Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

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H. Bauer
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Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 11.05.2017, 22:15

https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_Slavica

Vor 1 oder 2 Jahren wurde eine Silberschatz in Raum Frankfurt am Main gefunden. Die Experten sagten ist von 1100 und damals in Raum Frankfurt war ein slawischer König die diese Münzen geschlagen hat.

War dieser König ein orthodoxe Christ?

Waren die Slawen in Germania slavica auch teilweise orthodoxen Christen?

holzi
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon holzi » 13.05.2017, 19:18

Sofern sie keine Heiden mehr waren, sondern bereits christianisiert, so waren sie in der Tat orthodoxe Christen. Weil es in der Zeit des 1. Jahrtausends noch keine Spaltung der Christenheit in unseren Landen gab. Einem byzantinischen Ritus dürften sie wohl nicht angehört haben, wenn du das gemeint haben solltest.
Das Christentum nimmt den Menschen, wie er ist, und macht ihn zu dem, was er sein soll. (Adolph Kolping 1813-1865)

Christian
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 13.05.2017, 20:36

Ohne weitere Angaben zum Fund und dessen Analyse kann ich hier keine Aussage treffen. @ holzi Vielleicht noch ein Hinweis: Um 1100 war bereits ein halbes Jahrhundert nach der Trennung zwischen der Orthodoxie und den Lateinern.

Zur Frage der Germania Slavica:

Man sollte die Karte im verlinkten Artikel zur Germania Slavica "Ausdehnung der deutschen Ostsiedlung in die slawischen Gebiete (Karte der polnischen Geschichtsforschung)"

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... hodzie.PNG

mit der Karte der Westslawen ("West Slavs 9th–10th centuries")

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... 0th_c..png

abgleichen. Die Gebiete der Westslawen südlich der grauen Linie (d.h. ehedeme Gebiete von "Great Moravia") waren damals orthodox mit slawischem Gottesdienst. Eine detailliertere Karte des Großmährischen Reiches bietet

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ia-eng.png

LG Christian

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 13.05.2017, 20:47

Ich habe damals gehöhrt Franktfurt am Main, aber auf der schnelle bin ich jetzt nur auf diesen Artikel mit Franktfurt (Oder) gestossen.

http://www.focus.de/regional/brandenbur ... 98444.html

1000 Jahre alter SchatzHobby-Archäologe birgt 2100 Silbermünzen in Brandenburg



Ein Hobby-Archäologe hat in Lebus nördlich von Frankfurt (Oder) einen Silberschatz geborgen. Bei den etwa 2.100 Silbermünzen aus dem 11. bis 12. Jahrhundert handelt es sich um sogenannte Hochrandpfennige. Bereits 2003 wurde in der Nähe von Lebus ein 3000 Jahre alter Bronzeschatz gefunden.

Bereits Anfang Oktober hat der Hobby-Archäologe Frank Slawinski die Münzen an den Oderhängen entdeckt. Der Fund wurde erst jetzt bekannt, da Slawinski mit Erlaubnis des Landesamtes für Denkmalpflege erst alle Münzen bergen wollte, um sie vor Schatzräubern zu schützen.

Er hat die Hochrandpfennige dann selbst zu Hause grob gereinigt und so erste Bestimmungen vorgenommen. Inzwischen befindet sich der zwei Kilo schwere Schatz im Landesamt in Wünsdorf. Der Sprecher sagte, es seien mehrere Münzsorten, zumeist aus Silber. „Sie glänzen silbrig, teils aber auch grünlich.“
Der Heimatverein stellt den Schatz aus

Die Münzen entstammen der späten Slawenzeit und seien laut Landesamt vor allem im westslawischen Raum vorgekommen. Ostbrandenburg sei damals von polnischen Fürsten regiert worden. Lebus war bis ins frühe Mittelalter der bedeutendste Handels-Knotenpunkt der Oderregion. So konnten derart viele der Münzen nach Brandenburg gelangen. Es handelt sich um sogenannte Hochrandpfennige, die damals auch als Sachsen- oder Wendepfennige bekannt waren.

Am 22. Januar kehrt der Schatz noch einmal nach Lebus zurück: Im Museum „Haus Lebuser Land“ stellt der Heimatverein Lebus die Münzen aus. Dort steht auch ein Teil des Bronzeschatzes aus, der 2003 am Lebuser Burgberg, unweit des erneuten Fundorts, geborgen wurde. Der Rest des sogenannten Bronzehorts ist im Pauli-Kloster in Brandenburg/Havel zu sehen. Am Fund des Bronzenhorts war Slawinski übrigens auch beteiligt.

