» ... sondern nur durch Beten und Fasten«

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Filip
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» ... sondern nur durch Beten und Fasten«

Beitrag von Filip »

» ... sondern nur durch Beten und Fasten«

von
Erzpriester Prof. Alexander Schmemann (+ 1983)





Es gibt keine Fastenzeit ohne Fasten.
Indessen nehmen heutzutage viele das Fasten scheinbar nicht mehr ernst oder, wenn sie es ernst nehmen, dann verkennen sie seine wahre spirituelle Zielsetzung.

Für einige besteht das Fasten im symbolischen »Verzicht« auf bestimmte Dinge; für andere bedeutet es die peinlich genaue Beachtung von Ernährungsregeln.

In beiden Fällen jedoch wird das Fasten selten in Beziehung gesetzt zu den Mühen der Fastenzeit in ihrer Gesamtheit. Hier wie woanders auch, müssen wir zunächst versuchen, die Lehren der Kirche in bezug auf das Fasten zu verstehen und uns anschließend fragen:
Wie lassen sich diese Unterweisungen in unserem Leben umsetzen?



Das Fasten oder der Verzicht auf Nahrung ist nicht eine rein christliche Praxis.
Das gab und gibt es auch in anderen Religionen, ja sogar außerhalb der Religion, wie z. B. bei bestimmten besonderen Heilverfahren. In unseren Tagen fastet man oder übt Abstinenz aus allen möglichen Gründen, politische mit inbegriffen. Es ist deshalb wichtig, den spezifisch christlichen Gehalt des Fastens darzulegen.
Er wird uns zunächst erhellt in der gegenseitigen Abhängigkeit zweier Ereignisse, die wir in der Bibel finden:
das eine zu Beginn des Alten Testamentes,
das andere zu Beginn des Neuen Testamentes.
Das erste Ereignis ist das »Brechen des Fastens« durch Adam im Paradies. Er aß von der verbotenen Frucht.
Auf diese Weise wird uns die Erbsünde des Menschen enthüllt.
Christus, der Neue Adam - und dies ist das zweite Ereignis - beginnt mit Fasten.
Adam wurde versucht und erlag der Versuchung;
Christus wurde versucht und bestand die Versuchung.
Die Folge der Schwäche Adams waren die Vertreibung aus dem Paradies und der Tod.
Die Frucht des Sieges Christi waren die Überwindung des Todes und unsere Rückkehr ins Paradies.
Der Platz reicht nicht aus, um hier in Einzelheiten den Sinn dieser Parallelität zu erörtern; aber, es ist indessen klar, dass uns unter diesem Blickwinkel das Fasten als eine entscheidende Angelegenheit von äußerster Bedeutung erscheinen muss.
Es ist nicht einfach eine »Verpflichtung«, ein Brauch; es ist gebunden an das Mysterium selbst des Lebens und des Todes, des Heiles und der Verdammnis.



Die Orthodoxie lehrt, dass die Sünde nicht nur die Übertretung einer Vorschrift ist, die eine Züchtigung nach sich zieht; sie ist immer eine Verstümmelung des Lebens, das Gott uns gegeben hat. Aus diesem Grunde wird uns die Geschichte der Erbsünde im Akt des Essens dargestellt. Denn die Nahrung ist das Mittel zum Leben, sie ist es, die uns am Leben hält. Aber das ist die entscheidende Frage: Was heißt das, leben und was bedeutet »das Leben«?



In unseren Tagen hat der Begriff vor allem einen biologischen Sinn bekommen: das Leben ist genau genommen das, was von der Nahrung und in einem allgemeinen Sinne, von der stofflichen Welt abhängig ist.
Aber für die Heilige Schrift und die Christliche Tradition ist leben »nur vom Brot allein« nichts anderes als sterben, weil es ein dem Tode ausgeliefertes Leben ist, in dem der Tod immer wirksam ist. Gott hat, so sagt man, den »Tod nicht geschaffen«; Gott ist der Spender des Lebens. Wieso konnte dann das Leben sterblich werden? Warum ist von allem, was existiert, der Tod die einzige absolute Bedingtheit?



