Die Versoehnung mit Gott ist moeglich!
Beginnen Sie mit Reue und der Beichte!
Sie betreten eine Kirche. Dies ist ein besonderer Ort und, wenn Sie so wollen, eine andere Welt. Eine Welt, die Gott gewidmet ist: Wahrhaftes und Ewiges Leben. Hier ist der Eingang in das Schiff der Errettung, hier ist der Weg zu Gott. Dies ist ein ungewoehnlicher Weg, denn er beginnt in unserer Seele, in unserem Gewissen. Um auf diesen Weg zu kommen, muss man sich dazu bekennen, dass man von Gott abgefallen und vor Ihm schuldig geworden ist. Wie uns die Bibel bezeugt, entfernen uns von Gott einige unserer Taten, Worte, Gedanken - die sogenannten Suenden. Ausgangspunkt dieser Abwendung war der Ungehorsam der Ureltern des Menschengeschlechts - Adam und Eva. Ihr Ungehorsam - die Suende, die Ursuende genannt wird, wird von allen Menschen geerbt und ist ursaechlich fuer die Veranlagung eines jeden Menschen zum Begehen persoenlicher Suenden, die ihn noch weiter vom Schoepfer abwenden.
Das Sich-Entfernen von Gott als Resultat der Suenden ist durchaus real und bemerkbar. Die Suende zerstoert vor allem die menschliche Persoenlichkeit. Denn die Persoenlichkeit jedes Menschen ist auf moralischen Gesetzen gegruendet, "eingeschrieben ins Herz" (Roem. 2, 15). Und in dem Masse, wie eine Persoenlichkeit in das suendhafte Leben verstrickt ist, steigert sich auch das Ausmass der Zerstoerung dieser Persoenlichkeit - was zur Folge hat, dass der Mensch die Kontrolle ueber sich verliert und Sklave seiner Leidenschaften wird, die oft widersinnig, beizeiten gar schaendlich und verbrecherisch sind.
Johannes Chrysostomus uebertrieb keineswegs, als er sagte: "ein jeder Suender ist wahnsinnig" - denn was sonst ist die Ermordung des leiblichen Bruders aus Gruenden der Missgunst, wenn nicht eine Wahnsinnstat? Und gibt sich ein fleischlichen Geluesten Verfallener, der die reelle Gefahr einer HIV-Infektion oder einer anderen toedlichen Krankheit ignoriert, Rechenschaft darueber, was er da anstellt? Und wie verhaelt es sich mit einem Vielfrass, einem Alkoholiker, einem Drogenabhaengigen - haben sie etwa nicht den Verstand verloren? "In der Tat kommt das Laster nicht von ungefaehr", sagte der Metropolit von Moskau, Platon, - "ein Faulenzer schwaecht den Koerper und buerdet ihm Krankheiten auf, ein Wollluestiger verunstaltet sich selbst mit den Spuren des Lasters und verkuerzt seine Tage. Ein Habgieriger wird der Ruhe beraubt und trocknet die Lebenssaefte in seinem Inneren aus. Ein Jaehzorniger erhitzt sein Blut und nimmt durch unmaessige Aufregung Schaden an seiner Gesundheit." Wieviel zerstoerte Schicksale, zerbrochene Familien, verkrueppelte Kinder fielen der Suende schon zum Opfer?...
Im Uebrigen weiss wohl jeder von uns aus eigener bitterer Erfahrung Bescheid ueber die Folgen von Suenden. Dabei macht jede neue Suende das Gewissen des Suenders immer weniger empfaenglich, wodurch noch schwerwiegendere Suenden ermoeglicht werden. Das Schlimme dabei ist, dass bei Eintritt des Todes die Macht der Suende ueber den Menschen nicht endet, sondern auch im Jenseits weiterhin die unglueckliche Seele quaelt. Darueber hinaus werden es eben diese Suenden sein, welche am Juengsten Gericht, das die Geschichte unserer Welt abschliessen wird, den Uebergang in das kommende Zeitalter verwehren werden - "und es wird nicht hineingehen irgend ein Gemeines und das da Greuel tut und Luege" (Apokal. 21, 27). "Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Lasset Euch nicht verfuehren! Weder die Hurer noch die Abgoettischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschaender noch die Diebe und die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Laesterer noch die Raeuber werden das Reich Gottes ererben", schrieb der Apostel Paulus (I Kor. 6, 9-10). Haben wir es noetig, den Weg der Suende zu beschreiten? Haben wir doch durch die Gnade Gottes eine andere Moeglichkeit - die Versoehnung mit dem Schoepfer.
