Verfasst: 06.02.2007, 14:31
Zuerst zu der Anmerkung von Peter, die Orthodoxe Kirche kenne keinen ?ersten Bischof?. Nun, im Sinne des römischen Jurisdiktionsprimates sicher nicht (ich dachte, das sei jedem Orthodoxen so klar, dass man es nicht eigens herausstellen müsste!), aber im Sinne der Reihenfolge der Diptychen (vgl. z.B. can. 28 von Chalkedon) sehr wohl, denn auch der - gleichwertige - Erste in einer Reihe ist ein Erster in der Reihe, ohne dass er damit beansprucht, über den anderen zu stehen.
In diesem Sinne kann die offizielle Position des Konstantinopler Erzbischofs und Ökumenischen Patriarchen ?Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel hat bis heute den Primat weltweit innerhalb der Orthodoxen Kirchen inne? (vgl. http://ecupatriarchate.org/press/articl ... =21&lang=5) durchaus allgemein akzeptiert werden, wie Bischof Ilarion (Alfeev) von Wien erläutert: ?Als ?primus inter pares? wird in der Reihe der Vorsteher der Orthodoxen Landeskirchen der Patriarch von Konstantinopel anerkannt, der seit byzantinischer Zeit den Titel ?Ökumenischer Patriarch? trägt; jedoch verleihen weder dieser Titel noch der Ehrenvorrang dem Patriarchen von Konstantinopel irgendwelche jurisdiktionellen Rechte außerhalb seines eigenen Patriarchats? (vgl. http://en.hilarion.orthodoxia.org/6_18).
Wir haben durchaus einen ?Ersten? in der Reihenfolge, der allerdings nicht über den anderen Vorstehern der autokephalen Kirchen steht, ja in gewissem Sinne nicht einmal über jedem anderen Diözesanbischof.
Dies sollte auch in einer vielleicht ein wenig von anti-römischer Polemik geprägten Diskussion nicht übersehen werden.
Doch führt diese Diskussion ein wenig vom Thema weg.
Wichtiger ist die Frage: Kann man mit Katholiken ? egal welchen Ritus - beten? Nun, es hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Begegnungen zwischen mehreren Päpsten und orthodoxen Patriarchen gegeben ? und stets wurde auch gebetet (selbst bei der ansonsten sehr kühlen Begegnung von Papst Johannes Paul II. und dem Katholikos-Patriarchen von Georgien sprachen beide das Vater-unser gemeinsam), Kanon 33 der Synode von Laodikeia also offensichtlich nicht für zutreffend gehalten, sondern vielmehr die Sorge um die Einheit der christlichen Welt, wie es die Vorsteher aller orthodoxen Kirchen in ?Botschaft der Vorsteher der Orthodoxen Kirchen aus Anlass des Beginns der Feier der zwei Jahrtausende seit der Geburt unseres Herrn Jesus Christus im Fleische? 2000 formulierten: ?Die Schande der Spaltung der christlichen Welt, die wir auf Grund der Gegebenheiten und der Geschehnisse der zweitausendjährigen Existenz der Kirche geerbt haben, steht uns als eine klaffende Wunde vor Augen, um deren Heilung unablässig zu beten und beständig zu sorgen und unermüdlich zu arbeiten wir alle gerufen sind?.
Mir scheint, dass bei allen (berechtigten!) Vorbehalten gegenüber einem römischen Proselytimus, der sich auch in jüngster Zeit immer wieder gezeigt hat, wir nicht vergessen sollten, dass uns gerade mit der Kirche Roms vieles verbindet und das die Suche nach der Einheit nicht eine Beliebigkeit, sondern eine wichtige Aufgabe der Kirche ist. In diesem Sinne formulierte schon das bekannte Sendschreiben des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel "An die Kirchen Christi überall" vom Januar 1920: ?Unsere eigene Kirche ist der Meinung, dass die gegenseitige Annäherung und ein Bund der verschiedenen christlichen Kirchen durch die zwischen ihnen bestehenden dogmatischen Unterschiede nicht verhindert wird und dass ein solches Zusammenrücken höchst erwünscht, notwendig und in vieler Beziehung nützlich ist für das recht verstandene Wohl jeder Teilkirche wie des gesamten Leibes Christi und zur Vorbereitung und Erleichterung einer - mit Gottes Hilfe - dereinst vollständigen und gesegneten Einigung?.