Die Kirche antwortet: Weil der Mensch das Leben so, wie Gott es ihm anbot und ihm gab, zurückgewiesen hat und ein Leben vorgezogen hat, das nicht einzig von Gott abhing, sondern »vom Brot allein«. Er hat nicht nur Gott den Gehorsam verweigert, wofür er bestraft wurde. Er wandelte die Beziehung zwischen sich und der Welt von Grund auf um. Um es genau zu sagen: Die Schöpfung wurde ihm von Gott als »Nahrung«, als Mittel zum Leben gegeben. Aber dieses Leben sollte Verbindung mit Gott sein; es hatte in ihm nicht nur sein Ziel, sondern auch seine Fülle. »In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen«.
Die Welt und die Nahrung wurden also geschaffen als Mittel der Verbindung mit Gott, und nur wenn sie um Gottes Willen aufgenommen wurden, konnten sie Leben geben.
In sich selbst trägt die Nahrung kein Leben.
Einzig Gott allein hat das Leben und ist das Leben.
In der Nahrung ist Gott selbst der Grund des Lebens - und nicht die Kalorien. Also, essen, leben, Gott kennen und in Verbindung mit Ihm stehen waren ein und dieselbe Sache.
Die unergründliche Tragödie Adams ist, dass er für sich selbst aß. Mehr noch, er aß »getrennt« von Gott, um von ihm unabhängig zu sein. Und er tat es, da er glaubte, dass die Nahrung das Leben in sich selbst hätte und dass er, indem er aß, sein könnte wie Gott, d. h. das Leben in sich selbst haben könnte. Um es einfach auszudrücken; er setzte sein Vertrauen auf die Nahrung, wohingegen das einzige Objekt des Glaubens, des Vertrauens, der Abhängigkeit Gott ist und nur Gott.
Die Welt, die Nahrung wurden sein Gott, die Quelle und die Grundlage seines Lebens.
Und er wurde deren Sklave.
Adam bedeutet im Hebräischen »Mensch«. Das ist mein Name, unser aller Name.
Der Mensch ist noch Adam, der Sklave der »Nahrung«. Er kann vorgeben, an Gott zu glauben, aber Gott ist nicht sein Leben, seine Nahrung, derjenige, der seine ganze Existenz umfängt. Er kann vorgeben, dass er sein Leben von Gott empfängt, aber er lebt nicht in Gott und für Gott. Sein Wissen, seine Erfahrung, sein Selbstbewusstsein beruhen alle auf derselben Grundlage: »nur vom Brot allein«.
Wir essen, um zu leben, aber wir leben nicht in Gott.
Das ist die Sünde aller Sünden.
Das ist der Urteilsspruch des unserem Leben anhaftenden Todes.



Christus ist der Neue Adam.
Er kommt, um den Schaden, der dem Leben durch Adam zugefügt wurde, wieder zu beheben, um dem Menschen das wahre Leben wieder zu schenken, und so beginnt er mit Fasten.
»Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, war er hungrig« (Mt 4,2).
Der Hunger ist der Zustand, in dem wir gewahr werden, dass wir von einer anderen Sache abhängig sind, wenn wir das dringende und zwingende Verlangen nach Nahrung verspüren. Das zeigt uns, dass wir kein Leben in uns haben. Der Hunger ist jene Grenze, jenseits der ich entweder an Entkräftung sterbe oder, nachdem ich meinem Körper Genüge getan habe, ich erneut den Eindruck habe zu leben. Mit anderen Worten: Es ist der Moment, wo sich die grundlegende Frage stellt: Wovon hängt mein Leben ab? Und da es sich nicht um eine rein theoretische Frage handelt, da ich sie ja mit meinem ganzen Körper empfinde, ist das auch die Zeit der Versuchung. Satan suchte Adam im Paradiese auf und er suchte Christus in der Wüste auf. Er kam zu zwei hungrigen Menschen und sprach zu ihnen: »Esst! Denn euer Hunger ist der Beweis dafür, dass ihr ganz von der Nahrung abhängt, dass euer Leben in der Nahrung ist.« Und Adam glaubte es und aß; Christus aber wies diese Versuchung zurück und sprach: »Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von Gott.«
Er weigerte sich, die kosmische Lüge anzunehmen, die der Satan in diese Welt trägt.
Sie ist zum Fundament unserer Sicht von der Welt, der Wissenschaft, der Medizin und vielleicht sogar der Religion geworden.
Hingegen hat Christus das Band zwischen der Nahrung, dem Leben und Gott wieder hergestellt, das Adam zerrissen hatte und das wir selbst noch jeden Tag auf´s neue zerreißen.



