Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

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Lazzaro
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Lazzaro » 20.05.2017, 07:26

H. Bauer hat geschrieben:Gibt es konkrete Befunde?
Eine byzantinische Kreuzreliqie gelangte über Kiev (sic! )ins Kloster Marienstern bei Kamenz; Beziehungen zur restlichen slavischen Welt sind damit nachgewiesen.

XB!
Ja, die gibt es: Die alte byzantinische Staurothek ist noch erhahten, wenn auch nicht mehr in Benutzung.
L.
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 21.05.2017, 07:21

Lazzaro hat geschrieben:
H. Bauer hat geschrieben:Gibt es konkrete Befunde?
Eine byzantinische Kreuzreliqie gelangte über Kiev (sic! )ins Kloster Marienstern bei Kamenz; Beziehungen zur restlichen slavischen Welt sind damit nachgewiesen.

XB!
Ja, die gibt es: Die alte byzantinische Staurothek ist noch erhahten, wenn auch nicht mehr in Benutzung.
L.


Gab es in Geschichte Böhmen auch die Inquisition?

Sicher, mindestens nach oder währen der Hussiten-Krieg.

Gab es die Inquisition auch in Polland?

Auch wir aus Rumänien hatten uns längst Katholiken gemacht, aber wir konnten die Inquisition nicht vertragen. Unsere Herz konnte die Verbrennung von Menschen nicht dulden, deswegen haben wir immer wieder gegen Katholiken und Inquisition rebelliert.

H. Bauer
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Re: Slawische Sprache?

Beitragvon H. Bauer » 21.05.2017, 07:26

H. Bauer hat geschrieben:
MariaM hat geschrieben:Hallo, ich würde sagen, Lazzaro hat recht. :v: :guterbeitrag:

(L., ich finde es übrigens sehr schön, dass du das "Christus ist auferstanden" auf Tschechisch geschrieben hast. :-) "Vpravdě vstal z mrtvých!" )


Warum waren die Slawen vor 815 (Geburt von Method) nicht bekannt?

Die Übersetzung der Bibel von griechisch in Kirchenslawisch war von Kyrill und Method oder von wenige Jahren zuvor?

Nach den Ankunft von Kyrill und Method mit den orthodoxen slawische Bibel in Zentrum von Mitte-Europa, damals Mähren, seit diesen Jahr 862 sind plötzlich die Slawen bekannt.

Warum waren in Ost-Deutschland bis 800-862 angeblich germanische Stämme?

Diese sind plötzlich verschwunden und nach 862 sind plötzlich die Slawen da, fast 100%?

genetische Untersuchungen sagen doch klar, die Menschen sind in Ost-Deutschland die gleiche, Heute, um 860 sowie vor 3000 Jahren.

Haben die Ost-Deutschen die Slawische Sprache in kurze Zeit gelernt. Und wenn ja, warum?

Was war so wichtig für den Menschen damaligen Zeit um eine fast fremde Sprache in nur einige Jahren zu lernen und zu benützen?

Und wenn die Menschen diese Sprache gelernt haben, warum wollten die Menschen von Bamberg bis Ural diese Sprache lernen?


Antwort auf diese Frage gibt uns die Frau Agafia:

https://www.youtube.com/watch?v=BFK3DJ7Kn6s

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Frau Agafia

Beitragvon H. Bauer » 21.05.2017, 07:38

Was sagt uns die Geschichte von Frau Agafia?

Die erzählt uns und wir können mit unseren Augen sehen wie die Menschen, die Bauern, in Jahre 1500 in Russland lebten.

1. Die Bauern in Russland waren 100% freie Menschen in Jahre 1500.

2. Die Bauern in Russland haben die Bibel in Kirchenslawisch und die christlichen Bücher gelesen und selbst geschrieben um von eine Generation zu andere diese Schätze zu übergeben.

So ist der größte Volk Europas entstanden: Freie Bauern die die orthodoxen Bibel, geschrieben in Kirchenslawisch, gelesen und geschrieben haben und dass in unzählige male während mehrere Generationen.

Welche Zeitraum? Von Jahr 862 bis fast sicher bis 1204, haben die Menschen in Mitte-Europa und auch in Russland standgehalten, waren nicht besiegt.

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 23.05.2017, 21:02

Auf Wikipedia wird vermutet dass die Bibel in Kirchenslawisch nicht von Method und Kyrill stamm, sonder von andere Mönche auch 100 oder 200 Jahren früher.

Wenn es war ist dann hatten die Bauern zwischen Bamberg bis Ural und weiße Meer bis Kaukasus und Teesaloniki schon früher angefangen die Bibel zu studieren und deswegen ist dann die slawische Zeit auf einmal entstanden.