Vergebung der Suenden
Man kann seinen spirituellen Zustand nicht verbessern, ohne sich von den Suenden gereinigt zu haben. Da nun aber die Suenden vom Wesen her unsere Schuld vor Gott darstellen, so kann auch nur Er uns von ihnen reinwaschen, und zwar durch Vergebung. Der Herr Jesus Christus, der zugleich vollkommen Gott und vollkommen Mensch war, hatte die Macht zur Vergebung der Suenden: "Auf dass ihr aber wisset, dass des Menschen Sohn Macht hat, auf Erden Suenden zu vergeben..." (Luk. 5, 24). Diese Macht uebergab Er der Kirche durch die Apostel, als Er ihnen nach Seiner Auferstehung erschienen war: "Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Gleichwie Mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch. Und da Er das gesagt hatte, blies Er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist! Welchen ihr die Suenden erlasset, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten." (Joh. 20, 21-23). In der Kirche sind es die Bischoefe und Priester, die als Nachfolger der Apostel die Macht besitzen, Suenden zu erlassen. Fuer diesen Dienst werden sie geweiht (und erhalten die Macht, Suenden zu erlassen) durch ein Gebet mit Auflegung der Haende anderer Bischoefe, welche ihrerseits Glieder jener ueber Jahrhunderte hinweg ununterbrochenen Kette der Handauflegung sind, die von den Aposteln und dem Herrn Jesus herruehrt. Somit geschieht die Vergebung der Suenden in der Kirche nicht aufgrund eines besonders heiligmaessigen oder von Gebet erfuellten Lebens des einen oder anderen Klerikers, sondern aufgrund der ihm von Gott gegebenen Macht.
Eine Voraussetzung fuer die Vergebung der Suenden in der Kirche ist das reumuetige Suendenbekenntnis (die Beichte) vor Gott und der Kirche - in der Gestalt des Priesters. Durch das Gebet zur Erteilung, der Absolution, welches der Priester nach der Beichte spricht, vergibt Gott, welcher unsichtbar und mystisch der Beichte beiwohnt (daher auch die Bezeichnung Mysterium), dem Suender bzw. der Suenderin. Reue, Suendenbekenntnis und Vergebung sind die grundlegenden Etappen des Mysteriums der Busse, in dem Gott die Seelen der Suender heilt und in ihnen Seine Wirkung erneuert. Jedoch vollzieht sich diese Heilung nicht "automatisch", also nicht gegen den Willen des Menschen, sondern durch dessen Mitwirken, die sich darin ausdrueckt, dass er keine neuen schwerwiegenden Suenden begeht sowie sein ganzes Leben ueberdenkt und neu ausrichtet. Das erfordert Anstrengung, denn "... bis hierher leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, die reissen es an sich." (Matt. 11, 12). Aber gibt es etwas Unmoegliches, dass mit Hilfe Gottes nicht moeglich waere?
