G - wie Große Fastenzeit

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Filip
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G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Filip » 20.03.2009, 23:02

Die Große Fastenzeit umfasst die Vierzig Tage, zwei Feste – den Lazarus-Samstag und den Palmsonntag – und die Karwoche. Insgesamt dauert sie 48 Tage.
Sie heißt Große Fastenzeit, nicht nur wegen ihrer Länge (sie ist länger als alle anderen Fastenzeiten), sondern auch wegen der großen Bedeutung dieser Fastenzeit im religiösen Leben des Christen.

Außer den sieben Wochen der Fastenzeit selbst sind durch das Typikon noch drei Vorbereitungswochen auf die Fastenzeit vorgeschrieben.
Diese Vorfastenzeit beginnt mit dem Sonntag des Zöllners und Pharisäers.
Vom Beginn der dritten Woche der Vorfastenzeit bis zum Ende der Fastenzeit wird kein Fleisch gegessen; Fleisch gibt es erst wieder auf dem Festtagstisch zu Ostern.
Diese dritte Woche der Vorfastenzeit heißt auch Käse- oder Butterwoche (masleniza), weil die Hauptspeisen in dieser Woche Milchprodukte, Fisch, Eier und Käse sind, deren Genuss in der anschließenden Großen Fastenzeit dann ebenfalls verboten ist.
Drei Wochen vor der Großen Fastenzeit, ab dem Sonntag, an dem bei der Liturgie das Evangelium vom Zöllner und Pharisäer gelesen wird, beginnt man im Gottesdienst das Fastentriodion (ein Buch für gottesdienstlichen Texte dieser Zeit) zu verwenden. Eben dieses Buch bestimmt die Besonderheiten des Gottesdienstes in der Großen Fastenzeit.

Am Vorabend des Sonntags, der den Namen “Sonntag des Zöllners und Pharisäers” trägt, wird während der Nachtwache ein besonderes Bußgebet gesungen: “Öffne mir die Tore der Umkehr...”
Damit beginnt die Vorfastenzeit.
Dieser Gesang wird an allen Samstagen in der Nachtwache wiederholt, bis zum fünften Samstag der Fastenzeit einschließlich.
Während der Woche des Zöllners und Pharisäers gibt es kein Fasten am Mittwoch und Freitag, um es nicht dem Pharisäer gleich zu tun, der sich seiner Frömmigkeit rühmte.
Mit dem “Sonntag des verlorenen Sohnes” beginnt die zweite Woche der Vorfastenzeit.
Bei der Liturgie wird das Evangelium vom Gleichnis vom verlorenen Sohn gelesen.
Am Vorabend erklingt ein zweiter Bußgesang: “An den Fluessen Babylons...”.
Mit dem “Sonntag des Jüngsten Gerichts” beginnt die dritte Woche der Vorfastenzeit.
Am Sonntag wird in der Liturgie das Evangelium vom Jüngsten Gericht gelesen.
Dieser Sonntag heißt auch “Sonntag des Fleischverzichtes”, denn es ist der letzte Tag, an dem Fleisch gegessen wird.
Vom darauf folgenden Montag bis Ostern darf man kein Fleisch mehr essen.
Am Samstag davor wird aller Verstorbenen gedacht.

Die auf diesen Sonntag folgende Woche heißt “Butterwoche”.

Am “Sonntag der Vertreibung des Adam” auch “Sonntag des Verzeihens” oder “Sonntag des Käseverzichtes” genannt, wird aus dem Evangelium die Stelle über die Verzeihung der Sünden und über das Fasten gelesen. Die Vertreibung Adams aus dem Paradies wird in vielen gottesdienstlichen Texten in Erinnerung gerufen.

Am Abend versammeln sich alle in der Kirche zum Ritus des Verzeihens.
Diese Vesper wird bereits als Fastengottesdienst gehalten, das liturgische Gewand ist schwarz, es werden Kniefälle (zemnye poklony) gemacht und Bußlieder gesungen.
Am Ende des Gottesdienstes wird über das Verzeihen der Sünden und Kränkungen und über das Fasten gepredigt und ein Segensgebet für die Große Fastenzeit gelesen.
Die Geistlichen, vom Vorsteher beginnend, bitten die Gläubigen und einander um Verzeihung. Danach gehen alle der Reihe nach zu den Priestern, verbeugen sich, bitten um Verzeihung und verzeihen ihrerseits alle Sünden und Kränkungen. Dabei küssen sie das Kreuz und das Evangeliar, als Zeichen der Ehrlichkeit ihrer Worte. Genauso bitten auch die Gläubigen einander um Verzeihung. Dieses gegenseitige Verzeihen der Kränkungen ist eine unumgängliche Bedingung für die Reinigung des Herzens und ein erfolgreiches Fasten.

