Adelphopoiesis

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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Loukia
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Beitrag von Loukia »

Sexualität innerhalb einer Ehe ist doch gar was gesegnetes, soweit ich weiß.

Wie reden nicht von Perversion, sondern gesunder Sexualität zwischen Mann und Frau^^
Zuletzt geändert von Loukia am 05.08.2009, 20:27, insgesamt 1-mal geändert.
Ἡ χάρις τοῦ Κυρίου Ἰησοῦ Χριστοῦ μεθ' ὑμῶν. 1. Korinther 16,23
ikonograph
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Beitrag von ikonograph »

@ Jeremis sag mal wie kommst du zu dieser häretischen Feststellung: "das Christentum ist eine leibfeindliche Kirche." - die hl. Väter sprechen da eine ganz andere Sprache ...... und ich frag mich, warum unser Herr dann einen menschlichen Leib angenommen hat - noch dazu (oh schreck!!!) aus einem menschlichen Leib geboren wurde ..... Wenn diese (lt. deinen Aussagen!!!) "kirchliche Leibfeindlichkeit" tatsächlich existieren würde (d.h. theologisch auch begründbar ist) , so hätte unser Erlöser eigentlich als Geistwesen vom Himmel auf die Erde falllen müssen (und keinesfalls einen menschlichen Leib annehmen dürfen).

Aber das ist ja gar nicht das Thema.
Ihr gleitet hier alle in eine sonderbare Linie ab. Es geht nur noch um Sexualität ...... seid ihr so fixiert auf dieses Thema??????? *lach*
Meine Frage nach dem genannten Ritus (was er ist/war und sein Sinn) wurde bisher von niemanden erklärt :-))
Loukia
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Beitrag von Loukia »

Ikonograph hat recht.

Ich denke der Ritus sollte ein brüderliches Verhältnis schaffen, damit es keine Vendettas gibt zum Einen...
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Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Liebe Loukia,
ein einzelnes Gebet (ευχή) macht noch keinen Ritus (ακολουθία). Wir sind ja keine Freimaurer.
ikonograph
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Beitrag von ikonograph »

Lieber Sinaitis,
es geht nicht um ein "einzelnes Gebet" - sondern um einen Ritus!
Dein Hinweis bezgl Freimaurer ist für mich nicht verständlich .... und ich nehme nicht an, dass du einer naiven Freimaurer-Weltverschwörungs-Theorie anhängst .... :-))
Diesen (Ritus!!) beschreibt Pavel Florenski 1914 in "Die Säulen und Grundfesten der Wahrheit" so:
"Die zukünftigen Brüder (od. Schwestern od. Bruder und Schwester) werden in der Kirche vor dem Altar positioniert, auf dem das Kreuz und das Evangelium ruhen; der ältere der beiden steht auf der rechten, der jüngere auf der linken Seite; Gebete und Litaneien werden aufgesagt, die darum bitten, dass die beiden in Liebe vereint werden und sie an Beispiele der Freundschaft aus der Kirchengeschichte erinnern; die beiden werden mit einem Gürtel aneinandergebunden und ihre Hände auf dem Evangelium platziert; jedem von ihnen wird eine Kerze gegeben; die Verse(1 Kor 12,27 -13,8 ELB) (Paulus über die Liebe) und (Joh 17,18 -26 ELB) (Jesus über das Einssein) werden verlesen. weitere Gebete wie die in Punkt 2 werden verlesen; (6) Das Vaterunser wird vorgelesen; die zukünftigen Brüder bekommen die vorgeweihten Gaben aus einer gemeinsamen Schale überreicht; sie werden um den Altar herumgeführt, während sie sich an den Händen halten und die Gemeinde das folgende Troparion singt: "Herr, schau vom Himmel und sieh"; sie tauschen Küsse aus, und die Gemeinde singt: "Seht doch, wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht wohnen." (Ps 133,1 ELB)"

Das ist wohl eindeutig die Beschreibung eines Ritus - und nicht die Wiedergabe eines Gebetes.
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Lieber ikonograph,
ich habe auf das Gebetszitat von Loukia geantwortet.