Fragen Sie ihr Gewissen
Nun sind Sie also bereit, ihre Seele im Mysterium der Busse zu reinigen. Sie sind erwachsen, wurden schon als Kind getauft und sind bisher noch nie zur Beichte gekommen. Alles scheint nun sehr einfach, - in die Kirche zur Beichte zu gehen und alle Suenden zu benennen, die unser Gewissen plagen. Doch gerade hier ergibt es sich, dass unser Gewissen gleichsam "tot" ist, wenn es durch Todsuenden "vergiftet" ist. Wie seltsam es auch erscheinen mag, doch hinter dem Empfinden der eigenen Suendlosigkeit verbirgt sich allzu oft ein "schlafendes" Gewissen als Folge einer nicht bereuten Todsuende. Und umgekehrt ermoeglichte das "wachende" Gewissen Heiliger, die Vielzahl eigener Suenden zu erkennen. So steht es auch beim Apostel Johannes: "Wo wir sagen, wir haben keine Suende, so verfuehren wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns." (I Joh. 1,
Todsuenden
Die Bezeichnung stammt aus dem Alten Testament, wo die meisten solcher Suenden mit Tod oder Verbannung bestraft wurden. Im Neuen Testament findet sich der Ausdruck "Suende zum Tode" (I Joh. 5, 16) zwar wieder, doch sind diese mit keiner oeffentlichen Strafe mehr belegt. Nichtsdestoweniger veraendern einmal begangene Todsuenden vollkommen den spirituellen Zustand des Menschen. Diesen Zustand nennen die Vaeter und Lehrer der Kirche dann auch "Tod der Seele" und "Gottverlassenheit".
Als Todsuenden gelten, zuallererst, die bewusst begangene Widersetzung gegen Gott, Verleugnung Gottes oder des Glaubens, die Abkehr von der Orthodoxie hin zu anderen Religionen sowie bewusst ausgesprochene laesternde Worte gegen Gott, die Kirche, die Gottesgebaererin oder Heilige.
Eine besonders schwere Suende ist die Toetung von Menschen. Dies ist heutzutage beileibe keine seltene Suende, da die Toetung von Kindern im Mutterleib - die Abtreibung, weit verbreitet ist. Es ist bei der Beichte unbedingt notwendig, die Zahl der vollfuehrten Schwangerschaftsabbrueche zu nennen. An dieser Suende beteiligen sich in der Regel auch Mittaeter durch Anraten und die Beihilfe zur Suende. Haeufig sind dies Verwandte, enge Freundinnen oder der Vater des Kindes (wenn die Abtreibung mit ihrem Wissen und Einverstaendnis durchgefuehrt worden ist). Die moralische Position des Vaters spielt eine ausserordentlich wichtige Rolle und kann haeufig alles beeinflussen.
Es gibt aber auch passive Formen von Mord, z.B. in Form von unterlassener Hilfeleistung. Der Toetung eines Menschen kann auch ein grausames Wort oder eine andere Tat gleichkommen, welche eine Verletzung der Seele nach sich zieht.
Einer Todsuende nicht viel nach stehen Anwendung brutaler Gewalt, Schlaege gegen andere Menschen, deren Verwundung, Verletzung und Verstuemmelung.
Eine ganze Reihe von Todsuenden beziehen sich auf den sexuellen Bereich des menschlichen Lebens. Hierbei ist zu sagen, dass Gott, zum einen, - die ehrenvolle Ehe und, zum anderen, - das Leben in Keuschheit gesegnet hat. Da der Mensch nun mal kein Tier ist, koennen intime Beziehungen zwischen Mann und Frau lediglich ihre Vereinigung in einen Menschen vollenden. Als Anfang dieser Verbindung dient Gottes Segnung im Sakrament der Ehe (Trauung). Die Trauung ist unbedingt erforderlich, wenn Mitglieder der Kirche in den Stand der Ehe eingehen, ohne diese ist eine eheliche Beziehung bewusster Christen undenkbar.
Eheliche Untreue nennt man in der Kirche Ehebruch, waehrend intime aussereheliche Beziehungen Hurerei genannt werden. Wenngleich beides Todsuenden sind, so ist Ehebruch doch eine weitaus schwerere Suende. Er fuegt der Seele des anderen Ehepartners ein schweres Trauma zu und toetet in dem Suender die Liebe ab, welche die Grundlage und das Ziel des durch Gott gesegneten ehelichen Bundes ist.
Die Ehe ist einer der "Grundbausteine" der Gesellschaft. Die Eheschliessung legt auf die Ehepartner moralische, juristische und wirtschaftliche Verantwortung vor der Gesellschaft, dem Partner und den kuenftigen Kindern auf. Historisch hat es sich ergeben, dass in einer Reihe von Staaten, z.B. in Deutschland und der GUS, kirchliche Trauungen vom Staat im juristischen Sinne nicht anerkannt sind. Die Gesetzgebung dieser Staaten sieht vor, dass vor der kirchlichen Trauung unbedingt eine Eheschliessung im Standesamt vorangehen muss. Eine derartige standesamtliche Eheschliessung ist nicht mehr als die Auferlegung von buergerlichen Verpflichtungen, sie ist aber laengst noch nicht die Segnung des Ehebundes durch Gott, wie sie im Mysterium der Trauung vollzogen wird.