Was bedeutet das Fasten für uns Christen?
Es ist -unser Eintritt in- und -unsere Teilnahme an- dieser Erfahrung Christi selbst, durch die er uns von unserer völligen Abhängigkeit bzgl. der Nahrung, der Materie und der Welt befreit.
Allerdings ist unsere Befreiung nicht vollständig; denn, da wir noch in dieser gefallenen Welt, der Welt des Alten Adam, leben und zu ihr gehören, sind wir weiterhin von der Nahrung abhängig.
Aber ganz so wie unser Tod, durch den wir noch gehen müssen, kraft des Todes Christi zu einem Durchgang zum Leben geworden ist, so kann das durch die Nahrung, die wir aufnehmen, erhaltene Leben zu einem Leben in Gott und für Gott werden. Ein Teil unserer Nahrung ist bereits »Nahrung der Unsterblichkeit« geworden:
der Leib und das Blut Christi selbst.
Aber selbst das tägliche Brot, das wir von Gott empfangen, kann in diesem Leben und in dieser Welt eher etwas sein, das uns stärkt und unsere Verbindung mit Gott festigt, als dass es uns von ihm trennen würde.
Indessen, einzig das Fasten kann diese Umgestaltung bewirken und uns den existentiellen Beweis liefern, dass unsere Abhängigkeit von der Nahrung und von der Materie weder eine allumfassende noch eine absolute ist, und dass sie sogar in Verbindung mit dem Gebet, der Gnade und der Anbetung, vergeistigt werden kann.



Dieses alles bedeutet, dass das Fasten, in seiner ganzen Tiefe verstanden, das einzige Mittel für den Menschen darstellt, seine wahre geistige Natur wieder herzustellen.
Es handelt sich um ein nicht theoretisches, sondern wahrlich konkretes Aufbegehren gegen den Lügner, dem es gelungen war, uns davon zu überzeugen, dass wir nur des Brotes bedürften, und der auf diese Lüge jede menschliche Kenntnis, jede menschliche Wissenschaft und jede menschliche Existenz gegründet hat.
Das Fasten entlarvt diese Lüge und weist sie als solche nach.
Es ist sehr bezeichnend, dass Christus anlässlich seines Fastens auf Satan traf und dass er später davon sprach, dass Satan nicht anders besiegt werden könnte »als durch Fasten und Beten«.
Das Fasten ist der eigentliche Kampf gegen den Teufel, weil es den Widerstand gegen das einzigartige und allumfassende Gesetz darstellt, das ihn zum »Fürsten dieser Welt« macht.
Wenn nun aber jemand Hunger hat und gleichzeitig entdeckt, dass er von diesem Hunger in Wahrheit unabhängig sein kann, nicht durch ihn vernichtet wird, sondern ihn ganz im Gegenteil in eine Quelle geistiger Energie und eines Sieges umgestalten kann, dann hat nichts mehr Bestand von dieser großen Lüge, in der wir seit Adam gelebt haben.



Wie weit haben wir uns nunmehr von der gängigen Auffassung gelöst, das Fasten sei eine bloße Änderung der Ernährungsweise, eine Vorschrift, was verboten und was erlaubt sei. Das ist alles vordergründige Heuchelei! Schließlich bedeutet Fasten nur eins: Hunger haben, bis an die Grenze der menschlichen Verfassung gehen, die ganz und gar von der Nahrung abhängt, und in diesem Zustand des Hungers zu entdecken, dass diese Abhängigkeit nicht die ganze Wahrheit bezüglich des Menschen ist, dass der Hunger selbst vor allem ein geistiger Zustand ist und dass er letztendlich in Wirklichkeit ein Hunger nach Gott ist.
In der Urkirche bedeutete das Fasten immer eine totale Enthaltsamkeit, ein Zustand des Hungerns, der den Körper an eine äußerste Grenze treibt.
Hierin erkennen wir jedoch auch, dass das Fasten, als reine körperliche Anstrengung betrachtet, ohne Sinn bleibt, wenn es nicht von seinem geistigen Gegenstück
»...durch Fasten und Beten« begleitet wird.
Das bedeutet, dass, wenn wir keine entsprechende geistige Anstrengung unternehmen, wenn wir uns nicht von der Göttlichen Wirklichkeit nähren, wenn wir nicht entdecken, dass wir völlig von Gott und nur von Gott abhängen, unser körperliches Fasten Selbsttötung bedeuten würde.
Wenn Christus selbst versucht wurde, als er gefastet hatte, haben wir nicht die geringste Möglichkeit, dieser Versuchung zu entgehen.
Das körperliche Fasten, so wesentlich es auch sein mag, ist nicht nur ohne Sinn, sondern es ist in Wahrheit gefährlich, wenn es von dem geistigen Bemühen, von dem Gebet und der Konzentration auf Gott abgetrennt bleibt.
Das Fasten ist eine Kunst, die einzig die Heiligen beherrschen. Es würde für uns anmaßend und gefährlich sein, wollten wir diese Kunst ohne Beurteilungsvermögen und Besonnenheit ausüben.
Jede Liturgie der Fastenzeit ist ein ständiges In-Erinnerung-Rufen der Schwierigkeiten, der Hindernisse und Versuchungen, die diejenigen erwarten, die meinen, sich auf ihren Willen verlassen zu können und sich nicht auf Gott verlassen zu müssen.