Warum wurde Kirchenslawisch benützt?

Waren vielleicht zu damalige Zeitpunkt slawischen Familien oder Teile der slawischen Familien zu Macht gekommen in die zwei wichtigen Regionen : Mittel-Europa mit Zentrum in Mähren und Ost-Europa mit Zentrum Kiew?

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 24.05.2017, 06:17

"Wenn es war ist dann...". Ja, aber nur genau dann, wenn...

Wikipedia sind Menschen wie Du und ich. Wo wird dort "vermutet dass die Bibel in Kirchenslawisch nicht von Method und Kyrill stamm, sonder von andere Mönche auch 100 oder 200 Jahren früher"?

LG Christian

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 27.05.2017, 07:49

Christian hat geschrieben:"Wenn es war ist dann...". Ja, aber nur genau dann, wenn...

Wikipedia sind Menschen wie Du und ich. Wo wird dort "vermutet dass die Bibel in Kirchenslawisch nicht von Method und Kyrill stamm, sonder von andere Mönche auch 100 oder 200 Jahren früher"?

LG Christian


Ich hab vermutlich auf Wikipedia gelesen. Die Bibel wurde auch auf Deutsch lange vor Luther übersetzt, aber wir wissen nur von Lutherbibel.

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 27.05.2017, 07:50

„Als Slawen wird die nach Bevölkerungszahl größte Gruppe von Ethnien in Europa bezeichnet, die seit dem 6. Jahrhundert vor allem das östliche Mitteleuropa, Osteuropa und Südosteuropa bewohnen. „

Jordanes schrieb in der Getica, Sclaveni, Antes und Venethi seien verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Gruppe. Laut ihm siedelten die Sclaveni zwischen Weichsel und Donau und die Anten zwischen Dnister und Don.

https://de.wikipedia.org/wiki/Slawen#/m ... turies.png


Jordanes hat immer richtig geschrieben. Er war selber Barbar ( sogar Walache) und kannte die Barbarische Völkern.

Vielleicht war es so:
- In Süd waren die Walachen von Schwarzwald bis Dnister, und Jordanes beschreibt die hatten auch in weiter in Osten vermutlich südlich gelebt.
- Nord von walachische Gebieten lebten die Slawen von Donau bis Don. Wo genau am Donau? Beim Regensburg? Beim Wien? Oder beim Bratislava?

„Die Slawen rückten dabei auch in den Bereichen vor, die im Verlauf der Völkerwanderung von germanischen Gruppen geräumt worden waren. „
Die Genetische Forschung hat doch festgestellt dass die Menschen lebten ununterbrochen 3000 Jahren in das gleiche Region. Es gab keine große Völkerwanderung.

Kein Volk hat ein Raum geräumt, sonder haben die Sprache gelernt.

H. Bauer
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Warum ist Rumänien ein Insel in Meer von Slawen?

Beitragvon H. Bauer » 27.05.2017, 08:06

Warum ist Rumänien ein Insel in Meer von Slawen?

Vermutlich weil wir die Bibel gelesen hatten.

Unsere vermutlich ersten offiziellen Bischof hat uns ein großes Geschenk gemacht.

Seine Eltern wurden von Walachen als Gefangene von Anatolien genommen, er wurde von uns in die griechische Schulen geschickt.

Er ist zurückgekommen und war unsere ersten Bischof für die Walachen am Nord und am Süd Donau ( heutige Rumänien, Süd war Rumälien).

Der wurde bekannt als Ulfila oder Wulfila ( der Mann der mit Wölfe tanzt). Wir die Dakern (Walachen heute) hatten als Flagge ein Wolf-Kopf.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wulfila

Wir die Walachen aus Rumänien und Süd-Donau hatten unsere Bibel in unsere Sprache. So dass wir unsere Sprache komplett war. Deswegen sind wir heute keine Slawische-Sprecher, wir haben nur 15% Slawische Wörtern in unsere Sprache.

H. Bauer
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Martin Luther

Beitragvon H. Bauer » 27.05.2017, 08:29

Zerwisti!

Der Slawische Stamm der Zerwisti lebten am Elbe, dort wo auch Marin Luther gelebt hat.

http://www.timediver.de/mecklenburg-vor ... aemme.html

Wenn die West Slawen orthodoxen Christen waren, dann waren die Zerwisti auch orthodoxe Christen.

Wir wissen die Slawen haben sich nicht leicht geschlagen gegeben. Die haben gekämpft wir Helden.