Gesondert sollen die sodominischen Suenden[1] betrachtet werden: verschiedene Formen des Homosexualismus und sexueller Perversionen. Dies sind schwere Suenden mit erheblichen spirituellen Nachwirkungen, so dass man fuer sie vorrangig Busse tun soll.
Schwer gesuendigt haben auch jene, die in irgendeinem Verhaeltnis zum Verlust der Ehre und der Reinheit junger Leute (Kinder, Jugendlicher), zu deren physischer und sittlicher Schaendung, standen. Hierzu gehoeren die Ausrichtung diverser Zusammenkuenfte mit obszoenen Darbietungen und verfuehrerischen Unterhaltungen, von Zechgelagen mit Kuppelei u.ae. All das wird als Teilnahme (oder Anteilnahme) an der moralischen Toetung seines Naechsten angesehen.
Zu den Todsuenden werden auch die Verunglimpfung oder die Verfluchung der Eltern sowie jede Form der Handgreiflichkeit gegen sie gezaehlt.
Schon aus alttestamentlicher Zeit wird jegliche Beziehung zur Magie zu den Todsuenden gerechnet. Hierzu zaehlen die Hinwendung zu allen moeglichen Hexen, Wahrsagerinnen, Astrologen, Esoterikern, die Teilnahme an spiritistischen Sitzungen und an Riten neuer orientalischer Kulte, Theosophie, Anthroposophie und dergleichen.
Der heilige Dimitrij von Rostow zaehlt Suenden auf, "die zum Himmel schreien nach Vergeltung". Neben absichtlicher Toetung eines Menschen sind dies seiner Meinung nach auch die Schaedigung von Armen sowie die Verschmaehung von Witwen und Waisen.
Weitere Suenden
Nun wollen wir uns jenen Suenden zuwenden, die, wie es den Anschein hat, keine so grosse Gefahr fuer das spirituelle Leben darstellen, wie die Todsuenden. Doch alle zusammen genommen koennen sie, Sandkoernern gleich, sehr wohl das Gewissen und die Seele derart "zuschuetten", dass jegliches Leben in ihnen zum Stillstand und Erliegen kommt.
Suenden kann man, gewissermassen, in drei Gruppen teilen, wenn man sie den Geboten, welche Gott Moses gab (Exod. 20, 2-17), gegenueberstellt.
Suenden gegen Gott
Als Uebertretung des Gebots "Du sollst dir kein Bildnis ... machen..." (Exod. 20, 4) wird die uebermaessige Affinitaet zu sich individuell verschieden manifestierenden Goetzen und Idolen erachtet, denen wir zuegellos froenen und durch welche wir Gott in uns verdraengen sowie unsere eigenen Identitaet verlieren. Als solche koennen, beispielsweise Musik, Tanz, Sport, Geld, Beruf, Nahrung, der Erwerb schoener Kleidung und Moebel, Sammlerleidenschaft, Gluecksspiel, Menschen des anderen Geschlechts oder die eigenen Kinder auftreten.
Der Herr erliess noch im Alten Testament das Gebot, wonach wir sechs Tage in der Woche arbeiten und all unsere Werke verrichten sollen, den siebten Tag sowie grosse Festtage aber Gott zu widmen haben (Exod. 20, 8-10). Deshalb ist es suendhaft, wenn man sonntags (am Tag, der Gott gewidmet werden soll) oder zu grossen Festtagen arbeitet oder alltaeglichen Geschaeften nachgeht. Diese Suende ist jedoch verzeihlich, wenn diese Arbeiten bzw. Geschaefte unter Zwang oder notgedrungen verrichtet worden sind, - denn wir koennen nicht immer uns dem Einfluss anderer Leute, der buergerlichen und arbeitsrechtlichen Gesetzgebung entziehen.