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 13.05.2017, 20:57

Christian hat geschrieben:Ohne weitere Angaben zum Fund und dessen Analyse kann ich hier keine Aussage treffen. @ holzi Vielleicht noch ein Hinweis: Um 1100 war bereits ein halbes Jahrhundert nach der Trennung zwischen der Orthodoxie und den Lateinern.

Zur Frage der Germania Slavica:

Man sollte die Karte im verlinkten Artikel zur Germania Slavica "Ausdehnung der deutschen Ostsiedlung in die slawischen Gebiete (Karte der polnischen Geschichtsforschung)"

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... hodzie.PNG

mit der Karte der Westslawen ("West Slavs 9th–10th centuries")

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... 0th_c..png

abgleichen. Die Gebiete der Westslawen südlich der grauen Linie (d.h. ehedeme Gebiete von "Great Moravia") waren damals orthodox mit slawischem Gottesdienst. Eine detailliertere Karte des Großmährischen Reiches bietet

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... ia-eng.png

LG Christian


Vielen Dank für deine Ergänzung. Es stimmt, der Europäische-Slawische Mitte-Reich genant Königreich of Moravia:

"Das genaue Datum der mährischen Staats- bzw. Reichsgründung ist umstritten, Dušan Třeštík geht davon aus, dass der mährische Staatswerdungsprozess ca. 790 einsetzte und um etwa 831 unter dem mährischen Fürst Mojmir I. (um 830–846) abgeschlossen war. Nachdem er die Mährer unter seiner Herrschaft vereint hatte, setzte Mojmir 831 eine christliche Massentaufe der mährischen Führungsschicht durch und ging ab 833, als er den profränkischen mährischen Lokalfürsten Pribina aus Nitra vertrieb, auf Konfrontationskurs zum Fränkischen Reich." Wikipedia

Schon am 830-846 ist die Taufe zum orthodoxe Christentum und die Gegensatz zum Fränkische Reich zu beobachten.
Zuletzt geändert von H. Bauer am 13.05.2017, 21:08, insgesamt 1-mal geändert.

Christian
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 13.05.2017, 21:02

Vielen lieben Dank für die prompte Replik. Ja, der Fund von Frankfurt/Oder ist mir ein Begriff (es ist eben immer die Frage in Deutschland: "Frankfurt/Oder oder Frankfurt/Main?"). Ich recherchiere morgen nochmals. Für heute wünsche ich eine Gute Nacht. LG Christian

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 13.05.2017, 21:06

Die östlichen Kaiserreich waren keine feste gebundene Gebiet, von Antike in Osten waren ein Kaiserreich eine Völker-Bund. Die Völkern haben eine starke Führung gewählt und es war keine Besatzungsarmee notwendig.

Der König oder Kaiser Rastislav hat vermutlich die Slawen von Mitteleuropa vereint.

Sein Einfluss-Gebiet war vermutlich von Ost-Deutschland bis zum Gebiet von Ost-Slawen-Reich genant Kiew-Ruß.

Christian
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 14.05.2017, 06:23

Zu einem slawischen Silberschatz in Frankfurt/Main um 1100 konnte ich nichts ermitteln. Dies wäre auch sehr unwahrscheinlich, man vergleiche nur einmal die Lage des Limes Sorabicus:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... abicus.jpg

Die starke rote Linie zeigt die Grenze zwischen den Herrschaftsbereichen der Slawen und Germanen, die gestrichelte rote Linie zeigt die Grenze des westlichsten slawischen Siedlungsbereiches. Zwar wurde der Obermain östlich Bamberg slawisch beherrscht und östlich des Flußabschnittes Würzburg-Karlstadt auch slawisch besiedelt (die Slawen hatten ganz gezielt die europäische Wasserscheide am Fichtelgebirge überwunden und waren in die dünn besiedelten Oberläufe von Main und Regnitz eingedrungen ) - aber in Frankfurt am Main am Unterlauf des Mains (unweit des Mündungsbereiches in den Rhein) gab es nach bisheriger Erkenntnis keine slawische Besiedlung, geschweige denn eine slawische Herrschaft. Es wird sich wohl um den Silberschatz von Frankfurt/Oder (konkreter: bei der Burg Lebus am Oderhang in Richtung Frankfurt) aus dem 12. Jahrhundert handeln. Diese Region war zu jener Zeit (Beginn/Mitte des 12. Jahrhunderts) auch noch slawisch und nicht deutsch beherrscht.