Die Große Fastenzeit unterscheidet sich von allen anderen durch besondere Gottesdienste.

Erstens wird an Montagen, Dienstagen und Donnerstagen keine Liturgie gefeiert (außer an einigen Festtagen); an Mittwochen und Freitagen wird die Liturgie der Vorgeweihten Gaben zelebriert, an Sonntagen die Liturgie des heiligen Basileios des Großen.
Zweitens wird der Umfang der Texte in den Gottesdiensten größer, es werden viele Psalmen gelesen, es wird weniger gesungen.
Drittens wird das Gebet des heiligen Ephräm des Syrers mit 16 großen Kniefaellen gebetet.
Die Gottesdienste werden noch durch besondere Gebete erweitert, bei denen man sich verbeugt oder kniet.
Alle diese Unterschiede charakterisieren die geistliche Atmosphäre der Fastenzeit, die es im Rest des Jahres nicht gibt. Orthodoxe Christen gehen öfter als sonst in die Kirche, um diese besonderen Gottesdienste nicht zu versäumen. Die Hauptgottesdienste sind folgende:

Erste Woche.
Die Lesung des Bußkanons des heiligen Andreas von Kreta am Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag beim Abendgottesdienst. Am Morgen des ersten Mittwochs findet die erste Liturgie der Vorgeweihten Gaben statt. Am Freitag wird nach der Liturgie ein Bittgottesdienst mit der Weihe des “Kolyvo” (zum Gedächtnis an das Wunder des Großmärtyrers Theodor Tiron) gefeiert. Kolyvo ist eine Speise aus gekochten Körnern, die mit getrockneten Früchten vermischt sind, am häufigsten Reis mit Rosinen. Diese geweihte Speise wird an die Gläubigen verteilt und an diesem Tag auf nüchternem Magen gegessen. Diese erste Woche der Fastenzeit endet mit dem ersten Fastensonntag.
An diesem Sonntag wird das Fest der Orthodoxie begangen – die Feier des Sieges der Ikonenverehrung auf dem VII. Ökumenischen Konzil.

Zweite Woche.
Am Samstag findet ein Totengedenken statt. Am Sonntagabend wird in vielen Kirchen der erste Passionsgottesdienst gefeiert. Es ist ein Gottesdienst mit einem Akathistos-Hymnus zu Ehren des Leidens Christi. Die anderen drei Passionsgottesdienste werden an den folgenden Sonntagen gefeiert. Diese Passionsgottesdienste sind nicht im Typikon vorgeschrieben, sie sind eine fromme Tradition.

Dritte Woche.
Am Samstag findet wieder ein Totengedenken statt. Die Woche endet mit dem dritten Fastensonntag, dem Sonntag der Kreuzverehrung. Am Vorabend wird bei der Nachtwache ein Kreuz aus dem Altarraum zur Verehrung in die Mitte der Kirche getragen. Diese Kreuzverehrung erfolgt unter dem Gesang des Hymnus: “Dein Kreuz, o Gebieter, beten wir an, und Deine heilige Auferstehung preisen wir.” Das Kreuz bleibt die ganze Woche zur Verehrung in der Mitte der Kirche liegen.

Vierte Woche,
Die Woche der Kreuzverehrung. Diese Woche ist eine Woche des strengeren Fastens als die zweite und dritte Fastenwoche. Am Mittwoch ist die Hälfte der Fastenzeit vergangen. An allen Tagen der Woche wird das Kreuz verehrt. Am Freitag wird bei der Vesper das Kreuz in den Altar getragen. Am Samstag findet wieder ein Totengedenken statt. Die Woche endet mit dem vierten Fastensonntag, der dem Gedächtnis des ehrwürdigen Johannes Klimakos, eines Abtes und strengen Asketen, geweiht ist.