Eine Verletzung des Gebots "Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen..." (Exod. 20, 7) stellt auch die Erwaehnung des Namens Gottes oder der Allheiligen Gottesmutter als Floskel bei alltaeglichen Unterhaltungen mit dem Ziel dar, letzteren besonderen Ausdruck zu verleihen. Voellig unzulaessig ist auch das ironische Zitieren verschiedener Stellen aus der Heiligen Schrift. Noch schlimmer ist es aber, den Namen Gottes im Scherz, im Zorn waehrend eines Streits und zusammen mit verschiedenen Schimpfwoertern und Fluechen, zu gebrauchen, sowie Verfluchungen aller Art auszusprechen.
Da nun aus ein und derselben Quelle nicht gleichzeitig Wohlgerueche und uebelriechende Ausduenstungen herauskommen koennen, so gilt auch ein Gebet als ueberaus pietaetlos, manchmal sogar als blasphemisch, wenn es dem Munde eines Menschen entstammt, der die Maechte des Boesen (den Teufel) erwaehnt oder Schimpfwoerter und obszoene Ausdruecke[2] verwendet. Bedauerlicherweise ist die Sprache vieler Leute heutzutage gepraegt von derartiger Ausdrucksweise. All das muss ein fuer alle mal aus unserem Wortschatz verschwinden und darf unter keinerlei Umstaenden ausgesprochen werden.
Suenden gegen Gott sind zudem Verzagen, fehlendes Gottvertrauen und laesterndes Murren (wegen uns ereilender Leiden und Noete) gegen Ihn.
Suenden gegen andere Menschen
Das Gebot "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren..." (Exod. 20, 12) verpflichtet uns zu respektvollem Umgang mit unseren Eltern. Streitereien und Auseinandersetzungen jeglicher Art mit ihnen sowie das Versagen notwendiger Hilfe ihnen gegenueber sind demnach ernstliche Suenden.
Jeder Mensch hat die Pflicht, sich um seine Angehoerigen zu kuemmern, - zuvorderst um seine Eltern, Kinder und den Ehegatten. Leider sind es meist die Familienangehoerigen, Verwandten, Freunde und Kollegen, die am haeufigsten zum "Ziel" unserer Unzulaenglichkeiten, schlechter Laune und des durch die Suenden deformierten Charakters werden. Wir haben gesuendigt, wenn wir es an Naechstenliebe fehlen liessen, wenn wir unseren Naechsten anstatt zu verzeihen, Boeses mit Boesem vergolten haben, wenn wir zornig und erregt waren, ihnen widersprochen und nicht nachgegeben haben, mit ihnen gestritten und sie gekraenkt haben, eine Beleidigung zugefuegt und sie angefeindet haben, wenn wir uns ihnen gegenueber skandaloes und dreist verhalten haben, wenn wir sie provoziert haben oder eifersuechtig waren, wenn wir ihnen Boeses gewuenscht haben; unsere Kinder schlecht erzogen haben und uebermaessige Haerte gegen sie walten gelassen haben.
Wir haben ebenfalls gesuendigt, wenn wir unsere Kinder ausserhalb des christlichen Glaubens erzogen haben oder nicht genuegend Aufmerksamkeit ihrem geistlichen Leben gewidmet haben, da wir sie damit verwundbar fuer die schwersten Versuchungen am Anfang ihres selbststaendigen Lebens gemacht haben.
Gemaess den Geboten Gottes muss der Mensch stets die Wahrheit sagen, fremdes Eigentum und die Wuerde anderer respektieren, allen helfen und mit ihnen fuehlen. Somit haben wir gesuendigt, wenn wir:
- unsere Versprechen nicht eingeloest, Schulden nicht bezahlt, uns offen oder heimlich fremdes Eigentum angeeignet (dazu gehoert auch staatliches oeffentliches Eigentum) haben, erpresserisch vorgegangen und handgreiflich geworden sind, gestritten oder uns verfeindet haben, anderen Menschen Schaden zugefuegt und faul bei der Arbeit waren, das Schaffen anderer nicht gewuerdigt haben, betrogen und geheuchelt haben sowie Freundschaften nach dem Gesichtspunkt des finanziellen Nutzens eingegangen sind.