Vermutlich die haben widerstand geleistet bis 1250. letzte große Kreuzzug gegen Slawen aus Ost-Deutschland war um 1147. Auch wenn die Franken gesiegt haben , hatten noch 100 Jahren gebraucht eine fähige Administration in diesen Gebiet zu bauen. Bis dann haben die Bauern Ihren orthodoxe slawischen Bücher weiter gelesen und geschrieben.

Mit Feudalismus, aber langsam wurden die Bauern von Ihre rechte und Land geraubt und streng kontrolliert. Die slawische Sprache wurde verboten, vermutlich um die orthodoxen Bücher nicht mehr lesen zu können.

250 Jahren danach hat Martin Luther dass gleiche Idee wie König Rastislav und Kyrill und Method:

„Unser Volk hat das Heidentum bereits verworfen und hält sich an die christlichen Gesetze; aber wir haben keine Lehrer, die uns in unserer Sprache im rechten christlichen Glauben unterweisen können, damit auch andere Völker, wenn sie es sehen, uns nacheifern; so sende uns, Herr, einen Bischof und Lehrer. Denn von euch breitet sich ein gutes Gesetz in alle Länder aus.“
Aus dem Brief von Rastistav an den byzantinischen Kaiser[6][7]
( Der Slawische Volk war schon orthodoxen Christen in Jahr 860, hatte aber kein offizielle Bischof) ( und Rom war noch nicht vollständig Katholisch, die Franken haben endgültig Rom und Süd-Italien nur später erobert).


„Nackt (schutzlos) stehen die Völker da, wenn sie keine Bücher in eigener Sprache haben, ohne diese Waffen können sie nicht gegen den Widersacher menschlicher Seelen kämpfen und sind dem ewigen Verderben ausgeliefert.“
Aus Konstantins Vorrede (Proglas) zu seiner Übersetzung der vier Evangelien. Es ist wahrscheinlich das älteste Schriftstück in Altkirchenslawisch[11].


https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrill_und_Method


Martin Luther konnte nicht gewinnen, er wusste dass. Aber er hat die Idee von Kyrill genommen, und den Deutsche Volk eine Bibel die er auch lesen konnte gegeben.

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon holzi » 27.05.2017, 17:11

H. Bauer hat geschrieben:[...]
- Nord von walachische Gebieten lebten die Slawen von Donau bis Don. Wo genau am Donau? Beim Regensburg? Beim Wien? Oder beim Bratislava?

Fast bis Regensburg. In der Oberpfalz zeugen Ortsnamen wie Teublitz, Schirmitz, Trausnitz etc. von der Besiedelung durch slawische Völker. Diese waren aber bereits im Mittelalter sprachlich und kulturell weitgehend deutsch bzw. bairisch assimiliert. Durch die Errichtung des Erzbistums Prag im Jahr 973 durch den Hl. Bischof Wolfgang aus dem ehemals Regensburger Missionsgebiet wurde die Abgrenzung zwischen böhmisch-slawischen und bairisch-germanischen Gebieten verfestigt. Kirchlich gehörten die böhmischen Gebiete aber schon lange vorher zum lateinischen Ritus.
H. Bauer hat geschrieben:„Die Slawen rückten dabei auch in den Bereichen vor, die im Verlauf der Völkerwanderung von germanischen Gruppen geräumt worden waren. „
Die Genetische Forschung hat doch festgestellt dass die Menschen lebten ununterbrochen 3000 Jahren in das gleiche Region. Es gab keine große Völkerwanderung.

Kein Volk hat ein Raum geräumt, sonder haben die Sprache gelernt.

Gewandert sind die Herrscher, die haben ein Gebiet erobert und dann ihren Leuten die Macht übertragen. Dass die Bauern und Handwerker einfach geblieben sind, das ist einleuchtend.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 28.05.2017, 09:39

"Der Slawische Stamm der Zerwisti lebten am Elbe, dort wo auch Marin Luther gelebt hat. Wenn die West Slawen orthodoxen Christen waren, dann waren die Zerwisti auch orthodoxe Christen."

Die slawische Wasserburg Zerwisti (heute: Zerbst) war ein so wichtiger Burgwardsmittelpunkt der Sorben, daß ein Teil von ihnen hiernach benannt wurde (Stamm der Zerwisti). Auch der Gau (älteste Form 949 ''Ciervisti'') erhielt diese Bezeichnung, welche von slawisch ''sirbiste'' (verwandt mit Serben/Sorben) stammt und wonach also Ort, Stamm und Gau ''Sorbenort'' bedeuteten. Das Vorhandensein dieser Burg und des Stammes wird für die Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen (782 gab es Kämpfe in der Nähe [bis in den Saalemündungsbereich]) bereits vorausgesetzt.