Fünfte Woche.
Am Mittwochabend ist der Gottesdienst dem Vorbild der Umkehr der ehrwürdigen Maria von Ägypten gewidmet. Während dieses Gottesdienstes wird der Bußkanon des heiligen Andreas von Kreta zur Gänze gelesen. Deswegen wird die Liturgie der Vorgeweihten Gaben am Donnerstag zelebriert. Der Samstag der fünften Woche heißt der Akathistos-Samstag oder Lobpreisung der Allheiligen Gottesgebärerin. Am Vorabend wird bei der Vesper der Akathistos-Hymnus zu Ehren der Gottesmutter mit besonderen Festgesängen gelesen. Aber das Fasten wird an diesem Tag nicht gelockert.

Sechste Woche.
Am Freitag dieser Woche gehen die Vierzig Tage zu Ende. Der darauffolgende Samstag ist der Lazarus-Samstag, das Gedächtnis des gerechten Lazarus, der von Jesus Christus am vierten Tag nach seinem Tod auferweckt wurde. Diese Woche endet mit dem Palmsonntag (siehe “Der Einzug des Herrn in Jerusalem”).

Karwoche.
Strenges Fasten. Alle Gottesdienste enthalten Besonderheiten.

An den ersten drei Tagen hören wir die Gesänge: “Siehe, der Bräutigam kommt um Mitternacht...” und “Dein Gemach...” Sie erinnern uns an die bevorstehende Begegnung mit Christus, dem himmlischen Bräutigam unserer Seelen, in Seinem Reich – gleichsam einem herrlichen Gemach. An diesen Tagen wird die Liturgie der Vorgeweihten Gaben zelebriert.

Am Mittwochabend gibt es eine Beichte für alle, die ihr Gewissen vor Ostern erleichtern möchten.

Am Großen Donnerstag (Gründonnerstag)
wird des Letzen Abendmahls gedacht, während dessen der Herr das Sakrament der Eucharistie eingesetzt hat – die Kommunion. An diesem Tag kommunizieren alle, welche die Möglichkeit dazu haben. Am Abend findet der Gottesdienst des Leidens Christi statt. In seinem Verlauf werden zwölf ausgewählte Abschnitte aus den Evangelien gelesen, die über das Leiden und den Tod Jesu Christi berichten. Diese “Zwölf Evangelien” sind auch die Besonderheit des Gottesdienstes. Während der Verkündigung der Evangelien stehen alle mit Kerzen in der Hand. Die Kerze, die während der Lesung der “Zwölf Evangelien” gebrannt hat, heißt “Donnerstagskerze”, sie wird brennend nach Hause getragen, um damit das Öllicht vor den Ikonen anzuzünden und mit der Flamme ein Kreuz auf dem Türbalken zu zeichnen.

Am Großen Freitag (Karfreitag)
gibt es keine Liturgie. In der Frühe werden die Königlichen Horen gelesen. In der Mittagszeit wird das Grabtuch Christi – eine auf Stoff gestickte Ikone des Erlösers, der vom Kreuz abgenommen und für das Begräbnis bereit gemacht worden ist – aus dem Altarraum getragen. Das Grabtuch wird mit reichem Blumenschmuck in der Mitte der Kirche aufgelegt. Alle verbeugen sich vor ihm und küssen es. Am Abend wird das Begräbnis Christi gefeiert. Am Ende des Gottesdienstes wird das Grabtuch in einer Prozession um die Kirche getragen.

Am Großen Samstag (Karsamstag)
in der Früh werden die Horen, die Vesper und die Liturgie des heiligen Basileios des Großen gefeiert. Während der Vesper werden 15 Lesungen aus dem Alten Testament gelesen, die Prophezeiungen über Christus und Seine Auferstehung enthalten. Im ersten Teil der Liturgie werden alle Gewänder von Schwarz auf Weiß gewechselt.
An diesem Tag beginnt von der Frühe an die Weihe der Osterspeisen – Kulitsch, Pascha, Eier und Fleisch. Diese Speisen können bis zum Osterfest gesegnet werden.

Damit enden die Gottesdienste des Fasten-triodions (und die Fastenzeit) und die jubelnden Gottesdienste des oesterlichen Blumen-triodions beginnen.