Zudem wurde Frankfurt/Main nach dem Vertrag von Verdun (843) zeitweise zur Hauptstadt des ostfränkischen Reichs und daher auch Principalis sedes regni orientalis genannt - mit einem häufigen Verweilen der Kaiser und Könige in Frankfurt und wiederholt dort abgehaltenen Reichstagen und Kirchenversammlungen. Auch als die deutschen Kaiser keine beständige Residenz mehr dort hatten, blieb Frankfurt kaiserliches Kammergut und Hauptort von Ostfranken. Diese Stadt fällt also für den Sitz eines slawischen Königs mit Münzregal nicht nur im fraglichen Zeitraum (nach 1100) aus. Ganz im Gegenteil: Bernhard von Clairvaux rief 1147 von der Pfalzkapelle in Frankfurt/Main (der heutigen Alten Nikolaikirche) in einer aufwühlenden Predigt den Staufer Konrad III. zur Teilnahme am zweiten Kreuzzug auf. Hier entstand also sogar der Impuls zum Wendenkreuzzug gegen die Slawen - welche hier zu diesem Zeitpunkt also garantiert nicht geherrscht haben können. Vgl.:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wendenkreuzzug

LG Christian
Zuletzt geändert von Christian am 14.05.2017, 07:57, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Christian » 14.05.2017, 07:37

Der Silberschatz slawischer Münzen wurde an einem Oderhang in der Nähe von Lebus (Richtung Frankfurt/Oder) gefunden und auf das 12. Jahrhundert datiert (Münzen des 11. und 12. Jahrhunderts). Er könnte demzufolge durchaus mit dem Wendenkreuzzug von 1147 in Verbindung gebracht werden.

Lebus war die Hauptburg des Stammes der Leubuzzi, des östlichsten Stammes der Wilzen. Der Name geht auf den des Wilzenfürsten Liubus zurück, der Anfang des 9. Jahrhunderts die Oberhoheit über die Stämme der Wilzen besaß. Die Leubuzzi siedelten links und rechts der Oder. Der Ort der Hauptburg erklärt sich durch die bedeutende Oderfurt an dieser Stelle.

Die Burg Lebus wurde in der Zeit der Ostexpansion durch den deutschen König Heinrich I. (928/929) von den benachbarten Polanen zerstört, welche sich die Zersplitterung der Wilzen sowie deren Focus auf die Verteidigung ihrer Westgrenze zunutze machten. Widukind erwähnt unter den besiegten slawischen Stämmen auch die Wilzen: "Cumque vicinae gentes a rege Heinrico factae essent tributariae, Apodriti, Wilti, Hevelli, Dalamanci, Boemi, Redarii, et pax esset, Redarii defecerunt a fide." (Widukind I, 36). Etwa zur gleichen Zeit versammelten die Slawen ihr militärisches Potential zu einem großen Aufstand an der Elbe (Eroberung der Burg Walsleben bei Stendal, Redarieraufstand etc.). Vgl.:

http://www.regesta-imperii.de/id/0929-0 ... 1_1_73_23g

"Grosser Slavenaufstand unter führung der Redarier, welche Walsleben (n. von Stendal) plündern. Die gegen sie mit einem nur kleinen heer geschickten grafen Bernhard und Thiatmar erringen bei Lunkini (Lenzen nw. von Wittenberge) einen grossen sieg, erobern und plündern die stadt; 200.000 feinde sollen auf dem schlachtfeld geblieben sein, ausführlich Widukind I,36 mit benutzung der Ann.Corb. 929 M. G. SS. 3,4 und Jaffé Bibl. 1,35, welche die schlacht auf den 4. sept. setzen: II. non. sept. feria VI, oriente sole facta est pugna valida iuxta flumen quod vocatur Alpia contra Sclavos von denen 120.000 fallen..." (Heerführer Thietmar war auch der Eroberer der slawischen Burg Dupzk, welche aus Eichenstämmen bestand, geplündert und verbrannt wurde - daher "brandanburg" = Bernburg an der Saale)

Bei der Zerstörung von Lebus erlangte laut der Sorbisch-Orthodoxen Hagiographie der orthodoxe Priestermönch Antonios (Антоний) von Dupzk (auch von Lebus) am 19. März 929 mit 40 Gefährten die Krone des Martyriums. Antonios war erst zwei Jahre zuvor (vor dem 10. Mai 927) der Zerstörung seines Klosters Pantaleon (Пантелеймон) in Dupzk (auch Salfurt, althochdeutsch ''brandanburg'', heute Bernburg/Saale) durch Flucht vor den Truppen Heinrichs I. nach Lebus, seinem Heimatort, entronnen. Vgl.

