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Verfasst: 08.05.2007, 19:41
von protopeter
Lieber Ioannes !

Die "Schutzfunktion" des Kaisers wurde aus der alttestamentlichen Vorstellung entlehnt: Die Könige des Alten Bundes waren dazu berufen, die monotheistische Kulteinheit gegenüber Angriffen von "außen" zu verteidigen; eine analoge Rolle nahmen in Bezug auf die Rechtgläubigkeit Kaiser und Zar wahr.

Zum Begriff des "Priesterkönigs" ist zu sagen, daß es im byzantinischen Zeremoniell dem Kaiser tatsächlich gestattet war, an drei höchsten kirchlichen Feiertagen - zu Weihnachten, zu Ostern und an Pfingsten - während der Liturgie das Evangelium zu lesen; außerdem kommunizierte er zusammen mit dem Klerus im Altarraum. Dagegen war dieser Brauch in Rußland und anderen orthodoxen Monarchien unbekannt. Die Begründung dafür ist aus der schon genannten Definition des Kaisers als Bischof der äußeren Angelegenheiten der Kirche abzuleiten.

Grüße aus Salzburg sendet
Erzpr. Peter

Verfasst: 08.05.2007, 19:54
von IoannesProselytos
Ehrwürdiger Erzpriester!

Gut, das macht die Sache verständlicher, allerdings. In theologischen Dingen hatte er allerdings kein Recht, sich einzumischen? Übten die Kaiser eine offizielle, anerkannte Rolle bei den Konzilien aus (nicht nur als eine Art von "Graue Eminenz", wie man von Justinian etc. liest)?

Verfasst: 08.05.2007, 21:25
von Sebastian
Hallo Konrad nochmal ;-) !

Also ich würde doch gerne deine Meinung zum Gesamtinterview lesen. Was für Chancen siehst du in dem zum Besten gegebenen Interview? Ich kann wirklich keinen für den ehrlichen Dialog fruchtbaren Ansatz finden, im Gegenteil!

L.G.
Sebastian