[align=center]Quelle:
"Orthodoxes Glaubensbuch"
*** ORTHODOXES GLAUBENSBUCH ***
Eine Einführung in das Glaubens- und Gebetsleben der Russischen Orthodoxen Kirche
LORGUS A. (Priester ANDREJ)
DUDKO M. (Priester MICHAIL)
erschienen mit dem Segen Seiner Heiligkeit ALEKSIJ II., des Hochheiligen Patriarchen von Moskau und der ganzen Rus´
"Kniga o Cerkvi", Verlag Palomnik, Moskau 1997 (3.Auflage Moskau 2000)
mit dem Segen des Höchstgeweihten Erzbischofs PAVEL von Wien und Budapest übersetzt ins Deutsche von:
Erzdiakon VIKTOR Schilowsky, Russische Orthodoxe Bischofskirche des Hl. NIKOLAUS, Wien, Österreich
Prof. Dr. Dr. Johann KRAMMER , Philosoph.-Theolog. Hochschule St. Pölten, Österreich
Verlag "Der Christliche Osten"
Würzburg 2001
ISBN 3-927894-33-8[/align]

http://www.orthodoxfrat.de/
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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Nassos » 03.02.2010, 23:17

Lieber Bruder Filip,

da es wieder an der Zeit ist, und nächste Woche schon die Butterwoche (Tiriní) ist, wollte ich dies wieder hervorheben.
Ich werde in einem anderen Fastenstrang noch ein paar Infos dazugeben (die sich zum Teil mit denen hier gleichen werden - lieber zweimal als keinmal).

Der Fleischverzicht wird bei uns Apókreo genannt.

Blöde Frage: sind die Triodion-Gebete auch im Synekdimos enthalten?

Liebe Grüße,
Nassos

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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Priester Alexej » 04.02.2010, 18:33

Lieber Nassos,

wenn du es schon machst, könntest du ja den entsprechenden Artikel bei Orthpedia ergänzen, bis jetzt gibt es dort nämlich auch nur Infos aus dem Glaubensbuch!

LG
Apostolischer Kanon 39 (32): Priester und Diakonen sollen ohne Wissen und Willen des Bischofs Nichts thun: denn dieser ist's, welchem das Volk des Herrn anvertraut worden, und von welchem Rechenschaft über ihre Seelen gefordert werden wird.

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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Igor » 27.02.2012, 08:36

Grüß Gott!

Nun hat die Große Fastenzeit begonnen, an deren Ende die Karwoche und das lichte Fest der Auferstehung Christi stehen.

Ein Gebet, welches in der Großen Fastenzeit besondere Bedeutung erhält ist das

Gebet des Hl. Ephräm von Syrien

Herr und Gebieter meines Lebens, den Geist des Müßigganges, des Kleinmuts, der Herrschsucht und Schwatzhaftigkeit gib mir nicht!

Gib hingegen mir, Deinem Knecht, den Geist der Keuschheit, Demut, Geduld und Liebe!

Ja, Herr, mein König, lass mich sehen meine Fehltritte und nicht richten meinen Bruder, weil Du hochgelobt bist in die Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen.


In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine gesegnete Fastenzeit.

In Christo
Igor (der für diese Zeit hier im Forum 'einen Gang zurück schalten' wird)
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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Nassos » 27.02.2012, 12:03

Vielen Dank, lieber Igor!

Ebenfalls eine große Rolle spielt auch der Große Kanon des Hl. Andreas von Kreta.

Desweiteren zeichnet sich die Fastenzeit durch eine andere "Anordnung" der Gebete und Liturgien aus. Als Beispiel sei die Basiliusliturgie genannt, die nun sonntags zelebriert wird. Die Vorgeweihten Gaben. (siehe hierzu auch den einleitenden Beitrag von Filip).

Der Akathist an die Allheilige Gottesgebärerin, der ab kommenden Freitag und dann die nächsten drei Wochen zu je einem Viertel gesungen wird. Am 5. Freitag der Fastenzeit wird der gesamte Akathist gesungen.

Auch ich darf an dieser Stelle Euch und den Euren eine gesegnete Fastenzeit wünschen sowie ein gesegnetes Fest der Auferstehung.

Nassos (der auch in dieser Zeit hier kürzertreten wird)

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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Priester Alexej » 27.02.2012, 20:20

Liebe Väter, Brüder und Schwestern,

ich wünsche ebenfalls allen eine gesegnete und fruchtbringende Fastenzeit. Heute, am Montag der ersten Woche, wurde in der Vesper gesungen: "Wir fasten ein angenehmes Fasten, ein Gott wohlgefälliges". Der erste und der Zweite Teil dieses Satzes wird von frommen Christen in der Fastenzeit als ein Grußwort mit einer Antwort verwendet. Evt. hat jemand das Stichireon ganz auf Deutsch:

"Стихиры на стиховне, глас 3: Постимся постом приятным, благоугодным Господеви: / истинный пост есть, злых отчуждение, / воздержание языка, ярости отложение, / похотей отлучение, оглаголания, лжи и клятвопреступления. / Сих оскудение, / пост истинный есть, и благоприятный."