http://www.sachsen-anhalt-wiki.de/index.php/Bernburg - Artikel Bernburg (Saale) [der Link auf das Klammerlemmata funktioniert von diesem Forum aus nicht] Abschnitt 4.1.2: Das ostsaalische sorbische Dupzk

Lebus wurde noch im 10. Jahrhundert, wahrscheinlich von dem polnischen Herrscher Mieszko I. (ab etwa 960 Herzog von Polen, 966 römisch-katholisch getauft) oder seinem Sohn Bolesław Chrobry wiederaufgebaut und verstärkt, war nun über zwei Jahrhunderte Bestandteil des Piastenstaates und übte eine beherrschende Rolle über die sich hier kreuzenden Verkehrswege aus. Auch die zerstörte ehedem slawische Burg Dupzk wurde (als "brandanburg") wieder aufgebaut und 961 als eine der sechs "civitates" (Burgen, Burgwardsbezirke) des ehedem slawischen Gaues Nudzici erwähnt und durch Kaiser Otto I. an das Moritzkloster in Magdeburg geschenkt (die Gründung des Erzbistums Magdeburg konnte erst nach dem Ausräumen vieler Widerstände [auch bei den römischen Päpsten] und dem Ableben des streitbaren Halberstädter Bischofs Bernhard von Hadmersleben im Jahre 968 erfolgen). Vgl.:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bernhard_von_Hadmersleben

"Als der Bischof dem Kaiser und den übrigen Bischöfen jeglichen Empfang und Ehre verweigerte, sei Otto durch göttliche Eingebung als Büßer barfuß in Halberstadt eingezogen. Der Kaiser soll dann das Versprechen abgegeben haben, zu Lebzeiten des Bischofs nicht mehr zu seinen Gründungsplänen zurückzukehren."

Die Piasten waren im 12. Jahrhundert eine Dynastie, welche der Konfession der Lateiner anhing. Bolesław III. Schiefmund gründete 1125 das Bistum Lebus als ein Suffragan des römisch-katholischen Erzbistums Gnesen. Vgl.:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Lebus

"Herzog Boleslaw Schiefmund bezweckte mit der Bistumsgründung eine weitere Ausdehnung seiner Macht nach Norden und Westen in das von verschiedenen slawischen Stämmen besiedelte Land zwischen Elbe und Oder. Er kam damit gleichartigen Gebietsexpansionsplänen Kaiser Heinrichs V. zuvor, indem er ein polnisches Bistum errichtete und das Gebiet so dem Einflussbereich des Kaisers und des Erzbistums Magdeburg entzog."

Nach dem Tod von Bolesław III. Schiefmund 1138 war Lebus im Besitz der (ebenfalls römisch-katholischen) schlesischen Piasten.

LG Christian

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 15.05.2017, 13:54

Christian hat geschrieben:Zu einem slawischen Silberschatz in Frankfurt/Main um 1100 konnte ich nichts ermitteln. Dies wäre auch sehr unwahrscheinlich, man vergleiche nur einmal die Lage des Limes Sorabicus:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... abicus.jpg

Die starke rote Linie zeigt die Grenze zwischen den Herrschaftsbereichen der Slawen und Germanen, die gestrichelte rote Linie zeigt die Grenze des westlichsten slawischen Siedlungsbereiches. Zwar wurde der Obermain östlich Bamberg slawisch beherrscht und östlich des Flußabschnittes Würzburg-Karlstadt auch slawisch besiedelt (die Slawen hatten ganz gezielt die europäische Wasserscheide am Fichtelgebirge überwunden und waren in die dünn besiedelten Oberläufe von Main und Regnitz eingedrungen ) - aber in Frankfurt am Main am Unterlauf des Mains (unweit des Mündungsbereiches in den Rhein) gab es nach bisheriger Erkenntnis keine slawische Besiedlung, geschweige denn eine slawische Herrschaft. Es wird sich wohl um den Silberschatz von Frankfurt/Oder (konkreter: bei der Burg Lebus am Oderhang in Richtung Frankfurt) aus dem 12. Jahrhundert handeln. Diese Region war zu jener Zeit (Beginn/Mitte des 12. Jahrhunderts) auch noch slawisch und nicht deutsch beherrscht.


