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Verfasst: 02.04.2007, 23:24
von protopeter
Lieber Ioannes !

Es sei generell angemerkt, daß dem orthodoxen Schriftverständnis (dies gilt auch für die Übersetzungen) als wesentliche Kriterien sowohl die Authentizität der Überlieferung als auch die unmißverständliche traditionsgeprägte Bindung an den jeweiligen Text gelten. Davon ausgehend ist eine jegliche Bibelausgabe zu beurteilen - handelt es sich hierbei doch um das lebendige Wort Gottes, das Fundament unseres Glaubens.

In der Liebe Christi grüßt
Erzpr. Peter

Verfasst: 03.04.2007, 21:06
von theofan
Lieber Ioannes,

was die revidierte Elberfelder Übersetzung angeht, so gibt es sogar einen Paralleltext russisch-deutsch (nur NT, bibelonline.de). Die Wahl ist wohl deshalb auf den rev. Elberfelder Text gefallen, weil er der (in Russland überall verwendeten) russischen "Synodal-" Übersetzung sehr gut entspricht, und das tut er wirklich.

Gottes Segen
Hans-Peter

Verfasst: 03.04.2007, 22:02
von IoannesProselytos
Ach so, mhm.

Und wie stehts wirklich mit der unrevidierten Fassung, das würde mich speziell interessieren? Es wäre wichtig, zu wissen, ob man sie ohne Gewissensbisse haben zu müssen, auch heranziehen kann und ob sie orthodoxen Anforderungen genügen - ideologisch verbrämte Übersetzungen (Extrembeispiel "Neue-Welt-Übersetzung" oder "Bibel in gerechter Sprache") muss ich nicht haben ...

An und für sich halte ich die Elberfelderübersetzung, vor allem auch in ihrer unrevidierten Fassung, für sehr genau und zuverlässig - bis auf so etwas wie Jehova (wobei im Vorwort schon angemerkt ist, dass sich die Gelehrten darüber einig sind YHWH zu lesen und zu schreiben, aber wegen der landläufigen Verbreitung [1905] doch Jehova beibehalten wurde).

Verfasst: 04.04.2007, 11:02
von holzi
Hallo,

leider sind halt in der Elberfelder (ob reviert oder nicht) die Bücher des erweiterten Kanons nicht enthalten, daher scheidet sie - so schön die Übersetzung auch sein mag - für mich aus.
Grüße
Konrad

Verfasst: 04.04.2007, 15:36
von IoannesProselytos
leider sind halt in der Elberfelder (ob reviert oder nicht) die Bücher des erweiterten Kanons nicht enthalten, daher scheidet sie - so schön die Übersetzung auch sein mag - für mich aus.
Das kann man natürlich schon als Mangel auffassen, stimmt. Aber der erweiterte Kanon besteht für dich aus welchen Büchern? Makkabäer I und II, Tobit, Judit, Ester, Ecclesiast und Weisheit? Denn mehr als die, sind bei keiner mir bekannte Übersetzung ins Deutsche vorhanden (der 151. Psalm oder Makkabäer III).

Verfasst: 04.04.2007, 17:06
von holzi
Das kann man natürlich schon als Mangel auffassen, stimmt. Aber der erweiterte Kanon besteht für dich aus welchen Büchern? Makkabäer I und II, Tobit, Judit, Ester, Ecclesiast und Weisheit? Denn mehr als die, sind bei keiner mir bekannte Übersetzung ins Deutsche vorhanden (der 151. Psalm oder Makkabäer III).
Hallo IoannesProselytos,

richtig, die von dir genannten Bücher zähle ich zur "Grundausstattung" einer Bibel, daneben aber auch noch den Jeremiasanhang (Pseudobaruch), das Buch Baruch (Lesung daraus in der Osternachtsliturgie!), das Gebet des Manasse etc. Den 151. Psalm habe ich in meiner Pattloch-Übersetzung sehr wohl dabei. Im Übrigen mag ich diese Pattlochübersetzung (Hamp/Stenzel/Kürzinger) sehr gerne, da sie einerseits recht texttreu ist und doch eine verständliche und auch klangvolle Übersetzung bietet.
[Und bitte nicht den Ecclesiastes (Kohelet/Prediger) mit Ecclesiasticus (Jes. Sirach) verwechseln!]
Übrigens bin ich ebenso wie du ein "Hetero", also ein römischer Katholik, der Gefallen an der Orthodoxen Glaubensart findet. Und genau wie du habe ich mich noch nicht entschlossen, formell mit Rom zu brechen( - zumindest nicht unter diesem Papst!).

Gesegnete Kar- und Ostertage!
Konrad

Verfasst: 04.04.2007, 19:38
von IoannesProselytos
Hmm, also bei meiner "Pattloch-Bibel" (mir scheint, dass es die von Hamp/Stenzel/Kürzinger ist) gibt es keinen 151. Psalm oder ich find' ihn nur einfach nicht! Komisch.

Das Buch Jesus Sirach war gemeint.