Aber warum fragst Du uns überhaupt, wenn Du alles so exakt und genau weißt?

In der griechischen Wikipediafassung ist das Lemma unbeschrieben und leer, im griechischen Google gibt es nur Masones (Freimauerer)-hinweise und Vereinsmeldungen. Vom Evchologion brauche ich erst gar nicht zu reden (ist ja auch Stand 1862).

Aber einen Ritus "vor dem Altar postiert" und dann noch "sie werden um den Altar herumgeführt" und sogar "die vorgeweihten Gaben aus einer gemeinsamen Schale überreicht" (so kommunizieren bei uns nicht einmal die Kleriker) - man lernt nie aus. Da ist unser Hochzeitsritus, wo die beiden Brautleute immerhin ein Fleisch werden, echt schwach dagegen.
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songul
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Beitrag von songul »

Ich kann Ikonograph nur recht geben, denn genau so habe ich es in einem der liturgischen Bücher von Malcev auch gelesen, wobei er am Schluss seiner Beschreibung aber ebenso bemerkt, dass dieser Ritus in keiner byz. Kirche mehr praktiziert wird.
Er bemerkt auch - wenn ich mich richtig erinnere - dass das heutezutage nicht mehr passend sei. (Was auch immer er damit gemeint haben könnte.)

Und wenn man das so liesst, kann man sich so richtig vorstellen, wie bestimmte Kreise sich sofort diese Zeremonie zu eigen machen würden.

Ich für meinen Teil bin froh, dass die orth. Kirche bis dato sich nicht der allgemeinen Belibigkeit wie bei fast allen anderen Konfessionen anschliesst und in Sachen Homosexualität eine klare Position einhält.

LG Songul
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Liebe Songul,
wer ist das: "byz. Kirche"?
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Joseph
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Beitrag von Joseph »

Jeremias hat geschrieben: Die Sexualität hat in der christlichen Kirche nunmal nichts verloren
Da hat Gott wohl einen Fehler gemacht als er uns unseren Körper und damit die Sexualität gegeben hat. Natürlich hat die Sexualität (in der EHE) in der Kirche und im von Gott geschaffenen Kosmos den ihr von ihm gegebenen Platz.
Wir Christen lieben die Kinder, aber das Christentum ist eine leibfeindliche Kirche.
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Sollen wir nun Eier legen um Kinder zu haben? Wenn das Christentum eine "leibfeindliche Kirche" ist lebst Du anscheinen in einen anderen Christentum von dem was ich kenne. Ich zum Beispiel erhoffe eines Tages von unsrem Herrn im Leib wieder auferweckt zu werden...
Dabei ist es nunmal egal, was für ein Trieb besteht, der Trieb an sich wird abgelehnt. Damit ist auch die Akzeptanz der Homosexualität kein Thema für uns.
Das vollkommener, und obendrein relativistischer, Unsinn! Der Sexualtrieb ist uns von Gott gegeben und damit ist er gut. Nur wenn er mißbraucht, pervertiert, wird dann ist es gegen Gottes Gebot und Plan... Der Sexualtrieb ist uns gegeben um uns fortzupflanzen, und ja, um auch Freude dabei zu haben. Den Sexualtrieb aber in ein Hobby umzumanipulieren, das ist pervertiert und gegen Gottes Gebot.

Was Du hier propagierst dachte ich sei mit den ketzerischen Manichäern ausgestorben... es ist aber bestimmt nicht in der Tradition unserer Heiligen Orthodoxen Kirche.