LG Christian


Danke!, ich habe vermutlich ins Radio gehört. Es hat mich auch gewundert.

Aber danach habe ich die Geschichte um 80 Jahren nach Christus gelesen.

Damals wurde der Kaiser Domitian:

"Unter Domitian begann die Phase einer erneuten römischen Expansion rechts des Rheins im Bereich der obergermanischen Heeresgruppe. Als ein Krieg in Germanien unausweichlich schien, entschied der Kaiser nach einer Ratssitzung,[17] unter dem Vorwand eines Zensus in Gallien im Jahre 83 über den Rhein zu marschieren.[18] Vermutlich im Frühjahr 83 begann der Krieg gegen die Chatten,[19] dessen Ziel die Schwächung der Chatten als letztem größeren Unruheherd in Rheinnähe war. Domitian stieß tief bis in das chattische Kernland vor,[20] also weit ins heutige Hessen."

https://de.wikipedia.org/wiki/Domitian# ... _Germanien

Die Völkern die die Römer Barbaren nanten hatten aber auch ein Kaiser, oder die lagen in Brüderschaft.

sonst kann ich micht nicht erklären warun die Daker mit Ihren Führung ( König oder Kaiser) Diurpaneus, einen vermultich neue Front in süd-ost eröfneten.

Wenn mann die Geschichte liest, glaubt mann das diesen ein Krieg zwischen ein Provinz (Dacia) und ein Kaiserreich war.

Es war aber vermutlich einen gesamt-europeische Konfruntation zwischen Barbaren und die Römer.

"Daker- und Pannonische Kriege
Die Feldzüge gegen die Chatten brachten reiche Beute ein und führten zu kleineren Gebietsgewinnen für die Römer; sie mussten abgebrochen werden, da die Legionen an der Donau benötigt wurden. Mitte 85[30] drangen starke dakische Kriegerverbände des Stammesfürsten Diurpaneus[31] von Nordosten in die römische Provinz Moesien ein und trafen die Römer völlig unvorbereitet. Der Statthalter Gaius Oppius Sabinus fiel während der gescheiterten Abwehrkämpfe, die Daker plünderten und brandschatzten viele Siedlungen und Kastelle. Der Kaiser ordnete eine Verlegung von Legionen aus allen Teilen des Reiches an und begab sich selbst mit seinen Prätorianern unter dem Befehl von Cornelius Fuscus an die moesische Front."

Die Daker waren danach noch 22 Jahren in Krieg, aber die Römer mußten die Region Hessen und Germania verlassen.

Deswegen hatte ich gedacht dass es stimmen kann, eine Verbundheit zwischen Hessen und heutige Rumänien kann in diesen zusamenhang finden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Decebalus

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 15.05.2017, 14:06

[quote="Christian"]Zu einem slawischen Silberschatz in Frankfurt/Main um 1100 konnte ich nichts ermitteln. Dies wäre auch sehr unwahrscheinlich, man vergleiche nur einmal die Lage des Limes Sorabicus:

https://commons.wikimedia.org/wiki/File ... abicus.jpg

Es ist nicht zu erklären. Von wo kommen die Slawen?

Es wird gesagt von einen Punkt aus Ost-Europa. von einen Punkt auf die Karte sind die Slawen die größte Volk Europas?

Heute diese Theorie hat keine halt mehr, oder wenig. es wurden die genetische Untersuchungen von Knochen von 3000 Jahren und von heutige Menschen gemacht in ganz Europa.

Dass hat gezeigt dass es keine Massenmigration gab. Die Menschen sind auch heute die gleichen wie vor 3000 Jahren.

Aber es sind die Kulturen und Nahmen die gewandert sind.

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon Lazzaro » 18.05.2017, 15:29

Kristus vstal z mrtvých!
Ich muß jetzt doch meinen Senf dazugeben:

Was sagt die geographische Lage?
Fast die gesammte sächsisch-böhmische Grenze liegt auf dem Kamm des Erzgebirges.
In der Oberlausitz ist das nicht so, sie ist geographisch offener. Außerdem sprechen Obersorben und Čechen ähnliche Sprachen. Ebenso gehöhrten beide Lausitzen bis zum Dreißigjährigen Krieg als Nebenländer zur böhmischen Krone.

