, nützt Protest nicht nur um die Einschaltquote zu bestaetigen....
L.G. Rene