Gruß von einem sich doch arg wunderndem
Joseph
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Joseph
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Beitrag von Joseph »

Jeremias hat geschrieben: Ob etwas normal ist oder nicht, ob etwas pervers ist oder nicht, haben nicht wir zu urteilen, sondern nur Gott.
Da Gott uns seine Gebote, und diese ziemlich eindeutig und klar, gegeben hat, sind wir durchaus in der Lage und haben die Pflicht darüber zu urteilen was gottgefällig ist und was nicht. Die Schultern zu zucken und zu sagen "ach ja, lass Gott mal urteilen und die Heiden machen" hat uns genau in die Situation in der sich unsere ehemals christliche Gesellschaft heute befindet gebracht...
Wenn Dein Bruder sündigt und Du ihn nicht auf seine Sünde aufmerksam machst bist Du ihm kein Bruder sondern ein Verräter. Oder ein Waschlappen der Angst hat Gottes Gebote laut auszusprechen oder ein Hippocrate der "fromm" lebt und den Nächsten in die Verdammnis gehen läßt... hiessen die nicht auch Pharisäer oder so?

Tsk, Joseph
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Joseph
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Beitrag von Joseph »

Statement by the Church of Greece on Adelphopoiesis
http://syntheosis.org/Synod_Greece_1982.htm

Hier etwas aus dem gegenwärtigen Gay Zirkus um das Thema
http://www.viswiki.com/en/Adelphopoiesis

Es ist so gut wie 100% sicher das es sich um eine unter vielen politischen Methoden, homosexuelle Partnerschaften legalisieren zu wollen, handelt... Leider wird diese ehemals unschuldige Zeremonie der OK mit untergemahlen. Man entblödet sich nicht sogar "gay" Ikonen zu entwickeln um diesen Quatsch zu "beweisen"..
Bild
By phesoj at 2009-08-05

Gruß
Joseph
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songul
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Beitrag von songul »

Sinaitis hat geschrieben:Liebe Songul,
wer ist das: "byz. Kirche"?

Lieber V. Martinos,

ich hab das "byz." eigentlich nur im historischen Kontext gemeint.

Aber abgesehen davon, assoziiere ich "byzantinische Kirche" immer mit orthodoxer Kirche.

Aber bitte sagen Sie mir bitte. ob man das tun soll oder wann es nicht angebracht sein sollte.

LG Songul
Sinaitis
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Beitrag von Sinaitis »

Lieber Joseph,

danke für den Link zum Synodenentscheid. Wirklich substantiell. Danke.
Der Dominikaner (bravo Holzi, hast Recht) Goar ist als Textdokument wissenschaftlich tatsächlich interessant, aber kirchlich für uns selbstverständlich nicht maßgeblich. Das Große Evchologion folgt dem Synodenentscheid.
Aber auch bei Goar finden sich ja nur Fürbitten und ein ähnliches Gebet, wie Loukia gefunden hat, aber nicht der merkwürdig anmutende "Ritus" um den Altar mit Selbst-Kommunion.

Liebe Songul,
der Begriff byzantinische Kirche ist ein unhistorischer Kunstbegriff westlicher Wissenschaftler. Er war nie eine Selbstbezeichnung. Wir definieren uns - anders als diese glauben (oder uns unterstellen) - nicht vom (byz.) Ritus her, sondern vom orthodoxen Glauben. "Byzantinisch" wollen auch die Unierten sein und die Liebhaber byzantinischer Riten, das macht sie aber noch nicht orthodox.
Zuletzt geändert von Sinaitis am 06.08.2009, 13:24, insgesamt 3-mal geändert.
holzi
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Beitrag von holzi »

Sinaitis hat geschrieben:Der Jesuit Goar ist als Textdokument wissenschaftlich tatsächlich interessant,[...]
Kurze Berichtigung: P. Jacques Goar war Dominikaner (O.P.), kein Jesuit.
ikonograph
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Beitrag von ikonograph »

Lieber Joseph,
danke für den Link http://syntheosis.org/Synod_Greece_1982.htm - endlich mal was Fundiertes :-))

Lieber Siniatis,
eben weil ich es NICHT genau weiss habe ich die Frage hier ins Forum gestellt. Aber natürlich recherchiere ich auch selbst darüber - dabei ist mir das Zitat von Florenski (und der ist ja nicht ein "irgendwer") untergekommen.
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