Ja, der Papst ist schon in Ordnung und die Sache ist schwierig; immer wieder von vorne anfangen ...

Pax Christi vobiscum!

Verfasst: 01.06.2007, 07:15
von Elias
Ja unter dem jetzigen Papst ist das wohl schwieriger und ich finde auch das der jetzige Papst ein sehr großer Papst ist und das finden sogar sehr viel orthodoxe Christen, zumindest in unseren Gemeinden....

Gottes Segen

Ilia

Verfasst: 08.07.2007, 17:38
von Tamira
Hallo,

ich suche auch eine Bibel in Griechisch. NT habe ich, aber wo bekomme ich das AT? Läuft das unter Septuginta? ich hatte neulich nämlich mal in eine rein geschaut.

Liebe Grüße und allen einen gesegneten Sonntag
Tamira

Verfasst: 08.07.2007, 17:40
von protopeter
Liebe Tamira !

Ja, das griechische Alte Testament ist die sogenannte Septuaginta; darüberhinaus gibt es natürlich auch Übersetzungen der gesamten Bibel ins Neugriechische.

Herzliche Grüße von
Erzpr. Peter

Bibelübersetzungen

Verfasst: 01.08.2007, 11:26
von orthohans
Kyrie eleison

Liebe Gläubige

Alle Bibelübersetzungen sind gefährlich und haben die Tendenz die Wahrheit zu verdunkeln.

Ich empfehle dringend, Griechisch und Hebräisch zu lernen, damit die Bibel im Urtext gelesen werden kann. Das hellt den Glauben ungemein auf.

Meine Christusbegegnung wurde u.a. durch Lesen des Urtexts möglich. Nur durch unendliche Gnade und Barmherzigkeit kann sie erfolgen.

Wenn Ihr Griechisch und Hebräisch lernt, macht Ihr auch Gehirntraining und erweitert Euren Horizont.

Leuten, die das nicht wollen, empfehle ich die beiden Schriften (Gr und Hebr) zu lernen und anschliessend die Interlinearübersetzungen zu konsultieren. Dann können einzelne Wörter im Wörterbuch nachgeschlagen werden.

Das ist besser als nichts.

Vor dem Bibellesen sollte zum Theos und Kyrios und zum Heiligen Geist gebetet werden.

Der Hl. Geist hilft Euch auch beim Sprachen lernen.


In tiefer Liebe

o

Doxa Theou

Re: Bibelübersetzungen

Verfasst: 01.08.2007, 11:53
von Milo
orthohans hat geschrieben:
Vor dem Bibellesen sollte zum Theos und Kyrios und zum Heiligen Geist gebetet werden.

Doxa Theou
Lieber orthohans,

lass mich darauf kurz hinweisen, das wir...

tou Theou Patri ke Theou Io ke Theou Agio Pnevmati beten.
Also ein Gott in drei Persona - nicht das der Eindruck entsteht es wäre nur die erste Person Gott, doch die zwei Anderen nicht.

Entschuldige meinen besserwisserischen Hinweis

Milo

Höchste Entschuldigung

Verfasst: 02.08.2007, 19:34
von orthohans
Kyrie eleison


Liebe Gläubige, lieber Bruder Milo

Ich entschuldige meinen Schreibfehler im höchsten Grad.

Bitte glaubt mir, dass ich an den Einen Gott (Heilige Trinität) in 3 Personen glaube und vertraue (im Sinne von pisteuein),

an Gott, den Vater,
an Gott, den Sohn,
an Gott, den Heiligen Geist.

Ich bin Dir immer dankbar, Bruder Milo, wenn Du mich auf Fehler hinweist.

Wenn möglich, korrigiere ich sie.

Mit lieben Grüssen

o

Es segne uns der Dreieinige Gott: Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger Geist.

Re: Höchste Entschuldigung

Verfasst: 02.08.2007, 21:14
von Milo
orthohans hat geschrieben:
Es segne uns der Dreieinige Gott: Gottvater, Gottsohn und Gott Heiliger Geist.
Amen, Br. Hans!

Verfasst: 22.09.2007, 19:07
von IoannesProselytos
Dominus tecum

Wenn das gleich so wäre: Jetzt lern' ich einmal schnell Altgriechisch und Althebräisch (Iwrit würde ich sowieso nicht lernen) und dann lese ich die Hl. Schrift in den Hl. Sprachen (+ Latein wohl auch noch) ...

Das funktioniert halt nicht bei jedem so gut bzw. kommt nicht ein jeder dazu.

Ehrlich gesagt, wenn man so die Leute auf den Straßen ansieht, muss man ja schon froh sein, wenn jemand überhaupt einmal in die Hl. Schrift hineingeschaut hat - und zwar in der Muttersprache, vom Text in der Originalsprache, kann gar keine Rede sein!

Na ja, zum Thema: Inzwischen verwende ich das MNT, das NT von Fridolin Stier und die Fassung der Jerusalemer Bibel (also, der alten, nicht der neuen). Ich denke, damit kommt man nicht so schlecht aus - was meint ihr?