Ursprung allen Uebels in uns ist der noch auf die Ursuende zurueck reichende Leidenschaft, die man suendhaften Hochmut nennt, welcher seinerseits: Neid, Zuneigung zu Geld und Gegenstaenden, Geiz, Verachtung und Unbarmherzigkeit gegenueber Besitzlosen, Zorn, Rachegelueste, Angeberei, zur Schau gestellte Wohltaetigkeit, Verurteilung von Menschen, Verbreitung von Geruechten, eitles Gerede, Brutalitaet gegenueber anderen Menschen, Gleichgueltigkeit gegenueber Kranken und anderen Hilfsbeduerftigen, Grausamkeit gegenueber Tieren und anderen Lebewesen, hervorruft.
Suenden gegen sich selbst
Zu den "Suenden gegen sich selbst" werden alle Taetigkeiten gerechnet, die der physischen oder geistigen Gesundheit der eigenen Person schaden: Zeitvertreib durch Nichtstun und Faulenzen (wenn man viel isst und schlaeft und sein geistiges Leben vernachlaessigt), Schaedigung der eigenen Gesundheit (z.B. durch Alkoholmissbrauch, Rauchen, Drogenkonsum); Selbstverderbnis - Onanieren, Anschauen unsittlicher Filme, Zeitschriften, Bilder mit Darstellungen von Gewalt, Brutalitaet, Pornographie, Singen schmutziger Lieder und Erzaehlen unanstaendiger Witze usw.
Vorbereitung zur Beichte
Die Vorbereitung zur Beichte ist der Beginn des Mysteriums der Busse. Es empfiehlt sich fuer die erste Beichte, dass Sie die vorangegangenen Seiten noch einmal durchlesen und sich die begangenen Suenden notieren. Besondere Aufmerksamkeit sollte auf die Todsuenden gerichtet werden. Vieles wird zu einem spaeteren Zeitpunkt in das Gedaechtnis zurueckkehren, wenn die Todsuenden erst mal gebeichtet worden sind. Diese Suenden sollte man sich auch aufschreiben, um sie nicht zu vergessen und um sie bei einer der naechsten Beichten zu sagen. Denken Sie an das, was uns andere Menschen fuer gewoehnlich zum Vorwurf machen, besonders die, die an unserer Seite leben, naemlich unsere Angehoerigen. Sehr oft sind deren Beschuldigungen, Beanstandungen und ihr Tadel gerechtfertigt. Doch selbst wenn diese unberechtigt anmuten sollten, so sollte man diese mit Sanftmut und ohne Veraergerung hinnehmen und dann ueberlegen: vielleicht ist ja doch ein Koernchen Wahrheit darin enthalten?
Denken Sie daran! Nur genannte Suenden koennen erlassen werden.
Nur ein Bedauern der begangenen Suenden ist nicht ausreichend. Die Frucht einer tiefgruendigen Reue ist die Besserung alles erdenklich Moeglichem in seinem Leben. Es ist erforderlich, das Begehen von neuen schweren Suenden zu vermeiden und die Folgen der bereits begangenen "auszubuegeln". Vor der Beichte ist es unbedingt notwendig, all jene um Vergebung zu bitten, vor denen man sich schuldig fuehlt. Sollten die eigenen Taten zu materiellen oder anderen Verlusten bei Mitmenschen gefuehrt haben, so muss man versuchen, diese auszugleichen oder zu ersetzen. Dies ist eine wichtige Seite unserer Busse, die Johannes der Taeufer als Darbringen "der Busse wuerdiger Fruechte" bezeichnete (Lk. 3,
Denken Sie daran! Gott ist enicht nur ein gerechter Richter, sondern auch ein guetiger Vater fuer alle, der allen die Errettung wuenscht.
Viele derer, die frueher noch nicht den christlichen Glauben angenommen hatten und ausserhalb der Kirche standen, kommen zur ersten Beichte sich bereits im buergerlichen Ehestand befindend. Wenn der andere Ehepartner auch ein Christ ist, und es von seiner Seite keine Einwaende[3] gibt, dann ist, unabhaengig vom Alter der Ehepartner, eine Besserung ihres Lebens die kirchliche Trauung.