Dies ist der Grund, warum wir vor allem eine geistige Vorbereitung auf die Anstrengung des Fastens nötig haben. Sie besteht darin, Hilfe von Gott zu erbitten und unser Fasten auf Gott auszurichten.
Aus Liebe zu Gott sollen wir fasten.
Wir müssen unseren Körper als Tempel der göttlichen Gegenwart wiederentdecken, eine religiöse Achtung des Körpers, der Nahrung, ja sogar des Lebensablaufs wiederfinden. All dieses sollte geschehen sein, bevor wir mit dem eigentlichen Fasten beginnen; und zwar in der Weise, dass wir, wenn wir es beginnen, mit geistigen Waffen, mit einer Zielvorstellung, mit Kampfgeist und mit Siegeszuversicht gewappnet sind.



Dann kommt die Zeit des Fastens selbst. Nach dem, was wir weiter oben gesagt haben, sollte es auf zwei Ebenen durchgeführt werden:
der des asketischen Fastens
und der
des totalen Fastens.

Das asketische Fasten besteht in einer energischen Verminderung der Nahrung in der Art, dass ein dauernder Zustand eines gewissen Hungergefühls erfahren wird als Erinnerung an Gott und als ständige Aufforderung, unseren Geist auf Ihn orientiert zu halten. Wer es auch praktiziert, und sei es nur ein wenig, weiß, dass dieses asketische Fasten uns bei weitem nicht schwächt, sondern uns im Gegenteil unbeschwert, gesammelt, maßvoll, froh und geläutert werden lässt. Dann nimmt man die Nahrung als ein wahres Geschenk Gottes entgegen; man ist innerlich ständig auf diese Welt ausgerichtet, die auf unerklärliche Weise von selbst zu einer Art Nahrung wird. Was die Menge, die Häufigkeit und die Qualität der aufzunehmenden Nahrung bei diesem asketischen Fasten angeht, können wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen. Das alles hängt von unseren persönlichen Fähigkeiten und den äußeren Lebensbedingungen eines jeden einzelnen ab.
Aber das Prinzip ist klar: es ist ein Zustand, in dem man ein leichtes Hungergefühl verspürt, dessen »negative« Natur immer in eine »positive« Kraft durch Gebet, Sich-Erinnern, Aufmerksamkeit und Konzentration umgewandelt wird.

Was das strenge Fasten anbetrifft; dieses ist notwendigerweise in seiner Länge begrenzt und an die Eucharistie gebunden. Bei den Bedingungen unseres augenblicklichen Lebens ist es das beste, es an dem Tage einzuhalten, an dem abends die Präsanktifikaten-Liturgie gefeiert wird Sei es, dass wir an dem Tage von frühmorgens an, sei es, dass wir ab mittags fasten, wesentlich ist es, ihn als einen Tag der Erwartung, der Hoffnung, des Hungers nach Gott selbst zu verbringen. Es handelt sich um eine Konzentration im Geistigen auf das, was kommen wird, auf die Gabe, die man empfangen wird und für die man alle anderen Gaben zu opfern bereit ist.



Obgleich bereits erwähnt, muss man sich nochmals in Erinnerung rufen, dass unser Fasten, so begrenzt es auch sein mag, in die Versuchung, in die Schwäche, zu Zweifeln und zur Verwirrung führen wird, wenn es ein wirkliches Fasten ist. Mit anderen Worten, es wird ein wirklicher Kampf werden, in dem wir wahrscheinlich einige Male unterliegen werden.