Da die Fastenzeit nicht nur aus dem Verzicht auf's Essen besteht, wäre es für jeden wünschenswert, die Benutzung des Internets nur auf das Nötigste zu beschränken. Und - auch hier im Forum nicht auf die Versuchungen einzugehen, die jeden große Fastenzeit reichlich mit sich bringt.

Gott beholfen

Diakon Alexej
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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Igor » 27.02.2012, 21:07

Alexej hat geschrieben:"Стихиры на стиховне, глас 3: Постимся постом приятным, благоугодным Господеви: / истинный пост есть, злых отчуждение, / воздержание языка, ярости отложение, / похотей отлучение, оглаголания, лжи и клятвопреступления. / Сих оскудение, / пост истинный есть, и благоприятный."


Idiomelon (Ton 3): Lasset uns fasten ein Fasten, welches angenehm und wohlgefällig ist dem Herrn; Entfremdung von bösen Taten, Beherrschung der Zunge, Enthaltung vom Zorne, Fernhaltung von Begierden, Verleumdung, Lüge und Meineid: der Mangel dieser Dinge ist ein Fasten, welches wahr ist und wohl aufgenommen!“

(Quelle: Erzpr. Alexios Maltzew: Fasten- und Blumentriodion)
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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Igor » 29.02.2012, 08:24

Lesenswert in diesem Zusammenhang:

Einige Überlegungen des Chefredakteurs des wissenschaftlich-theologischen Portals "Bogoslov.Ru", des Erzpriesters Pawel Welikanow, zum Beginn der Großen Fastenzeit.


:arrow: Gedanken zur Großen Fastenzeit
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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Igor » 01.03.2012, 22:00

Igor hat geschrieben:Ein Gebet, welches in der Großen Fastenzeit besondere Bedeutung erhält ist das

Gebet des Hl. Ephräm von Syrien

Herr und Gebieter meines Lebens, den Geist des Müßigganges, des Kleinmuts, der Herrschsucht und Schwatzhaftigkeit gib mir nicht!

Gib hingegen mir, Deinem Knecht, den Geist der Keuschheit, Demut, Geduld und Liebe!

Ja, Herr, mein König, lass mich sehen meine Fehltritte und nicht richten meinen Bruder, weil Du hochgelobt bist in die Ewigkeiten der Ewigkeiten. Amen.


Ein Artikel auf bogoslov.ru dazu: :arrow: Aus einem Gespräch über das Gebet von Ephrem dem Syrer von Metropolit Antonij von Sourozh

„Aus der Schau der Größe des Menschen und der Herrlichkeit Gottes wird im Menschen die Demut geboren. Nicht aber aus dem ständigen Sich Bewusstmachen der eigenen Misserfolge oder der eigenen Unwürdigkeit. … Demut, im englischen humility, kommt vom lateinischen Wort humus. Fruchtbarer Boden. Dies ist ein sehr passendes Bild. Die Erde, der Boden ist immer da. Auf ihm gehen wir und er lässt mit sich machen, was wir wollen. Er nimmt unseren Müll auf, aber auch lebendigen Samen und Sonnenstrahlen und Regen. Er kann alles aufnehmen und daraus Früchte hervorbringen. Man denkt nicht an ihn. Er schweigt. Er hält alles aus und bringt doch Frucht. Darin besteht Demut.“
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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Nassos » 02.03.2012, 00:04

Lieber Igor,

vielen Dank für das Zitat. Ich habe es selber im Buch Vt. Antonijs "Schule des Gebets" gelesen. Es ist bisher dies beste Metapher für Demut, die ich gelesen habe. Ich kann dieses - wenn auch etwas schwer zu findende Buch - wärmstens empfehlen. Es ist eine sehr gute Anleitung zum Gebet.

Zum Gebet des Heiligen Ephraim des Syrers habe ich heute mal im Kindergebetsbuch meines Sohnes nachgeschlagen. Die Gebete, die dort drin sind, werden am Ende des Buches kommentiert.

