Metanoia hat geschrieben:
Wenn ich deine Ausführungen richtig verstehe, besteht das Problem in dem "Filioque" darin, dass es dem Heiligen Geist sein Person-Sein nimmt.
Lieber Mathjas, (stimmt's?)
nun, es ist ja nicht so, dass der Westen behauptete, der Heilige Geist sei keine eigenständige Person, er (der Westen) handelt aber nicht dementsprechend. Ich möchte nicht klugscheissern, da ich hier nur angelesenes Zeug widergebe (mein Horizont ist da zu eng) , aber es gibt ernsthafte Stimmen in der Orthodoxie, dass diese, für dich vielleicht unbedeutende oder eher grammatikalisch zu fassende, Änderung weitreichende Folgen hat. Ich versuche bewusst, nicht in Einzelheiten zu gehen, da ansonsten die Gefahr eines Zerredens gross ist. Der Westen hat eine Unmasse von Argumenten durch die Jahrhunderte immer wieder als verwaschenes Zeug, mystizierendes Gerede, mangelnden Erkenntnniswillen oder auch schlicht als Hinterwäldlertum abgestempelt. Sowas ist in jeder Dogmengeschichte aus Rom oder Wittenberg zu lesen.
Ich möchte dir zwei Gedanken und einen Vorschlag nahebringen.
1. Nassos hat es kurz und trocken gesagt: Das Filioque ist falsch. Ja, so ist es. Du wirst in der Schrift keine Aussage finden, dass der Heilige Geist vom Sohne ausgeht sondern nur dass Er von Ihm gesandt ist. Vater Martin hat bereits eine Stelle geschrieben wo klar steht, dass der Heilige Geist vom Vater ausgeht. Versuche es nachzuvollziehen. Ohne theologisierende Konstrukte wirst du zu keinem anderen Ergebnis kommen. Und: Was passiert wohl, wenn du in einem dir unbekannten Land mit einer vom Ansatz her bereits falschen Karte versuchst dich zu orientieren? Du wirst den Mt Everest knapp neben Machu Picchu entdecken und hast hoffentlich warme Kleidung dabei.
2. Das mit der warmen Kleidung war Absicht. Denn, ein falsches Bild verursacht falsche Annahmen. Will sagen: Wenn du das tibetische Hochland erwartest, dann bist du anders vorbereitet als in Südamerika. Kalt ist dort anders. Damit meine ich: Meine Vorausannahmen verursachen ein 'schiefes' Herangehen an Gott. Wenn ich dem ersten Bild (aus dem vorhergehenden Posting) 'begegne' dann 'begegne' ich ihnen anders als der 'Gruppe bei Rubelew'. Hier sind also Grundfragen der Spiritualität berührt. Ich hätte ein 'Bild' das mich in Einseitigkeiten (oder sollte ich hier Zweiseitigkeiten sagen?) führt. Und das hat Folgen.
3. All diese Gedanken bedeuten nichts. Nimm dir das erste oben angeführte Gebete (Himmlischer König) und bete es vor deinen Gebeten. Und tu das drei Jahre. Dann wäre ich sehr überrascht wenn sich nichts getan hätte.
Metanoia hat geschrieben:Der Papst hat das Filioque u.a. aufgrund seiner Machtfülle eingeführt und die Reformation ist ihm in dieser Idee gefolgt, vielleicht mangels Informationen.
Nun, wir wollen des Papst nicht über- und die Reformatoren nicht unterschätzen
West-Rom lag am Boden, angewiesen auf die Schutzmacht der Franken. Und Karl der Grosse "gibt eine Untersuchung in Auftrag". Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Die Franken waren militärische Grossmacht, hatten Mitteleuropa, Westeuropa und zu Zeiten auch Spanien (Roland und sein Horn) unter ihrer Kontrolle ... UND Italien. Nun, wer möchte da (ACHTUNG hier kommen meine unqualifizierten Eigenspekulationen ins Spiel!!!) nicht 'auch mal' was Wichtiges im Bereich der Religion sagen ? Alles bisher kam aus dem kleinasiatische/griechischen Raum (Sogar Irenäus von Lyon war Syrer). Na, Augustinus war zwar kein Theologe und konnte mies Griechisch.... aber ...... Ein Schelm...
Und die Reformatoren? Na, sola scriptura hätte sie direkt dazu führen sollen, dass was mit dem filioque nicht stimmt. Und das vielleicht weil der Lieblingstheologe M. Luthers der Jurist Augustinus war. Hmmm Meine unqualifizierte Meinung: Betriebsblind
Metanoia hat geschrieben:Die Frage ist nun: was bedeutet es, dass der Heilige Geist eine göttliche Person ist, außer dass sie angebetet wird? Welche Rolle hat der Heilige Geist in unserem Leben, die sich von der des Logos unterscheidet?
"Ausser" ??? Siehst du, wie das filio"que" sitzt und Folgen hat? (Denk an deinen 'Odem')
Sag? Wie kommst du darauf, dass sich die Rolle des Heiligen Geistes
nicht von der des Herrn unterscheidet? Wieso fragst du das hier und jetzt? Betriebsblind? Ein Zitat: Der Hl Basilios (Ich hoffe es stimmt, dass er es war) nannte den Herrn und den Geist die beiden Arme des Vaters...
Du, ich bin sicher, nach drei Jahren 'Himmlischer König..' und vielleicht sogar Sündenbekenntnis vor Ihm weisst du mehr
wünscht dir
Benedikt