Aber der wesentliche Gesichtspunkt des Fastens ist gerade die Entdeckung des christlichen Lebens als Kampf und als ein Sich-Mühen. Ein Glaube, der sich nicht über die Zweifel und die Versuchung hinwegsetzt, ist selten wirklicher Glaube. Leider ist in dem christlichen Leben kein Fortschritt ohne die bittere Erfahrung der Niederlage möglich.



Zu viele Leute beginnen mit Begeisterung zu fasten, um dann bei dem ersten Schwachwerden aufzugeben. Ich würde sagen, die wahre Prüfung fällt genau mit diesem ersten Fall zusammen: wenn wir uns, nachdem wir schwach geworden waren und unseren Begierden und Leidenschaften freien Lauf gelassen hatten, wieder mutig an die Aufgabe machen, ohne aufzugeben, egal, wie häufig wir schwach werden, dann wird früher oder später unser Fasten geistige Früchte tragen, gleichgültig, wie häufig wir vorher schwach geworden sind.

Zwischen der Heiligkeit und einem entzauberten Zynismus ist Platz für die große und göttliche Tugend der Geduld - der Geduld vor allem mit sich selbst. Es gibt keine Abkürzung, um zur Heiligkeit zu gelangen; für jeden Schritt vorwärts muss man den vollen Preis entrichten. Es ist deshalb besser und sicherer, mit einem Minimum, das gerade ein wenig über unseren natürlichen Möglichkeiten liegt, zu beginnen und unsere Anstrengung schrittweise zu vergrößern als zu versuchen, zu Beginn sehr hoch zu springen und sich beim Sturz zur Erde die Knochen zu brechen.



Fassen wir zusammen: Wir müssen von einem symbolischen und rein formalen Fasten, das als Verpflichtung und Gewohnheit verstanden wird, zu dem wahren Fasten zurückfinden, wenn es auch bescheiden und begrenzt ist, wenn es nur ernsthaft und wirklich gewollt ist. Schätzen wir ehrlich unsere physischen und geistigen Fähigkeiten ein, handeln wir konsequent und erinnern wir uns jedes Mal daran, dass es kein Fasten gibt, das nicht an die Grenzen dieser Fähigkeiten stößt und das nicht den göttlichen Beweis in unserem Leben erbringt, dass Dinge, die dem Menschen unmöglich sind, für Gott sehr wohl möglich sind.





Schmemann, Alexander (Erzpriester und langjähriger Dekan der Orthodoxen Theologischen Akademie der USA St. VLADIMIR´s)
"Die Große Fastenzeit - Askese und Liturgie in der Orthodoxen Kirche"
Veröffentlichungen des Instituts für Orthodoxe Theologie, Bd. 2, München 1994

http://www.orthodoxfrat.de/
Krst na vrhu Srbije
Mops
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Beitrag von Mops »

HIER habe ich einige Fastenrezepte gefunden, vielleicht mal ein Anlass es genau durchzusehen.
Was denkt Ihr? Waäre es sinnvoll einen extra Strang zu eröffnen, um solche Rezepte zu sammeln?
l.G. Rene
Nassos
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Beitrag von Nassos »

Hallo Rene,

warum nicht?

Ich würde es trotzdem begrüßen, wenn wir vielleicht auch mal die Regeln hier aufstellen könnten. Ich weißt, es gibt Links im Internet, aber wozu haben wir das Forum?

Was oben steht ist ganz recht, aber ohne die Regeln wird es auch nicht gehen.

Danke!

Gruß,
Nassos
Nassos
Beiträge: 4433
Registriert: 18.12.2008, 21:43

Beitrag von Nassos »

Ähm, wir haben doch eine Gruppe "Fastengerichte"...
Mops
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Beitrag von Mops »

Hallöchen,

die Regeln bezüglich des Fastens aus dem Kalender aus München findest ma u.a. HIER

einige Anmerkungen über das Fasten überhaupt HIER

Die Rezepte könnte man ja ordnen in verschiedene Bereiche z.B. "Gekochtes mit Öl", "Gekochtes ohne Öl", Speisen die nicht gekocht werden.... vielleicht gibts ja bessere Vorschläge?
l.G. Rene
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