In diesem Sinne kann die offizielle Position des Konstantinopler Erzbischofs und Ökumenischen Patriarchen ?Das Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel hat bis heute den Primat weltweit innerhalb der Orthodoxen Kirchen inne? (vgl. http://ecupatriarchate.org/press/articl ... =21&lang=5) durchaus allgemein akzeptiert werden, wie Bischof Ilarion (Alfeev) von Wien erläutert: ?Als ?primus inter pares? wird in der Reihe der Vorsteher der Orthodoxen Landeskirchen der Patriarch von Konstantinopel anerkannt, der seit byzantinischer Zeit den Titel ?Ökumenischer Patriarch? trägt; jedoch verleihen weder dieser Titel noch der Ehrenvorrang dem Patriarchen von Konstantinopel irgendwelche jurisdiktionellen Rechte außerhalb seines eigenen Patriarchats? (vgl. http://en.hilarion.orthodoxia.org/6_18).
Wir haben durchaus einen ?Ersten? in der Reihenfolge, der allerdings nicht über den anderen Vorstehern der autokephalen Kirchen steht, ja in gewissem Sinne nicht einmal über jedem anderen Diözesanbischof.
Dies sollte auch in einer vielleicht ein wenig von anti-römischer Polemik geprägten Diskussion nicht übersehen werden.
Doch führt diese Diskussion ein wenig vom Thema weg.
Wichtiger ist die Frage: Kann man mit Katholiken ? egal welchen Ritus - beten? Nun, es hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Begegnungen zwischen mehreren Päpsten und orthodoxen Patriarchen gegeben ? und stets wurde auch gebetet (selbst bei der ansonsten sehr kühlen Begegnung von Papst Johannes Paul II. und dem Katholikos-Patriarchen von Georgien sprachen beide das Vater-unser gemeinsam), Kanon 33 der Synode von Laodikeia also offensichtlich nicht für zutreffend gehalten, sondern vielmehr die Sorge um die Einheit der christlichen Welt, wie es die Vorsteher aller orthodoxen Kirchen in ?Botschaft der Vorsteher der Orthodoxen Kirchen aus Anlass des Beginns der Feier der zwei Jahrtausende seit der Geburt unseres Herrn Jesus Christus im Fleische? 2000 formulierten: ?Die Schande der Spaltung der christlichen Welt, die wir auf Grund der Gegebenheiten und der Geschehnisse der zweitausendjährigen Existenz der Kirche geerbt haben, steht uns als eine klaffende Wunde vor Augen, um deren Heilung unablässig zu beten und beständig zu sorgen und unermüdlich zu arbeiten wir alle gerufen sind?.
Mir scheint, dass bei allen (berechtigten!) Vorbehalten gegenüber einem römischen Proselytimus, der sich auch in jüngster Zeit immer wieder gezeigt hat, wir nicht vergessen sollten, dass uns gerade mit der Kirche Roms vieles verbindet und das die Suche nach der Einheit nicht eine Beliebigkeit, sondern eine wichtige Aufgabe der Kirche ist. In diesem Sinne formulierte schon das bekannte Sendschreiben des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel "An die Kirchen Christi überall" vom Januar 1920: ?Unsere eigene Kirche ist der Meinung, dass die gegenseitige Annäherung und ein Bund der verschiedenen christlichen Kirchen durch die zwischen ihnen bestehenden dogmatischen Unterschiede nicht verhindert wird und dass ein solches Zusammenrücken höchst erwünscht, notwendig und in vieler Beziehung nützlich ist für das recht verstandene Wohl jeder Teilkirche wie des gesamten Leibes Christi und zur Vorbereitung und Erleichterung einer - mit Gottes Hilfe - dereinst vollständigen und gesegneten Einigung?.