Kampf gegen negative Gedanken

Neu in der orthodoxen Kirche - Wie lebe ich als orthodoxer Christ? Alle allgemeinen Fragen rund um die Orthodoxie.
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George
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Kampf gegen negative Gedanken

Beitragvon George » 15.10.2017, 13:04

Liebe Mitglieder,
Hier meine erste Frage. Ich habe sehr stark mit negativen Gedanken in Bezug auf andere Menschen zu kämpfen, besonders auf der Arbeit. Wenn ich das Herzensgebet spreche, oder den heiligen Nikolaus um Hilfe bitte, bekomme ich auch tatsächlich Hilfe und mein Geist wird ruhiger. Allerdings nach einiger Zeit kommen die negativen Gedanken um so stärker wieder. Zur Zeit lese ich den Hl. Theophan der Klsusner, der Weg zur Rettung, es ist für mich absolut einleuchtend was er schreibt, ich versuche es auch umzusetzen. Jedoch habe ich das Gefühl, dass die negativen Gedanken urplötzlich auftauchen und ich mich in vielen Situationen ausgeliefert fühle. Meine Frage an euch liebe Mitglieder, hat Jemand von euch ähnliche Erfahrungen mit dem Kampf gegen negative Gedanken und gibt es speziell ein kurzes Gebet für innere Ruhe. Tut mir leid wenn gleich mit solch einem schweren Thema auftrete.
Wäre sehr dankbar, wenn mir jemand dazu etwas sagen könnte.
Ich bin jetzt gleich mit meiner Familie unterwegs, also heute Abend wäre ich wieder online.

Einen schönen Tag noch euch allen.
George

George
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Re: Kampf gegen negative Gedanken

Beitragvon George » 15.10.2017, 13:13

Entschuldigung ich bin es nochmal, habe mich bei dieser kleinen Tastatur vertippt, er heißt natürlich Hl. Theophan der Klausner.

Christian
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Re: Kampf gegen negative Gedanken

Beitragvon Christian » 16.10.2017, 06:15

Es gibt die Möglichkeit des immerwährenden (Herzens)Gebetes. Das ist eine Frage der Übung. Zur Unterstützung gibt es die Komboskini (griechisch κομποσκοίνι - russisch чётки tschotki). Selbst solche Heiligen wie der Mönchsvater Antonios hatten mit vielen Anfechtungen seitens des Widersachers zu kämpfen.

http://www.orthpedia.de/index.php/Anton ... Gro%C3%9Fe

https://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_ ... _Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Versu ... n_Antonius

LG Christian

Hetairos
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Re: Kampf gegen negative Gedanken

Beitragvon Hetairos » 16.10.2017, 09:16

Hallo George,
Ich glaube die negativen Gedanken gegenüber Anderen sind etwas "Normales". In dem Sinne nämlich, dass es uns überwiegend alle betrifft. Das Herzensgebet ist da sicher hilfreich, um eine innere Ruhe zu finden, Kraft sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die andere Frage, die man sich stellen sollte handelt darum, warum man solch negative Gedanken hat. Welches Bild hat man von den anderen und vor allem im Kontrast: Welches Bild hast Du von Dir selbst? Kannst Du diesen Komplex auflösen und auf Deine Kollegen, eben auch Deine Nächsten, offen zugehen?
Vielleicht ein Ansatz....
LG Hetairos
Aν πεθάνεις, πριν πεθάνεις, δεν θα πεθάνεις, όταν πεθάνεις!

George
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Re: Kampf gegen negative Gedanken

Beitragvon George » 16.10.2017, 16:35

Vielen Dank, dass Ihr mir geantwortet habt, beides ist durchaus hilfreich für mich.
Es liegt auch wohl daran, dass ich von meiner Natur aus etwas sensibel bin und mir einige Dinge durchaus zu Herzen nehme. Sehr schnell denkt man dann von sich selbst, man wäre in der Opferrolle. Die Folge ist eine Anfälligkeit für Versuchungen wie z.b. Zorn oder Selbstmitleid. Leider ist genau Dieses meine Schwäche.
Aber nochmals beide Antworten sind sehr hilfreich für mich.
Möge der Herr uns begleiten.
LG. George

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Hermann
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Re: Kampf gegen negative Gedanken

Beitragvon Hermann » 17.10.2017, 08:26

Hallo George,
nur so aus meiner Erfahrung, weil ich das auch gut kenne. Wichtig ist, dass man die negativen Gedanken akzeptiert, ihnen aber nicht zu viel Beachtung schenkt - und das heißt bei mir, nicht zu verkrampft dagegen zu kämpfen. Das Jesusgebet ist sicher gut, aber es darf nicht zur Technik werden, um selbst die Gedanken niederringen zu wollen. Mir hat geholfen, was mir mein geistlicher Vater gesagt hat, nachdem ich ihm dargelegt habe, wie aufdringlich die Gedanken sind: "Da muss man Gott um sein Erbarmen bitten". Am Anfang ist mir diese Antwort sehr lapidar vorgekommen und ich war unzufrieden. Erst später habe ich richtig verstanden, was er damit meint. Meine Aufgabe ist, die Sache ganz schlicht Gott zu übergeben, soll er dagegen kämpfen, ich muss es nicht, weil er es viel besser kann, ich brauche ihn nur bitten. Das "Erbarmen" hat im orthodoxen Verständnis nichts mit juristischer Rechtfertigung zu tun, sondern mehr mit Heilung, im griechischen Wort für Erbarmen steckt das Wort für Öl drinnen, also ein Heilmittel.
LG, Hermann
Sucht zuerst das Reich Gottes, alles andere wird euch hinzugeschenkt.

George
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Re: Kampf gegen negative Gedanken

Beitragvon George » 17.10.2017, 15:57

Hallo und vielen Dank für die Beiträge,
Es ist vollkommen richtig, je mehr man gegen die negativen Gedanken ankämpft, desto schlimmer werden sie. Diese Erfahrung kenne ich sehr gut, interessanterweise hat mich der Vater, welcher mich in die Orthoxe Kirche aufgenommen hat darauf hingewiesen. Zu meiner Person, ich war vorher römisch katholisch, er sagte zu mir, dass man als erstes lernen muss mit Menschen auszukommen, dieses wäre schon allein für sich selbst Aufgabe genug. Der Aspekt der Heilung ist mir im Laufe der Zeit bewusst geworden. Ich weiß auch dass ich als Mensch von meiner Natur aus schwach bin, also geht es nicht ohne Gottes Hilfe. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich um den geistigen Kampf nicht drum herum komme, deswegen hatte ich als Ikone in diesem Kontext den heiligen Georg für mich gefunden. Meine Erfahrung ist auch das es sehr hilfreich ist seine Schwächen zu kennen, weil man dann nicht mehr ganz so anfällig für Versuchungen in welcher Form auch immer ist. Nur wenn man in diesem Strudel drin ist, ist es für mich sehr schwierig dort wieder herauszukommen. Ich denke, dass ich noch mehr Gottvertrauen entwickeln sollte, um den Kampf ihn kämpfen zu lassen. Der Aspekt der Heilung sagt mir sehr zu.
Und nochmal vielen Dank für die schnelle Hilfe, toll das es dieses Forum gibt.
LG George


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