Dort wird zum Gebet des Heiligen Ephraim noch der Anhang "Gott reinige mich Sünder" genannt (so wie es bekanntermaßen in der Großen Fastenzeit gebetet wird). Dies geht ja zurück auf die Geschichte des Pharisäers und des Zöllners, wo letzterer diese und nur diese Worte spricht, Worte der absoluten Demut. (Lk 18, 13).

Das Gebet wird auch als Vorbereitung auf die Beichte empfohlen.

Desweiteren wird dort der Heilige Augstinus zitiert "unus christianus, nullus christianus", also "ein Christ ist kein Christ". Daher beenden wir jedes Gebet, jede Liturgie, zu Hause oder in der Kirche indem wir betonen und uns daran erinnern, dass Gebet nicht nur eine persönliche, individuelle Sache ist, sondern der ganzen Kirche und dass sich unser Gebet in die Gesamtheit der Kirche eingliedert:

Durch die Gebete unserer Heiligen Väter,
Herr Jesus Christus unser Gott
erbarme Dich unser und errete uns.
Amen.

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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Igor » 29.03.2012, 19:40

"Ein Dialog zu Großen Fastenzeit" auf bogoslov.ru:

Im Folgenden lesen Sie eine theologische Reflexion über den Sinn und die Bedeutung des Großen Fastens, das uns jeden Tag der Woche der Großen Herrlichkeit näher bringt, von Diakon Augustin Sokolovski und Priestermönch Iosif (Pavlinchuk).


:arrow: http://de.bogoslov.ru/text/1612962.html
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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Lazzaro » 15.03.2013, 20:16

PC - Hintergrundbilder für die Fastenzeit ?
Ich habe mal ein bisschen im WWW gesucht und stelle hier ein paar Ideen vor. Alle Bilder sind in hoher Auflösung. Jeder kann sie nach Geschmack und Bildschirmgröße ausschneiden.

Das Jüngste Gericht:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... ipie_p.jpg
Die Wandbilder dieser Kirche sind möglicherweise von Archimandrit Andreij Kolomackij, einem Mitarbeiter des Heiligen Gorazd des Jüngeren, gemalt worden:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... public.jpg
Ein Epitaphios:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... sikoni.jpg
und ein anderer:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... emyaka.jpg
Das Große Zittauer Fastentuch (XV.Jahrh.), ein Querschnitt durch die Bibel von der Schöpfung bis zum jüngsten Gericht:
http://www.zittau.eu/fastentuecher/imag ... h_1472.jpg
Hier noch eine Schwarz-Weiß-Aufnahme, bevor es 1945 als Wandverkleidung einer russ. Banja benutzt wurde:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/c ... uselang=de
Sehr modern und nüchtern -nicht die Kirche, sondern das Tuch:
http://www.zittau.eu/fastentuecher/imag ... h_2009.jpg

Lazarus
Cantábiles mihi erant justificatiónes tuæ, * in loco peregrinatiónis meæ. - Ps.118:54

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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon songul » 16.03.2013, 07:40

Danke für die Bilder.
Wo ist das zwickauer Fastentuch jetzt und wird es restauriert werden?

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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Lazzaro » 16.03.2013, 15:48

Das zwickauer Fastentuch kommt aus Zittau! :)
Das ist am Deiländereck PL-CZ-SN. Es ist dort in einer historischen Friedhofskapelle und "bewohnt" die größte Museumsvitrine (etwa 10m hoch) der Welt, Kirche und Tuch wurden in den 90-gern restauriert.
Lazarus
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Re: G - wie Große Fastenzeit

Beitragvon Lazzaro » 24.03.2013, 21:49

Ein Vorschlag zum Singen in der Fastenzeit:
Troparion 8. Ton, aus dem römischen Ritus übernommen
Siehe nun ist die Zeit der Gnade, * siehe nun sind die Tage des Heiles: * So wollen wir in diesen Tagen uns als Diener Gottes erweisen: * In vieler Geduld, in Fasten, in Wachen, in ungeheuchelter Liebe. (1)
Kontakion 8. Ton, von Romanos dem Meloden
Seele Gedenke in deinem Leben der Prüfung des furchtbaren Richters * und erinnere dich der Seufzer des Zöllners, der Klagen der Dirne. * welche voll Zerknirschung rief: * Auf die Fürbitten der Heiligen gewähre mir Versöhnung, ** der Du willst, daß alle Menschen gerettet werden! ** (2)

(1) Übersetzung: St. Ottilien 1935
(2) Übersetzung: Johannes Koder

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