Aufgrund dieser hohen Bedeutung gehörte das Gebiet der Zerwisti nach 890 nach einhelliger Forschungsmeinung zum Großmährischen Reich und wurde in dieser Zeit orthodox geprägt.

Durch Otto den Großen kurzzeitig seit spätestens 949 unter deutscher Verwaltung stehend, fiel der Stamm der Zerwisti beim Großen Slawenaufstand von 983 wieder von der deutschen Hoheit ab.

Das Territorium ''Zerbiste'' umfaßte 1003 (unter anderem) die Orte Droganize (völlig zerstört und untergegangen), Liubusize (Leps) und Uuieze (Bias). Weitere sind nicht überliefert.

Der römisch-katholische polnische Herzog Boleslaw I. nahm im Jahre 1007 ''Ciervisti'' ein und verschleppte deren orthodoxe Einwohner teilweise.

Im Jahr der Schlacht am Welfesholz (1115) unterstützten die freien Zerwisti einen Allgemeinen Sorbenaufstand südlich der Elbe (im Raum Bernburg/Köthen/Dessau und darüber hinaus). In einer Schlacht bei Dessau waren die anfänglich erfolgreichen Sorben den Sachsen unterlegen. Hier fand der heilige Matthias (Матиас) von Zerwisti im Kampf um ein freies Sorbien die Krone des Martyriums.

Erst Albrecht der Bär (gestorben 1170) konnte die Burg Zerbst wieder für deutsche Zwecke erobern.

LG Christian

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon holzi » 28.05.2017, 13:56

Vorsicht mit der Bezeichnung "orthodox" und "römisch-katholisch" als Gegensätze im 1. Jahrtausend! Besser wäre es, von lateinischem gegen byzantinischen Ritus zu sprechen. Aber wie immer war das nur sekundär. Es wurde Politik betrieben, und das hieß damals ganz oft Krieg und Eroberung. Da war sehr wenig Theologie drin. Und nicht einmal der hartgesottenste Zelot dürfte die Kircheneinheit im 1. Jahrtausend bestreiten. Ich persönlich würde sogar noch weiter gehen und den endgültigen Verlust der weitgehenden Glaubenseinheit auf das Scheitern des Konzils von Florenz legen.
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 28.05.2017, 19:45

Natürlich ist das alles irgendwie Ansichtssache. Für den deutschen Raum sehe ich die Latinisierung schon mit Willibrord (658 bis 739), seinem Schüler Bonifatius (um 673 bis 754 oder 755), Pirmin (um 670 bis 753) und anderen für gegeben an, welche Kirchenpolitik im Sinne des Papsttums betrieben. Die Orthodoxe Bischofskonferenz in Deutschland (wobei keiner der Metropoliten deutsch ist) zieht in ihren Kalendern die Grenze um das Grosse Schisma 1054. Andere Orthodoxe ziehen die Grenze schon etwas vorsichtiger mit der Zeit Karls des Großen (um 800 - Kaiserkrönung Karls). Benedikt von Aniane (um 750 bis 821) und die Unterstellung aller Klöster unter die Regel des Benedikt im Jahre 817 kann mMn ebenfalls schlecht mit dem orthodoxen Geist vereinbart werden - wie später der Streit um die muttersprachliche Christianisierung der Slawen ab 863 auch nicht. Spätestens jedoch mit der Absetzung des Photios 862 durch Papst Nikolaus I. (Photios-Schisma) bestand die Einheit mMn nur noch pro forma. Und die gesamte orthodoxe Slawenmission beginnt erst danach.

Es ist weniger der Ritus, der unterscheidet, sondern mehr die Kirchenpolitik. Man kann schon von Lateinern und Byzantinern sprechen, doch wirkt diese Differenzierung im deutschen Kontext viel mißverständlicher als römisch-katholisch und orthodox (von Gebräuchlichkeit einmal ganz abgesehen).

LG Christian

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Igor » 28.05.2017, 21:39

Grüß Gott!

In diesem Zusammenhang ist das Video :arrow: "Orthodoxe Heilige in Deutschland" sehr zu empfehlen.

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Als der Höchste hernieder fuhr, verwirrte Er die Sprachen, zerteilte Er die Völker, nun, da Er Feuerzungen ausgeteilt, ruft Er alle zur Einheit: Einmütig preisen wir deshalb den Heiligen Geist. (Pfingstkondakion im 8. Ton)


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