Noch ein interesanter Bericht aus Rum?nien

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Milo
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Registriert: 19.06.2009, 23:00
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Noch ein interesanter Bericht aus Rumänien

Beitrag von Milo »

http://www.dw-world.de/dw/article/0,214 ... 28,00.html

Habt ihr Komentare dazu?

Gruß an alle,

milo
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Sebastian
Beiträge: 956
Registriert: 16.12.2008, 13:46
Religionszugehörigkeit: Orthodox (MP)

Beitrag von Sebastian »

Ja, dass das was da vor sich geht nicht gerade christlich ist. Metropolit Anania scheint die Kirche mit seinem Kurs eher zu spalten als der Sache zu nutzen, glaubt man dies:
Gegenstimmen aus den eigenen Reihen

Interessant ist der Umstand, dass nicht die gesamte orthodoxe Kirche die Politik des Metropoliten Anania mit trägt. Bereits 1990 hatte der Metropolit des Banats, Nicolae Corneanu, den griechisch-katholischen Gläubigen ihre Kirchen zurückgegeben. Auch der neue Metropolit von Sibiu/Hermannstadt, Laurentiu Streza, hatte sich für die Rückgabe ausgesprochen. Das führte Anfang 2006 zu einer Spaltung der Metropolie Transsilvaniens und zur Gründung einer neuen, zusätzlichen Metropolie in Cluj, zu deren Oberhaupt der wohl konservativste und kämpferischste orthodoxe Würdenträger, Bartolomeu Anania, gewählt wurde
protopeter
Priester
Beiträge: 698
Registriert: 24.07.2006, 21:21
Wohnort: Salzburg

extremistisch...??

Beitrag von protopeter »

Ich gestatte mir anzumerken, dass Metropolit Bartolomeu zur Zeit des Kommunismus unter dem Ceausescu-Regime (das mit seiner Kirchenpolitik unter anderem zum Verursacher schwerer innerer Zerwürfnisse in der Orthodoxen Kirche Rumäniens wurde) der kirchlichen Opposition zuzurechnen war - gerade WEIL er christlichen Prinzipien treu zu bleiben beabsichtigte; unter anderem lehnte er damals auch zum wiederholten Mal ab, zum Bischof gewählt zu werden.

Es ist weiterhin bekannt, dass von Seiten des Vatikan seit etwa 15 Jahren gegenüber der Orthodoxen Kirche eine janusköpfige Politik betrieben wird: Einerseits gibt man vor, durch "ökumenische Kontakte" gemeinsame Interessen zu wahren (bedauerlicherweise wurde dies - zumindest von offizieller Seite der Orthodoxen Kirche - bisher als status quo hingenommen); andererseits ist die Unterstützung der mit Rom unierten "griechisch-katholischen Kirche" eine unbestrittene Tatsache.

In der genannten Bericht sehe ich nicht so sehr das Problem der "Spaltung" gegeben - es handelt sich eher darum, Stimmung gegen die orthodoxen Positionen zu machen. Die Frage des Uniatismus und aller seiner Begleiterscheinungen ist für die Orthodoxe Kirche eine (leider noch immer) offene Wunde; solange von Seiten des römischen Katholizismus hier keine definitive Klärung erfolgt, sehe ich immer wieder Anlass zu Konflikten diverser Natur.

Eine "Kircheneinheit", die sich prinzipiell auf diplomatisch-politischer Ebene bewegt (mag dies auch noch so publikumswirksam und massenbewegend sein !) ist seitens der Orthodoxen Kirche abzulehnen; auf diese Weise vermag ein "Dialog der Wahrheit" niemals zustandezukommen. In diesem Zusammenhang erscheinen auch Kategorisierungen wie "konservativ" oder "aufgeschlossen" mehr als kontraproduktiv. "Die Wahrheit in Liebe tun" - dies sollte die einzige Massgabe sein; auf Basis dieser Verpflichtung wäre es eben auch angebracht, unbotmässige Haltungen der Orthodoxen Kirche zumindest zu respektieren.
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