Was sagt die Mündliche Überlieferung?
Der sorbisch-evangelische Pfarrer in Bautzen erzählte mir seinerseits, daß im 19. Jahrh. in Cotbus ein Pergament mit einem glagolitischen Text gefunden worden sein soll. Leider sei es verschollen. Ebenso sollen die Franziskaner in Kamenz vor der Reformation die slavisch-lateinische (=glagolitische) Liturgie gepflegt haben. Auch das eine Information des örtliche Pfarrers. Wissenschaftlich ist das nicht nachweisbar. Anderseits zeigt es, daß es eine gewisse Erinnerung vorhanden ist.

Gibt es konkrete Befunde?
Eine byzantinische Kreuzreliqie gelangte über Kiev (sic! )ins Kloster Marienstern bei Kamenz; Beziehungen zur restlichen slavischen Welt sind damit nachgewiesen.

Was können wir daraus zumindest für die Lausitzen schließen?
Da die Politischen Grenzen nicht von einer natürliche Barriere gebildet werden, und die sprachlichen Unterschiede leicht überbrückbar waren, war der Austausch zwischen Böhmen und den Lausitzen kein Problem.
Es ist also jederzeit möglich gewesen, daß die Missionsschule der hll. Kyrill und Methodius einen andauernden Einfluß bei den Elbslaven hatte.
Eine andere Interpretation wäre, daß der Erstkontakt der Sorben mit dem Christentum über die Slavische Missionsarbeit von Kyrill und Methodoius erfolgte und daß diese Form des Christentumes bei der Mission (oder Neuorganisation der Kirche) durch die ottonische Reichskirche unterging. * Solange wir aber keine archäologischen Beweise finden, von schriftlichen Quellen weiß ich nichts, bleibt das reine Spekulation.

Die Definition als dediziert orthodoxe Christen halte ich für unpassend, da es diesen Gegensatz zur Zeit der Christianisierung der Elbslaven so noch nicht gab.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Möglich ist vieles, bewiesen ist nichts.

Lazar

* Ein ähnliches Szenario können wir über den novgoroder Einfluß in Ostschweden vermuten.

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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon MariaM » 19.05.2017, 07:07

Hallo, ich würde sagen, Lazzaro hat recht. :v: :guterbeitrag:

(L., ich finde es übrigens sehr schön, dass du das "Christus ist auferstanden" auf Tschechisch geschrieben hast. :-) "Vpravdě vstal z mrtvých!" )

H. Bauer
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Slawische Sprache?

Beitragvon H. Bauer » 19.05.2017, 22:58

MariaM hat geschrieben:Hallo, ich würde sagen, Lazzaro hat recht. :v: :guterbeitrag:

(L., ich finde es übrigens sehr schön, dass du das "Christus ist auferstanden" auf Tschechisch geschrieben hast. :-) "Vpravdě vstal z mrtvých!" )


Warum waren die Slawen vor 815 (Geburt von Method) nicht bekannt?

Die Übersetzung der Bibel von griechisch in Kirchenslawisch war von Kyrill und Method oder von wenige Jahren zuvor?

Nach den Ankunft von Kyrill und Method mit den orthodoxen slawische Bibel in Zentrum von Mitte-Europa, damals Mähren, seit diesen Jahr 862 sind plötzlich die Slawen bekannt.

Warum waren in Ost-Deutschland bis 800-862 angeblich germanische Stämme?

Diese sind plötzlich verschwunden und nach 862 sind plötzlich die Slawen da, fast 100%?

genetische Untersuchungen sagen doch klar, die Menschen sind in Ost-Deutschland die gleiche, Heute, um 860 sowie vor 3000 Jahren.

Haben die Ost-Deutschen die Slawische Sprache in kurze Zeit gelernt. Und wenn ja, warum?

Was war so wichtig für den Menschen damaligen Zeit um eine fast fremde Sprache in nur einige Jahren zu lernen und zu benützen?

Und wenn die Menschen diese Sprache gelernt haben, warum wollten die Menschen von Bamberg bis Ural diese Sprache lernen?

H. Bauer
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Re: Germania Slavica! Waren die Slaven schon orthodoxen Christen?

Beitragvon H. Bauer » 19.05.2017, 23:03

Gibt es konkrete Befunde?
Eine byzantinische Kreuzreliqie gelangte über Kiev (sic! )ins Kloster Marienstern bei Kamenz; Beziehungen zur restlichen slavischen Welt sind damit nachgewiesen.

Nebenbei muß ich sagen, die Siebenbürgen Fürste haben die ganze Mittelalter benützt um die Königreich Böhmen und Ungarn zu erobern. Ja es gab bis Böhmen viele Verbindungen.


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