Es gibt eine weitere Bedingung fuer die Vergebung unserer Suenden durch Gott: "Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben." (Mt. 6, 14). Den uns Kraenkenden zu vergeben, ist manchmal nicht einfach! Man sagt, "dem Herzen kann man nicht befehlen". Aber Gott hat die Macht, unsere Herzen "zu aendern". Dazu muss man fuer die uns Kraenkenden beten, damit Gott uns alle zur Vernunft bringt, uns Busse, Frieden, Stille und Liebe schenkt.
Denken Sie daran! Sie werden Gott dem Allwissenden ihre Verfehlungen bekennen. Er kennt all Ihre Lebensumstaende - alles, was Ihre Schuld mindert oder vertieft.
Der Priester uebt bei der Beichte nicht die Funktion des Richters aus, sondern die eines Zeugen.
Bei der Beichte muessen Sie alles in Kuerze darlegen, wessen Sie sich schuldig gemacht haben. Vermeiden Sie hierbei jede Art von Selbstrechtfertigung (z.B. Berufung auf Dritte oder auf Begleitumstaende, die Sie zu dem einen oder anderen Verstoss verleitet haben) und verwenden Sie keine Ausdruecke mit dem Ziel, Ihre Schuld mildern zu lassen.
Es ist offensichtlich, dass man sich an vieles nur schwer erinnern kann. Dazu kommt das Schamgefuehl, wenn man all das vor dem Priester bekennen muss. Doch die Beichte ist fuerwahr ein Gericht, das wir ueber uns selbst halten, - ein Gericht vor dem Angesichte Gottes und der Menschen, - ein Gericht, das vom Wesen her unausweichlich ist, "denn es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde" (Mark. 4, 23).
Denken Sie daran! Das Allerwichtigste jedoch, dass der Mensch mit zu diesem Gericht nehmen soll, ist sein Suendenbekenntnis aus reinem Herzen - aufrichtig und gewissenhaft.
Der Herr wird ein solches auch dann annehmen, wenn es nicht von einem starken Gefuehl der Reue begleitet wird, das nur schwer Einzug halten kann in einem Herzen, welches "von der Flamme der Suende verdorrt" ist. Die Reue ist die Abstossung der Suende, die als Resultat der Taetigkeit unseres Gewissens und nicht ohne die wohltaetige Hilfe Gottes erfolgt. War die Beichte aufrichtig, mit dem Wunsch und dem Versuch, sein Leben zu aendern, mit allen sich zu versoehnen sowie mit dem Gebet um die Hilfe Gottes, dann stellt sich das Gefuehl der Reue schon waehrend des Mysteriums oder aber im Anschluss an dieses ein.
Zusammengestellt von Priester Leonid Tsipin
[1] Dieser Todsuenden "ruehmten" sich die Bewohner zweier antiker, von Gott dem Erdboden gleichgemachter Staedte - Sodom und Gomorrha.
[2] "Kein faules Wort, aus eurem Mund, sondern nur eins, das gut ist zur notwendigen Erbauung, damit es den Hoerenden Gnade gebe! Und betruebt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid auf den Tag der Erloesung hin!" (Eph. 4, 29-30)
[3] Hier gibt es verschiedene Situationen, in denen der andere Ehepartner nicht wuenscht, in den kirchlichen Ehestand zu treten. Verzagen Sie nicht, beten Sie und beratschlagen Sie sich mit einem Priester! In der Regel gelingt es, im Laufe der Zeit alles zu regeln. Die buergerliche Ehe, auch mit einem nichtgetauften Ehepartner, muss erhalten und geweiht werden. Denn auch in ihr gibt es die Liebe zum Ehepartner und Kinder! Ausfuehrlicheres finden Sie dazu bei Apostel Paulus in 1 Kor. 7, 12-18. Besonders wichtig ist das Gebet der Kirche. Nuetzlich sind auch Gespraeche beider Ehepartner mit dem Priester.
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http://www.nadegda.de/german/glaube/merkzettel.htm